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Thema: Rumänien: Postrouten und Transportwege
Das Thema hat 208 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 01.05.2022 21:24:41 Gelesen: 61085# 184 @  
@ Zinnenstadt [#182]

So ist es!

Ich habe auch bereits Hinweise betreffend Giacomo Andrea Razeto, aber es ist noch keine Gewissheit. Ich habe auch erst wenige Stunden Recherche leisten können, zur Zeit ist einfach zu viel los bei mir.

Darum bin ich froh, wenn (ein) Enthusiast(en) (oder Enthusiastinnen) da mithelfen! Früher hatte ich z.B. Marcel, der hat regelmässig Erkenntnisse "rausgehauen", da war ich ganz baff. Er hat mir zu Erkenntnis-Quantensprüngen verholfen!

Es ist auf jeden Fall spannend!

@ bayern klassisch [#183]

Danke, Ralph!

Herzliche Grüsse
Heinz
 
bayern klassisch Am: 02.05.2022 10:32:39 Gelesen: 61022# 185 @  
@ bayern klassisch [#183]

Korrektur: Nicht 32 Centesimi, sondern 32 Decimi. Sorry!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
nor 42 Am: 02.05.2022 18:23:18 Gelesen: 60991# 186 @  
@ [#177]

Hallo,

vergessen Sie nicht dass 1850 Odessa noch von den DDSG Schiffe angesteuert wurde und es ist nicht auszuschließen, dass direkte Postsäcke für Wien von der DDSG befördert wurden.

Alles Gute,
nor 42
 
Heinz 7 Am: 02.05.2022 18:54:11 Gelesen: 60979# 187 @  
@ nor 42 [#186]

Lieber Herr Nor,

es freut mich, dass auch Sie sich an diesem Rätsel beteiligen. Wie ich einleitend schrieb, erwog ich die zwei Varianten "Seeweg" und "Landweg", und kam dann zum Schluss, dass es zumindest teilweise "Landweg" gewesen sein wird, denn ansonsten wäre m.W. der Stempel "T.A." nicht angebracht worden.

Aber es ist natürlich auch eine "Mischform" denkbar: Schiffpost, und dann Landpost. Die DDSG kommt tatsächlich für einen Transport "Odessa-Österreich" in Frage, naheliegend wäre die Strecke dann ganz bis nach Wien. Aber wann wurde dann der Stempel "T.A. 3" angebracht? Und: wäre dann nicht am Anfang bereits ein DDSG-Stempel fällig gewesen?

Wir finden aber einen Poststempel "Odessa", das deutet für mich auf Landpost.

Wenn ich die Karte in Beitrag 164 noch einmal betrachte, welche Postwege VOR der Eisenbahnzeit zeigt, fällt auf, dass es (auch) einen direkten Weg nach Ismail gab, und einen nach Jassy!, sodass für diesen Brief ein Transportweg über Rumänien also m.E. durchaus in Frage kommt.

Ich hoffe, ein Russland-Spezialist kann uns hier mehr dazu sagen. Russland war bekanntlich auch selber aktiv auf dem Gebiet der Donaufürstentümer (später Rumänien), verwendete dazu aber - mindestens teilweise - eigene Stempel. Solche sind aber auf meinem Brief keine angebracht worden.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.06.2023 23:43:22 Gelesen: 44435# 188 @  
@ Heinz 7 [#177]

Leider sind wir in der Sache nicht weitergekommen.

Einen einfachen Beleg zeige ich heute, aus meinen (ganz wenigen!) Ankäufen bei der IBRA Essen.



Diese Ausland - Ganzsache wurde 1897 von Bukarest nach Dänemark (Ort: Horsens) versandt. Leider hat der Beleg keinen Ankunftsstempel, doch dürfte er bestimmt in Dänemark angekommen sein (ich kaufte den Beleg von einem dänischen Händler). Saubere Belege aus Rumänien nach Dänemark sind gar nicht so häufig, und in dieser Qualität wirklich begehrenswert.

Gerne würde ich den genauen Transportweg kennen. Mit grosser Sicherheit wurde der Beleg mit dem Zug transportiert. Auf einer Autostrassen-Karte habe ich die Distanz berechnen lassen, danach legte der Beleg 2289 Kilometer zurück. Ich nehme an, in Wahrheit waren es noch ein paar Kilometer mehr, da die Zugverbindungen nicht alle so direkt waren, wie die Autostrassen-Möglichkeit.

Wenn jemand eine Eisenbahnkarte von Europa zeigen kann, auf welcher wir sehen, welche Zugstrecken wohl gewählt wurden und durch welche Länder sie führten, wäre dies eine willkommene Ergänzung. Fernab von meinen geliebten Büchern kann ich im Moment nicht weiterhelfen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.06.2023 00:02:45 Gelesen: 44432# 189 @  
@ Heinz 7 [#188]

Einen ähnlichen Beleg, noch 10 Jahre älter, fand ich bei demselben dänischen Händler. Nun hatte der Absender offenbar nur eine Inland-Postkarte zur Hand, also musste er mit einer 5 Bani-Zusatzfrankatur nachhelfen, um die geforderte internationale Gebühr zu erreichen.



Auch diese Ganzsache ist in überdurchschnittlicher Erhaltung. Schön ist, dass wir alle Stempel gut lesen können; wir erkennen den Abgangsstempel "GALATI" (= Galatz) 3. AUG 87 und einen runden Einkreisstempel "K. 7.8.87" - ich bin ziemlich sicher, dass es sich um einen Ankunftsstempel in Kopenhagen handelt. Wir sehen daraus, dass der Brief für die über 2000 Kilometer Weg durch mehrere Länder nur vier Targe benötigte.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.07.2024 16:29:51 Gelesen: 29869# 190 @  
@ Heinz 7 [#11]

Ich erlaube mir, eine Frage in verschiedenen Themen anzusprechen.

Hallo Kollegen und Kolleginnen,

ich brüte mal wieder über einem alten Brief. Er scheint mir in griechischer Handschrift geschrieben zu sein, aber die Adresse wurde doch kyrillisch erfasst.

1863 scheint klar zu sein, und als Destination lese ich Bukarest, aber der Abgangsort macht mir Kopfzerbrechen.

Adressfeld



Vermerk auf Briefbogen



Brieftext



Stempel



Der Stempel ist leider kaum lesbar, er gleicht gewissen russischen Stempeln aus dieser Zeit.

Kann jemand weiterhelfen?

Danke!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.07.2024 16:14:02 Gelesen: 29797# 191 @  
@ Heinz 7 [#190]

Ich bin in kurzer Zeit erfreulich weit gekommen.

Der Brief wurde geschrieben in Ismail, das steht nun fest. Ein gut belesener Pfarrer konnte im Brieftext (griechisch!) die erste Zeile entziffern:

Ισμαηλιον = Ismailion und das Datum 10. November 1863

Toll ist, dass in der fünfzeiligen Randnotiz der Abgangsort auch nochmals notiert wurde (kyrillisch!) Wir lesen
"Ismaelio", und vermutlich die Portoberechnung 12+18 = 30. Diese 30 (Parale?) wurden auf der Adress-Seite dann auch vermerkt (Gebühr zu bezahlen)
Einzig der Stempel bereitet noch Kopfzerbrechen. Zwar passt das Datum sehr gut: 12. November
Ноябрь = November
Jedoch sind die Buchstaben-Stummel kaum zu lesen. Nur ein klareres Vergleichsstück könnte hier wohl weiterhelfen.
Ich freue mich über Eure Kommentare/Hinweise/Lösungsvorschläge!

Ich denke aber, dass der Stempel ein RUSSISCHER Stempel ist, nicht ein rumänischer! Die Kenner wissen, dass Russland ungefähr solche Stempel im 19. Jahrhundert einsetzten. Die rumänische Post setzte andere Stempel ein.

Ismail lag 1863 im Staatsgebiet von Rumänien, ebenso wie Bukarest. Also hätten wir wohl einen rumänischen Stempel erwartet. Warum aber ein mutmasslich russischer Stempel verwendet wurde, kann unterschiedlich kommentiert werden. Ich bin gespannt auf Eure Variante(n).

Danke!
Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2025 11:07:56 Gelesen: 22699# 192 @  
Ein sehr interessanter Beleg kam bei der Firma Köhler zur Auktion. Der Ausruf war äusserst bescheiden (Euro 100), und es war zu erwarten, dass ihn die aufmerksamen Sammler den Brief eifrig bebieten werden. So kam es denn auch; der Zuschlag erfolgte bei Euro 650.



Auf den ersten Blick sieht der Brief nicht für alle Sammler «schön» aus. Die Adress-Seite hat Tintenflecken, einzelne der Stempel sind etwas unklar und die Notizen sind unleserlich. Die Frankatur von 25 Soldi ist auch nichts Besonderes, darum mag man den Brief nicht hoch bewerten. Er ist aber posthistorisch sehr interessant. Versuchen wir, zu lesen, was wir sehen und was wir identifizieren können.

Ein Besitzer dieses Briefes hat dies offenbar auch gemacht und hat 11 verschiedene Stempel-Abschläge (zum Teil derselbe Stempel an unterschiedlichen Tagen) identifiziert! Ich zähle so sogar 12 Stempel!

Der Falt-Brief wurde angeblich in Montebello geschrieben, und die drei Briefmarken wurden mit einem Kreis-Strich-Stempel entwertet (ich kann den Stempel nicht identifizieren, doch gemäss Attest Silvano Sorani ist der Brief von Montebello 15/6 1864). Adressiert ist der Brief an das kaiserlich königliche 7. Regiment «Ulan» (Husarenregiment) nach Stry in Galizien.

Ob Stry oder Lemberg die erste Destination war, ist meines Erachtens nicht ganz sicher. Der Bestimmungsort «Lemberg» wurde irgendwann durchgestrichen, aber ach Stry.

2) Der Brief wurde eingeschrieben und erhielt wohl bei Briefannahme den Stempel «RECOM» (Vorderseite, oben rechts)

3) Den dritten Stempel (markiert «2») finden wir, klar abgeschlagen, auf der Rückseite des Reco-Briefes «LEMBERG 18.6.»



4) Ebenfalls auf der Rückseite finden wir einen Zweizeiler, den man vielleicht als «STRY 18. JUN» (markiert «3») lesen kann.

5) Ein Tag später wurde dieser (?) Stempel auch auf den Briefmarken abgeschlagen «19. JUN», der Ort ist aber (für mich) nicht lesbar.
Anscheinend konnte der Brief nicht zugestellt werden und lag einmal einige Tage herum. Das nächste Datum lesen wir

6) wieder «LEMBERG» nun 11/7 (wohl Ankunftsstempel)?

7) den schwarzen Stabstempel auf der Briefvorderseite mit ca. 11 Buchstaben konnte ich bisher noch nicht verstehen/identifizieren. Auch der Vor-Besitzer hat den Stempel offenbar nicht nummeriert

8) «LEMBERG» Abgang nun 12/7 (markiert «6») auf der Brief-Vorderseite

9) Durchgangsstempel «HERMANNSTADT 16/7» auf der Rückseite (markiert «7»)

10) Österreichischer Feldpoststempel: «K.K. ÖST. FP. PLOESCHTI. 18/7» (markiert «8» und «9», meines Erachtens gleichzeitig angebracht: 1 x Rückseite, zwei Mal auf den Briefmarken.

Dies ist ein guter Stempel der österreichischen Feldpost zur Zeit des Krimkrieges. Gertlieb Gmach gab ihm 2014 die Stempelbezeichnung «Plo1FP» (Band 1), Altmeister Tchilinghirian gab ihm 1966 die Nummer fig. 767. Dieser Stempel ist auf "Soldi"-Marken selten und deutet auf die dritte Periode der österreichischen Post im Ausland hin. Jedoch wurde die Soldi-Frankatur nicht in Ploeschti angebracht (1864 wären hier wohl Kreuzer-Marken von Österreich zum Einsatz gekommen), sondern am Abgangsort Montebello, und wurde erst viel später in Ploeschti gestempelt.

11) Durchgangsstempel «HERMANNSTADT 21/7» auf der Rückseite (markiert «10»)

12) Ankunftsstempel «OEIK… 24/7 (?)» (markiert «11»).

Ich konnte also, trotz einigem Studium, nicht alle Geheimnisse des Briefes knacken, und vielleicht kann ein geübter Philatelist noch zusätzliche Fakten erkennen. (Ergänzungen erwünscht!). Der Brief ist aber sicherlich äusserst interessant.

Heinz
 
angim Am: 10.04.2025 12:22:45 Gelesen: 22687# 193 @  
@ Heinz 7 [#188]

Es ist gut möglich, daß die Karten über Schlesien auf dem Bahnweg befördert worden sind:

Den Bahnpoststempel Oderberg - Heydebreck (Oberschlesien) habe ich als rückseitigen Durchgangsstempel auf einem Einschreiben aus Rumänien nach Deutschland von 1938.

Viele Grüße
Thomas
 
Heinz 7 Am: 11.04.2025 10:11:06 Gelesen: 22607# 194 @  
@ Heinz 7 [#192]

Warum wurde der Brief überhaupt in Ploeschti abgestempelt?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Offenbar kamen die 3 Stempel (Nrn. 10 in obiger Auflistung) erst rund einen Monat nach der Briefaufgabe auf den Brief.

Ich vermute folgenden Zusammenhang:

Der Brief war eine Militärsache. Weil er eingeschrieben war, musste der Absender (gemäss Briefinhalt nach Angabe des Attestes eine Mutter eines Soldaten) 25 Soldi bezahlen.

Zuerst ging der Brief nach Stryj (heute Kloczew) via Lemberg.

In Stryj konnte der Brief aber offenbar nicht zugestellt werden, darum wurde er nach Lemberg zurück geschickt. Möglicherweise war dies eine wichtige Drehscheibe für militärische Post? Der Brief wurde dann aber nicht direkt zurück gesandt nach Montebello, (der handschriftliche Vermerk "retour Montebello" wurde wieder annulliert), sondern der Brief wurde nach Hermannstadt geschickt, damals Österreich (Siebenbürgen).

Der Brief muss irgendwo Hinweise enthalten, dass im Krankenhaus von Hermannstadt der Tod des Soldaten festgehalten wurde, dessen Mutter den Brief versandt hatte. Der Brief selber war wohl an den Kommandanten des Husarenregimentes geschickt, vielleicht ordnete dieser an, dass in Hermannstadt nach dem Gesundheitszustand des Soldaten gefragt wurde? Gemäss Attest war aber der Soldat im Krankenhaus von Hermanstadt verstorben. Diese traurige Mitteilung wurde der Absenderin des Briefes (der Mutter eines Soldaten) mitgeteilt (Ankunftsstempel 24.7., zeitlich der letzte).

Warum Ploeschti?

Der Brief wurde von Hermannstadt aber nicht nach Lemberg zurückgeschickt, sondern nahm den Weg über Ploeschti, wo damals eine österreichische Feldpost eingerichtet war. Vielleicht war dies der Dienstweg? Vielleicht war das Husarenregiment nun in Ploeschti? Ich weiss es nicht, aber der Stempel von Ploeschti ist offenbar der zweit-letzte in der zeitlichen Reihenfolge.



Ich kann nicht sagen, wie viele Fragen zu diesem Brief allein mit dem Brief definitiv geklärt werden können. Die Hinweise des Krankenhauses zum Beispiel - im Attest erwähnt - habe ich nicht gesehen. Meine oben dargestellten Überlegungen wären aber eine Erklärung, warum der Brief von Lemberg nach Hermannstadt gesandt wurde: Man wollte die Frage der Mutter beantworten, also wurde der Brief vermutlich vom Kommandanten gelesen und dieser sandte den Brief weiter zur Abklärung der Sachlage.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.07.2025 19:48:33 Gelesen: 16334# 195 @  
Sulina liegt am Schwarzen Meer und kam erst 1878 an Rumänien. Ein Brief nach Sizilien hätte via Seeweg erfolgen können, doch wurde bei diesem Brief der Landweg gewählt.

Sulina war damals unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches. Der Absender benutzte die dort tätige österreichische Post, um den Brief befördern zu lassen; er musste dafür offenbar nur 10 Soldi Gebühr bezahlen.

Am 18.7.1873 wurde der Brief sehr klar gestempelt und nahm den Weg nach Westen. Wir kennen den Postweg nicht genau, aber der rückseitig angebrachte Durchgangsstempel "JTZKANY 20 / - / -" (- meint: unleserlich) zeigt, dass der Brief durch Rumänien befördert wurde und bei der Grenzstadt Suceava in die Bukowina überführt wurde. Ob er sodann nach Wien gebracht wurde, weiss ich nicht. Nach Messina (auf Sizilien) war die Reise jedenfalls noch lange. Ich habe anbei eine Karte gezeigt "Google maps", darauf wird der direkteste Fussweg mit 2295 Kilometer angegeben. Via Wien waren es natürlich sehr viele Kilometer mehr. Trotzdem kam der Brief schon am 25. Juli in Messina an (25 LUG = Luglio = Juli).



Ein zusätzlicher Stempel auf der Rückseite des Briefes zeigt vielleicht, welchen Weg der Brief nahm.

Ovalstempel: 1 A DIST 2x

Das x ist nicht klar lesbar, möglicherweise heisst das: 26? oder: 2G? oder:20?



Wer kann dazu Angaben machen? Wer kennt diesen Stempel?

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.07.2025 21:38:22 Gelesen: 16090# 196 @  
@ Heinz 7 [#195]

Guten Abend

ich habe tolle Hilfe bekommen von Volkmar "volkimal"

(im Thema: Rumänien: Stempel bestimmen)

Hallo Heinz,

Der Stempel kommt auf jeden Fall aus Messina. Bei Delcampe habe ich ihn dreimal auf Briefen gesehen, die aus verschiedenen Orten nach Messina geschickt wurden. Der Beste ist auf [1] zu sehen. Welcher Art der Stempel ist - Ausgabestempel, Briefträgerstempel o.a. weiß ich nicht.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/italien-1861-78-victor-emmanuel-ii/poststempel/lettre-italie-21-9-77-20c-kaysea-kressner-palermo-pour-messina-2084936997.html

Meine Antwort an Volkmar war:

Grossartig, Volkmar, das sieht gut aus! Vielen Dank!

Leider hilft mir das aber nicht weiter für die Bestimmung des Postweges des Briefes. Auf welchem Weg der Brief von Sulina nach Messina gelangte, ist mir unklar. Nur Jtzkany ist als Durchgangsstation belegt.

Wenn der Brief mit der österreichischen Post unterwegs war, was mir unbestritten scheint, frage ich mich, warum ich keinen Durchgangsstempel finde von Wien, denn ich nehme an, dass der Brief von Jtzkany nach Wien gebracht wurde, bevor er nach Messina weitergeleitet wurde.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Martin de Matin Am: 15.07.2025 23:27:00 Gelesen: 16079# 197 @  
@ Heinz 7 [#195]

Bist du sicher, dass der Brief von 1873 ist? Ich lese eher 1875 speziell beim Stempel von Messina.

Woran erkennt man, das der Brief nicht über den Seeweg befördert wurde?

Wenn ich als Laie, bezüglich der Postwege, bei Ferchenbauer im Abschnitt Levante auf Seite 552 die Karte der Leitwege betrachte, dann hätte ich gedacht, das der Brief westlich bis zum Leitweg Wien-Konstantinopel und dort Richtung Konstantinopel ging und weiter auf dem Seeweg nördlich von Kreta und dann über den Weg Brindisi oder um Sizilien Richtung Marseille ging.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 16.07.2025 10:17:31 Gelesen: 16042# 198 @  
@ Martin de Matin [#197]

Guten Tag Martin.

Herzlichen Dank für Deinen Beitrag, der mir neue Impulse gibt.

Das Datum des Briefes habe ich aus der Losbeschreibung übernommen. Und ein Blick auf den Faltbrief scheint die Zahl 1873 zu bestätigen. ABER: die Zahl 3 hat einen seltsamen Ober-Querstrich, das könnte auch eine Fünf sein... (!)



Die Marke ist sehr schön gestempelt "SULINA" Datum: 18 / 7 / 7x; nur die hintere Jahreszahl ist nur schwach abgeschlagen (untere Hälfte). Unter der Lupe könnte der Abschlag aber auch auf eine "5" hindeuten.

Der Ankunftsstempel Messina ist etwas fett und undeutlich, aber ich stimme mit Dir überein, dass es eher nach Fünf aussieht als nach Drei.

Fazit: Du könntest also recht haben; der Brief könnte 1875 versandt worden sein.

Bezüglich Landweg: Da stütze ich mich natürlich ab auf den Durchgangsstempel Jtzkany. Dass der Brief dorthin gebracht wurde, danach aber wieder zurück ans Meer gebracht wurde (für einen Seetransport), auf diese Idee bin ich bis jetzt nicht gekommen. Wäre eine Seereise geplant gewesen, wäre der Brief wohl bereits in Galatz "umgeladen" worden. Auch wäre zu fragen, ob - bei Wahl Seeweg - nicht DIREKT ab Sulina eine Verschiffung möglich gewesen wäre? Warum zuerst der Landweg nach Jtzkany?

Es ist immer lehrreich, wenn verschiedene sorgfältige, Betrachter sich ihre Meinung bilden. Vielen Dank!

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 08.11.2025 21:11:26 Gelesen: 12545# 199 @  
@ Heinz 7 [#81]

heute zeige ich einen weiteren ziemlich seltenen TREN Stempel. Abgeschlagen ist der Zugstempel auf einer Ganzsache zu Bani, die am 4. Oktober 1902 von CALIMANESTI nach BUKAREST lief.

Die Stempel bestehen aus dem Datum, dem TREN Rahmen und dem G(ara) - Bahnhofsnamen.

Laut der Karte von Calin Marinescu (Posta Ambulanta Feroviara in Romane 1869 - 1994) auf Seite 66 ging der Brief folgenden Weg:

- COMANESTI - ADJUD - MARASESTI - FOCSANI - BUZAU - PLOIESTI - BUCURESTI

In Bukarest gab es noch ein Posthörnchen und die Karte in deutscher Schrift (rs. Sütterlin) kam am 15. Oktober dort an.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 10.11.2025 22:47:35 Gelesen: 12474# 200 @  
Nachdem ich im obigen Beitrag einen sehr klaren TREN Stempel (Zugstempel) von Comanesti zeigen konnte musste ich heute eine harte Nuss knacken. Diese 10 Bani Ganzsache (P28) lief am 30. September 1901 nach Leipzig Lindenau. Empfänger war die bekannte Eisen-Gießerei Meier & Weichelt.

Geschrieben wurde die Karte rückseitig in deutscher Sprache. Es geht um Muffen, also Rohrverbindungsteile. Die Karte wurde in Bailesti verfasst. Bailesti liegt an der Bahnstrecke zwischen Craiova und Calafat im Kreis Dolj nicht weit weg von der Donau. Da die Karte nach Leipzig lief, war der einzige Weg über Craiova.

Nun habe ich die Orte entlang der Bahnstrecke abgesucht. Tatsächlich gibt es einen kleinen Ort SALCUTA, der auch bei Marinescu (Stampilografie postala) auf Seite 239 sozusagen als 279.ter Bahnhof genannt wird. Ein Vorbesitzer hat sich nicht die Mühe gemacht, den Stempelnamen herauszufinden. Lediglich eine Preisangabe ist mit Bleistift vermerkt (15). Ich habe es absichtlich nicht wegradiert. Auf einer Sammlerbörse für Antiquitäten fand ich die Tage die Ganzsache in einem Korb für 2,-- Schweizer Franken das Stück.

Interessant wäre nun den weiteren Weg der Ganzsache herauszufinden, bis sie so wunderbar in Lindenau abgestempelt wurde. Ich denke in Rumänien ging es zügig weiter über Piatra O., Pitesti und natürlich Bucuresci.

Schönen Abend

10Parale


 
10Parale Am: 15.11.2025 22:07:02 Gelesen: 12286# 201 @  
@ Heinz 7 [#64]

"Ich habe das Vergnügen, einen Brief mit dem Stempel Tchilinghirian "Austrian PO Abroad" Nr. 721 zu besitzen."

Leider besitze ich das o.g Werk des Meisters Tchilinghirian nicht. Und obwohl es wohl heute in Wiesbaden bei Köhler zu erwerben war (ich habe die Auktion im Internet verfolgt und all meine Träume vorbeifliegen sehen, ohne dass ich eingreifen konnte), hätte ich es nur zu gerne zur Hand.

Du weißt bestimmt um welchen Brief es sich handelt. Er befindet sich seit ein paar Tagen in meiner Rumänien Sammlung als "incoming mail" und ich habe auf Grund einer Anfrage von nor42 in einem anderen Thread (da geht es um JASSY Stempel vom November 1858) heute die Rückseite etwas näher betrachtet.

Dabei stellt sich mir folgende Frage: welche Postroute bedingt JASSY(7.1.) - BAKEU(8.1.) in dieser zeitlichen Reihenfolge bei den österreichischen Postämtern in der Levante? Beide Stempel befinden sich in Nachbarschaft auf diesem Brief nach BAKEU von 1869. Natürlich könnte man jetzt sagen, logisch, BAKEU war ja der Zielort und JASSY ist ein Transitstempel auf dem langen Postweg aus der Schweiz. Der "Austrian PO Abroad" Nr. 721 (ist er es?) ist schwach abgeschlagen etwas oberhalb des dunkelblauen fetten JASSY Stempel. Welche Nr. hat dieser bei Tchilinghirian und sind beide Stempel gemeinsam auf Belegen bekannt?

Ich werde dem Publikum den Brief später in seiner Ganzheit vorstellen, möchte mich aber aus o.g. Gründen zunächst auf die beiden Ankunftsstempel fokussieren.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.11.2025 11:00:45 Gelesen: 12246# 202 @  
@ 10Parale [#201]

Ich habe an Sammlerbörsen schon manche Kiste durchsucht mit dem Thema "Auslandsdestinationen Schweiz 19. Jahrhundert". Die Mehrzahl der Briefe ging nach Frankreich oder Deutschland, nach Rumänien gingen kaum Briefe.

Nun konnte ich endlich spontan einen Brief relativ günstig erwerben. Mittlerweile weis ich, dass er zu einer Korrespondenz gehört, wo es noch viel schönere, aber wenige Briefe gibt. Der CHARGÉ Brief lief am 1.1.1869 von Lausanne nach Bakeu, wo er am 08.01.(69) mit einem seltenen (siehe oben) Ankunftsstempel versehen wurde.

Handelte es sich um einen Wertbrief? Freigemacht wurde er mit 3 Marken, Zumstein (Michel) 30 (22), 5 Rappen braun, Zumstein 38 (30), 10 Rappen rot und Zumstein 43 (35), 50 Rappen lila, also Gesamtporto von 65 Rappen sitzende Helvetia gezähnt.

Rückseitig findet sich zudem ein Eisenbahnstempel LAUSANNE BERNE.

Nun habe ich gestern abend noch Norbert Blistyar´s Meisterwerk DIE ÖSTERREICHSICHE POST IN DEN DONAUFÜRSTENTÜMERN UND DER DOBRUDSCHA IM XIX. JH. ausgegraben und fand dort beide Ankunftsstempel, d.h. den von JASSY und den von BAKEU beschrieben (Seite 74ff. - Seite 106ff). Die Stempel werden beide als R2 benannt, kommen in blau und schwarz vor und und haben ein Durchmesser von 23 mm.

Als "sozusagen" Laie habe ich dennoch Fragen. Der Brief ist ja adressiert an die bekannte Adresse in BAKEU in den Principautés-Unis. Weshalb war beim Posteingang in Rumänien die "rumänische Post" nicht involviert, lag es nur an der Schreibweise "BAKEU"?

Obwohl der Brief sicher Gebrauchsspuren aufweist und die 50 Rappen Marke sehr unanständig aufgeklebt wurde (rechter Rand fehlt) liegt mir das Stück sehr am Herzen.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 16.11.2025 11:16:29 Gelesen: 12244# 203 @  
@ 10Parale [#202]

Hallo,

es war kein Wertbrief, sondern ein Einschreiben. Diese sollten im Idealfall mit 5 Siegeln verschlossen sein.

Der Laufweg sollte sein über Friedrichshafen - Ulm - Augsburg - München - Rosenheim - Freilassing - Wien usw..

Die andere Frage kann ich nicht beantworten.

LG von bayern klassisch
 
10Parale Am: 16.11.2025 21:50:14 Gelesen: 12155# 204 @  
@ bayern klassisch [#203]

vielen Dank. Den Laufweg werde ich mir gut aufschreiben. Aus der selbigen Korrespondenz fand ich nun einen dieser "besseren" Briefe (qualitativ), am rechten Rand auch etwas verkürzt, von Lausanne nach Bakeu. Der AK ist dort auch eher zart abgeschlagen, Jassy etwas undeutlich. Aber die Marken sind sauber und Anbieter ist das exzellente Auktionshaus Corinphila in Zürich.

https://www.philasearch.com/de/cat/12267_4/lot/4-A357-9064?treeparent=COSUBGRP-20470&postype=PH&page=3

Meinen Brief konnte ich einfuhrumsatzsteuerfrei aus Rumänien (EU-Bukarest) noch zu einem hohen 2-stelligen Betrag erwerben. Falls die Schweiz sich eines Tages entschließen sollte, der EU beizutreten, könnte man auch lästigen Zöllen entgehen.

Liebe Grüße

10Parale
 
bayern klassisch Am: 17.11.2025 09:55:49 Gelesen: 12120# 205 @  
@ 10Parale [#204]

Hallo,

wir wollen für unsere lieben Schweizer doch nicht hoffen, dass sie sich der EU andienen und unterordnen. Zölle bezahlt man eh nicht bei der Einfuhr von Altpapier, nur die Einfuhrumsatzsteuer und hier den ermäßigten Satz von 7%. Und Zölle kann man auch entfallen lassen, ohne der EU beitreten zu müssen.

Schön 2 Briefe vergleichbarer Art aus derselben Korrespondenz zu finden - wie viele mag es damals wohl gegeben haben?

LG von bayern klassisch
 
10Parale Am: 13.12.2025 11:57:56 Gelesen: 5347# 206 @  
@ bayern klassisch [#205]

Als Grenzbewohner zur Schweiz wünsche ich mir sehr, dass die Schweiz den Weg in die EU findet, ohne sich anzudienen und unterzuordnen. Aber wie kann man nur seine Währung behalten und dennoch Mitglied der EU sein? Das scheint mir eher das Problem.

Hier beispielhaft bei einem Hammerpreis in der Schweiz von "nur" 160 CH-Franken wurden Aufgeld und Versand von zusätzlich 61,80 CH-Franken fällig. Auf dem Postweg (siehe Beleg) wurden dann nochmal 16,72 € + 7,50 € (EUSt. zzgl. Versandpauschale DP 7,50 € fällig) = 24,22 Euro fällig.

Man hat also bei einem Warenwert von 160 CH-Franken (= 171 Euro) andere Verdienste in Höhe von 66,13 € + 24,22 € = 90,35 € zu bezahlen, was ca. 57 % Zusatzkosten darstellt, wobei der Fixkostenanteil für den Versand von 25,-- CH-Franken immer gleichbleibend zu vernachlässigen ist, so dass variable Zusatzkoten von 63,60 entstehen, was dann auch noch 40 % Zusatzkosten ausmacht. Bei einem Hammerpreis von 5.000,-- sind das dann schon 2000,-- Zusatzkosten zu kalkulieren. Das gilt es immer zu bedenken.

Das Ganze scheint nicht von Bedeutung zu sein, wenn einem ein Stück richtig am Herzen liegt oder wenn das Portemonnaie das zulässt. Nicht, dass ich gegen Zölle und Einfuhrumsatzsteuern bin, wenn wir uns das Thema CHINA betrachten, gibt es ja einiges zu FÜR und wenig WIDER. Zudem ist jeder Euro, den wir Steuer zahlen, wichtig für die Finanzierung unseres Staatshaushaltes. Ich meine nur, für eine Otto Normalverdiener (Verbraucher) ist die Schweiz oder andere Nicht EU-Staaten immer ein Grund, die Kosten vorab zu überdenken.

Übrigens steckt in der Auslagenpauschale der Deutschen Post nochmal 19% Umsatzsteuer, sprich 1,20 € (siehe Beleg). Wenn damit beigetragen wird, dass ein Duschkopf in der Sporthalle einer unserer Schulen erneuert wird, zahle ich das sogar sehr gerne.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.04.2026 17:38:39 Gelesen: 1416# 207 @  
@ 10Parale [#202]

Lieber Stephan,

ich habe Dir noch nicht gratuliert zu Deinem schönen Brief Lausanne - Bakeu von 1869. Der Einschreibebrief kostete damals stattliche 65 Rappen, das war ein hoher Preis damals.

Du schreibst richtig, dass es mehrere Briefe aus dieser "Rosetty" Korrespondenz gibt. Viele kosteten bei Angeboten hohe dreistellige Euro-Beträge, auch den Preis von über 1'000 Euro habe ich für ähnliche Briefe schon gesehen. Wenn Du nun nur einen "hohen zweistelligen Betrag" dafür auslegen musstest, bist Du sicherlich sehr günstig an den Brief gekommen, auch wenn noch diverse Nebenkosten dazu gekommen sind.

Nun aber zu Deiner Frage:

Der Brief wurde eindeutig transportiert durch die Schweizer und die österreichische Post. Abgangsort war Lausanne (Westschweiz), wie gleich vier Stempelabschläge auf dem Brief deutlich zeigen. Dazu kommt rückseitig ein Bahnstempel "LAUSANNE - BERNE" (Bern, französisch geschrieben) vom selben Tag. Leider fehlen dann Grenzübergangs-Stempel, aber wir sehen einen sehr schönen Stempelabschlag von Jassy, der Hauptstadt des alten Fürstentums Moldau.

Wir erkennen hier einen Stempel der österreichischen Post! Österreich hatte bereits im XVIII. Jahrhundert das Recht, auf dem Gebiet der alten Donaufürstentümer einen Postbetrieb zu führen, wie Du ja nachlesen kannst, z.B. beim von Dir zitierten Werk von Norbert Blistyar. Blistyar zeigt den Einkreis-Stempel ohne Jahreszahl, mit Verzierung, auf Seite 109.

Bakeu liegt ca. 100 Kilometer südwestlich von Jassy. Wertvoll ist, dass Dein Brief auch einen sehr schwachen, aber doch klar erkennbaren Ankunftsstempel "BAKEU 8/1" aufweist. Es ist ein sehr ähnlicher Stempel wie der von Jassy, und er ist bei Blistyar auf Seite 75 abgebildet. Auch in den Stempelwerken von Birnbach, Edwin Müller, Tchilinghirian und Gmach zur österreichischen Post in Rumänien finden wir diese zwei österreichischen Stempel.

Wenn also Österreich die Möglichkeit hatte, den Brief selber zuzustellen, warum hätten sie die rumänische Post einschalten sollen? (= Deine Frage)

Sehr interessant ist zudem die Frage, ob die Post von Bayern ebenfalls involviert war, wie Ralph anmerkt.

@ bayern klassisch [#203]

Für Briefe ab ca. 1872 wäre wohl der Weg Lausanne - Bern - St. Gallen - Bregenz gewählt worden; also Austausch Schweiz - Österreich. Doch 1868/1869 bestand meines Wissens diese Möglichkeit noch nicht, weswegen der Umweg über Bayern in Kauf genommen werden musste. Freilassing war/ist ein Grenzbahnhof von Bayern, bevor Salzburg in Österreich angefahren wurde/wird. Leider zeigt der Brief 1869 aber keinen Grenzübertritts-Stempel oder einen Bayerischen Durchgangsstempel. Dennoch ist der Brief mit vier verschiedenen Stempeln natürlich hoch interessant. Der Einkreisstempel von Bakeu (Österreichische Post) ist zudem auf Brief selten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 06.04.2026 19:16:05 Gelesen: 1395# 208 @  
@ Heinz 7 [#207]

Ich kann anbei einen Brief aus derselben Korrespondenz zeigen, der aber eine deutlich andere Postgeschichte hat, als der Brief von 1869,

vgl. @ 10Parale [#202]

Der hier gezeigte Brief verliess Lausanne am 9.1.1871 und kam an in Bakeu am 14.1.1871, wie ein klarer Ankunftsstempel auf der Rückseite zeigt. Interessant im Vergleich zum oben gezeigten Brief ist nun aber, dass mein Brief einen rumänischen Stempel zeigt, oder vielmehr gleich zwei:



OFF. POSTAL GARA ROMAN 13 / 1 / 71
POSTA BACAU 14 / 1 / 71



siehe Dragomir, Seite 184, fig. 1096+1097.



Diese Stempel wurden von Dragomir 1990 in der umfangmässig sehr kleinen Gruppe 8.1. bzw. 8.1.1. "PG1" zusammengefasst:
8.1. Posta din Gari Efectuata de Salariati P.T.T.
8.1.1. Oficil postale din perioada clasica
Heimbüchler übersetzte diese Klassierungen wie folgt:
8.1. Die Stempel der Bahnhöfe mit Postbeamten
8.1.1. Die Stempel der klassischen Zeit

(Hinweis: Die Anzahl der Stempel der Bahnhöfe mit Bahnbeamten (PG5 - PG 14) ist deutlich höher)

Wien durchlief der Brief am 11.1.1871, wie der Einkreis-Durchgangsstempel zeigt.

Auch mein Brief zeigt die Restspuren von 5 Wachssiegeln.

Die Frage, warum nicht auch dieser Brief von der österreichischen Post befördert wurde, ist rasch geklärt: die österreichische Post gab am 31. März 1869 ihre postamtliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Moldau weitestgehend auf (vgl. Gmach, Band I, Seite 160+161). Die Möglichkeit, die österreichische Post für diesen Transport bis an den Zielort zu nutzen, gab es damals schlicht nicht mehr.

Heinz
 

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