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Thema: Fälschungen zum Schaden der Post in Deutschland seit der Euroeinführung
Das Thema hat 134 Beiträge:
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Journalist Am: 21.05.2020 15:46:45 Gelesen: 4610# 110 @  
@ Journalist [#86]

Hallo an alle,

in obigen Beitrag hatte ich ja schon mal erste Details der Fälschung Dampfschiff "Die Weser" vorgestellt. In der nächsten philatelie wird diese Fälschung ausführlich im Vergleich zum Original vorgestellt. Unter dem folgenden Link finden Sie schon jetzt die Vorabveröffentlichung dieses Artikels[1].

Da Links ohne Bilder doch sehr trocken sind noch zwei weitere Bilder als Vergleich zu dieser Fälschung hier:



Der Teilausschnitt der Jahreszahl 2016 - links die echte Marke mit der flächig gedruckten Jahreszahl, rechts die Fälschung und noch ein weiterer Teilausschnitt:



Links die echte Marke mit dem flächigen Druck der Wertangabe 70 und rechts die Fälschung.

Am Wochenende wird dann noch der zweite Artikel als Vorabveröffentlichung freigeschaltet werden, in dem über die Fledermausfälschung berichtet wird.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche - viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/faelschung-folienblatt-62-die-weser.html
 
Journalist Am: 24.05.2020 08:33:35 Gelesen: 4374# 111 @  
@ Journalist [#110]

Hallo an alle,

wie oben schon angekündigt wurde gerade eben auch der zweite Artikel über Fälschungen mit dem Titel "Erste Fälschung einer Zuschlagsmarke" als Vorabveröffentlichung aus der philatelie (Juni-Ausgabe 2020) im Internet freigeschaltet [1].

Daraus auch noch hier einige ergänzende erste Bilder, zuerst von der Mopsfledermaus:



Es handelt sich hier um einen Vergleich der echten Marken oben und der Fälschung unten unter UV-Licht mit 256 Nanometer (Phosphorlampe). Oben sieht man deutlich, das die Seltenen Erden (das zusätzliche zweite Sicherheitselement für Briefmarken) als Sicherheitsaufdruck nur im inneren Bereich der Marke mit Ausnahme eines circa 2 mm breiten Randes im Bereich der Zähnung als erster Druckgang in einer farblosen Schicht gedruckt wurde.

Zusätzlich noch abschließend zur Mopsfledermaus ein Ausschnitt der Gesichtszüge der Fledermaus:



Links das Original und rechts die Fälschung mit wesentlich ausführlicher Detailierung der Gesichtszüge ohne die typischen Rosetten. Diese Fälschung hat die beste Qualität, die der Autor bisher gesehen hat. Die Druckraster und Abstände der Druckpunkte und die Druckwinkel sind bei der Fälschung identisch !!!

Auch bei der zweiten Marke aus der selben Quelle findet man im Druck selbst nur minimale Unterschiede:



Diese Abbildung zeigt einen Bildausschnitt der Krawatte im unteren Teil - links die echte Marke - rechts die Fälschung. Der Hauptunterschied bei dieser zweiten Fälschung ist aber auch wieder nur der fehlende Sicherheitsdruck mit den Seltenen Erden.

Gedruckt wurden diese Fälschungen im Offsetdruck, solche Maschinen haben einen Durchsatz von 4 Meter pro Sekunde, hier wurden also nicht gerade wenige Marken als Fälschung hergestellt.

Erkennbar sind diese Fälschungen für einen Sammler in der Regel nur mit einer Phosphorlampe, da unter UV mit 365 Nanometer keine Unterschiede zwischen der Fälschung und dem Original existieren. Mal sehen, was aus dieser Quelle noch alles an Fälschungen auftauchen könnte ?

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/erste-faelschung-einer-zuschlagsmarke.html
 
Journalist Am: 28.05.2020 11:35:45 Gelesen: 4201# 112 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

ergänzend zu obiger Meldung noch der Hinweis das auch die entsprechende Übersichtstabelle mit bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" aktualisiert wurde [1].

Mit dem heutigen Datenstand sind somit mindestens 67 verschiedene Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung bekannt - vermutlich gibt es aber noch die eine oder andere Fälschung die dem Autor bisher noch nicht gemeldet wurde und daher dürften es realistisch schon über 70 Fälschungen seit 2002 geben.

Daher hier nochmals der Aufruf an alle, melden Sie bitte zum einen in der obigen Übersicht noch nicht gemeldete Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung oder senden Sie leihweise diese zur Ansicht und Prüfung zu - schon jetzt danke an alle Informanten. Die eingehenden Informationen werden nach dem deutschen Presserecht selbstverständlich quellenrechtlich anonym behandelt.

Auch anonyme Zusendungen mit gefälschten Marken sind willkommen.

Weiter werden auch noch dort zwar gelistete teils etwas ältere Fälschungen gesucht, die aber im Original noch nicht zur Prüfung vorgelegen haben. Auch hier bittet der Autor um weitere Zusendungen - es ist auch im begrenzten Umfang ein Tausch Fälschung gegen Fälschung vorstellbar, um die Forschungssammlung weiter ausbauen zu können.

Schon jetzt vielen Dank an die bisherigen Informanten und Tipgeber - machen Sie weiter so, damit diese Fälschungen hier vorgestellt werden können.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 07.06.2020 18:35:22 Gelesen: 3845# 113 @  
@ Journalist [#111]

Hallo an alle,

die gefälschte Mopsfledermaus ist auch für die Motivarbeitsgemeinschaft Zoologie e.V. interessant und sie hat mit Erlaubnis des Autors diesen Teil des Artikels auf ihrer interessanten Webseite unter "News" eingestellt [1] - dazu hier erst einmal eine Bildschirmkopie der entsprechenden Seite zur Info und dann der passende Link für Zoologiesammler



Soweit noch eine interessante Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen

[1] https://www.arge-zoologie.de/index.php/saeugetiere/264-hoehere-saeugetiere-eutheria/fledertiere-chiroptera/glattnasen-vespertilionidae/241-die-gefaelschte-mopsfledermaus
 
Journalist Am: 06.08.2020 19:51:55 Gelesen: 2701# 114 @  
Hallo an alle,

am 8. Juli 2020 ging in Saarbrücken vor dem dortigen Amtsgericht nach zwei Jahren und drei Sitzungen ein Betrugsprozeß um Briefmarkenfälschungen zu Ende. Die erste Verhandlung fand am 3. Dezember 2018 statt, die zweite nach einer Coronaverschiebung erst vor kurzem am 22. Juli 2020 und die letzte mit dem Urteilsspruch dann am 8. Juli 2020. Der Autor war extra an diesem Tag vor Ort und hatte auch die vorherigen Sitzungen beobachten lassen bzw. selbst beobachtet.

Dazu ist nur derzeit ein neuer Artikel für die Septemberausgabe der philatelie in Vorbereitung mit dem Titel "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

In diesem Artikel geht es nicht nur um den dortigen behandelten Fall, es zeigt auch sehr gut die Schwachstellen des derzeitigen Vorgehens durch die Post und die Gerichte gegen die Fälscher auf.

Die Leser dieser Rubrik werden die Vorabveröffentlichung, die in circa 10 Tagen erfolgen wird, schon hier als erste erfahren.

Benutzt wurde Original Vordruckpapier mit dem Motiv Post Tower Bonn und Brandenburger Tor, obwohl laut dem Verpackungsmaterial, dieses ja ordentlich dokumentiert werden sollte, wie folgender Scan zeigt:



Soweit neues aus der Fälscherküche - viele Grüße

Jürgen
 
Journalist Am: 17.08.2020 18:42:23 Gelesen: 2703# 115 @  
Marke Marienplatz München (naßklebend) - 2 Auflagen ?

Hallo an alle,

ich habe hier zwei verschiedene naßklebende 10er Bogen der Marke aus der Serie U-Bahnstationen "Marienplatz München" 95 Cent vorliegen, die sich an verschiedenen Stellen im Druckraster unterscheiden.

Die einfachste Erkennung ist dabei die blaue Linie der U-Bahn selbst - in einem Fall hat sie ein leichtes weißes Raster - im anderen Fall hat Sie kein Raster !

Auch die anderen Farben haben unterschiedliche Rasterwinkel.

Fotos dazu folgen noch wenn alles klappt, vor einer Reise.

Wer kann diese Beobachtungen hier bestätigen, das ihm hier von dieser Marke entsprechende Exemplare mit obigen genannten Unterschieden vorliegen - schon jetzt danke für ihre Meldungen.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 18.08.2020 09:54:47 Gelesen: 2613# 116 @  
@ Journalist [#115]

Hallo an alle,

hier nun noch einige erste Bilder als Ergänzung zu gestriger Meldung. Zuerst einmal ein kompletter 10er Bogen mit 300 dpi gescannt - bezogen von der Versandstelle Weiden vor einigen Tagen - er hat im Bereich der blauen Farbe ein leichtes Raster:



Nun dazu ergänzend ein Bildausschnitt einer unteren linken Ecke im Vergleich:



Links sieht man die Marke aus obigen 10er Bogen - rechts die Marke aus anderer Quelle ohne Raster im Bereich des blauen Bandes - weiter ist hier auch gut erkennbar, das das rote Raster einen anderen Winkel hat, als bei der rechten Marke.

Ergänzend dazu ein weiterer Bildausschnitt von anderer Stelle der rechten oberen Marke aus dem Zehnerbogen vom rechten Bogenrand:



Links sieht man wieder die Marke aus obigen 10er Bogen von der VS-Lieferung - rechts im Vergleich dazu die Marke aus der anderen Quelle - erkennbar ist hier sehr gut, das rechts die blaue Linie kein Raster hat und im Bereich der gelben Farbe, das das rote Raster einen anderen Winkel hat als bei der linken Marke.

Wer kann hier von der rechen Marke (kein Raster im blau) echt gelaufene Exemplare melden ?

Wer kann hier von der rechten Marke (kein Raster in blau) postfrische Exemplare melden ?

Schon jetzt danke für entsprechende Antworten.

Gab es überhaupt in der letzten Zeit bekannte Fälle, bei denen eine naßklebende ondermarke in zwei Auflagen gedruckt wurde ? - und wenn ja welche waren das ?

Viele Grüße Jürgen
 
Vernian Am: 18.08.2020 10:44:13 Gelesen: 2595# 117 @  
Hallo,

wenn nicht die unterschiedlichen Rasterwinkel wären hätte ich erst mal nur vermutet es handelt sich um Farbsättigungsunterschiede.

Trotzdem stellt sich mir die Frage ob es sich zwingend um zwei Auflagen handeln muß, oder ob möglicherweise die eine Auflage nur auf zwei Maschinen gedruckt wurde, die sich aber (unerkannt) eben in dem Druckresultat etwas unterscheiden? Oder da ja heute alles digital gesteuert ist, der Druck wurde zwar auf einer Maschine, aber nicht in einem Durchgang durchgeführt, bspw. weil irgendein Problem auftrat. Bis zur Fortsetzung des Drucks erfolgte ein (automatisches?) Update der Software, welches Auswirkungen auf die Bildumsetzung in den Druck hatte, weshalb dann die Rasterausrichtung / Rasterpunktdichte / Farbintensität o.a.m. anders erfolgte als zuvor. Also das Ganze zwar im Grunde wie zwei Auflagen, nur unerkannt weil in ein und demselben Druckauftrag ausgeführt.

Reine Hypothese, aber denkbar, oder?

Best

Vernian
 
Journalist Am: 19.08.2020 09:38:41 Gelesen: 2488# 118 @  
@ Vernian [#117]

Hallo Vernian,

dazu werde ich auf alle Fälle auch noch demnächst einen Experten befragen. Aber bisher galt in der Regel immer, andere Raster - neue Druckauflage und dies müsste dann entsprechend auch katalogisiert werden - wie beispielsweise bei der Blumenmarke 62 Cent Pfingstrose selbstklebend - siehe Rollenmarkenkatalog:



Sollte diese rechte Marke mit dem anderen Raster und der blauen Linie ohne Raster allerdings nicht gestempelt im Bedarf groß gefunden werden oder auch postfrisch an verschiedenen Orten in Deutschland gefunden werden, wäre die Sachlage etwas anders.

In diesem Fall besteht dann der begründete Verdacht, das es sich um eine neue Fälschung zum Schaden der Post handeln würde ?

Diese wäre allerdings dann in sehr guter Qualität, da die rechte Marke mit der blauen Linie ohne Rasterung die selben Sicherheitsmerkmale wie die linke echte Marke aufweist - also sowohl UV stimmt fast identisch als auch das zweite Sicherheitselement "die seltenen Erden" wurde an den richtigen Stellen gedruckt.

In diesem Falle würde es sehr spannend werden, denn wenn diese Quelle weiter produziert, dann geht alles !

Daher hier noch einmal der Aufruf, diese Marke zu untersuchen, ob von der rechten Variante einiges gefunden wird oder nicht ? - denn die bisherige rechte Marke (bei der unter anderem die blaue Linie ohne Raster ist) stammt bisher nicht nachweisbar von einem Postschalterverkauf sondern aus einer anderen Quelle, die ich derzeit noch nicht weiter erläutern möchte.

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 20.08.2020 11:30:52 Gelesen: 2398# 119 @  
Hallo an alle,

gesucht werden immer noch erste sachdienliche Hinweise über die naßklebende Marke Marienplatz mit den folgenden Eigenschaften:



blaue Linie ohne Raster und anderes Raster rot



Wer kann von dieser Marke gestempelte Exemplare zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 20.08.2020 17:02:37 Gelesen: 2282# 120 @  
@ Journalist [#114]

Hallo an alle,

vorhin wurde der oben angekündigte neue Artikel als Vorabveröffentlichung auf der Webseite "Moderne Postgeschichte" in der Hauptrubrik "Automatenmarken (ATM)" freigeschaltet [1].

viele Grüße Jürgen

[1] http://jolschimke.de/automatenmarken-atm/aufdruckfaelschungen-bei-atm-ein-aktueller-postbetrugskrimi.html
 
Journalist Am: 24.08.2020 20:01:46 Gelesen: 2293# 121 @  
Hallo an alle,

ist die Marke so selten, da noch niemand etwas gemeldet hat?

Viele grüße Jürgen
 
Vernian Am: 24.08.2020 23:09:05 Gelesen: 2252# 122 @  
@ Journalist [#121]

Die Zahl der Neuheitensammler Deutschland ist halt weiter rückläufig (ich besorge mir auch schon seit bald 20 Jahren nur noch was mir gefällt oder was durch Tausch und Postverkehr reinkommt), da gibt es vielleicht nicht mehr so viele, die die Marke (schon) haben (ich auch nicht) - und dann ist ja Urlaubszeit (viele sind verreist um C-19 als Souvenir mitzubringen).

Best

V.
 
Journalist Am: 29.08.2020 17:23:22 Gelesen: 2119# 123 @  
Hallo an alle,

ich möchte mit diesem Beitrag doch noch einmal dieses Thema etwas aus der Versenkung holen, in der Hoffnung dass nicht nur vernian sondern auch jemand anderes vielleicht doch einen Hinweis zu dem Thema geben kann -

viele grüße Jürgen
 
Winni451 Am: 29.08.2020 19:35:25 Gelesen: 2081# 124 @  
Schade, dass niemand weiterhelfen kann, auch ich nicht. Mein sehr geringer Bestand zeigt nur die "Normalform" (blaue Linie geraster).

Grüße
Winfried
 
drmoeller_neuss Am: 29.08.2020 20:17:23 Gelesen: 2052# 125 @  
Ich habe auch meinen Umschlag mit den Neuheiten von der Versandstelle getestet.

Ergebnis: Nur die gerasterte Normalform. Daher habe ich hier nicht gleich geantwortet.
 
funnystamp Am: 29.08.2020 22:01:12 Gelesen: 2022# 126 @  
Habe aus verschiedenen Verkaufsstellen Marken vorliegen, alle nur die gerasterte Normalform.

Grüße Hermann
 
Journalist Am: 30.08.2020 14:24:07 Gelesen: 1952# 127 @  
@ funnystamp [#126]

Hallo Hermann und die anderen, die hier doch etwas gemeldet haben - danke.

Diese infos helfen weiter, denn es verdichtet sich der Verdacht, das es sich doch um eine sehr gute Fälschung handeln könnte. Dazu müssen nun aber erst einige weitere Analysen durchgeführt werden, die etwas Zeit und Aufwand erfordern.

Soweit für heute neues aus der Forscherküche, Jürgen

[Beiträge [#115] bis [#127] redaktionell verschoben / Wunsch von Journalist]
 
Journalist Am: 03.09.2020 13:12:40 Gelesen: 1809# 128 @  
@ Journalist [#115]

Hallo an alle,

in den obigen Beitrag vom 17.8.2020 hatte ich ja erstmals über die naßklebende 95 Cent Marienplatz berichtet. Damals galt noch der Unschuldsbeweis und eher die zumindest ansatzweise theoretische Möglichkeit, das es sich um eine zweite Druckauflage der Deutschen Post bei einer anderen Druckerei handeln könnte.

Dies ist aber nun nicht der Fall - das bedeutet eindeutig, das es sich hier um eine professionelle neue Fälschung handelt.

Diese wird dieser Tage teils in Kontigenten von bis zu 100.000 Stück verschiedenen Frankaturwarehändlern im Ankauf angeboten. Die ersten Angebote dieser Fälschung wurden mir allerdings bereits schon Anfang / Mitte Juli gemeldet. Da aber die Prüfung der "Seltenen Erden" ok war, hatte ich diesen ersten Warnhinweis leider nicht weiter sorgfältig betrachtet.

Bei dieser Fälschung wurden erstmals die "seltenen Erden" genauso gedruckt bzw. eingesetzt wie bei der echten Marke !!!

Es gibt aber glücklicherweise doch einige andere Unterschiede, um diese zu unterscheiden siehe auch

@ Journalist [#116]

Bei der Fälschung hat die blaue Linie kein Raster - bei der echten Marke gibt es aber eins ! - dies ist das einfachste Kriterium.



Links die echte rechts die falsche Marke.

Derzeit laufen verschiedene Detailuntersuchungen zur Drucktechnik und zur Art der Fälschung der "Seltenen Erden". Wenn hier entsprechende weitere Ergebnisse vorliegen, wird hier darüber natürlich berichtet werden - außerdem ist natürlich ein entsprechender Artikel in der philatelie in Vorbereitung.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
Journalist Am: 04.09.2020 09:18:01 Gelesen: 1735# 129 @  
Hallo an alle,

bezüglich der Erkennbarkeit der gefälschten Marken im Postbetrieb liegt nun auch ein Scan vor der testweise abgeschickt wurde:



Wie man dem Ausschnitt entnehmen kann, wurde die Sendung am 20.8. anstandslos gestempelt und unerkannt zum Empfänger befördert. Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Interessant ist übrigens auch wie diese Großmengen angeboten werden, nicht ordentlich geblistert sondern in großen Stapeln in Klarsichthüllen. Wer hier nicht schon stutzig wird, hat verloren.

Soweit für heute Neues aus der Fälscherküche

viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 04.09.2020 09:28:40 Gelesen: 1730# 130 @  
@ Journalist [#129]

Ob es nun nur in diesem BZ Probleme mit der Erkennung der Fälschung gibt oder auch in anderen oder sogar generell, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschließend sagen.

Bist Du Dir sicher, dass die Post die Fälschung wirklich nicht erkannt hat? Möglicherweise ist Dein Poststück bereits intern registriert und photographiert worden, und man wartet nur noch auf weitere Beweisstücke.

Es ist unklug, beim ersten Auftreten bereits zuzuschlagen, um damit die Mittelsmänner zu warnen.
 
Journalist Am: 07.09.2020 09:13:29 Gelesen: 1625# 131 @  
@ drmoeller_neuss [#130]

Hallo,

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 07.09.2020 11:48:44 Gelesen: 1595# 132 @  
@ Journalist [#131]

ja ich bin mir hier sicher, dass das Poststück nicht registriert wurde, denn wie man auch bei der Briefankündigung sehen kann, sind die gespeicherten Sendungsbilder nicht gerade von hoher Qualität. Außerdem zählen vor Gericht ja nur tatsächlich vorgelegte bzw. dokumentierte Briefe - siehe auch der Artikel in der philatelie "Aufdruckfälschungen bei ATM - ein aktueller Postbetrugskrimi".

Die gleichen Untersuchungen und hoch aufgelösten Scans, die Du gemacht und hier gezeigt hast, kann auch die Deutsche Post machen. Wenn das unter Zeugen passiert und vernünftig dokumentiert wird, ist das auch gerichtsfest, selbst wenn das "Corpus delicti" nicht mehr vorhanden ist.

Wenn ein einzelner Brief mit einer Fälschung von der Post angezeigt wird, wird man dem Absender nichts vorwerfen können. Der Absender wird behaupten, die gefälschte Marke mit ein paar anderen auf einem Tauschtag gutgläubig erworben zu haben. Eine Hausdurchsuchung wird man bei dieser "Bagatelle" auch nicht erwirken können und an die Hintermänner kommt man gar nicht heran. Bei tausenden von Briefen sieht es schon anders aus. Deswegen ist es für die Deutsche Post besser zu warten und unauffällig Beweise zu sammeln. (die Stasi hat genauso gearbeitet, und peinlichst darauf geachtet, an den beanstandeten Poststücken keine Spuren zu hinterlassen und Verzögerungen bei der Zustellung zu vermeiden).

Ben_11 hat übrigens mal ausgerechnet, wie viel Papier bzw. welche Zeit man benötigt um diese 100.000 gefälschten Marken zu drucken. Ohne Rüstzeit der Maschinen würde man bei einer Rollenoffsetdruckmaschine etwa 4000 Meter Papier benötigen - bei einer Bogenoffsetdruckmaschine wäre es identisch nur das es halt eine entsprechende Anzahl von Papierbögen wäre. Die Zeit zum Druck beträgt nur knapp 20 Minuten, also kein großer Arbeitsaufwand für eine professionelle Druckerei oder für ein nettes Nebengeschäft eventuell unterbezahlter Drucker in einem ärmeren Land im Osten.

Das Problem liegt nicht im Druckverfahren. Inzwischen bekommt jede Hinterhofdruckerei den Offsetdruck in der gleichen Qualität wie die Bundesdruckerei hin. Das Problem liegt doch eher auf der Beschaffungsseite. Wo kann ich Postwertzeichenpapier mit der gleichen Gummierung und Zähnungsmaschinen mit der gleichen Zähnung wie für die Post beschaffen? Ich vermute auch, dass irgendeine "offizielle" Wertzeichendruckerei an diesem Krimi beteiligt ist.

Im übrigen sind in den letzten beiden Jahrzehnten einige Wertzeichendruckereien liquidiert worden. Halbfertige Druckprodukte aus der Konkursmasse überschwemmen den Markt als seltene "Abarten" und werden zum Teil sogar zur Frankatur verwendet, siehe Tansania. Auch hier wäre ein Missbrauch denkbar.

Ist das Fälschen von Briefmarken nur ein Problem der Deutschen Post? Zumindest in den Niederlanden gab es ähnliche Probleme, weswegen alle Guldenmarken vor knapp zehn Jahren als ungültig erklärt wurden. Auch in Italien wurde fleissig gefälscht, und die betroffenen Dauermarken ausser Kurs gesetzt. In Irland hat es den 1-Pfund-Wert aus der Dauerserie Architektur getroffen (Nr. 502). Die Fälschung wurde aber meistens zur Zahlung von Rundfunkgebühren verwendet und seltener auf Briefen.
 
Journalist Am: 10.09.2020 10:27:33 Gelesen: 1468# 133 @  
Hallo an alle,

die Fälschungen sind vor allem ein Problem der großen Länder, wo auch viele Briefmarken benötigt werden - also Deutschland, Großbritannien und einigen anderen Ländern. Hier scheint aber jedes Land seine eigene Strategie oder Nicht-Strategie zu verfolgen, aber darüber habe ich leider nicht sehr viele Erkenntnisse.

Interessant ist allerdings, das die Franzosen, seit einiger Zeit bei ihren Sicherheitsbalken auch die "Seltenen Erden" benutzen, aber in einer anderen Zusammensetzung. Dazu wurden erste Analysen vorgenommen. Wenn diese abgeschlossen sind, soll darüber berichtet werden. Leider haben sich einige dieser geplanten Analysen coronabedingt verzögert. Seit wann die Franzosen dieses zusätzliche Sicherheitselement nutzen, ist bisher nicht bekannt. Erkennbar ist dies allerdings derzeit nur einfach mit einen IR-Laserpointer, soweit dazu.

Mit heutigen Datum wurde außerdem die Gesamtübersicht der bisher bekannten Fälschungen zum Schaden der Post seit Euroeinführung aktualisiert. Aufgenommen wurde zum einen obige genannte Mi-Nr. 3538 Marienplatz und ein ältere Fälschung, die in der letzten Zeit gemeldet wurde (70 Cent selbstklebend Penauts - Snoopy) Mi-Nr. 3371 - der passende Link dazu ist am Ende dieses Beitrags zu finden.

Damit sind hier nun 69 bekannte Fälschungen seit 2002 gelistet.


Soweit für heute neues aus der Fälscherküche

Jürgen

http://jolschimke.de/briefmarken-und-ganzsachen/uebersicht-faelschungen-zum-schaden-der-post-seit-euroeinfuehrung.html
 
Journalist Am: 26.09.2020 14:14:05 Gelesen: 917# 134 @  
@ Journalist [#128]

Hallo an alle,

wenn man sowohl ein Original als auch eine Fälschung hat, kann man unter UV-Licht auch einen weiteren Unterschied deutlich feststellen:



Die echten Marken haben eine doppelt so intensive UV-Reaktion, wie die Fälschung, die scheinbar nur in einem dünnen Dispersionslack vor dem Druck aufgetragen wurde.

Soweit eine weitere Ergänzung zu dieser Fälschung.

Viele Grüße Jürgen
 

Das Thema hat 134 Beiträge:
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