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Thema: Südtirol 1918/19: Postwertzeichen oder Private Erzeugnisse ?
Das Thema hat 62 Beiträge:
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Pepe Am: 05.01.2019 23:07:41 Gelesen: 2195# 38 @  
@ Tirolerhut [#11]

Im Tauschbuch seit Jahrzehnten ein Dauerschläfer und hier mal ergänzend gezeigt:



Im Michel unter Italienische Besetzungsgebiete Trentino gelistet, 1918 11 11/ Dez., Mi 13, 80 H, rotbraun.

Diese Marke ist postfrisch ohne Falz und die Auflagenhöhe wird mit 800 Stück angegeben. Es wird aber auch auf Fälschungen zum Schaden der Sammler hingewiesen. Katalogwert 2001/2002: 75 Mi€ für Marke mit Falz.

Nette Grüße Pepe
 
Markus Pichl Am: 06.01.2019 00:04:45 Gelesen: 2168# 39 @  
@ Pepe [#38]

Hallo Pepe,

woher nimmst Du Deine Sicherheit, dass es sich hier um einen echten Aufdruck handelt?

Hast Du einmal den Typensatz und die Zeilenabstände, mit einem echten, bereits geprüften Aufdruck verglichen?

Deine Marke ist eine Fälschung.

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 06.01.2019 03:16:08 Gelesen: 2149# 40 @  
@ Meinhard [#15]

Falls Du nähere Informationen zu Fälschungen hast, bitte gerne zeigen bzw. beschreiben.

Hallo Meinhard,

gute Aufdruckfälschungen, die im gleichen Druckverfahren erstellt wurden wie die originalen Aufdrucke, ggf. sogar mit der Originalen Druckplatte oder mit Teilen des originalen Druckwerkzeugs erstellt wurden (Versuch einer Rekonstruktion der echten Druckplatte), kennzeichnen sich durchgängig, egal ob Abstimmungsgebiet Marienwerder, Saargebiet, diverse Gebiete der Deutschen Besetzung II. WK, Fiume, Litauen, Polen, etc. etc., u.a. durch:

1) abweichende Zusammenstellung der Typen, ggf. Typen, die es in der originalen Druckplatte nicht gab
2) Abweichungen bei Abständen der Typen und/oder Aufdruckzeilen
3) abweichende Aufdruckfarbe
4) abweichender Anpressdruck, der sich auch auf der Rückseite der Marke auswirkt

Das zieht sich wie ein roter Faden durch verschiedene Sammelgebiete.

Alles wiederholt sich in der Philatelie.

Beste Grüße
Markus
 
Pepe Am: 06.01.2019 18:17:33 Gelesen: 2041# 41 @  
@ Markus Pichl [#39]

woher nimmst Du Deine Sicherheit, dass es sich hier um einen echten Aufdruck handelt?

Natürlich kann ich keine sichere Auskunft über die Echtheit des Aufdruckes geben. Deshalb steht in meinen Thread auch nichts von Echtheit.

Und nun frage ich Dich, woher Du die Sicherheit der Fälschung nimmst. Gut wäre es mal als Beweis ein echtes Gegenstück hier einzustellen.

Nette Grüße Pepe
 
stephan.juergens Am: 06.01.2019 20:53:44 Gelesen: 1997# 42 @  
@ Markus Pichl [#40]

Deine Liste ist mir ein wenig zu pauschal. Viele der (Feld-)Postbeamten, die mit der Herstellung solcher Aufdruck-Marken zu tun hatten, waren aktive Philatelisten - dass die dann in den Druckereien die Marken mit abweichender Qualität heraussuchen liessen und diese für "schlechte Zeiten" zurücklegten - das Vertrauen in den Endsieg war 1943/44 als viele der Provisorien des WKII entstanden bei weitem nicht mehr so hoch, wie der Führer das gerne glaubte.

Von Fiume ist vor zwei bis drei Jahren ein Original-Poststempel, ein Dienstsiegel und die Handstempel, mit denen bestimmte Überdrucke hergestellt wurden, auf Ebay angeboten worden (Startpreis jenseits von 30.000 €). Der damalige Eigentümer hat auch verschiedenen Händler und Auktionatoren kontaktiert - und dabei eine Echtheitsgarantie abgegeben: er behauptete, dass er der Enkel des damaligen "technischen Direktors der Post der Regierung D'Anuzio" sei, dass sein Großvater damals die Überdrucke einer bestimmten Serie eigenhändig gemacht hat und dass die einzigen echt gelaufenen Marken dieser Serie alle mit diesem Poststempel abgestempelt seien, auf auf Briefen sich immer dieses Siegel befände. Der Name des Großvaters fand sich in den Mitgliedslisten die einigen italienischen Sammlervereinen in den 1960er Jahren veröffentlicht wurden und als Sammelgebiet war Fiume angegeben.

Zu bestimmten Partisanenmarken hat mir ein italienischer Freund erzählt: Wenn die mit einem Zertifikat von ... sind, dann sind die Marken echt. Der war 1944 der Hauptmann der Einheit, welche die Druckerei ausgehoben haben und die Restbestände beschlagnahmt haben. Hatte mich ein bisschen gewundert, dass dort ein italienischer Prüfer mit eigentlich recht gutem Ruf für Altitalien (von dem man nie Zertifikate für andere Gebiete als Altitalien sah) Zertifikate für "Lokalausgaben" des Zweiten Weltkrieges machte. Klar - der hatte (sich) die Bestände "gesichtert" und für die Nachwelt erhalten.

Ähnliche Stories wirst Du über viele andere Sammelgebiete auch erzählt bekommen - letztlich ist aber die Frage, gibt es Sammler, die solche dubiosen Gebiete sammeln oder nicht. Und bei vielen dieser Gebiete gibt es eigentlich nur zwei Sorten von Marken: Pfennigkram, wo es eigentlich egal ist, ob echt oder falsch, da eine Prüfung mehr kostet als der Handelswert der Marke es je sein wird, und Marken, deren Katalogwerte so hoch sind, dass Otto-Normalsammler schon bei der Lektüre des Kataloges die Finger davon läßt, weil seine Patte nie dick genug sein wird. Wenn nun "Sammler" wie Erivan Zgonc und Peter Haub sich solche Machwerke in die Tresore gelegt haben - da habe ich nicht wirklich ein Problem damit, dass sich Teile dieser Sammlungen als Fälschungen erweisen und sich quasi kapitaltechnisch in Luft auflösen.
 
Markus Pichl Am: 06.01.2019 21:53:39 Gelesen: 1978# 43 @  
@ stephan.juergens [#42]

Das Problem ist doch, dass es sich manchmal gar nicht um Fälschungen handelt sondern um angebliche Briefmarken, die aus gewissen Eigeninteressen innerhalb einer rechtlichen Grauzone hergestellt wurden. Das betrifft insbesondere weltweit diverse Lokal- und Besetzungsausgaben, egal aus welchen Zeiträumen.

Die Vorgehensweisen der verschiedenen Macher, wiederholen sich dabei. Teils verschwimmt die Grenze, zwischen noch in der Legalität liegenden Machenschaften und solchen, die abseits der Legalität liegen und als solche sehe ich besagte Lokal-Portomarken aus Südtirol an, wenn sie nicht auf solchen Belegen haften, die nicht nach Mache riechen. Leider habe ich bei meiner Recherche noch keinen einzigen Beleg gefunden, der nicht nach Machenschaft riechen würde.

Leider hat auch kaum jemand ein Interesse daran, in Archiven nach Dokumenten, z.B. nach Rundschreiben bzw. Verfügungen von Postdirektionen zu suchen. Die Angst davor, dass geglaubte Werte dabei vernichtet werden könnten, wiegt viel zu hoch. Siehe auch Thema "Lokalausgabe Köln 10".

@ Pepe [#41]

Du hast die Marke als eine echte Marke, mit Angabe von Michel-Nr. und Michelwert vorgestellt. Du gehst davon aus, dass es sich um eine echte Marke handelt, andernfalls hättest Du gefragt, ob dies eine echte Marke ist? Auf den im Michel aufgeführten Fälschungshinweis, hatte ich hier im Thema schon hingewiesen. Zumindest hatte sich mir der Eindruck erweckt, dass Du von Echtheit ausgehst.

Es gilt nicht zu belegen, dass es eine Fälschung ist. Es gilt zu belegen und dies mit größtmöglich anzunehmender Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine echte Marke handelt. Die Behauptung oder der Glauben daran, es sei eine echte Marke bzw. ein echter Aufdruck, belegt nicht Echtheit. Die Meinung oder auch sogar eine Behauptung, es sei eine Fälschung, muß nicht belegt werden. Es wird Dir nach meiner Einschätzung nicht gelingen, Echtheit für diese Marke zu belegen.

Um die größtmögliche Wahrscheinlichkeit von Echtheit annehmen zu dürfen, benötigst Du einen vollständigen Bogen, der mit größtmöglichst annehmbarer Wahrscheinlichkeit echt ist, um das Druckfeld plattieren zu können. Angenommen werden darf, dass die Marken MiNr. 1 bis 14 mit selbiger Druckplatte überdruckt wurden. An solchen Marken, die mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit echt sind, kann ich für Deine Marke (Auflage 800 Stück) nicht ableiten, dass sie echt sein könnte. Dies begründet sich im Vergleich in der Stellung der drei Aufdruckzeilen, dem Anpressdruck und der Druckfarbe.

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 07.01.2019 01:26:30 Gelesen: 1948# 44 @  
Hallo,

kennt jemand diese Signatur bzw. wem sie zuzuordnen ist? Der Signateur hat wohl Bogen aufgetrennt und dabei auf der Rückseite die Feldnummer aufgeschrieben. Habe noch ein waagerechtes Paar einer anderen Marke gefunden, bei dem dieser auch so vorgegangen ist.



Hier die vollständige Einheit, aus der ich die Signatur ausgeschnitten habe, jedoch auf 1500 Pixel begrenzt. Bildquelle Auktionshaus Christoph Gärtner.



Der von mir im Netz aufgefunden Scan hat aber die vierfache Breite und daraus Feld 80 ausgeschnitten sieht dann so aus.



Allerdings muß man dazu wissen, wo man suchen muß. Bei CG auf der Webseite wird auch nur ein verkleinerter Scan gezeigt.

Im "Raybaudi-Experts"-Attest sind die Bogenfelder nicht aufgeführt. Jetzt können wir natürlich in böswutzeliger Art und Weise darüber spekulieren, ob es vergessen wurde, mangels Vergleichsmaterials nicht nachvollziehbar war oder gar nicht verstanden wurde, um was es bei den mit Bleistift aufgeschriebenen Zahlen geht? Wie auch immer, die Signatur findet sich auch auf Einzelmarken ohne weitere Feldangabe. Vielleicht kann ja jemand die Frage, nach dem Namen des Signateurs beantworten?



Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 07.01.2019 13:11:39 Gelesen: 1887# 45 @  
@ Pepe [#38]

Hallo Pepe,

zu dem Zeitpunkt, als ich Deine Marke als Fälschung deklariert habe, hatte ich mir erst vier Marken anderer Wertstufen angesehen, die als echte attestiert sind. Nach einer umfangreichen Recherche, in Form von Bilder einsammeln im Netz, kann ich meine Einschätzung noch präziser erklären, als im Beitrag zuvor.

Gemäß Attest Dr. Avi sind zwei Satzbriefe bekannt, nachstehend einer davon (Bildquelle Auktionshaus Christoph Gärtner).



Die Überdruck-Druckplatte war in Bezug des Druckspiegels schlecht ausgerichtet. Daher sind die Typen der echten Überdrucke uneinheitlich stark aufgedruckt, was sich durch ein uneinheitlich starkes durchprägen der Typen auf der Rückseite, als auch durch uneinheitliche Einfärbung selbiger bemerkbar macht. Bei Deiner Marke prägen die Typen einheitlich stark durch und die Druckfarbe ist kräftig voll aufgetragen. Der Aufdruck wirkt dadurch viel fetter. Ferner fiel mir auf, dass gegenüber den echten Aufdrucken die zweite Druckzeile in Relation zur ersten viel zu weit nach links steht. Die wichtigen Merkmale, sind aber die zuvor genannten.

Zwischenzeitlich habe ich eine zweite, gleichartige Aufdruckfälschung auf MiNr. 3 gefunden. Links davon jeweils die Marken aus dem Brief nebengesetzt.



Die beschriebenen Merkmale, die für einen echten Aufdruck sprechen, wiederholen sich bei allen als echt, von wirklich kompetenter Seite geprüften Stücken. Bei Kauf ist größte Vorsicht anzuraten, die Masse der Aufdruckfälschungen ist enorm.

Es gibt sowohl sehr gute, aus der damaligen Zeit stammende, aber auch sehr schlechte Aufdruckfälschungen. Schlechte, wohl mit PC-Drucker angebrachte Aufdruckfälschungen auf 10 Kronen-Marken, erbringen bei ebay zwischen Euro 50.- und 100.-. Ich werde auswandern und mein Geschäftsgebaren verändern müssen, um unendlichen Reichtum scheffeln zu können. Es muß ein Land sein, wo der Watchdog nicht zufassen kann.

Beste Grüße
Markus
 
Schwämmchen² Am: 07.01.2019 15:42:26 Gelesen: 1853# 46 @  
Verstehe nicht ganz, woran du die Fälschung festmachst. Der Aufdruck auf vermeintlich echten 6 und 80 Heller weicht auch untereinander ab.
 
Markus Pichl Am: 07.01.2019 15:48:16 Gelesen: 1850# 47 @  
@ Schwämmchen² [#46]

Hallo Schwämmchen,

ich habe es doch genau beschrieben. Einfach noch einmal durchlesen.

Selbstverständlich ist nicht jedes Feld auf der Druckplatte gleich dem anderen. Die drucktechnischen Merkmale der beiden echten Marken stimmen überein und die der beiden Fälschungen weichen von den echten ab. Siehe Dir das Bild doch bitte noch einmal genau an.

Von der 80 Heller wurden acht Bogen überdruckt. Woher soll denn nun bei der rechten Marke Echtheit herkommen, wenn die linke Marke eine echte ist?

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 07.01.2019 16:18:11 Gelesen: 1835# 48 @  
@ Schwämmchen² [#46]

Hallo Schwämmchen,

linke Marke echter, rechte Marke falscher Aufdruck.



Erkennst Du den Unterschied?

Beste Grüße
Markus
 
Pepe Am: 07.01.2019 21:14:26 Gelesen: 1772# 49 @  
@ Markus Pichl [#45]

Danke Markus für Deine intensiven Nachforschungen. Leider ist eine ziemlich ausführliche Antwort hier gerade verloren gegangen. Die Marke wird von mir aus dem Verkehr gezogen und damit ist dieses Thema für mich erst mal erledigt.

Nette Grüße Pepe
 
Markus Pichl Am: 07.01.2019 21:35:32 Gelesen: 1760# 50 @  
@ Pepe [#49]

Leider ist eine ziemlich ausführliche Antwort hier gerade verloren gegangen.

Leider verstehe ich nicht, was Du mit dem Satz ausdrücken möchtest? Kannst Du mir diesen genauer erklären?

Beste Grüße
Markus
 
Pepe Am: 07.01.2019 22:10:34 Gelesen: 1744# 51 @  
@ Markus Pichl [#50]

Ich hatte hier genau in diesem Feld längeren Text und Bilder eingegeben und dann zum Ende noch mal hochgescrollt um den Thread von Tirolerhut zu finden. Dann wieder zurück gescrollt und hier leider nur noch ein leeres Fenster vorgefunden. Halt Pech und verschenkte Zeit. War auch nicht so wichtig. Die Marke geht wieder zurück in ein altes Auswahlheft von 1983 aus Berlin Ost. Damit wollte ich eigentlich nur sagen die Fälschung muss vor 1983 sein. Und da ist sie nun wieder gelandet und kann mir nur noch egal sein. Die Fälschungsthemen haben mir ohnehin schon die Leidenschaft für dieses Hobby genommen und so werde ich wohl keine noch so müde Mark mehr für Briefmarken und Zubehör ausgeben.



Da kam sie 1983 in Ostberlin hinein.



Und nun ist sie wieder dort gelandet.



Zwei Seiten davor, was sieht man?

Aufdruckmarken. Echt kann man sie nicht nennen. Also Gift für Sammler, Finger weg davon. Ich klinke mich für heute, mal schlecht gelaunt aus und lege erst mal einen fetten Holzscheit in die Küchenhexe. Macht mal alle ein Stoßgebet, das ich nicht gleich das Auswahlheft mit verfeuere.

Grüße Pepe
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 00:04:10 Gelesen: 1721# 52 @  
Lieber Pepe,

von den besagten Marken Trentino MiNr. 1 bis A 17 gibt es leider mehr Fälschungen, als echte Marken. Durchaus ist es möglich, dass es gewisse "gute" Aufdruckfälschungen nur auf bestimmten Wertstufen gibt und zwar auf solchen, die im Original selten sind.

Wahrscheinlich sind die meisten der besseren echten Marken heute schon fast alle durchgängig geprüft. Oftmals wurden Aufdruckmarken noch während der Kurszeit der echten gefälscht. Bei Deiner Marke mit Aufdruckfälschung handelt es sich m.E. um ein solches Stück. Die von mir in Beitrag [#45] gezeigte Aufdruckfälschung auf der ungebrauchten 6 Heller-Marke, ist gemäß Angebotsbeschreibung ebenso wie Deine 80 Heller-Marke unsiginiert.

Gerade von der MiNr. 13 habe ich mehr Fälschungen gefunden, als echte Marken. Die meisten Fälschungen rufen schon von weitem "ich bin eine Fälschung.", z.B. wenn ein Stempel aus Schlesien auf ihnen prangert.

Hinzu kommt die Problematik, dass wahrscheinlich noch nie eine einst zur Prüfung vorgelegte Aufdruckfälschung entsprechend gekennzeichnet wurde. Im Ausland kennzeichnet man keine Fälschungen, z.B. mit einem Stempel "Aufdruck falsch". Im BPP hatte einst Herr Vossen diese Marken geprüft. Nun, das war aber zu einer Zeit, in der wahrscheinlich auch von Ihm keine solche Kennzeichnung angebracht wurde? Herr Vossen war, gemäß BPP-Schriftenreihe Band 3, von 1958 bis 1975 BPP-Mitglied.

Außer dem bereits gezeigten echten Satzbrief, gibt es noch zwei weitere an gleichen Adressaten. Vielleicht wollte Dr. Avi in seinem Attest schreiben, siehe Beitrag [#45], es sind noch zwei weitere bekannt und nicht dass insgesamt nur zwei bekannt sind? Die Einschreibe-Nummern dieser drei Briefe sind fortlaufend.

[1]





Ob es sich hier um einen, ggf. die beiden weiteren Belege handelt, den/die Herr Dr. Avi meint, entzieht sich meiner Kenntnis. Von der A 17 soll die Auflage nur 11 Marken betragen haben und die Anzahl verteilt sich wohl auf zwei unterschiedliche Farbnuancen der Urmarke. In ungebraucht habe ich zwei attestierte A 17 im Netz gefunden, also insgesamt quasi die Hälfte des Weltbestandes der einstigen Auflage.



[1]

Bei dieser Marke ist der Scan farbverfremdet (vielleicht das man den Aufdruck besser sieht?). Es ist wahrscheinlich eine grauviolette Nuance, soweit an der Abbildung auf dem Fotoattest beurteilbar.





Insgesamt erweckt es mir den Eindruck, dass am Markt mehr Fälschungen gekauft werden, als bereits attestierte oder kompetent signierte Marken dieser Ausgabe. Das Problem mit falschen Signaturen schlägt aber auch hier zu, zumindest konnte ich eine Marke mit falscher Signatur Emilio Diena ausfindig machen. Die Marke wurde zuvor mit der Beschreibung "no marks" (keine Kennzeichnungen) auf ebay verkauft, leider wurde in diesem Angebot die Markenrückseite nicht gezeigt. So ist leider kein Beweis führbar, dass die Signatur in der Zeit zwischen dem vorigen und jetzigem Angebot auf wundersame Art und Weise auf die Marke kam.

Fälschungen und diverse Machenschaften jeglicher Art, sind das Grundübel in der Philatelie und diesem kann man nur mit Aufklärung entgegentreten.

Beste Grüße und lasse bitte den Kopf nicht hängen
Markus

[1] Bildquelle Auktionshaus Christoph Gärtner
 
Schwämmchen² Am: 08.01.2019 00:13:21 Gelesen: 1717# 53 @  
@ Markus Pichl [#48]

Ja, gut zu sehen, danke!
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 00:20:01 Gelesen: 1714# 54 @  
@ Markus Pichl [#52]

Hallo,

zu ergänzen wäre noch, dass es sich bei der letzten Marke im letzten Beitrag um die nicht verausgabte Type II nach Sassone-Katalog handelt. Da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen, aber in der Beschreibung des Anbieters steht ja alles genau drin.

Also doch nur vier, der verausgabten gefunden. Die Suche geht weiter.

Betrachtet man die verschiedenen Expertisen und Losbeschreibungen genau, so ergibt sich folgendes Bild.

11 Exemplare, I. Druck, die verausgabt wurden.

20 Exemplare, II. Druck, die nicht verausgabt wurden.

Bis auf die Aufdruck- und Markenfarbe, sehe ich in drucktechnischer Hinsicht keine Unterschiede zwischen der verausgabten und der nicht verausgabten Marke.

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 05:34:38 Gelesen: 1692# 55 @  
Hallo,

nachstehend drei gebastelte Zeitungsschleifen, die mit Marken der Hilfspost Meran frankiert sind.





Betrachten wir die letzte näher, indem wir sie um 180 Grad drehen und horizontal spiegeln, dann lesen wir den Namen: F. Pleticha.



Die Marken der Hilfspost Meran wurden in der Druckerei F. Pleticha gedruckt. Warum wurde hier Papier zum Adressieren von Zeitungsschleifen verwendet, welches aus dieser Druckerei stammt und warum sehen wir diese Handschrift, die sich auf den drei Zeitungsschleifen befindet, in etwas abgewandelter Form, aber immer mit gleichem Schwung, auch auf den nachstehenden Briefen (rücks. ohne Absenderangabe) und auf Postkarten (ohne weitere Mitteilung) ?



Bitte vor allem die großen "H" von Herrn und das "V" von "Vintschgau", den Abschwung, als auch die Schriftneigung beachten. Die hier im Beitrag gezeigten Belege, wurden durchgängig von selbiger Hand adressiert. Auf Wunsch kann ich gerne noch Details zeigen und erklären.

Meine Vorahnung, dass nichts von der Hilfspost Meran übrig bleibt, wenn ich mit dem Thema fertig bin, wird sich bewahrheiten. Ich gehe sogar soweit in meiner Annahme, dass keiner dieser Belege je auf dem Postweg befördert wurde.

Beste Grüße
Markus
 
DERMZ Am: 08.01.2019 07:16:45 Gelesen: 1681# 56 @  
@ Markus Pichl [#55]

Guten Morgen,

nur mal mein Gedanke zur Druckerei F. Pleticha: Ich könnte mir gut vorstellen, daß diese Druckerei nicht nur die Hilfspostmarken Meran gedruckt hat, sondern wie es durchaus in Druckereien möglich ist, daß dort auch Zeitungen gedruckt wurden und zum Versand vorbereitet wurden. Dieses kann durchaus durch eine Person (die dort eventuell angestellt war) geschehen sein - je nach Größe der Druckerei. Ich vermute ebenso, daß diese Person nicht Willens war, die eigene Handschrift für jedes Stück zu verstellen.

Ein kleiner Schwenk in die Moderne: Verschiedene Tageszeitungen/Magazine werden an verschiedenen Standorten gedruckt und sicherlich klebt auch kein Chefredakteur die Adresslabels auf "seine" Zeitung.

In meiner Vorstellung ist das sicherlich auch schon vor 100 Jahren so gewesen.

Gut, ich bin nicht ALWI (Allwisssend), bin auch kein ausgewiesener Experte der Hilfsausgaben Meran, allerdings werde ich keine Brandopfer (wie Du es z.B. Meinhard nahegelegt hast) darbringen, sondern mich weiter an meinem Material erfreuen.

Gedankenverlorene Grüße

Olaf
 
GR Am: 08.01.2019 09:35:38 Gelesen: 1660# 57 @  
Hallo Olaf,

natürlich darfst und sollst Du Dich weiter an Deinem Material (er)freuen, schliesslich steht es uns allen frei zu sammeln, was wir sammeln wollen.

Ich will aber nicht vergessen, was "das Sammeln" von Briefmarken und Belegen ausmacht und was sich auch in den Katalognotierungen der Preise niederschlägt.
Die Preisnotierungen beziehen sich auf postfrische, ungebrauchte und gestempelte Originalmarken und Originalmarken auf Brief.

Bei Marken "auf Brief" wird zwischen "echt auf dem Postweg von der zuständigen Postverwaltung befördert" und Gefälligkeitsabstempelungen am Schalter unterschieden.

Das hat doch auch seinen guten Grund.

Wenn also "Belege" fabriziert werden, vielleicht sogar noch mit gestohlenen Stempeln und gestohlenen Briefmarken oder Makulatur derselben, dann geschieht dies doch nicht aus unschuldigem Spass am Briefmarkensammeln. Vielmehr wird in betrügerischer Absicht eine vermeintliche Rarität geschaffen, die dann gewinnbringend an gutgläubige Sammler verkauft wird. Nicht immer kann ein solcher Betrug an den Sammlern so gründlich aufgearbeitet und mit Archivmaterial belegt werden, wie dies bei der POTSCHTA-Marke geschehen ist.

Ist ein solcher Vorgang erst einmal nachgewiesen, ist die Versuchung gross, den eigenen erlittenen Schaden durch den teuren Erwerb der vermeintlichen Rarität durch einen schnellen Verkauf an unbedarfte und uninformierte Sammler abzuwälzen, zumal die vorausgegangenen Verkäufe sich oft nicht rückabwickeln lassen.

Wer selbst schon übers Ohr gehauen worden ist, kennt das Gefühl der Enttäuschung sicher gut und büsst im Regelfall ein erhebliches Mass an Freude am Sammeln ein. Das ist sicher nicht das, was Markus Pichl mit seinen Beiträgen will. Im Gegenteil, der echte Sammlerschutz ist ein Anliegen der Philatelie und muss es bleiben. Und ich bin froh, wenn kompetente Philatelisten, die es auch in diesem Forum dankenswerterweise nicht nur vereinzelt gibt, ihr Wissen teilen.

Dass der Betrug am Sammler bei einzelnen Gebieten gewerbsmässig erfolgt, ist ärgerlich. Wenn ich sehe, was an Aufdruckfälschungen z.B. bei der schwedischen Plattform Tradera angeboten wird, kommt mir das Frühstück hoch. Tintenstrahlaufdrucke und ähnliches aus dem Computer finden sich dort häufig.

Darum mein Dank an alle, die (Ver)Fälschungen aufdecken, weil es Sammler schützt.

Beste Grüsse
Gerhard
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 10:00:50 Gelesen: 1651# 58 @  
@ DERMZ [#56]

Hallo Olaf,

Du hast es nicht verstanden oder willst es nicht sehen. Sowohl die Streifbänder, als auch die Briefe und Postkarten in Beitrag [#55] sind von gleicher Hand beschriftet.

Beste Grüße
Markus
 
olli0816 Am: 08.01.2019 10:30:55 Gelesen: 1639# 59 @  
Hallo,

Markus hat es sehr gut aufgezeigt, dass die Ausgabe wohl eher für die Bereicherung einzelner Personen hergestellt wurde. Das gilt doch für sehr viele Ausgaben, die lange zu hohen Preisen gehandelt und als exotisch mit kleinen Auflagen hergestellt wurden. Die Poschta wurde schon genannt, die Vineta-Marke wird wohl ähnlich gelagert sein. Dazu viele Lokalausgaben nach dem 2. WK oder die Ausgaben aus dem 2. WK von der Ostfront oder in den Ex-jugoslawischen Gebieten, wo die Leute weiß Gott andere Probleme hatten, als irgendwelche Briefmarken herauszugeben. Die Intention war immer, aufgrund der Knappheit des Materials möglichst hohe Preise zu erzielen.

Wenn ich weiter oben eine Aufdruckausgabe sehe und lese, dass es 11 verausgabte Marken (extreme Verknappung) und 20 unverausgabte gibt, dann entstehen natürlich extreme Preise, sobald diese in irgendwelchen Briefmarkenkatalogen auftauchen. Es gibt da draußen nicht wenige Menschen mit sehr viel Geld und da das selten ist, ihnen suggeriert wird, dass es dadurch extrem wertvoll ist und kaum ein anderer besitzt (was stimmt), werden diese Preise bezahlt. Das es unzählige andere Marken und Varianten gibt, die genauso selten sind, aber mangels Bekanntheit quasi für nichts zu haben sind, steht auf einem anderen Blatt. Der Markt ist nicht logisch und jede Marke ist halt so viel wert wie jemand dafür zahlen möchte.

Postverwaltungen machen manchmal dasselbe. Bosnien-Herzegowina hat diese ganzen unzähligen Zähnungsvarianten nach Zufallsprinzip erschaffen und einige sind sicher sehr selten. Warum sollte man eine Marke x-fach unterschiedlich zähnen? Richtig: Damit der Sammler mehr davon kauft. Oder die ganzen Zeppelinbelege, die heute teuer auf Auktionen verkauft werden. Alles sehr schön anzuschauen, hat eine gewisse Seltenheit (deshalb teuer) und sowohl die Post als auch unzählige Händler, die diese "entwickelt" haben, verdienten Tonnen von Geld.

Ist die obere Meran-Serie sammlungswürdig? Deine eigene Entscheidung. Sie ist mit Sicherheit nicht schlechter als so manch andere schnubbelige Ausgabe. Solange Du Freude daran hast, ist alles gut. Da die Serien in der Regel sehr selten ist, besteht eine große Gefahr, für viel Geld eine Fälschung zu kaufen. So ein Brief mit 40.000 EURO oder die lila Marke zu 6.000 EURO, wo man nur einen Aufdruck fälschen muss (da fallen viele Sammler auch schon bei sehr viel günstigeren Marken rein - inklusive mir) ist halt zu verlockend. Deshalb würde ich nicht gefrustet sein, wenn eine nicht attestierte Marke, die offiziell teuer ist, fast immer eine falsche ist. Nur weil ich sie besitze oder kaufe muss die nicht echt sein. Ich persönlich finde die Meranserie ganz nett anzuschauen und würde sie nicht verfeuern. Sie ist kurios, hat eine Geschichte und die Protagonisten sind inzwischen alle auf dem Friedhof. Ein bisschen was würde ich vielleicht ausgeben, aber keine Riesenbeträge. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Andere geben sehr viel mehr dafür aus, wenn sie die Serie gerne haben wollen. Verteufeln würde ich die Serie aber nicht. Sie zeigt nur, wie es im Leben zugeht. Alles ganz menschlich.

Grüße Oliver
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 11:34:25 Gelesen: 1621# 60 @  
Hallo,

vielleicht hilft dem einen oder anderen das nachstehende Bild weiter? Auch interessant, dass so viele verschiedene Schreiber immer selbigen Schnörkel um den Bestimmungsort gesetzt haben sollen.



Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 12:39:29 Gelesen: 1594# 61 @  
Hallo,

das Briefkuvert ist augenscheinlich noch heute verschlossen.



Postkarte ohne Mitteilung.



Es kann jeder einmal versuchen, aus Algund irgend ein anderes Poststück, z.B. vor der Besetzung, zu finden. Ich habe keines gefunden. Jedoch scheinen alle Belege oder Ausschnitte davon, die mit den Hilfspostmarken beklebt sind, wie durch ein Wunder erhalten geblieben. Ach, ich vergaß, die Empfänger haben sich nur genau diese Stücke aus der eingegangenen Post aufgehoben.

Wer einmal umfangreich zu gewissen sogen. Lokalausgaben aus Deutschland 1945/46 betrieben hat, damit meine ich nicht die als Privaterzeugnisse katalogisierten Stücke, der wird merken, dass Belege in der Regel nur nach ganz wenigen Postorten befördert worden sein sollen. Manchmal nur im eigenen Ort und vielleicht noch nach zwei weiteren. Selbstverständlich immer per Einschreiben und einen Ankunftsstempel haben diese dann auch noch. Nunja, es ist in Notzeiten einfach, mit Schreibmaschine eine bestimmte Stückzahl von Belegen mit verschiedenen Adressen aus einem Ort zu beschriften und dann einmal zu dem netten Postbeamten in den Ort zu fahren, wo die Belege alle ankommen sollen und Ankunftsstempel zu ergattern.

Dieser Art Machwerke folgen immer wieder gleichem oder vergleichbaren Mustern.

Um das Problem mit den Handschriften zu der damaligen Zeit zu umgehen, bastelte man zuerst diese angeblichen Zeitungsschleifen aus alten Zeitungen (mehrere sind auf das Jahr 1916 datierbar). Bei den sogenannten Lokal-Portomarken behalf man sich mit Massen von Umschlägen, mit aufgedruckter Adresse. Von diesen Hofer-Briefen sind noch zahlreiche erhalten geblieben und wer sich die Mühe macht, Briefstücke mit solchen zu vergleichen, der wird immer wieder selbige Daten und Sitz der Entwertungen auffinden.

Wer glaubt, er sammelt hier durch die Post beförderte Belege oder Marken aus solchen, der kann dies ja gerne glauben und der verschließt sich dabei der Erkenntnis über offensichtliche Machwerke. Gemacht für den Geldbeutel der Initiatoren. Mir reicht, was ich hiervon in den letzten Tagen im Netz gesehen habe.

Beste Grüße
Markus
 
Markus Pichl Am: 08.01.2019 18:40:57 Gelesen: 1521# 62 @  
Hallo,

einige Beiträge zuvor hatte ich bereits die Katalogisierung, für die sogenannte Hilfspost Meran, aus dem Michel Europa-Katalog 1923 gezeigt. Damals war der 10.11.1918 als Ausgabedatum notiert. Dies könnte sich darin begründen, dass es Postkarten aus dem Ort Schluderns gibt, die ein solches Datum im Stempel zeigen (bei entsprechender Vergrößerung der Bilder wird es auf den blauen Hilfspostzettelchen erkennbar). Vermutlich sollte es der 10.12.1918 sein, der in das Stempelgerät eingedreht werden sollte - wann auch immer wirklich.

Irgendwie sieht Bedarfspost anders aus und es erweckt sich mir der Eindruck, dass die Karten bereits gestempelt von den Initiatoren verkauft wurden, man beachte den Sitz der Stempel, und ein jeder Käufer sich selbst eine Adresse eintragen konnte und diese auch selbst an den Adressaten, vermutlich sich selber, zugestellt hat.







Beste Grüße
Markus
 

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