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Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 161 Beiträge:
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philapit Am: 28.12.2020 09:56:48 Gelesen: 32577# 137 @  
Hallo Journalist,

ich hatte Ende September in Görlitz folgendes Erlebnis auf dem Polenmarkt auf polnischem Gebiet. Nachdem ich mir dort neue Steckalben für billiges Geld 3.00 für 16 seitiges Album verschweißt angeschaut hatte wurde ich von einem älteren Mann angesprochen ob ich Interesse an Briefmarken hätte. Mir wurde dann eine 1000-er Rolle 1,55 € Blumen für 500.00€ angeboten.

Als ich darauf antwortete das es sich wohl um Fälschungen handelt, wurde das nicht einmal verleugnet. Als ich weiterging wurde mir noch hinterhergerufen 400.00. Ich möchte noch erwähnen das der ältere Herr, sehr gepflegt wirkte und akzentfrei deutsch sprach. Es wurden auch an 2 Ständen Alben mit deutschen Bund Marken -DM Werte in Massen xx und als Blickfang und zum Kauf animierend € Marken in größeren Mengen mit beigelegt.

Was muß der Post wohl für ein Schaden entstehen?

Es war jede Menge Polizei auf diesem Markt unterwegs! An alle ehrlichen Sammler nur der Rat - Vorsicht !

Jede Menge Spitzenwerte zu Preisen die schwindlig machen. Sicher alles Fälschungen.

Erfolgreiches 2021 und bleibt gesund
philapit
 
Journalist Am: 16.02.2021 15:55:06 Gelesen: 30444# 138 @  
@ Journalist [#136]

Hallo an alle,

der obige Verkäufer wurde Anfang Januar von Ebay gelöscht, weshalb verrät Ebay natürlich nicht. Ob sich nun Käufer beschwert haben, nachdem Sie vermutlich festgestellt haben, das es sich um gute Fälschungen gehandelt hat, werden wir nicht erfahren. Insgesamt scheint Verkäufer zumindest laut den sichtbaren Dingen, mindestens verschiedene Auktionen mit einer Gesamtsumme von circa 12000 bis 15000 Marken verkauft zu haben. Was davon ausgeliefert wurde, ist leider nicht bekannt.

Nun aber noch zu einer neuen zwar relativ primitiven Fälschung, aber Fälschung bleibt Fälschung. Bei ebay Kleinanzeigen bietet zur Zeit ein Anbieter naßklebende Briefmarken an - Preis VB.

Wenn man sich hier die vorliegenden Bilder des Anbieters genau anschaut, sollte man schon vorsichtig werden, den die Zähnung der nicht ganz so deutlich fotographierten Häufchen sehen doch sehr gewagt und amateuerhaft aus.

Dieser Anbieter hat alle gängigen vier verschiedenen Inlandsportostufen im Angebot 60 Cent, 80 Cent, 155 Cent und 270 Cent. Ich möchte nun hier heute als erstes die 270 Cent zeigen. Es handelt sich hier um die Marke mit dem Motiv Ernst Barlach:



Das Bild sagt ja schon sehr viel, lustig ist die Zähnung, die wohl an eine selbstklebende Marke erinnern soll. Mit der Größe der Marken hat es der Fälscher auch nicht so genau genommen. Teilweise ist die Landesbezeichnung Deutschland nur unvollständig zu erkennen und die Jahreszahl 2020 ist nur bei einer von den 3 abgebildeten Marken lesbar. Auch die Positionierung der Zähnung ist nicht besonders präzise, dies erkennt man beispielsweise an der Wertangabe und den Abständen dieser Zähnung dazu.

Viele Opfer wird der Verkäufer vermutlich nicht finden, man kann dies eher als "Laienfälschung" betrachten, aber trotz dieser laienhaften Arbeit wurden hier gültige Briefmarken nachgemacht.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 17.03.2021 10:33:27 Gelesen: 29063# 139 @  
@ Journalist [#138]

Hallo an alle,

der obige Anbieter bei ebay-Kleinanzeigen ist zwar verschwunden, aber ich möchte hier der Vollständigkeit halber auch noch die zweite der vier von ihm gefälschten Marken zeigen:

Zuerst einmal das Original Beethoven selbstklebend:



Dazu im Vergleich seine Werke:



Dabei ist die unterste Fälschung eine Rarität. :-)

Wer findet hier den Fehler des Fälschers ?

Viel Spaß beim Suchen.

Überraschend wird dieser Tage von einem ebay-Verkäufer vor allem 62 Cent selbstklebend Blumen ohne Gummi ohne Stempel angeboten, die Marken scheinen mal im Wasserbad gelegen zu haben, ob hier die Stempel chemisch entfernt wurden, ist nicht erkennbar, dazu brächte man die Originale.

Überraschend ist aber, das diese nicht alltäglichen Portostufen zu 60 Cent und 62 Cent erst jetzt nach doch so langer Zeit auftauchen.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche viele Grüße

Jürgen
 
EdgarR Am: 06.04.2021 13:02:01 Gelesen: 27976# 140 @  
Wenn ich hier so lese

mit welchem Aufwand und mit welcher Rafinesse die Fälscher zu Werke gehen um hunderte- bis tausenderweise Euros auf Kosten der DP AG abzuzocken und mit welchem technischen Aufwand und welchen raffinierten Erfindungen umgekehrt die DP AG bemüht ist das Nachmachen von Postwertzeichen zu erschweren und/oder gefälschte Briefmarken im Postgang zu erkennen und herauszufischen ...

dann wundere ich mich umso mehr, dass ein Inlandsbrief < 20 Gramm - also derzeit Porto 0,80 € - dieser Tage auf so schlicht-primitive Art wie hier:



mit einer seit langem ungültigen DM-Zeit-Marke zu 110 Pfennigen (also so ca. 0,56 €) völlig unbeanstandet und unbeachtet befördert werden kann?

Angeblich ist doch die Farbtönung der Floureszenz der "neuen" €-Nominalen gegenüber der alten DM-Nominalen extra verändert worden? Und weder das seltsame unpassende Porto noch die Tesastreifen, die die Marke oben und unten halten haben Mensch noch Maschine zum Stutzen gebracht?

Kopfschüttelnd EdgarR
 
achim11-76 Am: 06.04.2021 13:11:56 Gelesen: 27969# 141 @  
Also wenn das noch geht, vielleicht mal zu Testzwecken einen Testballon mit Marken - Veteranen aus den 60er Jahren loslassen und gucken was passiert.
 
lueckel2010 Am: 06.04.2021 16:06:43 Gelesen: 27934# 142 @  
@ achim11-76 [#141]

Selbstverständlich geht das! Misch einfach eine "leuchtende" Marke unter die "Frankatur". Wenn Du Glück hst, bekommst Du eine "so" produzierte "Rarität" kostenfrei ins Haus geliefert. Maschinen sind manchmal als "dumm" einzustufen und heutige Postmitarbeiter leider gelegentlich auch!

Wenn Du allerdings Pech hast, wird Dir ein erhöhtes Einziehungsentgelt (auch pauschalierter Schadenersatz genannt) "abgeköpft", das meines Wissens 50.00 € beträgt.

Es gilt daher eine Interessen- bzw. Risikoabwägung: Schaffung einer "Rarität" oder monetärer Verlust!

Moin aus Ostfriesland, "lueckel2010"
 
Journalist Am: 06.04.2021 17:39:39 Gelesen: 27905# 143 @  
@ EdgarR [#140]

Hallo EdgarR und an alle,

diese Prüftechnik kann wahlweise auch abgeschaltet werden.
Dies passiert oft zum Ende der Schicht kurz vor dem Abgang, da die eventuell ausgeschleusten Belege noch zeitnah überprüft werden sollen. In diesem abgeschalteten Zustand wird alles gestempelt, egal ob eine Marke vorhanden ist oder nicht, es erfolgt ganz einfach ein entsprechender Maschienstempelabschlag.

Anders wäre es wenn diese Technik immer laufen würde und nicht manuell je nach Personal an oder ausgeschaltet werden kann.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 15.05.2021 17:10:10 Gelesen: 25452# 144 @  
Auf Alibaba bin ich auf folgende Wertzeichendruckerei in der Volkrepublik China gefunden: Shanghai Zhongtian Technology Co., Ltd. [1].

Mit über 1000 Angestellten, davon 50 in Forschung und Entwicklung scheint der Betrieb keine kleine Hinterhofklitsche zu sein. Laut der Alibaba-Einträge wurden dort Briefmarken für Australien, Großbritannien und den USA gedruckt.

Es gibt genau eine (!) Bewertung von einem Kunden aus Polen (!), der sich für die hervorragende Qualität bedankt.

Möglicherweise hat diese Sicherheitsdruckerei im offiziellen Auftrag Briefmarken für Großbritannien und Australien gedruckt. Supermärkte wie AlbertHeijn können ihre Rabattmarken in China herstellen lassen. Die Philippinen und viele afrikanische Länder haben in letzter Zeit einige Sondermarken in China drucken lassen.

Ehrlich gesagt, kann ich es aber nicht glauben, dass die staatliche Post der USA in der Volksrepublik China Briefmarken drucken lässt. Zumindest die Bilder lassen den Eindruck entstehen, dass einige Markenausgaben aus den USA aus China kommen.

Die Königliche Post (Royal Mail) aus dem Vereinigten Königreich warnt vor gefälschten Briefmarken [2] [3].

Hier sollte einmal die Deutsche Post genauer nachforschen. Vielleicht war man in dem chinesischen Unternehmen sogar fest im Glauben, im Auftrag der Postverwaltungen gehandelt zu haben. Dieser Fehleinschätzung unterlag vor knapp 70 Jahren die renommierte österreichische Staatsdruckerei, die die Schwindelausgaben für Malakku Seletan gedruckt hatte. Diese Cinderellas fanden damals reisenden Absatz, weil sie in einer offiziellen Staatsdruckerei in sehr guter Qualität hergestellt wurden.







[1[ https://shzhongtian.en.alibaba.com
[2] https://personal.help.royalmail.com/app/answers/detail/a_id/14308/~/what-is-stamp-fraud%3F
[3] https://www.dailyrecord.co.uk/news/scottish-news/royal-mail-crackdown-crooks-cash-12246684
 
Journalist Am: 19.09.2021 19:04:21 Gelesen: 19654# 145 @  
Hallo an alle,

ich habe mich heute über den folgenden Posteingang bzw. Kauf sehr gefreut:



Na ja da werden sich fast alle erst einmal wundern, was will der denn mit so einer missratenen Marke oder ?

Aber dies ist bisher nur eine von zwei bekannten dieser Michel-Nummer 2619 aus dem Jahr 2007 - herausgegeben am 20. September mit dem Motiv "Für uns Kinder".

Wenn man sich dieses scheinbar hässliche Entlein näher anschaut, sieht mal vielleicht, das die Zähnung nicht gerade wie K 14 aussieht.

Vielleicht fällt nun langsam bei dem einen oder anderen der Groschen, wenn man weiter die Überschrift dieser Rubrik berücksichtigt. Diese lautet ja "Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung".

Im Katalog ist hier auch noch nichts vermerkt, aber nicht nur die Rückseite hilft weiter:



Es handelt sich hier tatsächlich um eine bisher unbekannte Fälschung zum Schaden der Post, die diese bis heute nicht entdeckt hat. Aber ein Sammler, der die Kiloware gründlich bearbeitet, hat diese und eine weitere Marke:



(Foto von Hans-Dieter Schlegel, darf von mir genutzt werden - danke)

gefunden und einem Händler seines Vertrauens vorgelegt, der diese zum Bundesprüfer Hand-Dieter Schlegel zur Begutachtung weitergeleitet hat.

Wie Herr Schlegel richtig erkannt hat, handelt es sich hier um eine Fälschung, sie besitzt kein UV und hat auch kein zweites Sicherheitselement (Seltene Erden) zu bieten.

Man sieht also, es kann sich lohnen aktuelle Kiloware auch mal gründlich mit UV zu untersuchen, vielleicht findet der eine oder andere ja weitere solcher Fälschungen, die bis heute unbekannt waren.

Wer kann von dieser Fälschung weitere Marken vorlegen ?

Für mein Forschungsarchiv werden immer solche Stücke im Tausch oder Kauf gesucht oder aber auch um diese leihweise wegen des Verdachts einer Fälschung zu begutachten - melden Sie sich doch einfach bei mir - danke.

Soweit für heute zu diesem Thema - viele Grüße Jürgen
 
Stefan Am: 19.09.2021 20:24:42 Gelesen: 19631# 146 @  
@ Journalist [#145]

Es handelt sich hier tatsächlich um eine bisher unbekannte Fälschung zum Schaden der Post, die diese bis heute nicht entdeckt hat. Aber ein Sammler, der die Kiloware gründlich bearbeitet, hat diese und eine weitere Marke [...] gefunden und einem Händler seines Vertrauens vorgelegt, der diese zum Bundesprüfer Hand-Dieter Schlegel zur Begutachtung weitergeleitet hat.

Die maschinelle Entwertung zur rechten Fälschung ...



deutet für mich auf den Werbeeinsatz (Serienstempel) zur Europawahl im Mai 2014 hin:



Ähnliche Werbeeinsätze wurden jeweils für die Bundestagswahl im September 2009 und September 2013 verwendet. Diese fallen in diesem Fall heraus. Oberhalb des Kreuzchens im Werbeeinsatz wird das Datum der jeweiligen Wahl aufgeführt. Die erkennbaren Angaben sehen mir nicht nach dem "22.09.2013" (Bundestagswahl) sondern eher nach dem "25.05.2014" (Europawahl) aus. Die Bundestagswahl 2009 kommt aufgrund des Stempeldatums der Fälschung vom 11.05.201X nicht in Frage.

Die Rückseite der signierten Fälschung ...



lässt rechts oben einen Teilabdruck eines Maschinenstempels aus einem Briefzentrum erkennen. Diese Ecke der Briefmarke war ursprünglich umgeknickt. Lässt sich anhand dieses Teilabschlages "mm" (mit darüber verlaufendem Strich) ggf. der verwendete Werbeeinsatz feststellen? Darüber sollte es möglich sein, den Verwendungszeitraum zu datieren, ggf. - bei einem lokal verwendeten Werbeeinsatz (ein oder weniger Briefzentren) - auch die Region, wo die Fälschung verwendet wurde.

Ich schließe auch nicht aus, dass beide Briefmarken kopfstehend zueinander auf einer Sendung klebten (Einschreiben oder überfrankierter Kompaktbrief). Das Stempelfragment "mm" mit darüber befindlichem Strich könnte in der Grafik der Werbeeinsatzes zu dem "mm" von "Stimme" in "Jede Stimme zählt!" gehören.

Danke!

Gruß
Pete

[1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/404847
 
Journalist Am: 20.09.2021 14:01:13 Gelesen: 19546# 147 @  
@ Journalist [#114]
@ Journalist [#120]

Hallo an alle,

als am 8. Juli 2020 das Urteil in dem geschilderten Betrugsverfahren erfolgte, dachte der Autor, das nun die Sache abgeschlossen ist. Aber exakt ein Jahr später, wurde am 8. Juli 2021 alles erneut verhandelt. Erneut waren wieder die selben Zeugen geladen. Ursache war ein nicht näher genannter Formfehler, der dazu führte, das die komplette Verhandlung erneut erfolgen musste. Zwar zog sich diesmal nicht alles erneut über 3 Verhandlungsrunden hin, sondern in circa 3,5 Stunden wurde aufbauend auf den früheren Verhandlungen alles wesentlich erneut wiederholt.

Dabei kamen diesmal aber einige andere beim letzten Mal nur am Rande gestreifte Details der versuchten Fälschungen des Angeklagten bei der Befragung der Gutachters der Post zu Vorschein. Der Angeklagte hatte auch versucht, ATM Vordrucke selbst im Bogen herzustellen. Dazu hatte er verschiedene Druckproben mit unterschiedlichen Farbintensitäten vorgenommen. Weiter hatte er davon die eine oder andere Marke ausgeschnitten und versuchsweise an fingierte Adressen geschickt, um zu prüfen, ob die Post das merkt. Teilweise wurden die Vordrucke auch mit extra UV-Pulver noch beschichtet, damit man eventuell die UV-Kontrolle positiv überstehen könnte.

Da letztendlich aber schon wieder ein Jahr vergangen war und der Angeklagte sich in der Zwischenzeit nichts neues zu Schulden hat kommen lassen, wurde das Urteil im Vergleich zum letzten Mal um 2 Monate auf nur noch 6 Monate auf Bewährung reduziert.

Außerdem wurden die 150 Stunden Sozialarbeit gestrichen und gegen 1500 Euro Geldstrafe, abzustottern in Raten a 50 Euro umgewandelt.

Sollte der Angeklagte nun hier in Berufung gehen, würde alles vermutlich nächstes Jahr in einem neuen Verfahren vor der Landgericht erneut verhandelt werden müssen. Lassen wir uns mal überraschen, ob es soweit kommt.

Anbei noch der Link zum damaligen Artikel [1].

Viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/automatenmarken-atm/aufdruckfaelschungen-bei-atm-ein-aktueller-postbetrugskrimi.html
 
Journalist Am: 21.09.2021 21:37:00 Gelesen: 19479# 148 @  
@ Journalist [#145]

Hallo an alle,

nachdem mir nun von der Marke auch ein Original vorliegt, kann ich hier nun weitere Vergleichsbilder zeigen:



Der Scan wurde mit 600 dpi gemacht, wie man hier deutlich erkennt, ist die Zähnung bei der Fälschung wesentlich gröber. Weiter ist die Marke etwas kleiner. Sie besitzt keine UV, die weißen Stellen leuchten schwach weißbläulich (Foto folgt noch).

Nun folgen noch einmal erste Vergleichsfotos mit einem USB-Mikroskop:



Links sieht man das Original, rechts die Fälschung, man kann leicht erkennen, das die Rasterung deutliche Unterschiede aufweist.



Diese Bildmontage zeigt links den echten Aussschnitt und rechts die Fälschung. Während bei der echten Marke die Trennlinien der Farbflecken mittels schwarzer Farbe umrandet sind, wurde bei der Fälschung mit entsprechender Farbmischung versucht, dies nachzumachen.



Dies kann man auch an anderen Stellen sehen, hier ungefähr auf gleicher Höhe in Bildmitte auf der linken Seite. Weiter sieht man, das speziell das Raster der roten Farbe deutlich anders beim Original links im Vergleich zur Fälschung rechts ist.

Da man hier nicht nur zwei Stück gefälscht haben dürfte, müsste es weitere Exemplare geben - wer kann hier von dieser Marke etwas vorlegen ?

Wichtige Merkmale der Fälschung: kein UV, grobere Zähnung, etwas kleiner als das Original.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 24.09.2021 16:18:45 Gelesen: 19348# 149 @  
@ Journalist [#138][#139]

Hallo an alle,

ergänzend zu den obigen beiden Beiträgen hier nun noch die anderen primitiven Fälschungen das ebay-Kleinanzeigenanbieters:

Es handelt sich dabei zum einen um folgende 60 Cent Marken:



und um die folgende 155 Cent Marke:



Das Angebot war nach circa 2 Wochen aber schon wieder verschwunden.

Ziel war aber scheinbar, jede gängige Wertstufe: 60 / 80 / 155 / 270 anbieten zu können.

Viele Abnehmer wird der Verkäufer aber nicht gefunden haben, denn die Marken waren auch nicht gummiert.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 23.11.2021 13:02:40 Gelesen: 17022# 150 @  
Hallo an alle,

lange Zeit war es hier auf dem Sektor Fälschungen zum Schaden der Post sehr ruhig, vielleicht lag das auch daran, das man mit Coronabetrügereien leichter sein Geld verdienen kann ?

Wie auch immer, nun liegt dem Autor eine neue Fälschung im Original vor.

Es handelt sich dabei um die Fälschung 80 Cent Kapuzinerkresse, als Markenset.

Hier zuerst die Fälschung von der Markenseite und der Rückseite her:



Nun erste weitere Details einer ersten Schnellanalyse:

Unter UV-Licht zeigen die Marken nur ein blaues Aufleuchten, also die optischen Papieraufheller, Fluoreszenz fehlt - das wichtigste Kriterium.

Die Seltenen Erden sind auch nicht vorhanden (Infrarotanalyse).

Bezüglich des Papiers muss ich noch auf Originale von der Versandstelle warten, da ich diese noch nicht hier zu Hause zu Vergleichszwecken vorliegen habe.

Für Vergleichszwecke habe ich aber schon erste USB-Mikroskopaufnahmen an den typischen markanten Stellen gemacht, mit teils interessanten Ergebnissen.

Betrachten wir zuerst einmal die Wertangabe und die Landesbezeichnung genauer:



Links sieht man ein Original, hier allerdings eine Rollenmarke, rechts die Fälschung - der Vergleich mit einer Rollenmarke macht hier aber erst einmal keinen Unterschied, den bei dem Originalen ist die Wertangabe bei echten Marken immer zusammen mit dem Rahmen um das Blumenmotiv ohne Raster flächig gedruckt! Bei der hier vorgestellten Fälschung sieht man ein deutliches Raster der Wertangabe und des Landesnamens.

Betrachten wir nun als nächstes den Schriftzug des Blumennamens genauer, denn hier kann man in der Regel bei allen bisherigen Blumenfälschungen weitere interessante Erkenntnisse gewinnen:



Links sieht man wieder das Original, rechts die Fälschung. Oben sieht man wie schon weiter oben erwähnt, das bei der Fälschung der Rahmen gerastert und nicht flächig gedruckt wurde. Erstaunlicher Weise wurde bei dieser Fälschung die dünne Linie um die Schrift sehr gut nachgemacht, sie sieht fast wie "geleckt" aus.Die Abstände der einzelnen Buchstaben sind sogar feiner herausgearbeitet, als bei der echten Marke. Man sieht aber eine leichte Verschiebung der Schrift nach links bei der Fälschung, wenn man beispielsweise die Stellung des "i" zur darunterliegenden Blüte betrachtet.

Bezüglich der Rasterung kann man hier weitere Unterschiede erkennen. Zwar ist das Blau identisch gerastert, aber die rote Farbe in der Blüte besonders gut sichtbar, hat bei der Fälschung einen steileren Winkel als beim Original.

Laut bisher noch nicht bestätigten Gerüchten soll es übrigens von dieser Marke sogar schon eine etwas anders gefälschte Variante geben, wer kann diese hier zeigen?

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 26.11.2021 18:45:13 Gelesen: 16724# 151 @  
@ Journalist [#150]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag nun einige weitere Details und Unterschiede.

> Das Papier der Fälschung fühlt sich dünner an.

> Außerdem glänzt das Papier der Fälschung stärker, speziell im Bereich der weißen Flächen sehr gut sichtbar

> nun noch zur Zähnung selbst:



Besonders auffällig dürfte auch die wellenförmige Stanzung (Zähne) sein, während bei der echten Marke links ja immer ein Halbkreis nach unten gefolgt von einer waagrechten Strecke zu sehen ist.

Betrachten wir nun abschließend auch einige wichtige und deutliche Details auf der Folienblattseite selbst:

> zuerst die typische Stelle Ecke um das Posthorn oben rechts und dessen Rasterung:



Dabei fällt besonders die gelbe Fläche rings um diese Linie besonders auf - bei dem echten Markenset links handelt es sich hier um eine gelbe Fläche ohne erkennbares Raster, bei der Fälschung dagegen sieht man deutlich ein zusätzliches rotes Raster.

> Abschließend noch ein Blick auf einen Teilausschnitt der Marke und des Randes dazu auf der Markensetrückseite selbst:



Zum einen sieht man wieder deutlich bei der gelben Fläche um die Marke selbst bei dem echten Folienblatt links kein rotes Raster, rechts bei der Fälschung ein rotes Raster. Die Stanzung ist auf dem Markenbild der Fälschung richtig, im Gegensatz zur tatsächlich eingesetzten Stanzung (siehe oben).

Soweit abschließend noch einige Infos über diese Fälschung, wer kann hier echt gelaufene Belege vorlegen oder postfrische Marken selbst bzw. mitteilen, wo er diese gefunden hat (Informationen dazu werden auf Wunsch auch streng vertraulich nach dem deutschen Pressegesetz behandelt - hier hat man als Journalist die selbe Schweigerechte wie ein Arzt).

Soweit Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 10.02.2022 16:50:48 Gelesen: 12374# 152 @  
@ Journalist [#83]

Hallo an alle,

es gibt Neues aus der Fälscherküche zum Thema Blumen. Weiter oben hatte ich ja schon einmal über ein Fälschung der 155 Cent Buschwindröschen als Rolle berichtet. Nun ist auch noch eine zweite Fälschung von dieser Marke aufgetaucht, diesmal als Folienblatt.



Bei dem hier gezeigten Folienblatt handelt es sich um eine Fälschung - dazu auch noch die gefälschte Deckelseite:



Die Fälschungen sind leicht unter UV erkennbar, denn sie leuchten nur bläulich (also optische Papieraufheller), natürlich fehlen auch die seltenen Erden.

Mit der Lupe kann man auch gut erkennen, das die feine dünne Trennlinie um die Buchstaben des Namens Buschwindröschen fehlen. Soweit eine erste grobe Schnellanalyse, ergänzende USB-Mikroskopaufnahmen folgen noch.

Vertrieben wird alles derzeit mindestens über ebay - hier wurden nachweislich schon 160 Folienblätter, also 1600 Marken in den letzten Tagen verkauft.

Ob es von diesem Motiv noch andere Varianten gibt, steht derzeit nicht fest, eventuell könnte es hier aber sogar auch noch eine andere dritte Variante geben - dazu fehlen derzeit aber noch entsprechende Originale.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen
 
Sammler Individuell Am: 10.02.2022 21:09:28 Gelesen: 12292# 153 @  
@ journalist

Hallo Jürgen,

Hast Du einen ebay-Namen oder ähnliches vom Verkäufer? Ich habe vor ca 1 Woche genau dieses Folienblatt gekauft, es aber noch nicht auf eine Fälschung gem. Deinen Angaben überprüfen können.

Danke für die Hilfe

LG
Marc
 
Journalist Am: 10.02.2022 22:45:16 Gelesen: 12252# 154 @  
@ Sammler Individuell [#153]

Hallo Marc und an alle,

ja mir ist hier der entsprechende ebay Name bekannt, dieser hat aber keine Folienblätter einzeln verkauft sondern in der Regel per 10 Stück als 100 Marken bzw. neuerdings per 20 Folienblättern,

Prüfe einfach einmal mit deiner UV-Lampe nach, ob es nur bläulich leuchtet ?

Falls das der Fall sein sollte, kannst Du Dich ja über die hier hinterlegten Daten bei mir melden - bzw. du müssest ja meine Kontaktdaten haben.

Die USB-Fotos folgen, sobald ich Vergleichsmaterial habe, das muss ich allerdings bei einem Händler kaufen, da die Versandstelle laut heutiger Anfrage diese Folienblätter nicht mehr liefern kann.

Viele Grüße Jürgen
 
Sammler Individuell Am: 11.02.2022 08:05:57 Gelesen: 12159# 155 @  
Vielen Dank Jürgen.

Mein Verkäufer hatte nur 1 Bogen im Angebot und weitere Blumen-Angebote. Werde später trotzdem den Bogen checken.

LG
Marc
 
Journalist Am: 18.02.2022 12:02:38 Gelesen: 11558# 156 @  
@ Journalist [#152]

Hallo an alle,

nachdem nun bei mir ein echtes Folienblatt mit weiten Abstand (gedruckt Bundesdruckerei - FB 91 AI angekommen ist, kann ich nun in einer weiteren schnellen Analyse einige markante USB-Aufnahmen im Vergleich - echt - falsch nachliefern:

Wie bei fast allen Blumenfälschungen bisher mit Ausnahme der im obigen Beitrag #150 genannten falschen Kapuzinerkresse ist auch hier bei dieser zweiten Fälschung vom Buschwindröschen die feine Umrandung des Namens nicht vorhanden, wie der folgende USB-Mikroskopausschnitt Vergleich zeigt:



Links die echte Marke, rechts die Fälschung. Wenn man dabei bei der Fälschung den weißen Rand genauer betrachtet, findet man dort überraschender Weise ein feines gelbes 45 Grad Raster. Besser sieht man das beispielsweise aber auch im Bereich der Wertziffer:



Dort wurde das Raster zusätzlich mal mit roten Linien markiert.

Dieses gelbe Raster befindet sich im kompletten weißen Bereich auch außerhalb der Marken auf der Folienblattseite.

Aber auch auf der Deckelseite des Folienblatts gibt es weitere Fehler, wie der folgende Vergleich des Wortes Markenset zeigt:



Zwar ist hier im roten Bereich auch ein identisches schwarzes Raster vorhanden, allerdings deutlich größer. Noch deutlicher ist aber der Unterschied im Bereich der gelben Hintergrundfläche, diese ist komplett zusätzlich mit rot gerastert.

Betrachtet man außerdem die Deckelseite im Vergleich zur Markenseite, so sieht man hier, das die Justierung doch teils etwas deutlicher verschoben ist.

Das einfachste Merkmal ist aber die bläuliche Fluoreszenz (optische Aufheller).

Der Verkäufer bei eBay hat derzeit die Schlagzahl beim Verkauf erhöht und verkauft jetzt statt per 10 Folienblättern per 20 Folienblättern, also 200 Marken je Verkauft - in der Summe sind es nun circa 3500 Marken die in den letzten circa 2 Wochen verkauft wurden.

Weiter ist das Papier bei den echten Folienblättern deutlich glatter, bei der Fälschung fühlt es sich deutlich rauer und matter an.

Soweit für heute neues aus der Fälscherküche.

Der Autor sucht immer noch bezüglich der zur Zeit auch im Umlauf befindlichen 80 Centfälschung Kapuzinerkresse nach den restlichen 4 weiteren Fälschungsvarianten und bittet hier auf alle Fälle um Meldungen - danke. Alles wird natürlich streng vertraulich nach dem deutschen Presserecht behandelt.

viele Grüße Jürgen
 
Bart Am: 13.07.2022 06:55:44 Gelesen: 2146# 157 @  
Hallo liebe Leute,

hier von mir ein Bild von der gefälschten Helgolandmarke.

Bei der anderen Marke bin ich mir nicht sicher und wollte euch mal nach eurer Meinung fragen. Die oben gezeigten Merkmale am Oberrand und an der rechten oberen Ecke sehen aus wie auf der Orginalmarke, trotzdem sehen einige Stellen merkwürdig aus z.B. die weißen Stellen an den Rändern, sie ist vertikal kürzer.

Gruß Dirk


 
Ben 11 Am: 13.07.2022 09:59:19 Gelesen: 2088# 158 @  
@ Bart [#157]

Guten Morgen Dirk,

der stark glänzende Lacküberzug auf den Helgoland-Marken ist ein erstes Indiz. Er enthält die Partikel, die auf UV- und IR-Licht entsprechend gelb oder grün reagieren.

Es gibt weitere drucktechnische Merkmale. So haben zum Beispiel die Seevögel im Original einen starken schwarzen Farbauftrag, im Duplikat sind sie schwarz gerastert. Die Buchstaben des Ländernamens "Deutschland" haben im Original eine blaue Rasterung, die Duplikate sind innen weiß.

Die Rasterwinkel der Farben unterscheiden sich. Bei den Originalen liegen die Farben Magenta auf 45°, Cyan auf 75° und Schwarz auf 15°. Bei den Duplikaten haben Magenta 75°, Cyan 15° und Schwarz 45°.

Bei den "alten Buchenwäldern" fällt mir zuerst die fehlende oder schwache gelbe Fluoreszenz auf. Das Foto ist unter UV-Licht gemacht? Der UV Farbstoff ist empfindlich, auch gegen den Klebstoff in den selbstklebenden Marken, so kann die Fluoreszenzreaktion mit der Zeit schon beeinträchtigt werden.

Ein mir bekanntes Merkmal zur Unterscheidung von den Originalen ist die rechte obere Ecke der Marke. Der Stamm im Original zeigt einen nach rechts gerichteten Ast / Verzweigung. Bei den Duplikaten findet man diesen nicht.



Viele Grüße und viel Spaß beim Forschen.
Ben.
 
Journalist Am: 13.07.2022 16:40:02 Gelesen: 2001# 159 @  
@ Bart [#157]
@ Ben 11 [#158]

Hallo Dirk und an alle,

zuerst zu der rechten Abbildung von Dir Dirk mit dem Ausschnitt mit der Buchenwälder Marke unter UV - hier gehe ich aufgrund des Bildes eher von einer Verfälschung im Sinne von chemisch präpariert - also Stempel entfernt aus, denn diese Marke "Buchenwälder" war über mehrere Jahre eine sehr beliebte Marke zum Entfernen der Stempel. Sie wurde in großen Mengen bei Ebay als rein sortierte Kiloware angekauft nach Osteuropa verschickt, dort chemisch präpariert (Stempel entfernt) und dann wieder zurück nach Deutschland (Ebay) und dort dann als ungestempelte Marken ohne Gummi angeboten.

Zwar wurde hier sehr schwammig auf die AGB der Deutschen Post verwiesen, das diese nicht wieder benutzt werden dürften - aber die erzielten Preise und die damalige Untätigkeit der Deutschen Post machten es den Betrügern sehr einfach. Diese Marken wurden in der Regel von entsprechenden Onlineversandhändlern in großen Umfang eingesetzt.

Es handelte sich dabei aber nicht nur um das Motiv "Buchenwälder" sondern und viele weitere vorwiegend 145 Cent Marken aus jener Zeit, die man je nach Motiv mal mehr mal weniger gut unter UV bezüglich der Manipulationen erkennen kann.

Nun zum zweiten Ausschnitt 100 Jahre Vogelwarte:

Wie Ben hier schon richtig geschrieben hat, ist eines der einfachsten Merkmale, hier die Fälschung zu erkennen, eine gute Lupe und die Untersuchung des Schriftzuges "Deutschland".

Dieser ist wie Ben richtig geschrieben hat im Original bläulich, bei der Fälschung aber weiss.

Weitere Infos zu dieser Fälschung findest Du aber auch hier [1].

Dort findest Du aber in der entsprechenden Rubrik "Briefmarken und Ganzsachen" auch viele weitere Infos über Fälschungen seit der Euroeinführung.

Viele Grüße Jürgen

[1] http://www.jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-vogelwarte-helgoland.html
 
Journalist Am: 17.07.2022 09:29:22 Gelesen: 1594# 160 @  
@ Journalist [#14]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag war ja auch schon mal die 2004 herausgegebene Briefmarke 55 Cent Wattenmeer als Fälschung genannt worden. In der philatelie 331 vom Januar 2005 wurde diese Fälschung dann kurz von Wolfgang Maassen und Wilhelm van Loo vorgestellt.

Nun habe ich nach langer Zeit der Suche hierzu ein linkes Eckrandpärchen zur Prüfung vorgelegt bekommen und kann nun daher hierzu auch ergänzende Bilder und weitere deutliche Details nennen, an denen man die Fälschung erkennen kann.

Zum Schluß werde ich aber noch etwas zur Geschichte der Fälschung erzählen, die sehr interessant ist.

Zuerst aber mal ein Scan mit 600 dpi - links die Fälschung - rechts daneben eine Originalmarke



Wie schon in der philatelie damals beschrieben, ist eines der auffälligsten Merkmale, die mangelhafte Zähnung der Fälschungen (Linienzähnung) statt Kammzähnung und anderes Zähnungsmaß. Besonders gut sichtbar ist dies in den Ecken der jeweiligen Marke, wie auch die folgenden USB-Mikroskopaufnahmen zeigen:



Während bei den echten Marken ein sauberer Eckzahn vorhanden ist, ist dies bei der Fälschung rechts mehr oder weniger nur ansatzweise zu erkennen, wie auch das folgende Vergleichsfoto zeigt:



Man kann hier aber auch sehr gut erkennen, das es deutliche Rasteruntersschiede bei den verschiedenen Farben (beispielsweise blau oder rot) gibt.

Wenn man aber keine Marke mit Rand für die Prüfung zur Verfügung hat, gibt es ein bisher nicht genanntes gutes Merkmal, das man mit einer guten Lupe auch erkennen kann:



Während bei den echten Marken der unterere Schriftzug Wattenmeer immer leicht in einer blauen Schraffur steht, wurde dies bei der Fälschung nicht berücksichtigt.

Erkennen kann man die Fälschung aber auch unter UV-Licht, den sie leuchtet gar nicht und es sind auch keine optischen Aufheller erkennbar.

Das leichteste Merkmal ist aber aus meiner Sicht zum einen die sehr unsaubere Eckzähnung und die fehlende blaue leichte Schraffur im unteren Bereich des Schriftzugs Wattenmeer.

Nun aber noch etwas zur Geschichte der Fälschung selbst:

Gefunden wurden von der Fälschung zwar nur wenige Exemplare, aber die Spur führte zu einem Hehler, der seine übergeordnete Quelle nannte. So fand man die Druckerei, die in Polen lag. Nach Einschaltung von Interpol und weiteren Ermittlungen wurde die Druckerei dann ausgehoben. Es war eine große Fälscherwerkstatt, die alles gefälscht hat, was Geld bringt, Steuerbanderolen für Zigaretten aber auch Briefmarken. Gefunden wurde dort noch der Hauptteil der gefälschten Briefmarken in einer Größenordnung von 800.000 Stück. Diese hatten die Fälscher noch nicht über Ebay und andere Kanäle vertreiben können.

Manche der Fälscher versuchen dies heute eher über andere Wege, als Ebay - denn dies hinterläßt Spuren. Als Beispiel sei hier die Profifälschung 95 Cent Marienplatz genannt. Diese wurde damals bei ihrer Entdeckung in einer Größenordnung von circa. 100.000 Stück angeboten, konnte aber nicht verkauft werden, da die Frankaturwarehändler hier rechtzeitig gewarnt werden konnten. Man hat diese Marken aber nicht vernichtet, sondern nur gelagert. Seit einigen Monaten versucht man nun wieder diese Ware über verschiedene unterschiedliche Vertriebswege doch noch an den leichtgläubigen Kunden zu verkaufen bzw. an solche Kunden, die bisher nie gehört haben, dass es auch gefälschte Briefmarken gibt.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche,

viele Grüße Jürgen
 
achim11-76 Am: 17.07.2022 10:28:46 Gelesen: 1580# 161 @  
Heute muss halt alles billig billig sein .... ich denke, Marken im Stichtiefdruck anstatt Rasterdruck, mit Sicherheitsfasern und vllt auch noch Wasserzeichen würde das Fälschen doch heutzutage wirklich erschweren.
 

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