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Thema: Kiloware: Kauf und Aufbereitung
Das Thema hat 34 Beiträge:
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Wim Ehlers Am: 29.08.2013 17:36:36 Gelesen: 17872# 10 @  
@ el-mue [#9]

Danke, Helmut, für "den Ball, den Du mir zuspielst"!

Sicherlich ist es ganz entscheidend, auf welches Sammelgebiet ich mich konzentriere. Die erwähnte Kiloware (die nicht immer ein ganzes Kilo enthält - man achte auf die Angaben) ist eine gute Möglichkeit, preiswert zu einer ganzen Menge an Briefmarken zu kommen. Oft wird genauer beschrieben, aus welchen Jahren die Kiloware zusammengestellt wurde und ob nur Freimarken oder auch Sondermarken dabei sind. Dann gibt es noch Angebote mit Papier (und oft sauberen Rundstempeln) und ohne Papier.



Hier zeige ich zwei verschiedene Kilowaren-Angebote, einmal mit Papier, einmal papierlos, die ich vor einiger Zeit einmal offeriert hatte.

Beste Grüße
Wim
 
Pete Am: 29.08.2013 17:48:42 Gelesen: 17854# 11 @  
@ el-mue [#9]

Sammler mit kleinem Geldbeutel rate ich zu Sammelgebieten, wo man noch gute Kiloware bekommt und es sich lohnt Spezialsammlungen aufzubauen.

Hierbei kann es sich auch gut um ein Gebiet im Ausland handeln, z.B. Übersee. Bestimmte Länder sind bedarfsgestempelt eher etwas selten bestückt und mit viel Geduld lässt sich über "Alle Welt"-Alben für 5-10 Cent pro Marke über mehrere Jahre hinweg eine interessante Sammlung aufbauen, die in dieser Form auch nicht jeder hat. Kiloware ist ebenfalls eine gute Quelle zum Suchen. Meinem Eindruck nach machen sich relativ viele Anbieter nicht besonders viel Mühe, gerade den Bestand an Überseemarken besonders aufzubereiten bzw. über Michelnummern auszupreisen. Dadurch kann sich so manche Rosine in normaler Masse verstecken. Dies gilt nicht nur für lose Marken sondern auch Belege. drmoeller_neuss kann Beispiele erzählen.

Insbesondere bedarfsgestempelte Marken aus sog. Raubstaaten können interessant sein (sofern man keinen Anspruch auf Vollständigkeit bezüglich der Hauptnummern erhebt). Alles in allem ist diese Sammelform m.E. nicht so teuer und vor allem abhängig vom angebotenen Material. Man braucht hier insbesondere (sehr viel) Zeit und Geduld beim Suchen.

Gruß
Pete
der dies nebenbei auch für mittlerweile einige Staaten aus Ostafrika betreibt (jährlicher Aufwand vielleicht 100 Euro) und zusieht, wie diese Sammlungen von Jahr zu Jahr allmählich wachsen ...
 
taro Am: 29.08.2013 18:08:48 Gelesen: 17842# 12 @  
@ el-mue [#9]
@ Pete [#11]

Natürlich können Sammelgebiete mit guter Kiloware aufgebaut werden, die Fragen die aber gestellt werden müssen:

1. Was zeichnet gute, günstige Kiloware aus und worauf sollte man achten?
2. Welche Bezugsmöglichkeiten zu welchen Preisen gibt es?
3. Von welcher Art von Kiloware ist im allgemeinen abzuraten?

Grüße
Sven
 
uli Am: 30.08.2013 11:48:30 Gelesen: 17691# 13 @  
@ taro [#12]

Ich bin zwar keiner von beiden, als Kilowaren-Junkie erlaube ich mir aber mal zu antworten.

zu 1): Wichtig ist mir, dass die Marken einlagig und eng geschnitten / gerissen sind. Zudem erwarte ich, dass offensichtlich beschädigte Stücke und anderes Altpapier nicht vorhanden sind; das gilt insbesondere für Kiloware, die explizit als durchsucht angeboten wurde. Der Grund dafür ist einfach, dass ich sicher sein will, wie viele Marken ich für mein Geld erhalte. Von einer Vorstellung sollte man sich ganz schnell verabschieden: Wirklich undurchsuchte Kiloware gibt es nicht.

zu 2): Ebay etc., kleinere Auktionshäuser, Bodelschwinghsche Anstalten Bethel u.a. Missionswerke, professionelle Kiloware-Anbieter, wie z.B. Behn. Die Preise gehen von ... bis, das ist ganz gewaltig anhängig vom Inhalt (Gebiet, Zeitraum, Qualität). Sortenreine Kiloware mit Marken aus dem Ausland ist i.d.R. teurer als Bund-Kiloware. Insbesondere bei ebay gibt es teilweise extreme (bis zu 500%) und nicht nachvollziehbare Preisunterschiede, so meine Erfahrung als Käufer und Verkäufer.

zu 3): ... gibt es keine allgemein gültigen Antworten. Kiloware ist eine Wundertüte. Bei ebay-Käufen von privat habe ich von "50% Altpapier" bis "erstklassig" schon alles erlebt. Bei von Kilowaren-Händlern angebotene Posten schwankt das zwar nicht so stark, trotzdem können sich diese in der Qualität je Lieferung durchaus unterscheiden. In den letzten Jahren beziehe ich Kiloware nur über ebay und persönliche Kontakte. Früher war ich mit Kiloware von Bethel (Sorte D) zufrieden, mittlerweile kann ich Bethel aber nur noch jemanden empfehlen, der mit BUMI was anfangen kann.

Ein Hinweis: Bei Bethel ist gerade Jubiläums-Aktion, u.a. gibt es wieder die (allerdings sehr teure) Sorte "Nostalgie", Kiloware ausschliesslich mit deutschen Marken bis ca. 1955.

Gruß
Uli
 
gründi Am: 30.08.2013 13:31:09 Gelesen: 17667# 14 @  
@ uli [#13]

Hallo Uli,

vielen Dank für deinen Tip bezüglich Bethel.

Ich selbst bin Fan der Sorte "BuMi" bei Bethel und kann diese Sorte jedem empfehlen, der ein breit gefächertes Sammelspektrum oder viele Tauschpartner mit unterschiedlichen Sammelgebieten hat. Auch für den Bund Sammler gibt es dort viel zu entdecken, relativ viele Zuschlagsmarken z.B. Auch der Anteil papierloser Kiloware (schon abgelöste Briefmarken) ist meist hoch, hier lassen sich mit Glück auch Deutsches Reich Ausgaben etc. finden.

Jede BuMi Kiste ist anders zusammengesetzt, so dass man den genauen Inhalt nie voraussagen kann. Er setzt sich aus den unterschiedlichen Spendeneingängen von Bethel zusammen. Man darf nicht vergessen, dass nicht nur viele große Firmen die Briefmarken aus ihrem täglichen Posteingang spenden, sondern dass Bethel auch viele Briefmarkensammlungen aus privater Hand erhält.

Viele Grüße

gründi
 
Wim Ehlers Am: 30.08.2013 14:29:12 Gelesen: 17649# 15 @  
@ uli [#13]

Hallo uli,

ein Hinweis sei gestattet: Weil die Zahl der Stempel-Sammler steigt, kommen immer mehr Kilowaren-Angebote auf den Markt, die praktisch ein Briefstück darstellen. Aus eigener Erfahrung bei ebay weiss ich, dass für 500 g Kiloware mit guten Stempeln auf Papier fast doppelt soviel bezahlt wird, als für eng beschnittene Marken. Es liegt also am Sammler, worauf er sich spezialisieren möchte. Ansonsten kann ich Deinen Ausführungen nur zustimmen.



@ gründi [#14]

Hallo Florian,

Deine Erfahrungen mit der Kiloware aus Bethel kann ich nur bestätigen. Im Frühjahr diesen Jahres hatte ja die Briefmarken-Abteilung grossflächig plakatiert und auf 125 Jahre Briefmarken für Bethel hingewiesen. Apropos Hinweis: Den Link zu Briefmarken für Bethel [1] findet Ihr unten.

Beste Grüße
Wim

[1] http://www.briefmarken-bethel.de/
 
Pete Am: 30.08.2013 17:46:43 Gelesen: 17604# 16 @  
@ taro [#12]

1. Was zeichnet gute, günstige Kiloware aus und worauf sollte man achten?
2. Welche Bezugsmöglichkeiten zu welchen Preisen gibt es?
3. Von welcher Art von Kiloware ist im allgemeinen abzuraten?


Deine Fragen 1. bis 3. sind davon abhängig, was du möchtest bzw. was du dir als Sammelziel (z.B. Ländersammlung, Spezialisierung auf bestimmte Ausgaben wie Dauerserien, ...; Heimat- oder (allgemeine) Stempelsammlung) gesteckt hast. ;-)

Ich bin in den letzten zwei Jahren eher dazu übergegangen, mir bereits bestehende Kiloware bei Sammlerkollegen auszuleihen, vor Ort auf dem Tauschtag oder zuhause durchzusehen, das für mich interessante Material zu entnehmen und dann per Stück (z.B. vorab vereinbarte 5 oder 10 Cent pro Marke) mit dem Kilowarenbesitzer abzurechnen. Diese Vorgehensweise lässt sich auch gut bei Lageralben anwenden, bei denen besondere Farben/Plattenfehler/seltene Typen vom Besitzer bereits entnommen wurden und nun nach Stempeln (z.B. Heimat- oder Stempelsammlung) ausgeschlachtet werden dürfen.

Je nach Quelle (= Posteingang) bzw. Umfang des Materials kann ein solcher Stückkauf auch eine Größenordnung von mehr als 20-30 Euro pro durchgesehenen Posten erreichen. So geschehen vor einigen Wochen bei einem Posten Briefstücke mit Massenware aus der Inflationszeit, mutmaßlich seinerzeit aus einem Posteingang gesammelt und seither zusammenbelassen - meine Ortsstempelsammlung hat es mehr als gefreut und ich durfte die Sammlung aufgrund des Neueingangs komplett neu im Album stecken. Allerdings habe ich hinterher lediglich das mich interessierende Material vorliegen und der für mich nicht relevante Teil (i.d.R. die deutlich mengenmäßige Mehrheit eines Postens) liegt nicht ungenutzt bei mir herum sondern geht an den Besitzer zurück und kann von dort aus an andere Interessenten weitergereicht werden.

Gruß
Pete

[Beiträge 9 bis 16 redaktionell kopiert aus dem Thema "Briefmarkensammeln, auch etwas für den kleinen Geldbeutel"]
 
lueckel2010 Am: 09.09.2013 21:46:43 Gelesen: 17370# 17 @  
Der gescannte Adressaufkleber befand sich auf einem kleinen Karton (leider ohne Inhalt!).



Laut Absender gab es demnach wohl einen "amtlichen" (?) Kilowaren-Versand der damaligen Deutschen Bundespost. Die Sendung wurde im Mai 1955 abgestempelt.

Meine Frage dazu: "Von wann bis wann" hat diese Dienstelle bestanden?

Ich freue mich auf "klärende" Angaben und bedanke mich daher schon jetzt im Voraus.

Noch einen schönen Abend, Gerd Lückert
 
mausbach1 Am: 10.09.2013 08:31:49 Gelesen: 17318# 18 @  
Nach meinem Wissensstand bis in die frühen 70er Jahre.
 
lueckel2010 Am: 11.09.2013 13:11:11 Gelesen: 17243# 19 @  
@ mausbach1 [#18]

Hallo "mausbach1",

vielen Dank für den Hinweis.

Der genannte Zeitpunkt fällt in die Anfangsjahre meiner "philatelistischen Tätigkeiten".

Da hätte ich doch das damals nicht besonders üppige "Briefmarken-Budget" mal besser in Bundespost-Kiloware als in "bunte Bildchen", gekauft beim örtlichen Briefmarkenhändler, investieren sollen.

Vermutlich wäre dies "gewinnbringender" gewesen!

Noch einen schönen Tag und viele Grüße, Gerd Lückert
 
prefico74 Am: 05.09.2015 11:27:55 Gelesen: 14510# 20 @  
@ uli [#13]

Hallo,

bin gerade über diesen Beitrag gestolpert und kann hier die Feststellung bestätigen - Kiloware ist und bleibt eine "Wundertüte"!

Mein Vater sagte immer: "Sammle das, was Andere nicht wollen oder was so geläufig ist, dass es Alle als wertlos betrachten - die Zeiten ändern sich und Masse wird plötzlich zur gefragten Ware!"

So halte ich es seit 34 Jahren und bin bei Massenaufkäufen und Kiloware auf Grund des absolut geringen Preises sehr gut zurecht gekommen. Von den sammelspezifischen Funden mal abgesehen ist eine Forschung ohne Masse aus meiner Sicht sowieso kaum möglich!



Das letzte große Glück als "Beifund" war eine DDR 439 aIIgXI ° - und das für 1,50 €!

MfG
 
Oscar Acosta Am: 05.09.2015 13:31:25 Gelesen: 14473# 21 @  
Schönen guten Tag,

es kommt auch darauf an, wie man sammelt.

Ich für meinen Teil bin der Typ Schatzsucher, das entspannt mich - und kaufe nur Kilowaren oder Posten. Teuere Einzelstücke nehmen mir meinen Wühlspaß und interessieren mich nicht - Lücken versuche ich nicht zwanghaft zu schließen. Dementsprechend suche ich vorwiegend Abarten und Plattenfehler. Spezialsammler können meistens etwas finden.

Online-Auktionen wie Ebay oder Delcampe sind da aber mittlerweile nicht mehr so attraktiv, weil man tatsächlich davon ausgehen muss, dass die Ware mehrfach durchsucht wurde. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeitsquote eines Fundes nach meinen Beobachtungen geringer. Man kann aber immer wieder ein Stück finden. Es kann auch helfen sich einmal den Verkäufer anzusehen. Verkauft er nicht oft Marken ist das schon ein besseres Zeichen. Ich habe einmal eine recht konfuse Kiste von so einem Verkäufer erworben in dem ein postfrischer, senkrechter Dreierstreifen der Michel DR 481 - 25 Pf Eröffnung des Reichstags enthalten war - wurde als echt und einwandfrei attestiert.

Weitere bessere Funde waren DR Dienst 19 b oder DR 109 PF II - also jetzt nicht die ganz großen Spitzen, aber man freut sich doch ungeheim. Es gibt im übrigen noch unberührte Angebote - diese habe ich zuletzt bei Auktionshäusern gefunden, die Nachlässe auflösen und eben nicht nur auf Briefmarken spezialisiert sind. Da waren dann richtig nette Sachen zu finden.

prefico74 pflichte ich außerdem hinsichtlich des Preises bei. Man gibt nicht soviel aus und ist als Hobby erschwinglich.

Viele Grüße,

Oscar
 
beethoven_2014 Am: 06.09.2015 14:52:20 Gelesen: 14357# 22 @  
Ich kaufe auch je nach Geldbeutel Inflationssammlungen auf. Zum erstenmal habe ich - nach sehr sehr sehr langer Zeit - Kiloware gekauft.

Es handelt sich um einen Posten Inflationsmarken mit reichlich Germania.
Inhalt:

- guter Belegposten Inflation mit Weimarer Republick und Deutsches Reich
- Sortierte Germania auf Steckkarten
- Tütenposten mit hauptsächlich Infla
- 1,6 kg Inflation auf Papier
- Literatur !

Auf den ersten Blick dachte ich es war wieder eine meiner Käufe, die ich nicht hätte tätigen sollen, aber nach intensiver Durchsicht der Belege habe ich meine Meinung gründlich revidiert. Da habe ich so manch gute Stücke gefunden, die nicht alltäglich sind so z.B. ein Postauftrag, geprüfte Belege/Marken Inflation für meine Vergleichsammlung (Farbe) und nicht zu vergessen das wichtigste:

Besonders zu erwähnen ist die Literatur, die mir allesamt noch gefehlt hat und dazu noch reichlich Material für Plattenfehler und PE (Rosette) Funde.

Der Posten gibt noch Freude für viele lange Jahre her. Der 260 Euro Posten ist für mich auf den zweiten Blick ein lohnenswerter Kauf. Hätte der Händler bei ebay den Posten besser beschrieben bzw. mehr Bilder eingestellt, wäre dieser sicherlich noch teurer geworden.

Insgesamt ist der Posten für mich ein echter Glücksgriff gewesen.




 
Peter aus Oststeinbek Am: 01.02.2017 18:09:53 Gelesen: 10655# 23 @  
Nach vielen Jahren habe ich mal wieder Kiloware in Bethel gekauft, mit der ich früher immer zufrieden war. Leider ist sie nicht mehr so sortenreich und enthält überwiegend selbstklebende Marken, was aber wohl daran liegt, dass in den Filialen nur noch wenige Sorten selbstklebend verkauft werden. Der Sammler soll gefälligst bei den Versandstellen bestellen. Diese Marken landen dann kaum in Kilowaren, aber das ist ein anderes Thema.

Faul wie ich nun einmal bin habe ich auch gewaschene Marken bestellt, das war der größte Reinfall! 95 % der Marken stammen noch aus der DM-Zeit, ein anderer Teil aus der DDR per 10 und nur wenige in Eurowährung, die aber auch schon einige Jahre alt. Mir scheint hier wurde der Boden aufgefegt, von papierfreier Kiloware aus Bethel kann ich nur abraten.

Nächstes Manko: Das Päckchen hatte den netten Hinweis, Briefmarken für Bethel auszuschneiden, wurde aber ohne Briefmarken über einen alternativen Zustelldienst verschickt. Über die Deutsche Post als Päckchen wären doch aktuelle Marken möglich gewesen, sparen am Porto tut hier nicht nötig, da der Besteller es ja bezahlen muss.

Bethel scheidet also für mich künftig aus!

Hier noch ein Bild de papierfreien Kiloware:


 
EdgarR Am: 01.02.2017 19:28:09 Gelesen: 10600# 24 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#1] und [#23]

Hallo Peter,

papierfreie Kiloware aus egal woher ist zwangsläufig und IMMER "Restbestand" aus irgendwie aufbereiteten Großlosen. Entweder durchsuchte Ware, die schon papierfrei ankam (Reste aus großen Posten Einsteckalben zB). Kein Mensch kann den Arbeitsaufwand bezahlen für Ablösen, Trocknen/Pressen und zu Losen zusammenstellen.

Bei deutscher papierfreier Ware kommt verschärfend hinzu, dass ja die Selbstkleber trotz der (vergleichsweise zu ausländischen Selbstklebern) "sammlerfreundlichen" Kleberschicht einen ins Gewicht fallenden Mehraufwand beim Ablösen verursachen.

Einfache Rechenaufgabe: Bei € 8,50/Stunde Mindestlohn (PLUS Arbeitgeberanteil an Sozialversicherung usw. obendrauf!) - wie viele Sekunden (von Minuten keine Rede!) pro Marke darf an Arbeitsanfall für ALLES (Vorsortieren, Ablösen, Trocknen/Pressen, Eintüten und versandfertig machen) pro Marke im Schnitt anfallen damit - einschließlich Gemeinkosten, Steuern und Gewinn - ein vom Sammler gerade noch akzeptierter Preis zustande kommt?

Die Zeiten, dazumal man in Kiloware / Missionsware (!) und ähnlichem eine wenn auch kleine Chance hatte, das eine oder andere Ringeltäubchen zu finden, die waren in meiner Jugendzeit. Und die ist VIELE Jahrzehnte her.

Phile Grüße EdgarR
 
Lakri007 Am: 21.08.2018 14:43:13 Gelesen: 4025# 25 @  
Hallo Kilowaren-Sammler,

mich schaudert es, wenn ich lese, dass Briefmarken oder Stempel herausgeschnitten bzw. herausgerissen werden. Ich sammele zwar nur Postkarten, aber dabei ist schnell erkennbar, dass hier Zeitdokumente vorliegen die nicht zerstückelt werden sollten. Gerade auf Postkarten kann sich der „Kleine Mann“ verewigen und in die Weltgeschichte eingehen. ;-)

LG
Lakri007
 
Baber Am: 21.08.2018 14:52:36 Gelesen: 4015# 26 @  
@ Lakri007 [#25]

mich schaudert es, wenn ich lese, dass Briefmarken oder Stempel herausgeschnitten bzw. herausgerissen werden.


Es geht leider noch schlimmer.

Zu den großen Tauschtagen in München und Umgebung kam immer jemand, der von einem Kloster Kiloware aus dem Posteingang zu günstigen Preisen anbot. Darin waren leider auch viele Ganzsachenausschnitte von Postkarten und Briefen.

Gruß
Bernd
 
saeckingen Am: 21.08.2018 15:38:53 Gelesen: 3975# 27 @  
Kiloware ist oft das Einzige, was man heute aus Posteingängen noch retten kann. Ganze Umschläge mit Absenderangabe dürfen aus Datenschutzgründen nicht herausgegeben werden. Also kann man so wenigstens die Marken retten - sonst geht alles in den Schredder. Früher konnte man noch viele Postkarten aus Preisausschreiben kiloweise kaufen - gibt es inzwischen kaum noch, weil auch da Adressenhändler deutlich besser bezahlt haben, als jeder Sammler. Natürlich möchte kein Unternehmen die durch solche Aktionen generierten Adresssammlungen an die Wettbewerber abgeben.

Ferner muss man auch mal überlegen, mit welchen Mengen man es zu tun hätte. Die weiter oben erwähnten 9 kg Großbritannien Kiloware füllen einen großen Sack. Die kompletten Umschläge würden so zwischen 100-150 kg wiegen und vermutlich das ganze "Briefmarkenzimmer" ausfüllen. Wer könnte so etwas handhaben?
 
Lakri007 Am: 22.08.2018 13:56:25 Gelesen: 3828# 28 @  
Liebe Kilosammler,

hätte jemand Interesse daran gelaufene Postkarten mit Brückenmotiven für die Nachwelt zu retten? Ich wäre ein dankbarer Abnehmer davon.

LG
Lakri007
 
Peter aus Oststeinbek Am: 09.03.2019 21:42:42 Gelesen: 1359# 29 @  
Liebe Kilosammler,

kennt jemand eine Quelle, wo man tatsächlich noch aktuelle Kiloware beziehen kann? Ich habe es in diesem Jahr 2 x versucht und bin beide Male reingefallen.

Bei einem Händler „aktuelle Kiloware" bestellt, mit 10 Euro sehr günstig. Qualität miserabel! Nicht einmal die 10 Euro wert. Dann bin ich auf die Angebotsseite des goldenen Hahns gekommen und habe dieser Aussage vertraut:

Unsere Kilowarenprofis wissen: Wo das Wort "SUPERIOR" draufsteht ist auch "SUPERIOR" drin. Wir präsentieren Ihnen heute eine Ausnahme-Kiloware in einer unglaublichen Reichhaltigkeit und Sortenvielfalt, die auch echte Profis begeistert. Denn diese Ware kommt von einer kleinen bayerischen Missionsstelle, die nur uns exklusiv beliefert. Wenn Sie den Inhalt sehen werden Sie sich schon auf das Sortieren freuen, denn hier sind kaum die einfachen Dauerserienwerte enthalten, dafür aber jede Menge hohe Wertstufen, Automatenmarken, Selbstklebend, Zuschlagsmarken und garantiert ein Sondermarkenanteil von über 50%.

NICHTS davon entsprach der Wirklichkeit!

Der Großteil der Marken stammt noch aus der DM-Zeit, die neuesten Marken sind Dauerserie zu 60 Cent. KEINE aktuelleren Marken, KEINE höheren Werte, KEINE Zuschlagmarken. Und dann als "Superior" angepriesen, „Super“ war nur der Preis.

Angeblich soll diese Ware üblicherweise 59,- je Kilo kosten. Dieses Jahr hat die Missionsstelle 25-jähriges Jubiläum und gibt 50% Rabatt. 29.- Euro waren m.E. schon überteuert, 59.- wäre schon an der Grenze zum Wucher. Da kommt es doch billiger und nervenschonender, die Neuheiten in der Filiale stempeln zu lassen, auch wenn man dann das Porto „verschenkt“ und damit das Gehalt des Vorstandes erhöht.

Schönen Gruß, Peter
 
jmh67 Am: 10.03.2019 13:53:02 Gelesen: 1262# 30 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#29]

Direkt empfehlen kann ich keine Firma. Ich kann nur sagen, dass ich vor etwa 18 Jahren bei Goldhahn - nach meinen damaligen Maßstäben - für meine Sammelgebiete durchweg recht gutes Material bekommen habe, drei Jahre später aber teilweise enttäuscht war. Vor acht Jahren wiederum bekam ich bei Court Philatelics im UK für meine Begriffe sehr gute Mischungen der großen englischsprachigen Länder. Man muss halt darauf achten, worauf sich die Händler spezialisiert haben, und den Spaß auch in Relation zur eigenen Sammlung setzen. Kiloware lohnt sich nach meinem Dafürhalten vor allem, wenn man eine Ländersammlung anfangen oder nach längerer Pause erweitern will, denn so bekommt man preiswert einen Grundstock.

Bei den großen Händlern weiß man freilich nie, durch wie viele Hände die Kiloware schon gegangen ist, bevor man sie kauft. Daher sind die vollmundigen Versprechungen bezüglich Vielfalt, Qualität und Exklusivität mit Vorsicht zu genießen. Gerade deutsches Material dürfte auch so ziemlich abgegrast sein, das alte ist 'raus, und neues kommt nicht mehr in der gewohnten Art und Weise 'rein. Heute werden viel mehr Sendungen freigestempelt als noch vor einigen Jahren, geschätzte 80% der Briefmarkenautomaten sind in den letzten zehn Jahren abgebaut worden, und wenn Briefmarken verwendet werden, sind es selbstklebende. Da kann man also nicht mehr viel erwarten.

Vor allem für einheimische Briefmarken, aber auch das eine oder andere ausländische Stück sind jedoch oft Kollegen und Freunde gute Quellen - einfach mal eine Nachricht ans schwarze Brett in der Firma pinnen. Manchmal schmeißen sie einem noch ein altes Album aus der Jugendzeit hinterher, woraus sich eventuell auch ein paar Lücken stopfen lassen.

-jmh
 
uli Am: 10.03.2019 16:33:11 Gelesen: 1220# 31 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#29]

Kiloware Deutschland überwiegend mit Marken vor 2001 habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen, bin deshalb leicht überrascht. Bei Bethel gibt es die Sorte D€, das sind (angeblich) ausschliesslich Euro-Marken. Die wollen dort auch 30 Euro pro Kilogramm haben. Das finde ich nur wg. des "guten Zwecks" gerechtfertigt. Meine Erfahrung, da ich nur Marken aus der DM-Zeit sammel mit Vorbehalt: Die besten Posten Kiloware habe ich von privat erstanden, da sind die Preise auch deutlich niedriger (meist unter 10 Euro/Kilogramm).

Regel Nr.1: Undurchsuchte Kiloware gibt es nicht - nirgends!
Regel Nr.2: Die Qualität der Posten variiert sehr stark, auch beim gleichen Anbieter.

Gruß
Uli
 
lueckel2010 Am: 10.03.2019 17:09:02 Gelesen: 1202# 32 @  
@ Peter aus Oststeinbek [#29]

Guten Abend, Peter!

Vielleicht hätte ich da etwas für Dich. Teile mir doch einmal Deine E-Mail-Adresse bzw. Deine Telefonnummer mit. Ich würde Dich dann direkt informieren.

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Peter aus Oststeinbek Am: 11.03.2019 20:56:06 Gelesen: 1097# 33 @  
@ lueckel2010 [#32]
@ uli [#31]

Hallo Gerd und Uli,

die "ollen Kamellen" kann ich gerne abgeben, ich wüsste sonst nicht wohin damit. Einen Karton mit "neueren", also Eurowerten, habe ich gerade an die Hildesheimer Blindenmission geschickt, die damit vielleicht noch etwas anfangen können.

Ich selbst habe Bund Neuheiten vor einigen Jahren eingestellt da den Sammlern das Hobby regelrecht vergällt wurde. Marken gleich gestempelt kaufen und ablegen ist kein sammeln.

Für einen Tauschpartner in den USA suche ich aber möglichst knapp gestempelte neuere Marken. Stempel nach "Michelart" sind dort nicht so gern gesehen.

Also kaufe ich die Neuheiten erst einmal und tausche sie dann soweit möglich gegen Funde in den Kilowaren aus, den Rest lasse ich dann stempeln. Die ausgetauschten verwende ich als Porto.

Meine Mailadresse ist unter Meine Daten hinterlegt, ich kann gerne Bilder der gesuchten Marken senden. Vielleicht können wir uns hier gegenseitig etwas helfen.

Schönen Gruß, Peter
 
drmoeller_neuss Am: 15.03.2019 21:37:47 Gelesen: 961# 34 @  
Ich kaufe schon lange keine Kiloware mehr, sondern schaue mir "Groschenbücher" durch.

Der Vorteil liegt darin, dass ich nur unbeschädigte und gut gestempelte Marken aussuche, und mir die Zeit für das Ablösen spare. Ganz ohne Verluste geht eine Waschaktion auch nicht von statten.

Auf dem Bild nur eine Auswahl aus den letzten Funden (Stückpreis pro Marke 5 bis 20 Cent, im Durchschnitt 10 Cent).

Die nächste Gelegenheit gibt es wieder auf dem Tauschtag in Köln:

(Sonntag, der 17. März 2019 ab 9:00 im Gemeindehaus Heilig-Kreuz, Kapuzinerstr. 7, Köln-Weidenpesch. Stadtbahn bis "Scheibenstr.").


 

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