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Thema: Ukraine: Unbekannte Überdruckmarken - echt oder falsch ?
Das Thema hat 50 Beiträge:
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Philatelie-Noerber Am: 26.12.2009 09:06:04 Gelesen: 35612# 26 @  
Dieses Thema befasst sich ja mit den "neuen" Überdruckmarken der Ukraine.

Es gibt aber auch so etwas auf der UNVERAUSGABTEN Serie von 1920. Im Scann ist diese Marke auf Ansichtskarte. Wer kann zu diesem Überdruck näheres sagen? Leider ist der Stempel nicht lesbar. Im Text ist "ein Gruß aus der Schweiz enthalten". Die AK stammt auch aus der Schweiz.


 
Lacplesis Am: 26.12.2009 09:23:11 Gelesen: 35607# 27 @  
Die Marke wurde von einem Spaßvogel auf eine Marke geklebt, von der die Briefmarken abgefallen waren.

Ich zitiere mich bezüglich der Marke mal selber, aus einem Beitrag in einem anderen Forum:

"Budapester Aufdruck auf Wiener Bildausgabe der Ukraine (11 Werte)

Hintergrund: Überdrucke auf unverausgabten Marken. Die Wiener-Bildausgabe der Ukraine wurde bei der Druckerei nicht mehr abgefordert und gelangte komplett in den Handel.

Die Ursprungsmarken sind bis heute quasi wertlos.

Leider habe ich bis jetzt keine genaue Herkunftsgeschichte gesehen. Eine Alibigeschichte, die man manchmal hört ist, das die Marken für Polen überdruckt wurden, um im Falle einer Fortsetzung des Feldzuges in der Ukraine, in den neu besetzten Gebieten zur Verwendung zu kommen.

Der Aufdruck U.P.P steht wohl für "Ukrainskaja Polevaja Potshta" - Ukrainische Feldpost.

Marken dieser Phantasie-Ausgabe wurden ab 1920 angeboten."
 
Harald Zierock Am: 27.12.2009 15:41:09 Gelesen: 35543# 28 @  
Interessanter Link zur Philatelie der Ukraïne, leider auf englisch.

Harald

http://www.upns.org/index.php?option=com_content&view=article&id=115&Itemid=116
 
Harald Zierock Am: 27.12.2009 15:45:35 Gelesen: 35541# 29 @  
Auf der Leiste Provisionals anklicken!

http://www.ukrainian-philately.info/menu.htm

Harald
 
Harald Zierock Am: 27.12.2009 15:49:47 Gelesen: 35540# 30 @  
Harald Zierock Am: 29.12.2009 14:59:51 Gelesen: 35504# 31 @  
Hier habe ich auch gelaufene Belege.

Harald




 
Harald Zierock Am: 14.03.2010 19:14:48 Gelesen: 35171# 32 @  
Ich habe etwas zu diesem Thema gefunden, das ich nicht kannte.

Harald

http://www.japhila.cz/hof/0541/index0541a.htm
 
Detlev0405 Am: 16.11.2015 17:42:06 Gelesen: 20325# 33 @  
Das einzig ernst zu nehmende Nachschlagewerk für diese Ukraine Provisorien zwischen 1992 bis 1996 (aber auch noch später bedarfsgerecht verwendet) ist das Werk von Herrn Lobko. Wichtig bei seinen Aussagen - er hat zu dieser Zeit viele Gegenden selbst besucht, die Verkehrsfähigkeit von Handstempel Aufdrucken (respektive Maschinenstempel Aufdrucken) getestet und nur solche als echt bewertet, die im normalen Postverkehr am Schalter käuflich zu erwerben waren und von der Post befördert wurden.

Es sind grundsätzlich zwei Unterteilungen vorzunehmen:

- Aufdrucke verschiedenster Art bezüglich der Ausgabeorte und Portostufen

- sogenannte cash register receipts , die maschinell am Ausgabeschalter verwendet wurden und fortlaufende Nummerierungen aufweisen (in der Regel auf Brief sofort als echt zu bezeichnen)

Offensichtlich wurde die chaotische Übergangszeit von allen !! in Erinnerung an die Handstempel Provisorien 1919 genutzt, um mögliche " Weltraritäten " zu produzieren.

Das Handbuch - hier der Link dazu http://ukraine.mystampworld.com/index.php?topic=10.0 - mit Bezugsmöglichkeit für den, der sich wirklich daran trauen will.

Meines Erachtens ist eine Beurteilung aller gezeigten Beispiele ohne dieses Handbuch nicht möglich.

MfG Detlev
 
Kalmimaxiss Am: 18.11.2015 17:28:17 Gelesen: 20231# 34 @  
Was sind das für Ausgaben ? Wohl doch illegal, oder ?




 
joschi93 Am: 24.03.2016 20:11:21 Gelesen: 18946# 35 @  
Ukraine Automatenmarken

Hallo und guten Tag,

suche jetzt schon eine Weile im Netz nach Automatenmarken der Ukraine, kann aber rein gar nichts finden. Auch im Michel online bin ich nicht fündig geworden.

Ich habe eine Sammlung Ukraine 1991-2001 gekauft und dort waren die Marken dabei. Es handelt sich um 2 Sorten Automatenmarken oder Wertmarken und einmal um eine Sorte UDSSR mit Aufdruck Lorbeerkranz.

Wer kann mir weiterhelfen?





 
DL8AAM Am: 24.03.2016 20:31:07 Gelesen: 18936# 36 @  
@ joschi93 [#35]

Hi,

das sind keine Automatenmarken, sondern eher 'Formen' aus dem Umfeld der "Provisorien", Lokalausgaben der frühen 1990er Jahren bzw. aus dem Zeitraum der Unabhängigkeit von der UdSSR. In wie weit es sich bei Deinen Marken wirklich um echtes Material, oder nur um "Machwerke" bzw. Fälschungen handelt, vermag ich nicht zu sagen.

Zumindest gab es damals "vieles", sehr vieles, in jeder erdenklichen Richtung, von echt, über semi-echt bis zu rein privaten Machwerken und politischen Propagandamarken und Vignetten; von offiziellen Stellen verausgabt, über unter Beihilfe oder Wissen offizieller Stellen bis zur vollständigen Umgehung dieser herausgegeben; von der Post, irgendeinem, mehr oder weniger nicht dazu autorisiertem Postmitarbeiter, Postamtsputzfrau-Ehemann bis zum Gummibärchenliebhaberklub; von zeitnahen Ausgaben bis irgendwann einmal fabriziert; von Überdrucken, über Stempel bis zu Ganzfälschungen, sorry, falsches Wort, man kann ja nur etwas fälschen, was es auch echt einmal gab. ;-)

Gefühlt würde ich 95+x% aller bisher gesehenen Marken und Belege in die Kategorie "Machwerke" einordnen. Aber nichtsdestotrotz mag dieses Material zeitgeschichtlich mal interessant sein, aber selten wertvoll. Aber wer weiss ? ;-)

Schaue mal zum ersten reinlesen u.a. in den Themen

"Ukraine: Provisorien - Portostempel aus den frühen 1990er Jahren"

http://www.philaseiten.de/thema/1428

"Ukraine: Unbekannte Überdruckmarken - echt oder falsch ?"

[redaktionell in das genannte Thema verschoben, Link überflüssig geworden]

Gruß
Thomas
 
joschi93 Am: 27.03.2016 12:06:12 Gelesen: 18871# 37 @  
Vielen Dank für die Antwort, damit ist mir zunächst mal geholfen. Hierfür einen speziellen Katalog zu kaufen, macht wohl wenig Sinn, ich werde die Marken meiner Sammlung hinzufügen.

Besten Gruß
Stefan

[Beiträge [#35] bis [#37] redaktionell in das Hauptthema verschoben]
 
volkimal Am: 21.03.2020 20:06:34 Gelesen: 3234# 38 @  
Hallo zusammen,

von Peter erhielt ich eine Reihe Einschreibebriefe aus der Ukraine mit lokalen Aufdrucken aus den verschiedensten Orten. Mich interessierten vor allem die Stempel. Nachdem ich fast alle bestimmt habe, möchte ich die Belege so nach und nach vorstellen. Zu den Briefmarken mit Aufdruck habe ich keine Informationen. Ich gehe dabei nach dem Datum vor. Es fängt im November 1992 mit zwei Briefen aus Melitopol an. Von der Rückseite zeige ich in der Regel nur den Ankunftsstempel.





Der Aufgabestempel ist ein weiterverwendeter sowjetischer Stempel. Man erkennt es immer am Stempeltext СССР und dem Sowjetstern mit Hammer und Sichel (oben).
Der weitere Stempeltext ist МЕЛИТОПОЛЬ 4 ЗАПОРОЖ. МЕЛІТОПОЛЬ. Der Brief kommt somit aus Melitopol in der Oblast Saporischschja. Im Stempel steht links der russische Name = Мелитополь, unten der abgekürzte Name der Oblast = Запорожская область. Rechts ist der ukrainische Name von Melitopol = Мелітополь.

Der Ankunftsstempel auf der Rückseite ist ein neuer ukrainischer Stempel vom Postamt 31 in Kiew. Oben steht Україна = Ukraine, unten der ukrainische Name von Kiew = Київ.





Das Porto betrug bei beiden Briefen 1,50 Karbowanez (die sowjetische Marke beim ersten Brief zählt nicht mit).

Der Brief wurde beim selben Postamt aufgegeben. Im klaren Einschreibestempel steht links das russische "З" für Einschreiben. Der Ort ist in russischer Sprache angegeben. Vermutlich stammt auch dieser Stempel noch aus der sowjetischen Zeit.

Der Ankunftsstempel auf der Rückseite ist ebenfalls ein neuer ukrainischer Stempel aus Mariupol (ukrainisch Маріуполь).

Es ist ungewöhnlich, dass ausgerechnet auf den beiden ersten Briefen neue ukrainische Stempel abgeschlagen wurden. Alle anderen Stempel auf den Briefen (bis 1994) sind weiterverwendete sowjetische Stempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 03.04.2020 21:53:28 Gelesen: 3054# 39 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit einem Einschreibebrief aus Radukhovka nach Kiew der vermutlich aus dem Jahr 1992 oder von Anfang 1993 kommt. Das Datum ist nicht eindeutig erkennbar.



In diesem Fall wurde wieder ein ukrainischer Ganzsachenumschlag zu 1,00 Karbowanez verwendet. Die zusätzliche Marke ist eine primitiv hergestellte Lokalausgabe zu 54 Kopeken aus Рівне (ukrain.) = Ровен (russ.) = Riwne (deutsch).

Insgesamt beträgt das Porto also 1,54 Karbowanez. Vermutlich kommt der Brief aus derselben Portoperiode wie die beiden Briefe im letzten Beitrag. Am 28.11.1992 hatte man 1,50 Karbowanez aufgeklebt.



Der Brief wurde in Радуховка (russ.) = Радухівка (ukrain.) = Radukhovka (deutsch) aufgegeben. Der Aufgabestempel und der Einschreibestempel stammen noch aus der sowjetischen Zeit. Der Einschreibestempel ist in Russisch, der Ortsstempel zweisprachig Russisch/Ukrainisch. Oben im Stempel erkennt man schwach den Stempeltext СССР und den Sowjetstern mit Hammer und Sichel. Unten steht „РАДУХОВКА РОВЕН РАДУХІВКА“. Links der Ortsname in Russisch, rechts in Ukrainisch. Dazwischen steht Riwne in Russisch.

Auf der russischen Wikipedia-Seite ist frei übersetzt über den Ort zu lesen [1]:
Radukhovka ist ein Dorf im Zentrum der Rivne-Region in der Ukraine. Im Jahre 2001 hatte der Ort 387 Einwohner.



Auch der Ankunftsstempel vom Postamt Kiew 133 ist zweisprachig russisch/ukrainisch. Der Stempeltext unten ist „КИЕВ 133 КИЇВ“.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://ru.wikipedia.org/wiki/Радуховка
 
volkimal Am: 20.04.2020 10:02:10 Gelesen: 2796# 40 @  
Hallo zusammen,

weiter geht es mit zwei Briefen aus Poltawa. Poltawa (ukrainisch und russisch Полтава) ist eine Stadt in der Zentralukraine am Fluss Worskla mit etwa 300.000 Einwohnern. Sie ist Zentrum der gleichnamigen Oblast und Verwaltungssitz des gleichnamigen Rajons.





Beidemal wurde ein sowjetischer Ganzsachenumschlag verwendet, dessen Marke nicht zum Porto gehört. Der Einschreibebrief vom 02.04.1993 wurde mit einer provisorischen Überdruckmarke zu 35,00 Karbowanez freigemacht, der vom 27.08.1993 mit einer Überdruckmarke zu 18,00 Karbowanez. Wie viel Porto ein Einschreibebrief damals kostete weiß ich nicht. Bei beiden Aufdrucken ist oben der Ortsname Полтава = Poltawa angegeben.



In beiden nachverwendeten sowjetischen Stempeln ist in Russisch angegeben Полтава Почтамт = Poltawa Postamt.



Die Texte der beiden Einschreibestempel sind mir noch nicht klar. Der erste Einschreibstempel ist vermutlich ein neu angeschaffter ukrainischer Stempel. Links steht ein „R“. Dann folgt Poltava Росктамт. Evtl. ist es eine Transkription der Worte Полтава Почтамт (russisch) = Полтава поштамт (ukrainisch) = Poltawa Postamt ist Lateinische.

Der zweite Einschreibestempel dürfte noch aus der Zeit der Sowjetunion stammen. Links steht der russische Buchstabe „З“. Unter dem Ortsnamen steht diesmal ОБЛАСТ???. Der erste Teil dürfte von Oblast = Область (russisch) kommen. Die letzten drei Zeichen sind mir unklar.



Der Brief vom 02.04.1993 ging nach Gagarin = Гага́рин (russ.) in der Oblast Smolensk = Смоленская область. Das Datum ist nicht genau zu erkennen. Der zweite Brief war nach Kiew gerichtet. Der Ankunftsstempel auf der Rückseite ist sehr schlecht abgeschlagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.05.2020 14:10:23 Gelesen: 2430# 41 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich euch einen Brief aus Irpin (ukrainisch Ірпінь; russisch Ирпень) nach Kiew vom 18.05.1993 vorstellen:



Irpin ist eine Stadt in der Ukraine in der Oblast Kiew mit etwa 47.000 Einwohnern (2016), etwa 27 Kilometer nordwestlich von Kiew gelegen.

Der Einschreibebrief vom wurde mit insgesamt 6 Karbowanez freigemacht. Mit dabei ist eine provisorische Überdruckmarke zu 3 Karbowanez. Sie trägt keinen Hinweis auf den Ausgabeort sondern nur den Text Пошта України = Post der Ukraine.



Alle Stempel des Briefes stammen noch aus der Zeit der Sowjetunion. Der Aufgabestempel aus Irpin ist zweisprachig. Unten im Stempel steht „ИРПЕНЬ – 5 КИЕВ. ІРПІНЬ – 5“ Links ist der russische, rechts der ukrainische Ortsname. Dazwischen steht Киев = Kiew auf Russisch. Es ist die Oblast, in der Irpin liegt.

Der Brief ist nach drei Tagen in Kiew angekommen. Auch dieser Stempel (Rückseite) ist zweisprachig russisch/ukrainisch. Zwischen den Ortsnamen steht diesmal das russische Почтамт = Postamt.



Auch der Einschreibestempel stammt noch aus der sowjetischen Zeit, denn der Ortsname ist in Russisch angegeben. Weshalb keine Nummer eingetragen wurde und ob der Brief dennoch als Einschreiben behandelt wurde weiß ich nicht.

Viele Grüße
Volkmar
 
Hasso Am: 31.05.2020 22:10:49 Gelesen: 2230# 42 @  
Guten Tag,

hier habe ich mehrere Briefmarken aus Ukraine.

Die braune Briefmarke existieren laut Literatur nur 20 Stück ?

Bitte um Hilfe.

Mfg Hassan


 
Martin de Matin Am: 31.05.2020 22:21:00 Gelesen: 2225# 43 @  
Das sind nur einfache Portomarken von Österreich aus dem Satz MiNr 58 bis 63. Bei Westukrainemarken ist noch ein weiterer Aufdruck vorhanden.

Gruss
Martin
 
volkimal Am: 04.06.2020 20:11:36 Gelesen: 2127# 44 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit zwei Briefen aus Mykolajiw (ukrainisch Миколаїв; russisch Николаев) nach Kiew. Mykolajiw ist eine Stadt in der südlichen Ukraine mit etwa 500.000 Einwohnern. Mykolajiw ist Hauptstadt der Oblast Mykolajiw. Der erste Brief ist vom 12.08.1993:



Ich gehe davon aus, dass die sowjetische Marke nicht mehr gültig war. Dann ist der Einschreibebrief mit 15 Karbowanez freigemacht. Darunter eine sehr primitiv hergestellte Marke zu 9 Karbowanez. Sie trägt keinen Hinweis auf den Ausgabeort sondern nur den Text Пошта України = Post der Ukraine.



Auch hier stammen die Aufgabestempel und der Ankunftsstempel noch aus der Zeit der Sowjetunion. Der violette Stempel ist zweisprachig. Der Stempeltext lautet „НИКОЛАЕВ 17 НИКОЛА. МИКОЛАЇВ 17“. Der Name der Oblast in der Mitte ist abgekürzt. Никола. = Николаевская область = Oblast Mykolajiw.

Der Brief ist nach vier Tagen in Kiew angekommen. Auch dieser Stempel (Rückseite) ist zweisprachig russisch/ukrainisch. Zwischen den Ortsnamen steht diesmal das russische Почтамт = Postamt.

Der zweite Brief ist vom 22.10.1993. Diesmal hat die lokale Briefmarke die Wertstufe 26 Karbowanez.





Der sowjetische Ganzsachenumschlag dürfte beim Porto nicht mitzählen. Es wurden aber zusätzlich mit einem Stempel 28 Karbowanez verrechnet. Insgesamt ist der Brief also mit 54 Karbowanez freigemacht.



Entsprechend der beiden Stempel war der Brief insgesamt 7 Tage unterwegs. Beim Stempel aus Mykolajiw ist diesmal die Oblast nicht angegeben. Unten steht eine „3“ – es dürfte die Postamtsnummer sein.

Beim Ankunftsstempel aus Kiew steht unten die Abkürzung УКР ССР = Украинская Советская Социалистическая Республика = Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik.



Auch die beiden Einschreibestempel stammen sehr wahrscheinlich noch aus der Sowjetunion. Auch wenn der Stempel auf dem zweiten Brief sehr neu aussieht, so ist der Ortsname doch in Russisch und nicht in Ukrainisch angegeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 23.06.2020 16:12:28 Gelesen: 1844# 45 @  
Hallo zusammen,

heute komme ich zu einem Brief, bei dem ich bisher nicht feststellen konnte, aus welchem Ort er genau stammt. Vielleicht schafft es ja einer von Euch, den genauen Ort zu bestimmen.





Auf den früheren sowjetische Ganzsachenumschlag wurden eine provisorische Marke zu 25 Karbowanez aufgeklebt. Zusätzlich trägt sie einen Stempel über 29 Karbowanez. Da ich davon ausgehe, dass die Ganzsache nicht mehr gültig war, ist der Brief also mit 54 Karbowanez frankiert.



Der Aufgabestempel trägt die Ortsangabe „Новогригорьевка У. ССР. Никол“
Новогригорьевка = Novogrigoryevka
У. ССР. = Украи́нская Сове́тская Социалисти́ческая Респу́блика = Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik
Никол = Vermutlich die Abkürzung von Никола́евск = Nikolajewsk.

Das Problem ist, dass es in der Ukraine zahlreiche Orte mit dem Namen Новогригорьевка gibt [1]. Allein in der Николаевская область = Nikolaevkskaya Oblast gibt es den Ortsnamen schon 9-mal.



Auch der Absenderstempel hilft mir in dem Fall nicht weiter. Dort heißt es:

Смт Новогригорьевка = Dorf Novogrigoryevka
Миколаївської обл. = verm. Oblast Mykolajiw
Садова 14 = Sadova 14
Чумак М.М.

Vielleicht ist es der Ort „Новогригоровка — село в Николаевском районе“ = Novogrigorovka - ein Dorf im Bezirk Nikolaev. Kann einer von euch etwas dazu sagen?

Viele Grüße
Volkmar

[1] ru.wikipedia.org/wiki/Новогригоровка
 
jmh67 Am: 23.06.2020 17:47:57 Gelesen: 1822# 46 @  
@ volkimal [#45]

Mit ziemlicher Sicherheit Novogrigorivka an der Straße N-24 zwischen Mikolaiv (Nikolajev) und Vosnesensk, etwa 10 km südöstlich des letzteren Ortes und in dessen Rayon. Laut Openstreetmap gibt es da eine Садова вулиця ("Gartenstraße", man lässt gern das Wort für "Straße" weg), in den anderen in derselben Oblast anscheinend nicht.
 
volkimal Am: 24.06.2020 14:24:47 Gelesen: 1772# 47 @  
@ jmh67 [#46]

Hallo!

Vielen Dank für den Hinweis. An Openstreetmap hatte ich bisher nicht gedacht.

Google zeigt dort keine Straßen an.

Viele Grüße
Volkmar
 
jmh67 Am: 24.06.2020 15:23:08 Gelesen: 1758# 48 @  
Ach, noch eins - die Abkürzung "SMT" steht für "селище міського типу" (Siedlung städtischen Typs).

Ob das in diesem Fall noch stimmt, ist eine ganz andere Frage, diese Art Siedlung wurde nämlich in der Verfassung von 1996 vergessen, und bei Wikipedia (was freilich keine Autorität darstellt) sind derzeit alle Novogrigorivkas oder Novogrigorivki :-) in der Ukraine als Dörfer bezeichnet.

-jmh
 
volkimal Am: 25.08.2020 09:01:54 Gelesen: 940# 49 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit einem Brief aus Romny (ukrainisch Ромни; russisch Ромны) nach Welikije Luki (russisch Вели́кие Лу́ки). Romny ist eine Stadt in der Oblast Sumy im Nordosten der Ukraine, Welikije Luki liegt in der Oblast Pskow im Westen Russlands.



Der Brief ist mit einer einfach hergestellten Überdruckmarke aus Romny zu 100 Kopeken freigemacht. Die eingedruckte Marke der Ganzsache zu 5 Kopeken war nicht mehr gültig und zählt nicht zum Porto.



Der Aufgabestempel aus Romny vom 13.11.1993 stammt noch aus der Sowjetunion. Er hat den Text „Ромны Сумск. О.“. Nach dem Ort ist abgekürzt der Name der Oblast Oblast Sumy = Сумская область angegeben.

Der Text im Ankunftsstempel aus Welikije Luki ist „Великие Луки Псков. О.“. Auch vom Namen der Oblast Pskow = Псковская область sind nur die ersten fünf Buchstaben angegeben. Weshalb der Stempel asymmetrisch ist, ist mir nicht klar.



Der Einschreibezettel aus Romny dürfte aus der neu entstandenen Ukraine stammen, denn der Ortsname ist in lateinischer Schrift angegeben. Links steht das internationale Symbol „R“. Bei den sowjetischen Einschreibestempeln war es dagegen meistens das „З“.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.09.2020 17:37:14 Gelesen: 560# 50 @  
Hallo zusammen,

dieser Brief aus Konotop (ukrainisch und russisch Конотоп) geht genau wie der Brief im letzten Beitrag nach Welikije Luki (russisch Вели́кие Лу́ки). Konotop ist eine Stadt in der Oblast Sumy im Nordosten der Ukraine mit etwa 90.000 Einwohnern (2016).



Der Brief ist mit einer einfach hergestellten Überdruckmarke aus Konotop zu 500 Kopeken freigemacht. Die eingedruckte Marke der Ganzsache zu 5 Kopeken war nicht mehr gültig und zählt nicht zum Porto.



Der Aufgabestempel aus Konotop vom 12.01.1994 stammt noch aus der Sowjetunion. Er hat den Text „КОНОТОП СУМСК. О.“. Nach dem Ort ist abgekürzt der Name der Oblast Sumy = Сумська область angegeben.

Der Text im Ankunftsstempel aus Welikije Luki ist „ВЕЛИКИЕ ЛУКИ – 8 ПСКОВ. О“. Auch vom Namen der Oblast Pskow = Псковская область sind nur die ersten fünf Buchstaben angegeben. Weshalb der Stempel asymmetrisch ist, ist mir nicht klar.



Beim Einschreibestempel aus Konotop steht links das internationale Symbol „R“. Bei den sowjetischen Einschreibestempeln war es dagegen meistens das „З“. РУС steht für einen Rajon-Knotenpunkt für Post- und Telekommunikation [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/255428 
 

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