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Thema: (?) (1322) Moderne Privatpost in Deutschland
Das Thema hat 1327 Beiträge:
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Ichschonwieder Am: 16.07.2020 21:34:43 Gelesen: 49362# 1303 @  
@ Seku [#1302]

Hallo, wobei der Ehrlichkeit halber gesagt werden muss, dass nicht die DP die Marke zugeklebt hat, sondern die biberpost. Die Frakit 3D06000A24 gehört der biberpost.

Aber oben rechts ist der Bereich für die Frankiermaschine, wenn der Brief nicht selbst bzw. über Kooperationspartner zugestellt werden kann, sondern der DP übergeben werden muss.

Die biber post Marke auf dem Beleg aus Magdeburg ist also vollkommen perfekt geklebt. Da die Anschrift maschinenlesbar ist, müßte eigentlich auf der Rückseite ein Vermerk K 2055 stehen,also der Brief wurde einem Konsolidierer übergeben.

VG Klaus Peter
 
Pete Am: 18.07.2020 11:45:28 Gelesen: 48777# 1304 @  
@ Seku [#1302]

Bekanntlich sind Marken und Stempel von Privatpost oft mit einem Aufkleber der Deutschen Post überklebt. Das liegt meist daran, dass der Empfänger nicht im Zustellgebiet eines Privatpost-Partners wohnt.

Das Wort "oft" in deinem ersten Satz würde ich nicht pauschal für alle Briefdienstleister aus dem dem gesamten Bundesgebiet unterschreiben wollen. Der Empfänger der in Beitrag [#13ß2] gezeigten Sendungen wohnt in einem Bereich, wo seit einigen Jahren kein Postmitbewerber mehr exisitert, welcher Teil der Mail Alliance oder P2 - die zweite Post ist. Jahrelang, d.h. bis ca. Ende September 2013 [siehe Beitrag [#751]) war dort die Nordbayernpost tätig, welche zum 01.04.2008 aus den beiden örtlichen Mitbewerbern PZD und Brief24 fusionierte (siehe Beitrag [#70]).

Sammlerkollege Ichschonwieder verweist in seinem Beitrag [#1303] auf den Bereich (Frankierzone), wo keine Informationen (Stempel, Aufkleber, Briefmarken) von Postmitbewerbern vorhanden sein dürfen, wenn die betroffene Sendung für den versand über die DAPG frankiert werden soll. Manche Postmitbewerber überkleben pauschal alle eigenen Frankiermerkmale, manche Briefdienstleister "bereinigen" lediglich die von der DPAG vorgegebene Frankierzone oben rechts auf der Vorderseite der zu frankierenden Sendung (was normalerweise auch ausreicht um den AGB der DPAG zu entsprechen).

Gruß
Pete
 
Seku Am: 18.07.2020 21:30:05 Gelesen: 48597# 1305 @  
@ [#1302]

Ein weiteres Beispiel von Überkleben. Streifbandzeitung von heute - eingerollt versandt. Frankatur von NordBrief überklebt.



Habt ein schönes Wochenende

Günther
 
Pete Am: 31.07.2020 15:12:36 Gelesen: 43762# 1306 @  
Die Funke Post GmbH [1] (Standort Thüringen mit Sitz in 99090 Erfurt) brachte zu Beginn dieser Woche (?) einen Satz Briefmarken heraus, welcher Karikaturen von fünf in Thüringen tätigen Persönlichkeiten umfasst, gestaltet durch den Karikaturisten Nel:

Johann Wolfgang von Goethe (55 Cent)
Friedrich Schiller (75 Cent)
Johann Sebastian Bach (90 Cent)
Martin Luther (145 Cent)
Anna Amalia (250 Cent)


Dieser Satz Briefmarken wird von einer Werbeaktion der Funke Post begleitet, welche insgesamt sechs Postkarten (aus philatelistischer Sicht handelt es sich um Ganzsachen) umfasst. Diese Ganzsachen werden - solange der Vorrat reicht - gratis an den Servicecentern der Tageszeitungen "Thüringer Allgemeine" (TA), "Ostthüringer Zeitung" (OTZ) und "Thüringische Landeszeitung" (TLZ) abgegeben (gemäß der Zeitungsanzeige an den Standorten in Eisenach, Erfurt, Gotha, Heiligenstadt, Jena, Mühlhausen, Nordhausen und Weimar). Die Ganzsachen weisen als Werteindruck das Bild der Briefmarke zu 55 Cent (Goethe) auf. Wenn diese Karten in den Briefkästen der Funke Post eingeworfen werden, übernimmt die Funke Post das Porto für die Zustellung.

Die Ganzsachenrückseite ist bei allen sechs Karten identisch:



Die jeweilige Vorderseite weist neben dem Logo der Funke Post einen von sechs verschiedenen Sprüchen auf:



Spruch "Nicht von weit weg geschickt - aber mehr als geschickt" sowie "Sonnige Grüsse aus GARTANIEN"



Spruch "Grüsse aus dem fernen BALKONGO" sowie "Liebe Grüsse aus INDOORNESIEN"



Spruch "Herzliche Grüsse aus HAUSTRALIEN" sowie "Urlaubsgrüsse aus TERRASSALONIKI"

Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, kommt dennoch der Eindruck auf, dass sich die Sprüche auf die aktuelle Corona-Pandemie beziehen.

Vor Ort ist zusätzlich auch ein Flyer erhältlich:



Diese Werbemaßnahme wird von gedruckten Anzeigen in der örtlichen Tagespresse in Thüringen begleitet. Soweit aktuell über Google ersichtlich, erschien diese Anzeige in der Tageszeitung "Thüringer Allgemeine" (Ausgabe Eisenach am 28.07.2020 [2] und Ausgabe Gotha am 31.07.2020). Vermutlich erschienen weitere Anzeigen an unterschiedlichen Tagen in den betroffenen Tageszeitungen.

Die Marketingaktion ist meinem Eindruck nach gut gemacht und soll natürlich zum Schreiben (von zuhause aus) animieren. Ein paar Informationen zu dieser Aktion auf der Internetseite der Funke Post wären wünschenswert gewesen (zumindest habe ich heute dort nichts gefunden [1]), so dass für die Gestaltung dieses Beitrages als Informationsgrundlage lediglich die Anzeige selbst blieb.

Gruß
Pete

[1] https://funke-post.de/
[2] https://www.pressreader.com/germany/thuringer-allgemeine-eisenach/20200728/page/18/textview
 
soeste2919 Am: 31.07.2020 15:44:59 Gelesen: 43750# 1307 @  
Hallo Pete !

Vielen Dank für die Meldung. Von einer FUNKE-POST habe ich noch nichts gehört. Ist das der Nachfolger von THPS in Allach ?

Übrigens wird die PIN-Mail in Berlin zum 1. September neue Dauermarken wegen einer Portoerhöhung verausgaben.

Ein schönes sonniges Wochenende wünscht soeste2919
 
Pete Am: 01.08.2020 15:24:23 Gelesen: 43290# 1308 @  
@ soeste2919 [#1307]

Von einer FUNKE-POST habe ich noch nichts gehört. Ist das der Nachfolger von THPS in Allach ?

Ja, zumindest anteilig. Soweit mir bekannt, umfasst die Funke Post nicht nur das Briefzentrum des Thüringer Post Service (ThPS) in Erfurt sondern auch einige umliegende Briefdienste, welche zwischenzeitlich (seit 2019) in dem Unternehmen Funke Post GmbH aufgegangen waren.

Gruß
Pete
 
Pete Am: 03.08.2020 21:29:35 Gelesen: 42326# 1309 @  
Eine unverausgabte Briefmarke der PIN AG, Berlin (2007)

Der nachfolgende postfrische Block wurde vor zehn Jahren auf der Briefmarkenmesse in Essen (06.05.-08.05.2010), am Stand eines Händlers (zusammen mit weiteren Exemplaren) auf dem Verkaufstisch ausliegend angeboten und auch verkauft. Gestempelte Blocks werden in dem sehr lesenswerten Katalog "Katalog der modernen Privatpostmarken Deutschlands Band I Aalen bis Crailsheim" (Ausgabe 2019, Seite 127, siehe [1]) unter der Katalognummer V1 als Vignette (Entwertung mittels Ersttagssonderstempel) katalogisiert. Die Erhaltung für postfrisch wird in diesem Fall dort nicht erfasst.



Im Mai 2010 vorgenommene Recherchen ergaben den Eindruck, dass es sich bei dem Block um eine vorbereitete Ausgabe der PIN AG Berlin für den 02.02.2007 handelte, welche im Zuge des Zusammenschlusses zur PIN Group (einzelne Niederlassungen mit Namen "PIN Mail") nicht mehr verausgabt wurde. Am 15.01.2007 erschienen die ersten, seinerzeit bundesweit gültigen Briefmarken der PIN Group (Markeninschrift "PIN Mail"). Die Angabe der Versandart ("PIN Big-Mail" = Großbrief) und auch die Nominale (1,37 Euro brutto) passten nicht mehr zum seinerzeit neuen Auftritt der PIN-Gruppe ( "Der Großzügige" = Großbrief für 1,42 Euro brutto).

Als Motiv des Blocks wurden seinerzeit Strandkörbe am Ostseestrand bei Binz auf Rügen gewählt und sollten das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern symbolisieren, welches 2006/2007 den Vorsitz im Bundesrat innehatte. Der Block sollte der Nachfolger der Vorjahresausgabe zum Bundesland Schleswig-Holstein (Vorsitz im Bundesrat 2005/2006) darstellen (PIN AG Berlin Block Nr. 4 bzw. Numisblatt Nr. 4). Parallel zu der geplanten Ausgabe vom 02.02.2007 war ein Numisblatt mit einem Block und einer Zweieuro-Münze mit Motiv des Schweriner Schlosses in Zusammenarbeit mit der staatlichen Münze Berlin angedacht. Dieses Numisblatt wird in [1] unter der Katalognummer 5 erfasst und bewertet. Die Ausgabe von Blocks über den Vorsitz eines Bundeslandes im Bundesrat (parallel zu den verausgabten Zweieuro-Münzen) wurde 2008 von der PIN Group (Motiv Elbphilharmonie Hamburg) fortgesetzt.

Die ursprünglich hergestellte Auflage des nicht verausgabten Blocks aus dem Jahr 2007 könnte zwischen 3.000 Stück (Ausgabe 2006: 1.000 Numisbriefe und 2.000 lose Blocks) und 5.000 Stück (Ausgabe 2008: 1.000 Numisbriefe und 4.000 lose Blocks) gelegen haben. Der Privatpostbriefmarkenkatalog [1] gibt als Auflage des Numisblattes vom 02.02.2007 ebenfalls eine Auflage von 1.000 Exemplaren an.

Wem sind weitere Exemplare mit höherer Nummer (>1435) bzw. dito als gestempelte Exemplare oder auf Numisblättern bekannt?

Danke.

Gruß
Pete

[1] https://www.philaseiten.de/philabuch/show/299
 
Ostbrandenburger Am: 06.08.2020 21:52:13 Gelesen: 40931# 1310 @  
@ Pete [#1309]

Hallo Pete,

zu diesem von Dir gezeigten Block 137ct der PIN AG Berlin habe ich in meinem neusten Briefmarkenkatalog Speedy-Express / PIN Group / PIN Mail Woltersdorf auf der letzten Umschlagseite von diesem Band 12 einen Brief der damaligen PIN AG Berlin abgebildet. Schau mal nach.

Gruß
Detlef
 
Ostbrandenburger Am: 06.08.2020 22:20:58 Gelesen: 40915# 1311 @  
@ Pete [#1306]

Hallo Pete und soeste2919,

Funke-Post. Ja, hier in Thüringen ist dieses eine Zusammenfassung aller (bis auf 2) tätigen Briefdienste unter diesem Namen. Ich erfuhr schon Mitte Januar davon und wartete gespannt was da nun kommt. Durch meine guten Verbindungen zu den Mailcats konnte ich schon einiges erfahren und bekam dann im Juli die ersten Anzeigen in der Zeitung zu sehen. Also ist die Funke-Post nicht der Nachfolger der THPS, wie es in einem anderen Beitrag vermutet wurde.

Gestern rief ich in Alach (ex THPS) wegen den neuen Postkarten (Ganzsachen) an, und erfuhr so nebenbei, das man derzeit nicht so richtig weiß, wer für was zuständig ist. Und... auch die THPS-Marken sind immer noch für einen deutschlandweiten Versand gültig und - werden immer noch verkauft. Das war es nun. Jetzt stelle ich mir schon die Frage, was oder wo ist die Funke-Post.
Nächste Woche gehe ich mal auf Informations-Sammeltour zu den (ehemaligen) Mailcats. Sicherlich wird es wieder Neuigkeiten geben und vielleicht auch die Funke-Post Marken. Oder verkauft man dort auch noch die "alten" Mailcats-Marken ? Wir werden es sehen. Diese Infos sind später mal im Mailcats-Briefmarkenkatalog zu finden.

Stempel und Label zur Funke-Post zeige ich leider erst später, habe einen neuen Rechner und muß ihn erst einrichten.

Übrigens, die beiden Briefdienste in Thüringen, die derzeit nicht bei der Funke-Post mitmachen, sind LLS Suhl und Safe-Mail Hermsdorf.

Gruß
Detlef

https://www.lesershop-thueringen.de/briefmarken/
 
DL8AAM Am: 08.08.2020 21:29:23 Gelesen: 40190# 1312 @  
@ DL8AAM [#993], [#1028]

MedienLogistik Hessen (MLH)

Nun mit einem Prelabel und Sendungsnummer im UPOC-Format



Brief des Absenders WEMAG aus Fulda, versehen mit einem Pre-Label ("S/K", d.h. für alle Briefe in den Formaten DIN lang und C6, also für alle Standard- und Kompaktbriefe bis 20 g bzw. bis 50 g [1]) der MedienLogistik Hessen aus Fulda mit UPOC-Sendungsnummer, codX-Mandantennummer 0069 der Main-PostLogistik aus Würzburg (!)

Zwei rückseitige organfarbene Kodierleisten (1x oben mittig/1x unten links) aus der Privatpostbehandlung stammend.

Anschliessend wurde die Sendung von der Main-PostLogistik [2] für die Ableitung über die DPAG frankiert (FRANKIT-Gerät 3D1300077E), konsolidiert über K2093 (Main-PostLogistik); 14.07.2020.

Gruß
Thomas

[1] https://www.medienlogistik-hessen.de/bestellung/
[2] https://www.mainpostlogistik.de
 
DL8AAM Am: 22.08.2020 21:51:59 Gelesen: 30020# 1313 @  
Nur mal so - damit so ein Label hier mal gezeigt wurde ;-)



Rückseitiges Sendungserfassungslabel von Postcon (Berthold-Beitz-Boulevard 463, 45141 Essen); zur externen Weitergabe über die DPAG ("EXTERN"); für ein Einschreiben-Rückschein ("ER") vom 18.08.2020; UPOC-Sendungsnummer mit codX-Mandantenkennung 0220); unbekannter Absender.

Nur zur Info (Vorderseite hier nicht gezeigt): Die Sendung wurde im Anschluss an die DPAG zur Zustellung übergeben ("roter Rückschein-Klebestreifen"), Frankatur per FRANKIT-Gerät 4D13141233 ("Service-Center") vom 18.08.2020; DPAG-Einschreibelabel (Formular ET 912-657-000, Präfix der Sendungsnummer RJ).

Beste Grüße
Thomas
 
DL8AAM Am: 30.08.2020 15:38:45 Gelesen: 23587# 1314 @  
Und hier ein Beispiel-Label der PIN Mail Berlin für Sendungen, die ursprünglich bei deren Partner-Privatpostdienstleister "CBB" - City Brief Bote (16303 Schwedt) eingeliefert wurden und anschliessend über das PIN Mail-Briefzentrum bearbeitet bzw. weitergeleitet wurden:



Thermo-Label zur qualifizierten "Sendungserfassung" mit Sendungsnummer mit dem Präfix 86; mit der Mail-Alliance Kennung "MA1212" und der pin MAIL-Netzwerk-internen Kennung "1154" der pin MAIL Berlin, sowie mit Leithinweis auf InWiLog Post-Service in Rotenburg/Wümme "MA 279 3"; 08.07.2015.

Ähnliche Labels für - durch andere Privatposten (fremd-) angenommene - Sendungen kamen bekanntlich auch für den Blitz-Kurier (14712 Rathenow) bei der PIN Mail Berlin zum Einsatz:



Hier ein Beispiel mit einer Sendungsnummer mit einem 8802-Präfix; wieder mit der alten pin MAIL-Netzwerk-internen Kennung "1154" der pin MAIL Berlin und dessen Mail-Alliance Kennung "MA1212", auch hier mit Leithinweis auf InWiLog Post-Service in Rotenburg/Wümme "MA 279 3"; 27.08.2015.

Gruß
Thomas
 
Pete Am: 01.09.2020 12:19:02 Gelesen: 22786# 1315 @  
@ DL8AAM [#1314]

Und hier ein Beispiel-Label der PIN Mail Berlin für Sendungen, die ursprünglich bei deren Partner-Privatpostdienstleister "CBB" - City Brief Bote (16303 Schwedt) eingeliefert wurden und anschliessend über das PIN Mail-Briefzentrum bearbeitet bzw. weitergeleitet wurden:

Diese Vorgehensweise, dass PIN Berlin von regionalen Zustellpartnern entgegennimmt und in das Netzwerk der Mail Alliance einspeist, ist mir von verschiedenen Partnern aus Brandenburg bekannt. ;-)

Bisher lagen vor:

- Blitz-Kurier GmbH aus Rathenow
- City Brief Bote GmbH (CBB) aus Schwedt/Oder
- DEBEX GmbH aus Potsdam (DE1128; ma1411)
- PIN Mail GmbH, Niederlassung Wildau (DE1155; ma1541)
- PIN Mail GmbH, Niederlassung Woltersdorf (DE1156; ma1531)
- Turbo Post GmbH aus Neuruppin

In allen Fällen wird seitens PIN Berlin anstelle eines Werneeeinsatzes des Absenders (Kunden) ein Verweis auf den einliefernden Briefdienstleister abgebildet, siehe nachfolgendes Beispiel:



Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 03.09.2020 20:30:01 Gelesen: 22243# 1316 @  
@ Ostbrandenburger [#1311]

Die FUNKE Post, eine Tochter der FUNKE Mediengruppe (Essen), hat ja, wie hier berichtet wurde, kürzlich das mpn (Mail & Parcel-Network) Netzwerk aus Erfurt übernommen. Zu diesem Netzwerk gehörten bekanntlich diverse (rechtlich unabhängige) Privatpostdienstleister in Thüringen, so u.a. die "DAZ Brief- und Kurierdienst GmbH" aus Nordhausen.

Hier nun ein Beleg eben dieser Nordhäuser Privatpost, die nun auch unter den Namen der FUNKE Post aktiv ist:



Sendung des Absenders "Volksbank im Harz eG" aus dem niedersächsischen 37504 Osterode am Harz (Landkreis Göttingen) nach 37073 Göttingen vom 28.08.2020.

Blauer Sendungserfassungs-Tintenstrahl "Spray-On" mit UPOC-Sendungsnummer mit der codX-Mandandenkennung 0011 der ehemaligen DAZ Brief- und Kurierdienst. Selbstidentifikation FUNKE POST / 388-1 / P2-010, wobei "ma-3881" die Mail Alliance-Kennung der DAZ war und nun vom FUNKE Post Standort Nordhausen verwendet wird. Dort wo jetzt FUNKE POST steht, stand bei den alten DAZ-Sprays "995-1" (für die Mail Alliance-Kennung "ma-9951" der Netzwerkmutter mpn), siehe [1]. Mit zusätzlichem Werbeklischee für den Absender (Volksbank im Harz) der Sendung. Leithinweis auf die zustellende CITIPOST Göttingen CP GOE. Kopfstehend unten links findet sich der Bearbeitungsspray (mit eigener Sendungsnummer) der CITIPOST Göttingen (codX-Kenner "0046") mit dem Zustellkode der Empfängeradresse "50-41" vom 31.08.2020.

Das die FUNKE Post auch rechtlich die einzelnen ehemalig unabhängigen mpn-Netzwerkpartner übernommen hat, belegt im Fall der DAZ deren alte Webseite [2], dort ist aktuell nur noch ein kurzer Infotext mit entsprechendem Umleiter auf die FUNKE Post-Seiten gesetzt:



Wird die FUNKE Post aus Essen etwa die neue 'bundesweite' PIN Mail? Auch wenn sie sich (nach Hamburg) aktuell auf Thüringen konzentrieren, mit der ehemaligen DAZ ist man nun ja auch schon einmal in Niedersachsen, zumindest an den Standorten Osterode am Harz, Herzberg am Harz, Barbis und Bad Sachsa [3], alle im Landkreis Göttingen, aktiv.

Gruß
Thomas

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=155323
[2] https://www.brief-service.de
[3] https://funke-post.de/service-points
 
Journalist Am: 26.09.2020 10:19:20 Gelesen: 13241# 1317 @  
Hallo an alle,

auf der Rückseite einer PZA ist folgender Aufkleber:



Wer kann hier weitere Hinweise liefern, von wem dieser Aufkleber stammt ?

Dazu auch noch mal die Vorderseite des Belegs:



Dazu eine weitere Frage, stammt der AFS vom obigen Privatpostdienstleister oder wer ist der Besitzer der Maschine ?

Schon jetzt danke für sachdienliche Hinweise.

Viele Grüße Jürgen
 
Pete Am: 26.09.2020 10:22:18 Gelesen: 13239# 1318 @  
@ Journalist [#1317]

Wer kann hier weitere Hinweise liefern, von wem dieser Aufkleber stammt ?

UPOC beginnend mit 010074 = MZZ Briefdienst aus Halle/Saale [1][2] ;-)

Gruß
Pete

[1] https://www.mzz-briefdienst.de/
[2] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=1&ST=6603&CP=0&page=0
 
Journalist Am: 09.10.2020 10:39:59 Gelesen: 7256# 1319 @  
@ Pete [#1318]

Hallo Pete,

danke für die Infos. Zu folgenden Brief habe ich auch wieder eine Frage - es handelt sich um einen Einwurf-Einschreiben scheinbar von Südwest Mail. Mich interessiert, die Deutung des Textes auf dem Südwest Mail Aufkleber:



Dort steht DPAG PZU - PZU

Handelt es sich hier um eine Postzustellurkunde die von Südwest Mail als Einwurfeinschreiben an den Empfänger geleitet wurde oder ..... ?

Schon jetzt danke für mögliche Antworten - viele Grüße

Jürgen
 
EdgarR Am: 09.10.2020 11:25:58 Gelesen: 7238# 1320 @  
@ Journalist [#1319]

PZU = Post ZUsatzleistung ?? Worunter Einschreiben, egal ob Einwurf- oder dokumentiert, gemeint sind.

Ich bin mir relativ sicher dass Südmail gar keine Sendungen mit Postzstellungsurkunde annimmt. Sie bieten zwar die Möglichkeit der Sendungsverfolgung, aber das ist juristisch betrachtet nicht von gleicher Beweiskraft wie ein förmliches Zustellverfahren.

Phile Grüße EdgarR
 
Pete Am: 09.10.2020 15:39:21 Gelesen: 7142# 1321 @  
@ EdgarR [#1320]

Ich bin mir relativ sicher dass Südmail gar keine Sendungen mit Postzstellungsurkunde annimmt.

Wie kommst du darauf?

Ich halte es nicht für ausgeschlossen sondern eher für wahrscheinlich, dass Südwest Mail - wie etliche andere deutsche Mitbewerber im Briefdienst auch - Postzustellungsaufträge entgegennimmt, befördert und zustellt. Dies umfasst auch die anschließende Rückführung der ausgefüllten und eidesstattlich unterschriebenen Postzustellungsurkunde an den Absender.

Der Postkonkurrenz ist es zu verdanken, dass die Preise für eine "förmliche Zustellung" von ehemals 11,00 DM (5,60 Euro zum 01.01.2002) pro Stück auf heute 3,45 Euro (und bei Großeinlieferern noch weniger) gepurzelt sind.

Für die Zustellung von PZA bedarf es einer separaten Genehmigung bei der Bundesnetzagentur. Sobald diese vorliegt, darf ein lizensierter Mitbewerber derartige Sendungen zustellen.

Die Bundesnetzagentur selbst schreibt in [1] (Stand 2017):

"Wer darf förmlich zustellen?

Jeder Lizenznehmer ist gem. §33 Abs. 1 PostG berechtigt und grundsätzlich auch verpflichtet, Schriftstücke unabhängig von ihrem Gewicht förmlich zuzustellen. Hierbei ist er mit Hoheitsrechten ausgestattet (beliehener Unternehmer) und hat Anspruch auf ein Entgelt (§34 PostG), welches er sich von der Beschlusskammer 5 der Bundesnetzagentur genehmigen lassen muss.

Muss jeder Lizenznehmer förmlich zustellen?

Soweit ein Lizenznehmer nicht auf seinen Antrag von der Verpflichtung zur förmlichen Zustellung befreit worden ist, ist er zur Erbringung der förmlichen Zustellung verpflichtet."

...


Gruß
Pete

[1] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/BK05/BK5_22_Entgelt/17-03-29_Infoblatt_final.pdf?__blob=publicationFile&v=3
 
Pete Am: 09.10.2020 20:21:07 Gelesen: 7020# 1322 @  
@ EdgarR [#1320]

PZU = Post ZUsatzleistung ? Worunter Einschreiben, egal ob Einwurf- oder dokumentiert, gemeint sind.

Als Nachtrag zum vorherigen Beitrag: ich gehe auch nicht davon aus, dass das Kürzel "PZU" für "Postzustellungsurkunde" steht. Du lieferst eine alternative Lösung des Kürzels.

Allerdings wirfst du auch eine interessante Fragestellung auf; wie werden vom Zusteller ausgefüllte Postzustellungsurkunden an den Absender (Auftraggeber des Postzustellungsauftrages, z.B. Gerichte und Gerichtsvollzieher) zurückgeführt? Wie machen dies die Postmitbewerber und wie die Deutsche Post AG selbst?

Sicherlich ist nachvollziehbar, dass zumindest bei den (meisten) Postmitbewerbern eine Rückführung der ausgefüllten PZU vom jeweiligen Zustelldepot an das Briefzentrum des Mitbewerbers erfolgt. Entweder im Depot oder (vermutlich eher) im Briefzentrum erfolgt eine (stichprobenartige) Überprüfung der PZU auf Vollständigkeit (Bsp. Datum und Unterschrift des Zustellers, Art der Niederlegung des PZA - vor Gericht bei Problemfällen relevant, daher die eidesstattliche Versicherung des Zustellers über die Art der Niederlegung der Sendung). Im Briefzentrum sollte auch die Sortierung nach Absender erfolgen.

Nun stellt sich allerdings die eingangs aufgekommene Frage: wie geht es weiter? Aus Sicht der Kosten erscheint es nicht sinnvoll, den Brief für die PZU-Rückführung an den Absender auf die Kostenstelle des Absenders zu buchen. Also muss insbesondere bei computergestützten Sendungserfassungs- und Abrechnungsverfahren (z.B. die Software CodX) eine andere (interne) Kostenstelle her. Alternativ wäre es denkbar, dass die Versandumschläge inkl. PZU in die Handsortierung gegeben werden um keine weiteren Frankierkosten zu verursachen. Weiterhin würde sich die Frage stellen, ob die Rückführung als Sendung mit Zusatzleistung (Bsp. Einschreiben) oder als normaler Brief erfolgt.

Alternativ wäre auch denkbar, die Versandumschläge den jeweiligen Fahrern der Abhollogistik mitzugeben, welche die Sendungen bei den Absendern (Poststellen) abholen. Allerdings ist es nicht immer so einfach, gegen den (Brief-)Strom zu schwimmen (d.h. unzustellbare Sendungen oder PZU oder Nachweise für Sendungen mit Zusatzleistungen an den Absender zurückzuführen).

Wer weiß mehr? :-)

Gruß
Pete
 
Araneus Am: 21.10.2020 15:02:10 Gelesen: 1616# 1323 @  
Ich möchte heute einen Beleg vorstellen, der anscheinend durch den " Porto Letter Service" aus Gladbeck zugestellt wurde. Am Briefunterrand findet man den Code von Postcon vom 26.08.19, am Oberrand den vom Porto Letter Service vom 27.08.19. Der Brief wurde somit von Postcon an den Porto Letter Service weitergeleitet, wie Pete [#1237] es bereits weiter oben beschrieben hat.

Neben dem Zustellvermerk befindet sich das offizielle Logo zum Bottroper Stadtjubiläum 2019. Weiterhin findet sich hier noch der Text "PC-Essen", was vermutlich die Abkürzung für Postcon Essen ist, in dessen Auftrag wahrscheinlich der Brief zugestellt wurde.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 21.10.2020 15:49:15 Gelesen: 1597# 1324 @  
@ Araneus [#1323]

Wenn ich als Außenstehender den Beleg "so" sehen würde, ohne die vor Ort-Situation genauer zu kennen, und wenn nicht das Datum 27.08.2019 beim Porto Letter Service-Spray wäre, wäre meine erste Idee genau anderes herum:

Erstbehandlung "Porto Letter Service", Erfassungsspray - mit zusätzlich gesetztem Kundenklischee für den Absender (Stadt Bottrop) - und Leithinweis PC-Essen auf die Postcon. Die Postcon hat dann, da oben schon der Platz vollgesprüht ist, ihren Bearbeitungs-Spray unten angebracht. Auch befindet sich im Postcon-Spray kein "Ableitungshinweis" auf Porto Letter Service (sondern vielleicht ist das nur ein örtlicher Zustellcode?), oder?

Wobei selbst das "falsche" Datum von Porto Letter Service logisch passen könnte, denn häufig nutzen Privatposten das Datum der wahrscheinlichen Zustellung, als Datum in ihren Spray-Ons (sieht ja optisch auch "schneller" aus). Dann könnte die Sendung am 26.08.2016 (oder davor) bei der Porto Letter Service eingegangen sein, sie geben nun den kommenden 27.08. als "Zustellidee" an und leiten die Sendung anschliessend noch am 26.08. an die Postcon ab, die dann - im Gegensatz zur Porto Letter Service-Praxis - aber das "echte" (Erfassungs- bzw. Bearbeitungs-) Datum verwendet. So könnten sich zumindest die vertauschten Datumsangaben auflösen, dass hiesse dann aber:

Der Brief wurde von Porto Letter Service an Postcon weitergeleitet.

Beste Grüße
Thomas
 
Ichschonwieder Am: 21.10.2020 17:18:42 Gelesen: 1558# 1325 @  
Hallo Thomas,

ich sehe das genauso wie Du. Deine Erläuterung mit dem Datum ist korrekt und im Stempel von postcon ist die typische Zahlenkombination für die Eigenzustellung.

Klaus Peter
 
Pete Am: 21.10.2020 21:34:27 Gelesen: 1472# 1326 @  
@ Araneus [#1323]

PLS - ein Zusammenschluss von "Porto Letter Service" (PLS) und "Porto" aus Bottrop, vor einigen Jahren von Bottrop in das benachbarte Gladbeck umgezogen und Briefdienstleister mit eigener Zustellung in Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen (vermutlich auch zusätzlich in ein oder zwei weiteren Orten Richtung Niederrhein).

Die "Porto"-Unternehmen waren im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends im nördlichen Ruhrgebiet unterwegs (einzelne Städte in den Postleitbereichen 45 und 46). Außer "Porto" aus Herten dürfte nichts mehr davon übrig geblieben sein. Die Niederlassungen (Briefzentren) in Marl, Haltern am See und Dorsten gingen bspw. in "Brief und Mehr" aus Münster auf. Die Niederlassung in Schermbeck dürfte (wenn ich mich recht entsinne) von PLS übernommen worden sein. Die Porto-Niederlassung in Raesfeld-Heiden scheint einfach verschwunden zu sein (an Brief und Mehr aus Münster?).

Die in Beitrag [#1323] gezeigte Sendung ging, wie von DL8AAM und ichschonwieder geschrieben, von Gladbeck in das benachbarte Essen an Postcon zur Zustellung. C6-Sendungen von Zustellpartnern werden i.d.R. mit einem entsprechenden kopfstehenden Spray aus einer Criterion versehen.

Im ersten Jahrzehnt sind sich im für das Ruhrgebiet eher kleinen Bottrop (etwas mehr als 100.000 Einwohner) zeitweise bis zu vier Briefdienstleister gleichzeitig gegenseitig auf die Füße getreten: die WAZ Mediengruppe mit der Tochter WPS (bzw. PIN Essen), PLS, Porto und Baramail. Die Stadtverwaltung Bottrop war jahrelang (bis 2011) Kunde von Westdeutscher Post Service (WPS) bzw. PIN Essen bzw. WAZ Post Service (WPS), siehe Beitrag [#133].

Gruß
Pete
 
Araneus Am: 22.10.2020 12:56:20 Gelesen: 750# 1327 @  
@ DL8AAM [#1324]
@ Ichschonwieder [#1325]
@ Pete [#1326]

Ich danke euch für eure Erläuterungen und Korrektur, ich lerne gerne dazu.

Die Schummelei mit dem Datum habe ich nicht einkalkuliert. Ich habe noch die Zeit erlebt, als das "Datum des Poststempels" noch dokumentarischen Charakter hatte.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 

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