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Thema: Schweiz Dauerserie Bundesmarke Wappen 1850
Das Thema hat 88 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 20.06.2018 22:05:04 Gelesen: 6354# 64 @  
@ SH-Sammler [#63]

Ein schöner Brief Hanspeter. Danke

@ Heinz 7 [#61]
@ Heinz 7 [#62]

Ich würde mich freuen, wenn jemand eine Idee hat, was die kopfstehende Bleistift-Notiz in Beitrag [#62] bedeuten könnte.

Anbei zeige ich einen weiteren schönen Brief aus dem Jahr 1853. Die 10 Rappen Frankatur sind dieses Mal mit einem Paar der "Rayon I hellblau" (ohne Kreuzeinfassung) bezahlt worden (Zumstein Nr. 17 II).



Schauen wir uns ein paar Details an!

Der Brief wurde am 8. Juli 1853 in Zürich geschrieben und aufgegeben, aber zu spät, um noch am selben Tag befördert zu werden. Davon zeugt der Stempel "N: Abg." (nach Abgang (der Post)), siehe Abstempelungswerk Nr. AW 786". Der handschriftlich Vermerk (unter den Marken) "pressant" hat also nichts genutzt. Der Brief war adressiert nach Maschwanden und trägt auf der Rückseite einen Durchgangsstempel von Knonau (9. Juli 1853). Ein Ankunftsstempel in Maschwanden wurde nicht angebracht, obwohl Maschwanden damals Stempel hatte.

Die Marken sind entwertet mit einer schwarzen eidgenössischen Raute. Das Paar ist sehr sehr breitrandig, unten ist sogar der Gruppenabstand ersichtlich (zur Gruppe "rechts unten"). Die Marken sind von der Type 37+38 von Stein B 3 (rechts oben).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 27.06.2018 17:36:48 Gelesen: 5949# 65 @  
@ Heinz 7 [#64] [#62]

Hallo Heinz,

ich gehe bei dieser Notiz davon aus, dass ein Vorbesitzer aufgeschrieben hat, wann und wo er den Beleg gekauft hat.

Ich lese "Bern 65" und denke, dass diese Notiz nichts mit dem Brief als solches zu tun hat.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 12.09.2018 21:03:09 Gelesen: 3955# 66 @  
Schönen guten Abend,

da dieser Thread schon länger vor sich hin grummelt, gibt´s heute mal wieder einen Beleg zu sehen.

Aufgegeben wurde der Faltbrief am 06.03.1854 in Aubonne und man adressierte diesen in das benachbarte Nyon (ca.20 km Luftlinie).

Dort ist der Brief auch noch am selbigen Tag angekommen. Siegelseitig befindet sich bloß der Ankuftsstempel.

Als Frankatur verwendete man Mi.Nr. 8 (Rayon II), also 10 Rappen, was treffenderweise laut dem Tarif vom 01.01.1852 bis zum 01.07.1862 das Franko für einen einfachen Brief der 1. Gewichtsstufe im 2. Briefkreis (über 2-10 Stunden) gewesen ist.

Nur am Rande: Angeboten wurde der Brief als "Rayon II vollständiger Faltbrief von ARBON nach NYON", was mich erst etwas stutzig gemacht hat, denn Arbon ist ziemlich genau am anderen Ende der Schweiz, sodass hier 10 Rappen nicht ausgereicht hätten, sondern 15 Rappen hätten frankiert werden müssen. Also nicht immer alles übernehmen was der Händler/Philatelist im Auktionshaus so schreibt.

Ich persönlich finde diese Ausgabe sehr schön, leider aber bekommt man die Briefe meistens nur im dreistelligen Bereich, denn sie ist ziemlich begehrt unter den Schweiz Sammlern, wie Heinz ja auch schon erwähnt hat.
Umso mehr freut es einen dann auch, wenn man mal einen solchen bekommt.

Liebe Grüße

Kevin


 
Gerhard Am: 13.09.2018 18:52:32 Gelesen: 3926# 67 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#66]

Glückwunsch Kevin,

zu dem wirklichen schönen Stück; ich weiß ja, dass Du schon lange nach so etwas Ausschau hältst. So teile deine Freude hier gerne. Bin gespannt, wann Du den nächsten Wert ergatterst.

Mphg
Gerhard
 
Heinz 7 Am: 13.09.2018 19:59:37 Gelesen: 3917# 68 @  
@ SH-Sammler [#65]
@ Heinz 7 [#61] und [#62]

Lieber Hanspeter,

Du hast recht. Das heisst vermutlich Bern 65, und was das bedeuten könnte liegt wohl auf der Hand:

1965 fand eine Nationale Briefmarkenausstellung statt, bei welcher Dutzende von Händlern an der Börse ihre Schätze anboten. Vermutlich hat der Käufer vor 53 Jahren diesen Beleg an der NABRA 65 gekauft!



Ich zeige hier den Gedenkblock zur NABRA 65.

Diese Ausstellung war eine Sensation. Zehntausende von Sammlern strömten an die Ausstellung und der Gedenkblock wurde meist gleich packweise gekauft! Nominalwert war 30 Rappen, Verkaufspreis war 3 Franken! Die Auflage betrug irre 2.33 Millionen Stück (fast 6 Mal soviel wie 6 Jahre zuvor 1959 an der letzten "Nationalen" in St. Gallen).

Die Stiftung zur Förderung der Philatelie kam so zu ihrem Startkapital - mehrere Millionen Schweizer Franken! Seither zehrt die Stiftung von diesen Erfolgen. So erfolgreich war kaum mehr eine Ausstellung, wenngleich auch 1971-1984 grosse Erfolge beschieden waren.

Also - Rätsel gelöst - "Bern 65" ist höchstwahrscheinlich ein simpler Kaufvermerk.

Heinz
 
SH-Sammler Am: 18.09.2018 16:35:08 Gelesen: 3804# 69 @  
Hallo an alle Fans der "Rayon" Ausgaben.

Vor kurzem konnte ich einen netten Brief erwerben, der aus der Gemeinde Thayngen im Kanton Schaffhausen nach Zürich verschickt wurde. Thayngen ist ja bekannt vor allem für gute Suppen des Hauses Knorr, eines ehemals deutschen Fabrikanten. Heute ist es eine amerikanische Grossfirma, welche mit guten Esswaren ihr Geschäft macht.



Zum Stempel: Der Stempel THAYiNGEN mit zusätzlichem i stammt noch aus der Zeit der Thurn & Taxis Post bis 1849. Der Stempel wurde von der eidgenössischen Post noch bis Ende 1857 weiterverwendet.

Taxierung: Der Brief lief nach Zürich, im Briefkreis 2 gelegen. Ein einfacher Brief hätte 10 Rappen gekostet. Der vorliegende Brief hat jedoch einen doppelseitigen Inhalt und ist mit etwas über 8 Gramm in die 2 Gewichtsstufe aufgestiegen.

Entwertung: Die Entwertungsvorschriften ab 1851 änderten relativ häufig. Postablagen ohne PP-Stempel mussten die Briefmarken mit "gekreuzten Federstrichen" entwerten. Erst ab Dez 1854 wurden die bekannten Rautenstempel vorgeschrieben.

Wie so oft habe ich jedoch etwas Mühe mit der alten deutschen Schrift. In der Adresse lese ich "Frauen Frauen xxx Desselring, Drifus xxx in der Tapetenfabrik am Zeltweg, Zürich. Da es den Namen Desselring heute nicht mehr gibt, bin ich daher auf Eure Übersetzungskünste angewiesen. Der Name Drifus könnte Dreifuss sein, aber bitte, korrigiert mich.

Bin gespannt auf Eure Antworten.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 18.09.2018 18:28:53 Gelesen: 3796# 70 @  
@ SH-Sammler [#69]

Hallo Hanspeter,

ich lese die Adresse deines tollen Briefes so:

Frauen Frauen Keßelring Reifro in der Tapetenfabrik am Zeltweg Zürich

Liebe Grüsse,
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 18.09.2018 20:55:15 Gelesen: 3780# 71 @  
@ SH-Sammler [#69]

Hallo Hanspeter,

Glückwunsch zu diesem tollen Brief, gefällt mir sehr gut !

Bitte mehr davon!

Liebe Grüße

Kevin
 
SH-Sammler Am: 19.09.2018 06:03:57 Gelesen: 3768# 72 @  
@ bayern klassisch [#70]

Hallo Ralph,

einmal mehr recht herzlichen Dank für Deine Hilfe. Der Buchstabe K des Kesselring hätte ich auch mit viel Fantasie nicht hingekriegt. In meiner Vorlage sieht der anders aus. Ich habe ganz einfach immer noch zu wenig Übung!

Was aber bedeutet "Reifro"? Einen solchen Vornamen kenne ich nicht. Oder hat er etwas mit einer Funktion in der Tapetenfertigung zu tun? Ich denke, das wird ein Geheimnis bleiben.

Liebe Grüsse

Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 19.09.2018 06:16:40 Gelesen: 3767# 73 @  
@ SH-Sammler [#72]

Hallo Hanspeter,

den "Reifro" verstehe ich auch nicht, kann das Wort hinten aber nicht sicher lesen. Vielleicht hat einer eine andere Idee.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Heinz 7 Am: 21.09.2018 12:18:16 Gelesen: 3719# 74 @  
@ Heinz 7 [#1]

Die Ortspost-Marke von 1850 ist ungebraucht eine seltene Marke. leider hat dies auch Fälscher auf den Plan gerufen.

Meisterfälscher Sperati hat diese Marke mit Akribie "nachgebildet" / gefälscht. Von blossem Auge sieht der Sammler wohl kaum je, dass es sich um eine Ganzfälschung handelt. Nur extra geschulte Experten können die Fälschung erkennen.



Dieser Abdruck eines Paares auf einen "Kleinbogen" ist für Sammler ungefährlich, weil Sperati dieses Erzeugnis als "Kunstwerk" anbot.

In vielen anderen Fällen aber wurden Fälschungen zum Schaden der Sammler an den Mann gebracht, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Imitation handelt. Wer mehr wissen will, zu den Fälschungen von Sperati, findet dazu reichlich Literatur. Vgl. auch Philaseiten-Thema "Sperati-Fälschungen".

Heinz
 
SH-Sammler Am: 22.09.2018 12:38:59 Gelesen: 3642# 75 @  
@ Heinz 7 [#74]

Hallo Heinz,

Du hast diesen schönen Beitrag mit der „Bundesmarke mit Wappen 1850“ vor 4 Jahren eröffnet. Ganz richtig führst Du auch die „Ortspost“ und die „Poste Locale“ auf.

Nachdem wir schon viele Belege mit den Rayon Marken gesehen haben (und Du jetzt eine Sperati Fälschung der Ortspost zeigst), möchte ich 2 Einzelmarken der Ortspost zeigen.

Ortspost mit Kreuzeinfassung
Typ 35, mit PP gestempelt



Ortspost ohne Kreuzeinfassung
Typ 32, mit PP gestempelt



Die Ortspost Marken wurden ab Mai 1850 erst nur in 36 ausgesuchten Gemeinden verkauft. Ab 1851 / 52 folgten bis zu 70 weitere Orte. Briefe aus den ersten 36 Orten sind sehr gesucht, jedoch nicht oft angeboten.

Soviel für heute

SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 22.09.2018 14:03:35 Gelesen: 3630# 76 @  
@ SH-Sammler [#75]

Hallo Hanspeter,

da Du keinen sonstigen Vermerk geschrieben hast, gehe ich mal stark davon aus, dass sich die beiden Marken in deiner Sammlung befinden?
Wenn ja, Glückwunsch zu diesen tollen Exemplaren, die auch bestimmt nicht ganz billig gewesen sind.

Soviel für heute

Sollte das eine Ankündigung dahingehend sein, dass Du einen Brief dieser besagten 36 Gemeinden besitzt, bin ich jetzt schon auf das Stück gespannt. :D

Liebe Grüße

Kevin
 
SH-Sammler Am: 23.09.2018 10:03:04 Gelesen: 3566# 77 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#76]

Hallo Kevin,

den Brief musst Du Dir schon selber suchen. Ich kann Dir nur die Namen dieser 36 ausgesuchten Gemeinden angeben.

Heute zeige ich noch die französische Version der Ortspost, die Poste Locale

Poste Locale mit Kreuzeinfassung
Linke Marke, Typ 6, feiner Erstdruck
und die Marke rechts: Typ 31, Spätdruck

,

Der Unterschied des Erstdruckes zum Spätdruck ist klar zu erkennen.

Und hier noch die letzte Variante, die Poste Locale OHNE Kreuzeinfassung
Typ 40, mit PD gestempelt



Soviel für heute

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 12.10.2018 05:32:27 Gelesen: 3057# 78 @  
Hallo Forumleser,

seit der Vorstellung der 2 “Poste Locale Marken” ist hier verdächtige Ruhe eingekehrt. Getraut sich niemand mehr, etwas zu zeigen?

Ich hoffe doch fest, dass ich niemanden erschreckt habe. Da die Poste Locale OHNE Kreuzeinfassung eine sehr teure Marke ist, möchte ich hier noch die Geschichte zu ebendieser Marke erzählen.

Ich habe vor langer Zeit (schon 1989) einen Posten von 100 Briefen aus der Vormarkenzeit erworben. Mit in diesem Posten waren ein paar wenige Briefe zu meinem Sammelgebiet Schaffhausen. Alle anderen Briefe, die nicht zu meinem Gebiet gehörten, habe ich beinahe zum gleichen Ankaufspreis wieder abgestossen. ABER, in einem dieser Altbriefe war eine lose Poste Locale eingelegt. Da musste doch irgendetwas faul dran sein. So habe ich die Marke einem Prüfer eingesandt, der mir nach Konsultation bei 2 weiteren Prüfern mitteilte, dass die Marke echt ist, jedoch durch Entfernung der Kreuzeinfassung verfälscht wurde. Der Wunsch des Prüfers war, dass diese Marke jetzt nicht alle 2 Jahre am Markt auftaucht und jemand das grosse Geld machen will. Ich erfreue mich nach wie vor an der Marke und an der Geschichte dazu.

Nun für alle Interessierten noch ein Bogen mit den 40 unterschiedlichen Typen, so wie die Marken vom Drucker Durheim hergestellt wurden. Ich hoffe, dass die Auflösung reicht, um die Unterschiede zu sehen und eine Typenbestimmung vorgenommen werden kann.



Auch diesmal wieder - soviel für heute.

SH-Sammler
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 12.10.2018 09:08:44 Gelesen: 3043# 79 @  
@ SH-Sammler [#75]
@ SH-Sammler [#78]

Lieber Hanspeter,

Danke für die Blumen.

Ja, eine eigene Poste Locale im Original zeigen zu können, ist schon eine schwierige Sache, und dann noch auf Brief. Da kann ich leider nicht dienen.



Damit die geschätzte Leserschaft aber nicht ganz "verhungert", behelfe ich mir mit einem Auktionsangebot vom Mai 2014 (Corinphila Zürich). Dieser wunderbare Brief war wie folgt beschrieben:

"Poste Locale Type 34, farbfr. Prachstück, allseits breit gerandet, zentr. entw. mit blauem "P.P." im Kreis als Einzelfrankatur auf Orts-Drucksache mit blauem Aufgabestp. "Neuchâtel en Suisse 31 Dec. 1850". Atteste Rellstab (1979), Hertsch (1979) SBK = CHF 6'000."

Bei einem Katalogwert von CHF 6000 erreichte dieser schöne Brief einen Zuschlagpreis von immerhin CHF 4'000, dazu kamen die üblichen Aufschläge.

Damit ist der Brief nicht überzahlt, er ist wirklich wunderschön und selten. Ich habe leider das nötige "Kleingeld" nicht vorrätig, und "Schweiz Klassik" ist nur ein Neben-Sammelgebiet für mich. Da muss ich die wirklich teuren Stück leider auslassen.

Neuenburg hatte bereits 1850 diese Orts-Post-Marken. Neuenburg war/ist zweisprachig. Ich denke, Neuenburg wurde 1850 beliefert mit beiden Varianten dieser Marke:

- "Ortspost"
- "Poste Locale".

Verifiziert habe ich das aber nicht. Vielleicht weisst Du es? Oder einer unserer Leser?

Freundliche Grüsse
Heinz
 
SH-Sammler Am: 12.10.2018 11:36:37 Gelesen: 3022# 80 @  
@ Heinz 7 [#79]

Hallo Heinz,

bei der Frage nach der Verteilung der Poste Locale entsprechend der Landessprache gehen die Ansichten auseinander.

Heinrich Jäckli schreibt, dass die frühen Lieferungen der POSTE LOCALE in die Postkreise Neuenburg, Waadt, Wallis und Tessin gingen. Neuenburg dürfte also keine Ortspost erhalten haben. Im Weiteren schreibt Heinrich Jäckli, dass die ORTSPOST ausschliesslich in den Postkreisen der deutschsprachigen Schweiz ausgegeben wurde. Wenige Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. So wurden beide Marken in beiden Sprachgebieten gefunden. Dies vor allem dort, wo in einem Postkreis beide Sprachen gesprochen wurde. Im Wallis zum Beispiel erhielt Brig die Poste Locale, nicht die Ortspost.

Die POSTE LOCALE ist etwa ein halbes Jahr nach dem offiziellen Ausgabedatum auch in den anderen Postkreisen (jedoch ohne Postkreis X, Graubünden) verteilt worden. Dies anscheinend, weil der Markenbestand in der Deutschschweiz für das zunehmende Postaufkommen nicht ausreichte.

Ein anderer Grund bestand darin, dass per 1. Januar 1852 eine Tarifanpassung vorgesehen war und der 2½ Rappen Tarif für Ortsbriefe aufgehoben wurde. Man wollte die 2½ Rappen Marken aufbrauchen, was sich auf Briefen mit Paaren der Poste Locale niederschlägt.

Weitere Frankaturmöglichkeiten mit den 2½ Rappen bestand bis 31. Dez. 1851 mit den Drucksachentarifen sowie mit Briefen der oberen Gewichtsstufen, wie nachstehend gezeigt.



Brief von SCHAFFHAUSEN vom 12. 5. 1851 nach Steckborn, Kanton Thurgau
Die Marken sind entwertet mit der „seltenen“ RAUTE von SCHAFFHAUSEN (AW 3/17)
Taxe 7½ Rappen im 1. Briefkreis für Brief mit ½ bis 1 Loth.

Und diesmal gilt: Das wars jetzt wohl.

SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 17.01.2019 20:45:44 Gelesen: 933# 81 @  
Guten Abend in die Runde,

Da der letzte Beitrag nunmehr 3 Monate zurück liegt, versuche ich doch mal meinem Namen alle Ehren zu machen und wieder etwas frischen Wind in die Runde "zu wirbeln".

Es wurden ja schon etliche schöne und teilweise auch seltene Belege hier gezeigt, ganz daran anknüpfen kann ich nicht, aber vorenthalten möchte ich euch meine neue Errungenschaft jedoch auch nicht.

Aufgegeben wurde der Brief am 14.02.1854 am Vormittag in Luzern. Den Stempel des Absenders kann man nur noch ziemlich schwer lesen, vielleicht ist mir jemand behilflich an dieser Stelle, ich erkenne nur noch Teile. Außerdem tue ich mich etwas schwer mit dem Ort des Empfängers, auch hier wäre ich auf eure Mithilfe angewiesen (die alte Deutsche Schrift und ich sind noch keine Freunde geworden :D).

Zur Taxierung kann man sagen, dass sich hier die Tarifperiode vom 01.01.1852 bis zum 01.07.1862 anwenden lässt.

Der Absender frankierte 20 Rappen (Mi.Nr.8 II im Paar), die sich wie folgt zusammensetzen:

10 Rappen für einen Brief der 1.Gewichtsstufe (bis 1/2 Loth = 7,8 g) in den 2.Briefkreis (über 2-10 Wegstunden = 9,6 bis 48km) plus 10 Rappen Provision für das Inkasso von Nachnahmen bis zu 10 Franken.

Die Stelle, an der die Marken frankiert wurden, ist m.E. etwas ungewöhnlich, oder irre ich mich da?

Bei der linken der zwei Rayons sind noch alle vier Trennungslinien deutlich sichtbar, was nicht unbedingt der Regel entspricht, wie ja hier schon an der einen oder anderen Stelle darauf hingewiesen wurde. Bei der rechten Rayon ist rechts leider der Rand beschnitten, ansonsten wäre dieses Paar rein vom Schnitt schon in überdurchschnittlicher Erhaltung.

Ich hoffe, es legt jemand nach.

Liebe Grüße

Kevin


 
SH-Sammler Am: 18.01.2019 05:41:04 Gelesen: 898# 82 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#81]

Hallo Kevin, willkommen zurück in unserer Runde.

Du hast recht, der Brief kommt aus Luzern. Die Marken sind mit der "Luzerner Raute" entwertet. Der Brief ging nach REIDEN, ebenfalls im Kanton Luzern gelegen. Reiden liegt mit ca. 40 km Fahrstrecke im Briefkreis 2 wie Du richtig schreibst.

Zu Deiner Information: Bis 30.06.1862 wurden die Distanzen zwischen den Orten anhand der Poststrecke (Fahrstrecke) gemessen. Ab 1. Juli 1862 erst wurde die Distanz in direkter Linie = Luftlinie gemessen (und die Taxe entsprechend berechnet).

Du schreibst, dass die Marke mit allen 4 Schnittlinien nicht der "Regel" entspricht. Ist doch gut für Dich. Marken mit allen Schnittlinien werden höher bewertet als angeschnittene Marken. Eine Schneid"regel" gab es ohnehin nicht. Bedenke, unter welchen Lichtverhältnissen die Postler damals arbeiten mussten. Da musste man gute Augen haben, damit die Marken in den dunkeln Räumen, nur mit Öllampen erhellt, immer entlang der Schnittlinien getrennt wurden.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 18.01.2019 12:43:13 Gelesen: 819# 83 @  
@ SH-Sammler [#82]

Du hast recht, der Brief kommt aus Luzern. Die Marken sind mit der "Luzerner Raute" entwertet. Der Brief ging nach REIDEN, ebenfalls im Kanton Luzern gelegen. Reiden liegt mit ca. 40 km Fahrstrecke im Briefkreis 2 wie Du richtig schreibst.

Hallo Hanspeter,

auf "Reiden" wäre ich beim besten Willen nicht gekommen, vielen Dank für die Entschlüsselung!

Du schreibst, dass die Marke mit allen 4 Schnittlinien nicht der "Regel" entspricht. Ist doch gut für Dich. Marken mit allen Schnittlinien werden höher bewertet als angeschnittene Marken.

So sollte es auch gemeint sein, ich wollte es nur noch mal erwähnen für die Mitleser dieses Themas, die selbst vielleicht kein Altschweiz sammeln.

Liebe Grüße

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 30.01.2019 15:17:34 Gelesen: 551# 84 @  
Guten Tag allerseits,

ich brauche wieder einmal Hilfe bei der Entzifferung des Aufgabeortes, der Abgangsstempel ist leider nicht mehr deutlich lesbar, aber anhand des Inhalts lässt sich der Ort bestimmen. Ich kann leider nur ein Stück des Endes erkennen "...stein", aber auch hier bin ich mir nicht sicher. Verschickt wurde der Brief nach Thun.

Wie in obigen Beispielen bereits mehrmals erwähnt, beträgt das Franko laut dem Tarif vom 01.01.1852 bis zum 01.07.1862 für einen einfachen Brief der 1. Gewichtsstufe im 2. Briefkreis (über 2-10 Stunden) 10 Rappen. Demnach kann hier nur (wenn wir davon ausgehen, dass der Brief nicht unterfrankiert ist) ein Radius von etwa 50 km um Thun herum in Frage kommen, aber leider bin ich auch hier nicht fündig geworden.

Darüber hinaus meine Frage, wagt sich jemand an die Typen-/bzw. Drucksteinbestimmung heran?

Anhand eines Scans eine solche vorzunehmen, ist natürlich doppelt so schwierig, aber ich bin mir nicht ganz sicher bei der Bestimmung, gearbeitet habe ich übrigens mit diesem Bogen (Typentafel), von dem ich euch auch gerne einen Link gebe [1].

Liebe Grüße

Kevin







[1}] http://www.pro-philatelie.info/faelschungen/altschweiz/rayon.html
 
wuerttemberger Am: 30.01.2019 15:21:46 Gelesen: 548# 85 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#84]

Der Ort heißt Ruschein. Steht hinten nochmals vom Empfänger vermerkt drauf. Genauso wie auf deinem Brief aus Chur
 
briefmarkenwirbler24 Am: 30.01.2019 15:30:41 Gelesen: 546# 86 @  
@ wuerttemberger [#85]

vielen Dank für deine blitzschnelle Antwort!

Ich habe gesehen, dass der Name des Ortes vom Empfänger nochmals notiert wurde, allerdings konnte ich es nicht entziffern (leider tue ich mir da immer noch ziemlich schwer).

Wenn es tatsächlich "Ruschein" bedeutet, dann läge hier wirklich eine Unterfrankatur vor, denn von Ruschein nach Thun sind es 300 km Entfernung, sodass 15 Rappen hätten frankiert werden müssen, was mich natürlich nicht stören würde, denn Unterfrankaturen sind natürlich um ein vielfaches seltener.

Liebe Grüße

Kevin
 
wuerttemberger Am: 30.01.2019 15:38:31 Gelesen: 544# 87 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#86]

Der Brief lief nach Truns, das ist gleich um`s Eck
 
briefmarkenwirbler24 Am: 30.01.2019 15:45:24 Gelesen: 538# 88 @  
@ wuerttemberger [#87]

Danke für die Aufklärung, wenn man die Orte nicht richtig lesen kann, wird es schwer eine Erklärung für die Taxierung vorzunehmen...
Dann heißt es wohl für mich: Üben, üben, üben

Liebe Grüße

Kevin
 

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