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Thema: Auktionsbeschreibung: Stempel nicht prüfbar !
Das Thema hat 27 Beiträge:
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petzlaff Am: 03.08.2010 19:21:57 Gelesen: 18795# 3 @  
"Nicht prüfbar" ist m.E. eine ziemlich ehrliche Beschreibung und lässt grundsätzlich erst einmal keinen Verdacht auf irgend etwas Anderes zu. Natürlich hört der eine oder andere die Flöhe husten, aber wer von uns hat nicht selber hunderte von "nicht prüfbaren" Objekten in seiner Sammlung. Schlimmer noch: derjenige, welcher ehrlich "nicht prüfbar" in einer Auktion reklamiert lügt sich weniger in die Tasche als mancher von uns, der derartige fragliche Objekte still und heimlich hortet und sich darüber freut, dass er diese nicht öffentlich vorstellen muss, um postwendend eine mögliche Illusion zerstören zu lassen.

Hut ab vor dem aus meiner Sicht redlichen Anbieter.

LG, Stefan
 
doc Am: 03.08.2010 19:29:27 Gelesen: 18793# 4 @  
@ Blättchensammler [#1]

Hallo, Stefan,

ich lasse recht viele Marken bei A. Schlegel prüfen; so manche gestempelte Marke bekomme ich mit dem Vermerk: "ich kann die Echtheit des Stempels nicht mit Sicherheit bestätigen" zurück.

Diese Aussage kann ich in den meisten Fällen auch nachvollziehen, weil entweder das Datum nicht ausreichend oder die Ortsangabe unzureichend erkennbar ist.

Es gibt z.B. auch den Berliner Stempel "Berlin SW 11", der tatsächlich verwendet wurde, allerdings nur mit ganz bestimmten Kennbuchstaben. Wenn nun dieser Kennbuchstabe, der unten im Stempel angebracht ist, nicht auf der Marke erkennbar ist, kann Herr Schlegel nicht wissen, ob der Stempel echt ist - mag er auch noch so schön sein. Bei einer solchen Marke heißt es dann folgerichtig, die Echtheit des Stempels könne nicht sicher nachgewiesen werden; der Stempel ist nicht prüfbar.

Ich habe vor vielen Jahren von meinem Schwiegervater eine große Anzahl von Marken aus der ersten Zeit der Bundesrepublik erhalten, die aus seiner Korrespondenz stammten. Somit weiß ich, daß die Stempel echt sind, auch wenn weder Ort noch Datum auf der Marke lesbar sind - allerdings ist die Marke dann nicht prüfbar.

Also, längst nicht alle, ich würde sogar behaupten, eher die wenigsten Eckstempel sind falsch. Ob man solche Marken in seine Sammlung aufnehmen will, bleibt natürlich jedem Einzelnen selbst überlassen.

Freundliche Grüße,

Wolfgang
 
bayern klassisch Am: 03.08.2010 19:53:28 Gelesen: 18784# 5 @  
Hallo,

nicht prüfbar gibt es in 2 Versionen:

1. Der Stempel ist zu 99,9% falsch, aber nicht als Falschstempel bekannt und entzieht sich somit einer eindeutigen Attestierung. Prüfer haften für ihre Aussagen und Atteste, das macht sie sehr vorsichtig.

2. Der Stempel könnte echt sein, aber aus unterschiedlichen Gründen sind Zweifel angebracht. Zum Beispiel war die Marke nicht mehr gültig, ein Echtheitsmerkmal ist vorhanden, ein anderes fehlt aber, Stempel auf Postscheinen bekannt, aber bisher nicht auf Marke(n) usw. usw.

Wer sehr viel Ahnung von der Materie hat, darf auf sein eigenes Risiko so ein Stück zum entsprechenden Preis kaufen.

Alle anderen (99,9%) der Sammler sollten echte, geprüfte und gute Ware kaufen, sonst geht es zu 99,9% der Fälle in die Hose und das muss nicht sein.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 03.08.2010 19:55:44 Gelesen: 18784# 6 @  
Hallo Stefan,

diese Aussage bedeutet zunächst nur das, was da steht:

Der Stempel ist nicht prüfbar.

Das kann mehrere Ursachen haben. Wenn eine Marke oder auch ein Poststück aus dem regulären Bedarf kommt, ist es oft so, dass die Abstempelung die Marke kaum getroffen hat oder aber der Stempel nur einen Teilabschlag aufweist oder verschmiert ist, weil der Postbeamte sich nun nicht bei jedem Poststück die Mühe gemacht hat, besonders sauber zu stempeln. Wer einmal beobachtet hat, wie per Hand in nur 10 Minuten dicke Stapel von Briefen gestempelt werden, pro Minute mindestens 10 Stück, dem ist schnell klar, dass saubere und aussagekräftige Stempel bei älteren Marken oder Poststücken eher die Ausnahme darstellen. Das hat auch damit zu tun, dass früher in manchen Postämtern immer möglichst sauber gestempelt wurde, in anderen dagegen so gut wie nie.

Bei moderneren Marken, also solchen aus etwa den letzten 60 Jahren, gibt und gab es in der Sammlerschaft bei vielen Anhängern die Ansicht, dass Marken nur über eine Ecke gestempelt werden sollten, um das Markenbild nicht zu verdecken. Nach dem Ablösen dieser Marken bleibt dann nur ein Stempelfragment auf der Marke, der Stempel ist also nicht prüfbar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass das Poststück zwar korrekt mit einem Maschinenstempel entwertet wurde, die interessierende Marke aber nur die seitliche Welle abbekommen hat. Das ist zwar Bedarf, aber eben auch nicht prüfbar.

Ich denke, wer moderne Marken oder Belege sammelt, sollte versuchen, nur solche mit sauberen und weitgehend lesbaren Stempeln zusammenzutragen. Wer älteres Material ab etwa 1900 sammelt, sollte für sich selbst entscheiden, ob ihm Marken aus dem Bedarf genügen oder ob nur sauber gestempeltes Material in die Sammlung aufgenommen wird. Wer sich mit der Philatelie vor 1900 beschäftigt, sollte sich zunächst so viel Literatur beschaffen und Fachwissen aneignen, dass er nicht immer wieder auf fremde Einschätzungen angewiesen ist. Wie in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder zu beobachten ist, sind auch Prüfer nur Menschen und können sich sehr wohl irren. Wie wertvoll ist es da doch, wenn man selber mit ausreichend Fachwissen an die Sache herangeht.

Ich würde bei der Aussage zur Nichtprüfbarkeit eines Stempels grundsätzlich nicht zunächst von einer Betrugsabsicht des Verkäufers oder Auktionators ausgehen, sondern das lediglich als Warnung an den potentiellen Käufer verstehen, dass dieser selbst entscheiden soll, ob das angebotene Stück mit der Beschreibung übereinstimmt und ihm seinen Gebotspreis wert ist.

Im Übrigen verstehe ich unter Auktion nicht Ebay, delcampe & Co., sondern niedergelassene Auktionshäuser mit fest angestelltem Fachpersonal, das angebotene Einzellose einer Auktion im Zweifel schon vor dem Auktionstermin einem zugelassenen Prüfer vorlegt. Wer da meint, er könne im Internet eben mal für wenig Geld ein Schnäppchen machen, ohne dabei gewisse Risiken einzugehen, ist nach meiner Meinung selber schuld, wenn er dabei hereinfällt; seltene und teure Ware sollte man auf diesem Wege nicht erwerben.

Viele Grüße
Ingo
 
wiener Am: 04.08.2010 08:03:11 Gelesen: 18753# 7 @  
Hallo Stefan,

toll wie ausführlich mancher Sammlerfreund sich zum Thema äußert ! Der erste Satz von Ingo trifft die Sache optimal: Stempel nicht prüfbar bedeutet genau das !

Jede weitere Bemerkung ist für mich eigentlich überflüssig.

LG
Roman
 
doktorstamp Am: 04.08.2010 08:54:04 Gelesen: 18743# 8 @  
@ Blättchensammler [#1]

Mehr oder minder ist alles gesagt worden, lediglich haben Bayern Klassisch und Petzlaff gezielter geantwortet.

Ich kann es nur noch betonen, wer sich in seinem Gebiet nicht haargenau auskennt sollte solche Angebote lassen.

mfG

Nigel
 
Lars Boettger Am: 04.08.2010 12:19:11 Gelesen: 18721# 9 @  
@ Blättchensammler

Hallo Stefan,

"Stempel nicht prüfbar" - wir bewegen uns im Bereich der Forschung. Eckstempel sind prüfbar, wenn man das Vergleichsmaterial hat. Ein Stempel, der noch vor fünf Jahren nicht prüfbar war, kann heute ohne weiteres als echt oder falsch erkannt werden. Vor dem Kauf sollte man mit einem Prüfer reden, ob das Stück nicht doch prüfbar ist. Anders gesagt, das ist nicht automatisch ein "Todesurteil" für eine Marke.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Blättchensammler Am: 04.08.2010 17:23:57 Gelesen: 18688# 10 @  
Zuerst einmal DANKE an alle die sich geäußert haben, die Ansichten driften schon stark auseinander !

Bei dem einen schrillen die Alarmglocken, der andere ist der Meinung kann echt sein, muss es es aber nicht.

Der eine würde kaufen da sicherlich günstig, der andere kauft nur geprüfte Ware.

Wer eine Sammlung (Philatelist) als Geldanlage sieht, der sollte m. M. nach nur geprüfte Ware kaufen, der (Sammler) der nur sein Hobby frönt, warum nicht ungeprüfte Stücke in der Sammlung aufnehmen, Voraussetzung die Ware ist nicht überteuert.

Persönlich denke ich es kommt darauf an, wer die Auktion anbietet !

Ist der oder die Anbieter/in darauf aus Käufer zu linken, sollten die Alarmglocken schrillen.

Ist der oder die Anbieter/in bekannt dafür das ordentlich Ware angeboten wird,
denke ich kann man/frau unbedenklich kaufen.

Übrigens angeregt wurde ich zu meiner Fragestellung dadurch weil ein Mitglied hier im Forum einen Artikel mit dieser Formulierung angeboten hat. Bitte nicht nachforschen das Mitglied ist absolut korrekt und hat diese Formulierung nur aus dem Grund gewählt weil die Marke nicht geprüft werden konnte, Stempelfragmente u.s.w.

Wir diskutieren hier ja nur und die Antworten sind doch für alle lesenswert.

In diesem Sinne
lg
Stefan
 
wiener Am: 04.08.2010 20:20:51 Gelesen: 18678# 11 @  
Hallo Stefan,

muss mich einfach nochmals zu Wort melden ! Da vermischt sich etwas: Auf die Frage was bedeutet "Stempel nicht prüfbar", geäußert von einem Prüfer, gibt es nur die Antwort das es eben das bedeutet !

Eine ganz andere Frage ist: Was soll der Sammler in so einem Falle machen ? Handelt es sich um eine Marke welche im Katalog mit Falz 10 Euro notiert, gestempelt aber 150 Euro so kann man nur die Finger davon lassen. Ist der Preis jedoch gleich oder ähnlich so kann man durchaus so eine Marke in die Sammlung nehmen. Legt man Wert auf deutliche Stempel mit lesbarem Datum so stellt sich wiederum diese Frage gar nicht !

Ja, so sehe ich diese Sache.

LG
Roman
 
Blättchensammler Am: 05.08.2010 13:00:14 Gelesen: 18646# 12 @  
@ wiener [#11]

Hallo Roman !

Da vermischt sich etwas: Auf die Frage was bedeutet "Stempel nicht prüfbar", geäußert von einem Prüfer, gibt es nur die Antwort das es eben das bedeutet !

Wenn dem so ist, was bedeutet das den wenn besagte Marke als Falz mit 10 ME notiert ist gestempelt jedoch mit 150 ME ?

Kennzeichnet der Prüfer nun diese Marke mit falsch ? Nein, macht er nicht, der schickt die Marke zurück mit der Anmerkung "nicht prüfbar", er kennzeichnet die Marke nicht. Somit ist nach wie vor alles so wie es ist.

Die Frage bleibt, was darf ein derartiger Artikel kosten ?

Wenn wir nun von Falz Marke 10,00 ME gestempelt 150 ME ausgehen ist m. M. ich würde 1,00 - 3,00 Euro für einen (Lückenfüller) bereit sein zu zahlen !

Welche Meinung habt IHR dazu ?

In diesem Sinne
lg
Stefan
 
Lars Boettger Am: 05.08.2010 13:41:04 Gelesen: 18638# 13 @  
@ Blättchensammler [#12]

Hallo Stefan,

so einfach ist das nicht: In so einem Fall würde ich davon ausgehen, dass der Stempel "falsch" ist, aber ein endgültiger Beweis fehlt. Der Wert ist dann minimal. Für mich ist es eine Art von Selbstlüge, wenn man solche Marken ins Album steckt. Es ist eh rausgeschmissenes Geld, das man für solche Marken zahlt.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Cantus Am: 05.08.2010 14:09:13 Gelesen: 18631# 14 @  
Hallo Lars,

man merkt dir an, dass du wohl mehr Investor bist als Sammler. Mich selber stören Prüfstempel auf einer Marke oder einem Beleg, denn dadurch wird das jeweilige philatelistische Material dauerhaft beschädigt, und ich erwerbe niemals philatelistisches Material, um damit Werte zu erwerben, sondern ausschließlich, um damit meine Sammlungen zu erweitern und mich an den Belegen usw. zu erfreuen.

Natürlich steigt damit so nach und nach auch der Wert einzelner Sammlungen, das ist aber niemals ein gewolltes Element des Sammelns. Und wenn man sich auf dem Briefmarkenmarkt so umschaut, wie inflationär da mit Prüfungen geworben wird und wie wenig da oft ältere Prüfungen noch wert zu sein scheinen, könnte leicht die Frage aufkommen, was denn nun mehr wert ist, die Marke oder der/die Prüfstempel?

Viele Grüße
Ingo
 
Blättchensammler Am: 05.08.2010 14:11:03 Gelesen: 18631# 15 @  
@ Lars Boettger [#13]

Hallo Lars !

Interessant, plötzlich ist der Stempel FALSCH Deine Meinung, wenn auch nicht bewiesen ist das die Marke falsch ist !

Zum Thema rausgeschmissenes Geld hat ich mich ja schon geäußert in dem Sinne,

a) möchte ich eine Wertanlage schaffen
b) einfach nur aus Hobby (Sammler) meine Alben füllen

Über Wertanlage bei Briefmarken wurde ja schon ausführlich diskutiert, und hobbymäßiges Sammeln ob nun Briefmarken Anstecknadeln DVDs u.s.w., jedes Hobby kostet Geld, vieles ist nach Jahren wertlos, was solls, die Euronen wären dann für was anderes draufgegangen, mann/frau gibt im Leben soviel Euros für im Nachhinein sinnlosen Kram aus.

Meine Frage daher nochmals, wo liegt der Preis für derartiges Markenmaterial ?

In diesem Sinne
lg
Stefan
 
Lars Boettger Am: 05.08.2010 17:47:37 Gelesen: 18616# 16 @  
@ Cantus [#14]

Hallo Ingo,

"Investor"? Das ist extrem weit weg von der Wahrheit. Ich habe körbeweise "Altpapier", das von "ernsthaften" Sammlern als "Kartonphilatelie" verschrien wird. Aber als Stempeldokumentation benötige ich es halt.

Prüfstempel: Die Diskusstion ist alt und ich kann die Argumente der Befürworter und Gegner verstehen. Für eine differnzierte Betrachtung empfehle ich Dir meinen Vortrag zu dem Thema bei der "Nassau-Phila 2010" in Wiesbaden.

@ Blättchensammler [#15]

Hallo Stefan,

bitte sehe meine Beiträge im Kontext "BDPh Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung" und hoffentlich baldiger Verbandsprüfer für Luxemburg. Da muss ich mir zu nicht prüfungsfähigen Stempeln eine bestimmte Meinung zulegen, die vom allgemeinen Verständnis u.U. abweicht.

Einfache und brutale Formel:

Normalsammler -> nicht prüffähiger Stempel -> Hände weg, weil wertlos
Spezialist -> nicht prüffähiger Stempel -> kann ein Schnäppchen sein, wenn man Material hat, um den Stempel prüffähig zu machen

Beste Sammlergrüsse!

Lars

BDPh-Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung
 
Cantus Am: 05.08.2010 18:28:00 Gelesen: 18609# 17 @  
Hallo Lars,

ich kann deiner Auffassung nur teilweise folgen.

Normalsammler -> nicht prüffähiger Stempel -> Hände weg, weil wertlos

Diese Aussage halte ich für grundfalsch, verstehe aber deine Sichtweise, da du offensichtlich bereits so sehr mit dem Misstrauensvirus geschädigt bist, dass für dich jeder nicht prüfbare Stempel zwingend entweder falsch ist oder die ganze Marke eine Fälschung darstellt. So allgemein ist das jedoch völliger Unsinn.

Es mag sein, dass insbesondere im Klassikbereich viele Fälschungen existieren, Stempel, Marken oder komplette Belege, aber du kommst immer wieder mit diesem Totschlagargument "wertlos". Was interessiert mich der Wert, wenn ich Sammler bin? Mich interessiert die Marke, die Schönheit eines Beleges, ein interessanter Stempel, mehr aber nicht. Und den Wert einer Sache bestimme ich als Käufer stets selber.

Greift ein Anbieter in seiner Einschätzung eines Verkaufspreises zu hoch, dann lasse ich den Kauf eben sein, ich zahle immer nur das, was mir die Sache wert ist. Katalogpreise sind eh nur Orientierungsgrößen, haben aber mit der realen Welt wenig zu tun. Und eine Sammlung ist nicht deshalb besonders toll, weil da ganz seltene Marken oder Belege enthalten sind (sowas hat fast jeder in seinen Beständen), sondern weil das Thema oder die Aufmachung oder die Zusammenstellung besonders gelungen sind und den Betrachter besonders ansprechen.

Viele Grüße
Ingo
 
Lars Boettger Am: 05.08.2010 19:37:24 Gelesen: 18600# 18 @  
@ Cantus [#17]

Hallo Ingo,

praktisches Beispiel: Einkreisstempel Oetringen findet sich auf gestempelt seltenen Marken und Einheiten der sog. Lokalausgabe von Luxemburg. Prüfzeichen von René Demuth BPP signalisiert "echt gestempelt". Sollte ich jemals Prüfer für Luxemburg werden, dann muss ich derzeit den Stempel als "nicht prüfbar" ablehnen. Derzeitiger Kenntnisstand: Mit hoher Sicherheit rückdatiert, aber nicht gerichtsfest beweisbar.

Es gibt noch eine Reihe anderer Stempelabschläge, die von echten Stempelgeräten stammen, aber nicht koscher aussehen. Bevor ich hier eine Meinung abgeben kann, muss ich erst entsprechende Abschläge auf echt gelaufenen Belegen finden. Bis dahin: Stempel nicht prüfbar, aber noch keine eindeutige Aussage möglich.

Dritte Möglichkeit: Eckstempel von Sammlerbriefen. Die Marken wurden "auf Eck" gestempelt, Ort lässt sich noch identifizieren, Datum nicht. Was nun - hier kann ich dem Sammler sagen, dass er diese Stücke ruhig in sein Album stecken kann, aber dafür keinen vollen Preis zahlen darf, weil nicht zu 100% als echt prüfbar.

Warum meine eindeutige Aussage "Finger weg"? Es gibt verdammt viel Grautöne, aber wenn ich Geld für Marken ausgebe, dann ist mein Credo "es darf ruhig echt sein". Wenn ich nicht prüffähige Stempel in die Sammlung aufnehme, dann muss es mir Spass machen, beim Geldverbrennen zu zu sehen.

Du schiebst mich in die Mistrauensecke, das ist etwas zu billig. Ich sehe jede Menge Müll, hab aber riesiegen Spass an der Philatelie. Wenn ich aber sehe, dass man Geld an Literatur oder Vereinsbeiträgen spart, die einem langfristig weiterbringen können und dafür lieber wertlose Marken ins Album steckt, dann werde ich grantig. Ich mag auch die Verharmlosungen und Verniedlichungen der Stempelproblematik nicht. Das ist dermassen vielschichtig (s.o.), da hilft nur viel Fachwissen und Vergleichsmaterial.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

P.S. Ich schreibe im Anschluss an diesen Beitrag einen Artikel über die Erkennung von Deppenfälschungen bei eBay für die ArGe BeLux (Jahrsbeitrag 25 €) und die FSPL (Jahresbeitrag ab 7 €).
 
Blättchensammler Am: 05.08.2010 20:05:49 Gelesen: 18595# 19 @  
@ Cantus [#17]
@ Lars Boettger [#18]

Immer ruhig Blut, Diskutieren ja, dafür ist das Forum da !

Übrigens Lars, schön wäre doch wenn Deine Deppenfälschungen nicht nur bei der Arge landen, wäre es nicht eine gelungene Sache wenn alle Mitglieder ob beim bdph, philaseiten philaforum dies einsehen könnenten ?

Was mich persönlich immer stört, egal auf welcher Plattform ich auch gerade bin, wenn ein Mitglied eine Frage zu einem Internet Angebot stellt, ob der Artikel eventuell falsch wäre, kommen zwar oft die Aussagen alles falsch u.s.w., selten jedoch die Erklärung woran man die Fälschung erkennen kann.

In diesem Sinne
lg
Stefan
 
Cantus Am: 05.08.2010 21:58:43 Gelesen: 18580# 20 @  
Hallo Lars,

ich habe den Eindruck, dass wir von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Ich rede immer von Sammlern, wie du einer bist, wie ich einer bin, wie reichswolf, christoph und andere hier im Forum sind, nicht aber von Abonnenten oder anderen Gelegenheitssammlern. Ich selber bin in 5 Vereinen / ARGEn und habe hier über drei Meter Fachliteratur stehen, ich gebe aber zu, dass es gar nicht so selten ist, dass - unsinnigerweise - genau daran und auch an Vereinsbeiträgen gespart wird. Im Übrigen kann ich durchaus deinem Beispiel zur Luxemburgphilatelie folgen, schließlich gibt es ähnliche Probleme bei besseren Marken vieler anderer Staaten.

Ich möchte aber noch einmal auf den "Wert" zurückkommen und meine oben gemachten Aussagen noch mit drei Beispielen untermauern.

1) Vor mir liegt gerade Zanzibar, Streifband S 3, gelaufen nach Entebbe in Uganda (Teil meiner Sammlungen). Der Stempel (Squared Circle) ist nur teilweise und nur sehr schwach abgeschlagen, das Abgangsdatum ist nicht zu erkennen, der Stempel also nicht prüfbar. Und deshalb soll das Streifband wertlos sein ?

2) Vor mir liegt ein Brief aus meiner Sammlung Senegal, frankiert mit Mi. 72 und 104, gelaufen 7.12. ???? von ???? über Dakar nach Levallois im Département Seine / Frankreich. Beide Stempel auf den getrennt aufgeklebten Marken sind verwaschen und nicht zu entziffern und damit nicht prüfbar. Der rückseitige Ankunftsstempel ist so auf der Kante abgeschlagen, dass vom Datum nur „23 XII 2“ zu erkennen ist, vom Ort nur einige wenige Buchstaben. Und dieser Brief soll nun wertlos sein ?

3) Vor mir liegt ein Brief aus China (Dublettenbestand), gelaufen laut Absender von Peking zum Hotel Adlon in Berlin. Der Brief ist freigemacht mit Mi. 238(3), 253, 255. Alle fünf auf den einzeln geklebten Marken abgeschlagenen Stempel sind höchst undeutlich, nur in einem einzigen Fall ist ein Datum „23.3.“ zu entziffern, mehr aber nicht; damit sind alle fünf Stempel nicht prüfbar. Und deshalb soll der Brief nun wertlos sein ?

Auch solche Belege haben in Sammlerkreisen sehr wohl ihren Wert, auch wenn ich zugeben muss, dass ich teilweise recht exotische Sammlungen pflege.

Viele Grüße
Ingo
 
AfriKiwi Am: 06.08.2010 00:20:01 Gelesen: 18567# 21 @  
@ Cantus [#20]

Hallo Ingo,

Vor Lars Antwort einige Zeilen.

Deine gemeldeten Sammelstücke hast Du auch wie erworben, nicht als Sammler sondern mit der Kenntnis eines Philatelisten, wie Du schreibst Meter langen Literatur-Hintergrund.

Nur Sammler auf diese exotische Gebiete oder sonst würden es betrachten nur als ein interesantes, und zufälliges Sammelstück.

Ein Philatelist würde es Ankaufen (Sammeln) mit dem Kenntnis der möglicher Echtheit oder Zweifel daran.

Im Restaurant bezahlen wir auch unser bestelltes Mahl weil es uns geschmeckt hat. Schlecht kann man es danach werden auch ohne den Preis gesehen zu haben. ;)

@ Lars Boettger [#18]

Hallo Lars,

was wäre die Möglichkeit ein Attest jedenfalls zuzustellen worauf dann steht daß der Beleg, Marke, Stempel oder Sammelstück NICHT prüfbar ist und zu welchem Grund.

Natürlich würden Prüfer sich scheuen davor wegen extra Arbeit und wenig Einkommen. Ich sehe es mehr als einen Dienst (Lehrgeld) für Sammler.

Erich
 
wiener Am: 06.08.2010 09:13:51 Gelesen: 18554# 22 @  
@ Blättchensammler [#19]

Also was die Stempel betrifft würde ich einen unprüfbaren welcher einen gewissen Wert darstellt nicht in die Sammlung nehmen. Wenn eine Sammlung vom Besitzer oder dessen Nachfolgern einmal veräußert wird kommt sonst das "böse Erwachen".

Ich kenne einen Prüfer für Österreich welcher die Stempel speziell prüft. Da braucht es nicht nur Erfahrung sondern auch, das wurde schon angesprochen, das nötige Vergleichsmaterial bzw. Unterlagen. Wer von uns wüsste etwa das der Stempel XY am Tag XY gar nicht im Einsatz war ? Das sind dann die Fälle wo ein echter Stempel zum Nachstempeln verwendet wurde. Da könnte man noch viel dazu sagen und natürlich gilt das nicht für Österreich allein.

LG
Roman
 
Lars Boettger Am: 06.08.2010 12:52:46 Gelesen: 18512# 23 @  
@ Cantus [#20]

Hallo Ingo,

Belege sind ein neuer Aspekt in der Diskussion.

Fall 1: Squared Circle-Teilabschlag - sofern das die damals übliche Stempelform ist, hätte ich mit dem Stempel kein Problem, würde aber lieber ein Exemplar mit identifizierbarem Stempel in der Sammlung haben. Wäre ich Experte und kenne ich die ganzen Korrespondenzen, könnte ich eventuell den Stempelort identifizieren oder zweifelsfrei die Echtheit bestätigen.

Fall 2: Warum sollte der Brief nicht prüfbar sein? Der Stempelabschlag bzw. die Identifzierung ist kein entscheidendes Kriterium. Ich kann den Leitweg nachvollziehen, die Stempel scheinen zeitgerecht zu sein, warum sollte ich als Prüfer nicht auf "echt" erkennen?

Fall 3: Siehe Fall 2, eventuell gibt es einen Empfängervermerk oder einen Eingangsstempel oder er entstammt einer bekannten Korrespondenz.

Wären die Stempel auf losen Marken, dann hättest Du eventuell das Problem "nicht prüfbar". Wobei "nicht prüfbar" immer eine Frage des Vergleichsmaterials ist. Wenn man genügend hat, dann sind "nicht prüfbare" Stempelabschläge anzahlmässig gering. Das klappt am besten bei kleinen Sammelgebieten.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Klaus K. Am: 05.12.2013 17:59:31 Gelesen: 13994# 24 @  
Ich habe vor kurzem eine Prüfsendung zurück bekommen, in der 2 Marken mit "eine mißbräuchliche Verwendung des Stempels kann nicht ausgeschlossen werden" deklariert wurden.

Was soll das denn nun wieder?

Gruss von
Klaus K.
 
bayern klassisch Am: 05.12.2013 18:15:10 Gelesen: 13977# 25 @  
@ Klaus K. [#24]

Das bedeutet, dass es den Stempel auf Bedarfspost echt = zeitgerecht gibt, aber auch ein späterer Einsatz (außerhalb der Verwendungszeit der Marken) zum Schaden der Sammler nachgewiesen wurde.

Warten, bis die Forschung vielleicht unterscheiden kann, ob echt oder nicht, sollte nicht der schlechteste Rat sein.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 05.12.2013 18:47:29 Gelesen: 13955# 26 @  
Die entscheidende Frage für mich ist, ob der (mögliche) Fälscher daraus einen Gewinn schlagen könnte. Z.B. Altösterreich: die ersten Marken sind ungebraucht ohne Gummi wertvoller als gestempelte. Somit bringt es nichts, einen billigen Stempel drauf zu malen. Einen sehr seltenen Stempel vorzutäuschen schon, aber der sollte dann ausreichend abgeschlagen sein, um wieder prüfbar zu sein. Bei deutschen Infla-Ausgaben ist es oft umgekehrt, einige sind postfrisch billig, gestempelt teuer - da ist die Motivation, einen kleinen Viertelkreis draufzumalen und den Wert zu verhundertfachen, eine höhere.

Lg, harald
 
Richard Am: 06.12.2013 09:54:45 Gelesen: 13876# 27 @  
@ Klaus K. [#24]

Hallo Klaus,

zeige uns doch bitte hier im Forum die Marken mit nicht prüfbaren Stempeln und gerne auch die Nachricht, die Du dazu erhalten hast.

Schöne Grüsse, Richard
 

Das Thema hat 27 Beiträge:
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