Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Motiv Kaiserstuhl (Deutschland), Belege, Stempel, Ansichtskarten
hubtheissen Am: 17.10.2021 18:52:06 Gelesen: 1516# 1 @  
Hallo,

Da schon der Schwarzwald als Thema vorhanden ist, möchte ich sein kleines Gegenüber, den Kaiserstuhl vorstellen.

Der Kaiserstuhl ist eine kleines Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs, das aus der Oberrheinebene ragt. Die nördliche Grenze befindet sich bei Riegel, am südlichen Ende liegen Ihrinegn und Breisach. Der Kaiserstuhl ist mit einer Nordost-Südwest-Ausdehnung von 15 km und einer Breite von ca. 12,5 km recht überschaubar und kann innerhalb eines Tages durchwandert werden.

Aufgrund seiner Lage zur Burgundischen Pforte ist der Kaiserstuhl eine der wärmsten Regionen Deutschlands. Dies schlägt sich auch in einer besonderen Fauna und Flora wärmeliebender Lebewesen nieder, die so nur dort anzutreffen sind, wie z.B. verschiedene Orchideenarten. Das warme Klima erlaubt aber auch den Weinanbau. Auf den vulkanischen und Lössböden werden vornehmlich Burgunderweine angebaut. Aber auch der Obstanbau ist ein wichtiger Zewig. In Königschaffhausen wird jedes Jahr im Frühling die Kaiserstühler Kirschenkönigin gewählt.

Als Start dieses Themas möchte etwas über den Ort Burkheim zeigen. Burkheim, am westlichen Rand des Kaiserstuhl gelegen, gehört seit 1975 zur Gemeinde Vogtsburg, der auch das Stadtrecht, dass Burkheim seit etwa 1348 besaß, übertragen wurde. Wahrzeichen des Ortes sind die Ruine des Schwendi-Schlosses und das geschlossenen mittelalterliche Ensembel des "Mittelstädle".

Ab dem 1.4.1850 gab es in Stadt Burkheim (oder eigentlich eher am Rande der Stadt) eine Brief– und Fahrpostexpedition, die im Gasthaus "Kreuz" untergebracht war. Die heutige "Kreuzpost" befindet sich immer noch im Familienbesitz, hat aber keine Funktion mehr als Poststelle. Burkheim war damit eine von 5 Postexpeditionen am Kaiserstuhl neben Altbreisach, Königschaffhausen, Endingen und Riegel..

Nun aber zu etwas Anschauungsmaterial. Zunächst ein Brief nach Waldshut vom 14. November 1855, frankiert mit der 3 Kr. Mi. 6. Gut zu erkennen ist der Fünfringstempel mit der Nr. 23 und der Kastenstempel als Nebenstempel. Offensichtlich wurde der Brief noch ab Freiburg mit der Bahn transportiert, wie der Eisenbahnstempel zeigt.







Dann eine Ansicht der Schloss-Ruine auf einer Postkarte von 1905 mit dem Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten.



Die Schloss-Ruine dann noch aus künstlerischer Sicht auf einer Postkarte nach Frankreich von 1913.



So, erst erst mal genug für heute. Ich würde mich über viele weitere Belege, Stempel und Ansichten vom Kaiserstuhl freuen.

Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 19.10.2021 20:35:37 Gelesen: 1475# 2 @  
Hallo,

heute noch einmal zwei Ansichtskarten von Burkheim. Die erste zeigt das Gasthaus "Zum Kreuz" - die heutige Kreuzpost, in der sich die Poststelle befand.



Wie der Stempeltext zeigt (BURKHEIM / a / über / FREIBURG (BREISGAU)), war Burkheim Mitte der 1930er Jahre Landpoststelle.

Die zweite Karte zeigt einen Blick auf Mittelstädle mit dem Stadttor, das auch das Stadtwappen ziert. Obwohl die Karte von 1928 sieht es im Mittelstädle praktisch unverändert aus. Auf der Rückseite findet sich dann noch ein Stempel des Gasthause z. Kreuz.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 23.10.2021 19:50:40 Gelesen: 1434# 3 @  
Hallo,

heute möchte ich Belege und Stempel von Endingen am Kaisterstuhl vorstellen.

Auch Endigen ist eine alte Stadt, die schon in der Karolingerzeit um 862 urkundlich erwähnt wird und 1285/1286 ihr Stadtrecht erhielt. Heute gehört Endingen zum Landkreis Emmendingen.

Es wurde zwar vermutet, dass es bereits 1803 eine Poststation in Endingen gab, aber dafür wurden bisher keine Belege gefunden. Gesichert ist Verfügung vom 27. 04.1838 mit der die Einrichtung einer Brief- und Fahrpostexpedition in der Stadt Endingen angeordnet wurde. Das vorgesetzte Postamt war „Freiburg“.

Als erstes ein Brief von 1840 nach Freiburg aus der Vorphilatelie mit dem roten Einzeiler "Endingen".





Dann ein kleiner Faltbrief nach Kippenheim von 1867. Der Fünfring-Nummernstempel mit der 37 ist leider schlecht zu erkennen. Es befindet sich als Ortsstempel noch der zweizeilige Achteckstempel auf dem Brief sowie der Ankunftsstempel Kippenheim und - schlech lesbar - der Eisenbahn-Kursstempel.

Auf der nebenstehenden Marke ist der Nummerstempel klar lesbar.



Zum Schluss für heute dann noch eine Ansichtskarte von 1905 nach Strassburg mit dem Königschaffhauser Tor ("Torli"). Das Tor wird 1319 erstmalig erwähnt. Die heutige Form entstand beim Ausbau 1581. Die Entwertung erfolgte mit einem Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten des damaligen PAIII.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 24.10.2021 18:29:10 Gelesen: 1406# 4 @  
Hallo,

ein wichtiger Wirtschaftsbetrieb in Endigen war die Lederfabrik Loesch, die 1847 gegründet wurde und deren Farbrikräume sich in der Innenstadt westlich des Marktplatzes befanden.

Die alte Lederfabrik wurde 2020 abgerissen.

Wie die Ganzsache (P25 /01) vom 19.12.1894 zeigt, hatte man Geschäftsbeziehungen auch bis nach Alexandria in Ägypten. Die Karte wurde mit einem Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten mit den UB *** entwertet, den ich bis 1902 belegen kann.



Ich habe noch einen zweiten Beleg der Fa. Loesch, diesmal eine Karte von 04.07.1922 nach Weilheim, auf der mitgeteilt wurde, dass man den gewünschten Artikel nicht herstellt und eine andere Firma empfiehlt. Die Entwertung erfolgte mit einem Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten, dem Nachfolger des o.g. Stempels, der auch schon 1905 auf der Karte in [#3] vorhanden ist.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 25.10.2021 16:19:32 Gelesen: 1376# 5 @  
Hallo,

zwischendurch möchte ich noch eine interessante Verbindung zwischen den beiden bisher vorgestellten Orten Burkheim und Endigen zeigen. Das Burkheimer Wahrzeichen, die Schlossruine, ist in Privatbesitz und das schon seit 120 Jahren. Neben der Familie Bastian ist heute auch die Familie Schätzle (beides Weingutinhaber in Endingen) Eigentümer.

Auf der Postkarte von 08.10.1916 nach Straßburg ist das Schloss und der Eigentümervermerk abgebildet. Auf der Rückseite befindet sich noch ein Zensurvermerk. Der Kaiserstuhl war im 1. Weltkrieg Garnisonsgebiet.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 27.11.2021 16:10:11 Gelesen: 1263# 6 @  
Hallo,

nach einer kleinen Pause möchte ich heute Beleg aus Breisach vorstellen. Breisach liegt am südwestlichen Rand des Kaiserstuhls unmittelbar am Rhein. Bis etwa 1896 wurde Breisach Altbreisach genannt.

Altbreisach war bereits 1793 die Endstation der Vorderösterreichischen Linie Innbruck-Freiburg. Ab 1846 war Altbreisach Grenzpostamt zu Frankreich. Als ersten Beleg zeige ich einen Brief vom Januar 1851 nach Oberrothweil mit dem Einzeiler Altbreisach. Der Brief wurde über die Postexpedition Burkheim geleitet, wie der rote zweizeilige Achteckstempel von Burkheim zeigt.



Dann ein Nachnahmebrief vom 10. August 1862 nach Bötzingen mit dem zweizeiligen Achteckstempel.



Dies für heute erstmal von Breisach

Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 02.01.2022 16:23:56 Gelesen: 1149# 7 @  
Hallo,

im neuen Jahr will ich erst noch mal mit Breisach weitermachen. Zwischen 1896 und 1899 wurde aus Altbreisach wieder Breisach. Dazu zwei Postkarten. Auf der ersten Karte vom 04.03.1896 nach Lahr wird noch der Kreisstegstempel mit Gitterboden oben und unten Altbreisach * * * verwendet. Auf der Vorderseite sind Stadtabsichten zu sehen.



Die zweite Karte vom 24.09.1899 nach Colmar zeigt ebenfalls einen Kreisstegstempel mit Gitterboden oben und unten mit UB * * *, diesmal aber schon mit Breisach.

Der auf der Vorderseite gezeigte Lindenhof befindet sich aber in Ihringen.



Zuletzt noch eine schöne Karte vom 08.03.1908 nach Stühlingen mit einem Zeppelinüberflug. Der Kartenschreiber war begeistert: "Zepelin is da gwest !!"



Gruß

Hubert
 
Christoph 1 Am: 02.01.2022 17:31:30 Gelesen: 1142# 8 @  
@ hubtheissen [#7]

Hallo Hubert,

Vielen Dank für Deine immer wieder schönen Beiträge zu den Orten am Kaiserstuhl. Als gebürtiger Südbadener schaue ich mir dieses Thema mit großer Freude an. Nur zwei kleine Anmerkungen im „Krümelkackermodus“ zu Deinem Beitrag [#7]: Die Stempel haben keinen Gitterboden sondern einen Gitterbogen. Und das Ausflugslokal in Ihringen heißt nicht Lindenhof sondern Lilienhof (heute: zur Lilie).

Viele Grüße
Christoph
 
hubtheissen Am: 02.01.2022 17:45:05 Gelesen: 1140# 9 @  
@ Christoph 1 [#8]

Hallo Christoph,

danke für die Hinweise. Die Stempelbezeichnung war ein Fipptehler. Und wie ich auf Lindenhof gekommen bin, weiß auch nur der Fuchs, da ich den Lilienhof schon öfters besucht habe.

Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 04.01.2022 18:09:42 Gelesen: 1097# 10 @  
Der Ort Oberrotweil liegt auf der westlichen Seite des Kaiserstuhl im fruchtbaren Krottenbachtal. Er sit der größte Ort und Verwaltungssitz der Gemeinde Vogtsburg.

Seit ca. 1864 gab es in Oberrothweil (erst 1906 wurde der Name in Oberrotweil geändert) eine Postablage, die von Landboten sowohl der Postexpedition Burkheim als auch von Altbreisach bedient wurde.

Der erste Brief vom 31.12.1864 von Oberbergen nach Endigen zeigt schön die Laufwege des Burkheimer Landboten. Der Brief wurde vom Versender ins benachbarte Oberrothweil gebracht, dort mit dem Postablagestempel über Burkheim versehen und - ohne über die Postexpedition Burkheim zu laufen - zur Postexpedition in Königschaffhauen gebracht, da dies auf dem Weg nach Endingen liegt. Dort wurde er dann mit dem L2 von Königschaffhausen mit Datum 1. Januar versehen.



Der zweite Brief ging am 23.07.?? vom Bürgermeister von Achkarren nach Freiburg. Der Brief wurde ebenfall zunächst nach Oberrothweil, dort aber mit Postablagestempel über Altbreisach versehen und diesmal auch über Altbreisach nach Freiburg versendet, wo er noch am gleichen Tag ankam.

Schön ist das Gemeindesiegel von Achkarren.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 07.01.2022 19:03:03 Gelesen: 1062# 11 @  
Hallo,

ich möcht noch etwas bei Oberrotweil bleiben. Oberrotweil bekam am 15.08.1868 eine eigene Postexpedition und gehört damit zu den sog. späten Postorten Badens.

Dazu ein NN-Brief nach Altbreisach vom 07.10.1868 mit dem typischen badischen Einkreis Ortsstempel.



Dieser Ortsstempel wurde noch weit bis in die Reichspostzeit genutzt:



Als Zweites eine Postkarte vom 25.01.1898, die ursprünglich nach Ihringen adressiert war, aber dann nach Emmendingen nachgesandt wurde. Auf der Vorderseite einige Ortsansichten mit dem Bahnhof und dem Gasthaus Rebstock, das heute noch existiert.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 09.01.2022 20:04:05 Gelesen: 1021# 12 @  
Hallo,

der Weinort Oberbergen gehört ebenfalls zur Gemeinde Vogtsburg und liegt nordwestlich von Oberrotweil ebenfalls im Krottenbachtal. Oberbergen besaß seit 1905 eine Postagentur.

Mein ältester Beleg stammt allerdings erst vom 27.01.1921 und ist ein Auslandbrief nach St. Louis in den USA. Ich vermute, der Brief ist nicht portorichtig. Er zeigt aber schön den Kreisobersegmentstempel (KOS) von Oberbergen.



Mit der Neuorganisation des Landpostwesens 1928 wurde Oberbergen eine Poststelle II. Auf der Karte vom 16.10.1942 ist der Poststellenstempel Oberbergen / über Freiburg (Breisgau) zu sehen.

Auf der Vorderseite ist eine Ortsansicht und das Gasthaus zum Rebstock abgebildet. Den Rebstock gibt es heute noch und gehört m.W. dem ehemaligen DFB-Präsidenten Fritz Keller.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 10.01.2022 09:22:32 Gelesen: 1004# 13 @  
Hallo,

kleine Korrektur zu [#12]:

Oberbergen liegt natürlich nord östlich von Oberrotweil.

Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 14.01.2022 21:03:44 Gelesen: 908# 14 @  
Hallo,

ich wechsele auf die möstliche Seite des Kaiserstuhls nach Eichstetten.

Bis 1864 besaß Eichsteten nur eine Brieflade mit dem Nummernstempel 16. Die zugehörige Postexpedition befand sich im ca. 9 km östlich gelegenen Emmendingen.
Nachstehend ist Dienstbrief vom 06. Mai 1859 nach Freiburg mit dem Uhrradstempel 16 abgebildet. Auf der Innenseite dann noch das Gemeindesiegel von Eichstetten.



Ab 1864 bekam Eichstetten eine Postablage.

Dazu ein Ganzsachenumschlag (Mi. U12) nach Randegg vom 06.06.1867 mit dem Postablagestempel Emmendingen / Eichstetten. Auf der Rückseite zeigen die Durchgangsstempel den Transportweg.

Der Brief ging möglicherweise direkt zur Postexpedition nach Freiburg, von dort nach Basel und mit der Post Basel-Constanz über Jestetten und Gottmadingen nach Randegg.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 15.01.2022 18:25:36 Gelesen: 886# 15 @  
Hallo,

am 15.08.1868 wurde in Eichstetten eine Postexpedition eröffnet. Eichstetten gehört damit auch zu den späten Postorten.

Der Ortsstempel



wurde auch noch zur Reichspostzeit verwendet



Dann zeige ich noch einen Einschreibbrief vom 06.01.1879 nach Buchheim bei Hugstetten, jetzt mit dem Einkreisstempel der Reichspost.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 16.01.2022 19:19:03 Gelesen: 861# 16 @  
Hallo,

nördlich von Eichstetten liegt Bahlingen (seit 1996 mit dem Zusatz 'am Kaiserstuhl' und nicht zu verwechseln mit dem Balingen ohne 'h' in Württemberg). Bahlingen besaß bis ca. 1864 nur eine Brieflade mit dem Nummernstempel 12, wie er auf dem nachstenden Dienstbrief vom 16.08.1862 nach Eichstetten abgebildet ist.



Ab 1864 bekam Bahlingen dann eine Postablage. Auf dem nachstehenden Brief nach Offenburg vom 08.10.1866 ist der Postablagestempel sowie der zweizeilige Achteckstempel der Postexpedition Riegel zu sehen.



Schließlich noch eine Postkarte von Mühlhausen im Elsass vom 18.04.1898 nach Balingen in Württemberg mit dem dem Ankunftsstempel von Bahlingen (Kreisobersegmentstempel. Rückseitig mit dem Ankunftsstempel von Balingen. Ich vermute, dass der Brief zunächst irrtümlich nach Bahlingen am Kaiserstuhl lief und dann weitergeleitet wurde.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 20.02.2022 19:44:20 Gelesen: 718# 17 @  
Hallo,

heute möchte ich ein paar Belege und Stempel zu Riegel zeigen.

Riegel am Kaiserstuhl bildet die nordöstliche Grenze meines Sammelgebietes Der Ort stellt auch insofern eine Besonderheit in der Gegend dar, dass er nicht wegen seiner Weine sondern wegen seines Biers bekannt ist. Allerdings werden die Riegel Biere in der Zwischenzeit in Donaueschingen gebraut.

Ab 01.04.1849 wurde in Riegel eine Postexpedition errichtet, die 1872 zur Postagentur und 1876 zum Postamt III wurde. Dieses wurde dann 1890 geschlossen. Am Bahnhof befand sich ab 1864 eine Postablage, die dann ab 1880 als Postamt III fungierte.

Der nachstehende Brief vom 22.04.1855 nach Kippenhaeim zeigt schön den Nr-Stempel mit der 118 und den zweizeiligen Kastenstempel der Postexpedition.



Weiterhin gab es noch den Billet-Stempel, der auf dem nachstehenden Brief von 06.04.1866 nach Freiburg zu sehen ist. Darauf befindet sich ein Abschlag des Postablagestempels.



Gruß

Hubert
 
hubtheissen Am: 30.04.2022 20:28:54 Gelesen: 483# 18 @  
Hallo,

nach längerer Pause möchte ich mal wieder einen Ort am Kaiserstuhl vorstellen. Es ist der kleine Weinort (ca. 400 Einwohner) Leiselheim im Landkreis Emmendingen, der am nordwestlichen Rand des Kaiserstuhls zwischen Jechtingen und Königschaffhausen gelegen ist. Leiselheim kam 1924 nach Emmendingen, wurde dann aber 1936 Freiburg zugeteilt. Am 01.04.1974 wurde Leiselheim in die Gemeinde Sasbach eingegliedert und kam dadurch wieder zum Landkreis Emmendingen.

Mein frühester Beleg aus Leiselheim ist eine Postkarte vom 15.07.1929 mit dem 2-zeiligen Kastenstempel Leiselheim / Emmendingen Land. Die PStII in Leiselheim war vermutlich mit der Einführung der Kraftpost eingerichtet wordem.



Ab 1933 musste der Text dann Leiselheim / über Emmendingen heissen und in Frakturschrift sein. Dazu ein Stempelabschlag vom 23.08.1934.



Obwohl Leiselheim 1936 den Landkreis wechselte, blieb wohl Emmendingen das Leitpostamt, wie der nachstehende Brief vom 25.03.1941 zeigt.



Mit der Einführung der Postleitgebietszahlen gehörte Leiselheim zum Gebiet 17a. Der nachstehende Brief vom 18.2.1946 hat schon den neuen Stempel in der Halbspatelbogen-Form mit der PLGZ. Weiterhin ist auffällig, dass sich nun das Leitpostamt in Freiburg befindet.



1947 wurde bekam Leiselheim dann im Zuge der Neuorganisation der PLGZ in Baden die Nummer 17b und wurde vermutlich auch zu diesem Zeitpunkt wieder Emmendingen zugeordnet. Ich habe leider erst eine Karte vom 17.01.1953, die den neuen Stempel zeigt. Der Brief vom 25.05.1960 macht wahrscheinlich, dass dieser Stempel bis zur Einführung der 4-stelligen PLZ verwendet wurde.



Wie bei vielen PStII gab es bis zur Einführung der endgültigen Stempelform einen einen Übergangsstempel mit der neuen PLZ, hier belegt auf Brief vom 05.11.1962



Soviel zu der Stempelgeschichte von Leiselheim. Ich suche aber noch Belege, um die Übergange zeitlich näher eingrenzen zu können.

Gruß

Hubert
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

529902 693 04.10.22 09:57skribent
136290 269 28.08.22 19:29Fips002


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.