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Thema: Belege aus der eigenen Familiengeschichte
Das Thema hat 209 Beiträge:
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volkimal Am: 29.09.2017 13:57:18 Gelesen: 68234# 185 @  
Hallo zusammen,

in der Nähe von Bamenda besuchten wir noch die Chefferie von Bafut. Bafut ist neben Bali (westlich von Bamenda) eines der beiden Königreiche in Kamerun, in denen sich die traditionellen Strukturen noch am besten erhalten haben. Philatelistisch kann ich diesen Besuch nicht belegen und mir sind auch keine entsprechenden Briefmarken bekannt. Sehr interessant war die Unterhaltung mit einer der Frauen des Königs. Das Foto zeigt eines der Gebäude in der Chefferie von Bafut.



Von Bamenda ging es zurück nach Douala und von dort für zwei Tage weiter nach Kribi. Kribi entstand als Ansiedlung deutscher Kaufleute an der Batanga-Küste und gehörte seit 1884 zu der deutschen Kolonie Kamerun. In den folgenden Jahren entwickelte es sich zum administrativen und wirtschaftlichen Zentrum des Südens der Kolonie. Kribi verfügt mit über die schönsten Strände Kameruns. Ein besonders sehenswertes Ziel ist der Lobé-Wasserfall (Chute de Lobé) unweit südlich von Kribi.



Gerade als wir in Kribi waren, wurde der erste Hentschel-Beleg den ich aus Kamerun gesehen habe bei Ebay verkauft. Er kam zufälligerweise gerade auch aus Kribi. Wie Theodor Hentschel mit mir verwandt ist, findet ihr ab Beitrag [#19]. Da wir in Kamerun kein Internet hatten, habe ich einen Bekannten gebeten, den Brief für mich zu kaufen. Wie ihr seht, ist es gelungen. Bisher habe ich nur einzigen weiteren Hentschel-Beleg aus Kamerun registriert. Er kam ebenfalls aus Kribi.



Auf der linken Marke sieht man die Kirche aus Kribi. Sie stammt noch aus der deutschen Kolonialzeit. Ein weiteres Bauwerk aus dieser Zeit ist der kleine Leuchtturm am Strand von Kribi. In der Nähe des Leuchtturms sind wir erst einmal im warmen Wasser des Atlantiks Baden gegangen. Von großem wirtschaftlich Interesse ist der Hafen von Kribi. Dort werden Holz und Kakao aus dem Binnenland Südkameruns exportiert.

Viele Grüße
Volkmar
 
10Parale Am: 12.10.2017 22:10:25 Gelesen: 67029# 186 @  
@ Volkimal [#185]

Wir haben schon sehr viele Belege gesehen, die von Rumänien nach Deutschland liefen und in die ganze Welt.

Heute zeige ich einen ganz einfachen Beleg, der am 20.12.1995 die andere Richtung nahm, von Deutschland nach Rumänien (rückseitiger Ankunftsstempel Sibiu, undeutlich aber lesbar).

Frankiert ist er mit Freimarke 100 Pfennig mit dem Bild von Luise Henriette von Oranien (1627 - 1667). Diese älteste Tochter des niederländischen Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien heiratete mit 19 Jahren den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm Kurfürst von Brandenburg und vereinigte machtpolitisch 2 bedeutende Ländereien.

Nun ja, dieser Brief an meinen Schwiegervater hatte auch mit verwandtschaftlicher Beziehung zu tun, jedoch weniger mit machtpolitischen Interessen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Baber Am: 13.10.2017 09:43:27 Gelesen: 66956# 187 @  
@ volkimal [#184]

Hallo Volkmar,

wie klein doch die Welt doch manchmal ist. Da zeige ich einen Beleg von Bamenda ohne zu wissen, wo das genau in Kamerun liegt und dann bist Du genau in diesen Ort. Hast Du zufällig noch Verbindungen dorthin zu Leuten, die postgeschichtlich interessiert sind?

Ich habe bisher nicht herausbringen können, wie lange die Marken mit Aufdruck der englischen Währung verwendet werden konnten. Ich meine dabei nicht die Nigeria Marken mit Aufdruck UKTT sondern die Marken der Republik Kamerun mit Aufdruck der Pfund-Währung Michel 332-343 und 347-349. Dieser letztere Satz der Wiedervereinigung mit sh/d Aufdruck ist auch einer der teuersten in der Geschichte des unabhängigen Kameruns. Ende der 70-Jahre hatte ich einen Bekannten, der als Lehrer nach Kamerun ging. Ich hatte ihm solche Fragen zur Postgeschichte mitgegeben. Er hat auch versucht Antworten zu bekommen und wurde dabei fast eingesperrt, denn man betrachtete solche Fragen damals in Kamerun als Spionage.

Gruß
Bernd
 
volkimal Am: 22.10.2017 14:00:32 Gelesen: 66151# 188 @  
@ Baber [#187]

Hallo Bernd,

leider habe ich keine Verbindungen nach Kamerun mehr - zumindest keine, die eine philatelistische Frage beantworten können.

Da kann ich dir leider nicht helfen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.10.2017 14:08:38 Gelesen: 66148# 189 @  
Hallo zusammen,

wir übernachteten in Kribi und fuhren am nächsten Tag zurück nach Douala. Unterwegs kauften wir noch einige Garnelen. Von den Garnelen leitet sich übrigens der Name des Landes Kamerun ab.



Die portugiesischen Seefahrer, die als erste Europäer die Region erreichten, gaben dem heutigen Fluss Wouri den Namen Río dos Camarões nach den vielen Garnelen, die sie dort vorfanden. Später wurde der Name für die umliegenden Berge und von der deutschen Kolonialverwaltung zunächst für die heutige Stadt Douala und später für das ganze Land übernommen.



Auf der Rückfahrt hatten wir noch eine Autopanne und mussten abgeschleppt werden. Sehr verblüffend für uns war die Methode, wie das den anderen Autofahrern mitgeteilt wurde. Anstelle der Warnblinkanlage wurde rechts und links im Kofferraum ein Grasbüschel eingeklemmt. Wenn man bei einer Autofahrt ein Grasbüschel auf der Fahrbahn liegen sieht, sollte man sofort bremsen. Wahrscheinlich steht ein paar Meter weiter ein liegengebliebenes Auto auf der Straße. Im Dunkeln wäre das liegengebliebene Fahrzeug zudem unbeleuchtet. Also besser nur tagsüber mit dem Auto fahren.





Am 15.10.2005 flogen wir schließlich über Paris wieder nach Hause zurück. Einen Tag vorher schickten wir noch diese Ansichtskarte an meine Eltern. Vermutlich hat sie Steffi bei der Post aufgegeben, denn sie wurde erst zwei Tage nach unserem Abflug abgestempelt.

Beim Stempel fällt die Jahreszahl 2005 besonders auf. Die Ziffern – vor allem die „5“ sind deutlich größer als die Ziffern bei der Angabe von Tag und Monat.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.10.2017 14:14:11 Gelesen: 65210# 190 @  
Hallo zusammen,



kurz nach der Rückkehr erreichte uns die erste Ansichtskarte von Steffi aus dem „kalten“ Douala. Das ist natürlich ironisch gemeint, denn die Durchschnittstemperatur in Douala beträgt das ganze Jahr über ca. 30 °C tagsüber und ca. 23 °C nachts. Die Luftfeuchtigkeit beträgt dabei immer ca. 85 %. Es ist also ein äußerst schweißtreibendes Klima.



Wie Steffi schreibt, ist sie Ende Oktober aufs Dorf gefahren, weil dort eine „Finerei“ war. Sie kannte vermutlich das Wort funérailles = Trauerfeier nicht. Mit „Dorf“ ist der Ort gemeint, aus dem die Familie stammt. Auch wenn jemand in der Stadt wohnt, spielt das Dorf weiterhin eine wichtige Rolle.

Steffi schreibt: „… Wenn jemand gestorben ist gibt es erst die traurigen Tage und teils nach Monaten gibt es den freudigen Abschluss. Drei Tage wird nur gefeiert, Gottesdienste abgehalten und es sind die riesigen Familien zusammen. Für mich war es sehr interessant zu sehen wie am Samstag in den Winzigen Holzhütten auf dem Feuer gekocht wurde und abends alle tanzten. Zu den Feiern kommen viele hundert Leute …“ Ich finde es sehr interessant was Steffi schreibt.



Ob diese beiden Bilder von der Trauerfeier stammen kann ich im Moment nicht feststellen. Auf jeden Fall tragen viele der Besucher Kleidung aus den bunten einheimischen Stoffen. Ansonsten stellen die vielen abgelegten Kleidungsstücke von uns, die in Kamerun billig auf dem Markt verkauft werden, eine große Konkurrenz für den einheimischen Stoffmarkt dar.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.11.2017 20:42:43 Gelesen: 64271# 191 @  
Hallo zusammen,

ein paar Tage vor Weihnachten 2005 erreichte uns dieser Brief von Steffi mit der Anweisung, ihn erst unterm Weihnachtsbaum zu öffnen:



Wir waren natürlich gespannt, was sie schreiben würde. Eine große Überraschung lieferte diese einliegende Karte mit der Aufgabe, nach draußen in den Garten zu gehen:



Im Garten fanden wir ein großes Paket von Steffi mit Weihnachtsgeschenken aus Kamerun. Steffi hatte das Paket Bekannten mitgegeben die nach Deutschland geflogen sind. Diese haben es dann an Steffis Freundin geschickt, die bei uns in der Nachbarschaft wohnte.



Für mich lagen mehrere Hemden im Paket. Wie bekommt man in Kamerun ein Hemd? Man geht zunächst auf den Markt und kauft dort eine Bahn Stoff. Mit dieser geht man wiederum zu einem Schneider, der einem dann ein maßgeschneidertes Hemd näht.

Da ich mir in Kamerun schon ein paar Hemden anfertigen ließ, ist Steffi zu dem Schneider gegangen, der meine Größe kannte und ließ von ihm weitere Hemden nähen. Diese Hemden sind neben den Sandalen, die ich fast immer trage mein „Markenzeichen“. Allerdings sind die Haare in der Regel etwas wilder und länger als auf dem Foto. Meine Naturkrause lässt sich kaum bändigen.

So viel von der gelungenen Weihnachtsüberraschung 2005.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.12.2017 09:56:41 Gelesen: 61913# 192 @  
Hallo zusammen,

Ende Januar 2006 besuchte Steffi zusammen mit einem deutschen Arzt den Korup-Nationalpark im Südwesten Kameruns an der Grenze zu Nigeria. Dort kaufte sie die beiden Ansichtskarten, die sie an uns bzw. die Großeltern schickte:



Steffi war von der langen Wanderung durch die ursprüngliche Natur des Regenwaldes ganz begeistert. Man hört zwar viele Tiere (Vogelgezwitscher, Affengeschrei), sieht aber kaum. Auf der einen Karte schreibt sie „Heute konnte ich kurz einen Affen in den Baumgipfeln erkennen“.



Den Fluss auf dieser „Brücke“ zu überqueren ist nicht jedermanns Sache. Weitere Informationen über den Korup-Nationalpark findet man im Internet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Korup-Nationalpark

Viele Grüße
Volkmar
 
bysanter Am: 03.01.2018 21:19:28 Gelesen: 57408# 193 @  
@ volkimal [#156]

Hallo,

ich sammle Ostpreussen Bilder / Ansichtskarten, habe ca. 5 Tausend AK aus Königsberg Pr und unzählige aus Ostpreußen.

Würden Sie die Ansichtskarte aus Groß Kuhren (heute Primorje) im Samland verkaufen?

MfG aus Leipzig
 
volkimal Am: 04.01.2018 09:53:03 Gelesen: 57223# 194 @  
@ bysanter [#193]

Hallo,

ich bin froh, dass ich so viele interessante Belege von meiner Familie in meiner Sammlung habe. Auch wenn ich viel habe, möchte ich diese Dinge aber nicht abgeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.01.2018 12:13:29 Gelesen: 54820# 195 @  
Hallo zusammen,

diese selbst gebastelte Glückwunschkarte zu meinem Geburtstag konnte überhaupt nicht pünktlich ankommen, denn Steffi hat sie erst einen Tag nach meinem Geburtstag in Douala aufgegeben. Im Gegensatz zum Stempel aus dem Jahre 2005 [#190] sind jetzt wieder die richtigen Jahreszahlen im Stempel.







Interessant ist der Inhalt des Briefes. Steffi schreibt: „Guilland, der Tischler aus Bamenda hat dir nochmal als Dankeschön einen kleinen Beistelltisch mit afrikanischer Verzierung gemacht. …“



Bei unserer Fahrt in den Herbstferien hatte ich in Bamenda den Tischler Guilland kennengelernt. Er stellte mit den einfachsten Mitteln Möbel her. Hier seht ihr ihn mit seiner selbstgebauten Werkbank. Er kaufte im Sägewerk gehobelte Bretter und stellte aus diesen in reiner Handarbeit stark verzierte Möbelstücke her. Das zweite Foto zeigt das Fußgestell eines Bettes, das er gerade fertiggestellt hatte.



Da er keine einzige Maschine besaß, habe ich ihm eine Stichsäge zukommen lassen. So musste er die Formen nicht mehr mühsam mit der Handstichsäge aussägen. Als Dank schenkte er mir diesen Tisch. Lustig ist die Schreibweise meines Namens, den er nur nach dem Gehör kannte.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 25.01.2018 16:50:28 Gelesen: 51154# 196 @  
Hallo zusammen,

in den Osterferien 2006 flogen unser Sohn Thomas und ich ein drittes Mal nach Kamerun. Meine Frau kam nicht mit, da sie vor allem der chaotische Verkehr ängstigte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Douala ging es mit dem Flugzeug weiter nach Garoua. Nach den Erfahrungen von den letzten Inlandsflügen hatte Steffi den Flug diesmal nicht bei Cameroun Airline sondern einer anderen kleinen Gesellschaft gebucht.

Der erste Teil der Strecke bis Yaounde verlief störungsfrei. Doch dann begann es mit einer längeren Verzögerung. Nach einiger Zeit mussten wir das Flugzeug verlassen und ins Flughafengebäude gehen. Nachdem wir wieder ins Flugzeug zurück durften ging es aber immer noch nicht weiter. Jetzt erfuhren wir auch den Grund der Verzögerung. Das Flugzeug war überladen. Das Problem wurde schließlich gelöst, indem ein Teil des Gepäcks wieder ausgeladen wurde. Unser Gepäck blieb zum Glück in der Maschine. Ein Passagier wurde ganz aufgeregt, als er sah wie sein Gepäck ausgeladen wurde. Er durfte dann seine Medikamente aus dem Koffer holen. Das Gepäck blieb aber in Yaounde.

Von Garoua aus ging es mit dem Auto weiter. Steffi hatte dazu einen Fahrer gebucht, der uns den Norden Kameruns zeigen sollte. Besonders eindrucksvoll fand ich die Gegend um Roumsiki. Direkt an der Grenze zu Nigeria. Dort schrieben wir diese Ansichtskarte:





In der Gegend von Roumsiki gibt es mehrere sehr eindrucksvolle Vulkanschlote, die aus der Landschaft herausragen. Wir haben die Karte zwar am Ende unserer Fahrt am 22.04.2006 geschrieben, sie ist dann aber bei Steffi liegengeblieben. Steffi hat die Karte erst kurz vor ihrer Rückfahrt Ende Juli aufgegeben. Die Karte tragen diesmal einen Postfreistempel aus Yaounde. Laut dem "International Postage Meter Stamp Catalog" ist es ein Postfreistempel der Firma Neopost. Hier findet ihr die Infrmationen zum Stempel: https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Cameroon

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 11.02.2018 11:53:48 Gelesen: 45758# 197 @  
Hallo zusammen,

wir haben aus Roumsiki noch eine zweite Karte an die Schwiegereltern abgeschickt:



Die eindrucksvolle Natur mit den Vulkanschloten ist natürlich auch auf den Briefmarken Kameruns zu sehen:



Meine Frau war damals nicht mit auf der Reise. Ich würde ihr gerne die imposante Gegend einmal zeigen. Das ist zurzeit aber nicht möglich, denn Roumsiki liegt unmittelbar an der Grenze zu Nigeria.

Vom Auswärtigen Amt gibt es eine dringende Reisewarnung für viele Gebiete Kameruns. Unter anderem wird vor Reisen in die Grenzgebiete zu Nigeria und Tschad (jeweils auf der gesamten Länge der Grenzen) gewarnt. In den letzten Jahren wurden in der Region „Extrême-Nord“ mehr als 20 Ausländer entführt. Außerdem gab es dort Morde (auch an Einheimischen) durch die Boko Haram.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.02.2018 16:46:41 Gelesen: 45038# 198 @  
Hallo zusammen,

von Roumsiki aus fuhren wir weiter nach Waza in der Region Extrême-Nord. Dort besuchten wir den Waza-Nationalpark. Das war eine der „Bedingungen“, damit mein Sohn mit nach Kamerun geflogen ist. Er wollte unbedingt einen Nationalpark besuchen und noch einmal an die Küste nach Kribi fahren.



Der Waza-Nationalpark (franz. Parc national de Waza) ist ein 170.000 Hektar großes Biosphärenreservat. Das Reservat wurde 1934 gegründet und 1968 zum Nationalpark deklariert. Der Staat Kamerun hat beantragt, es in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufzunehmen. Bekannt ist der Waza-Nationalpark u.a. durch die letzte größeren Populationen der Giraffe innerhalb der Sahelzone.





Neben Giraffen haben wir aber auch Elefanten, Löwen, Antilopen, Warzenschweine und viele andere Tiere gesehen. Einige sieht man auch auf kamerunischen Briefmarken.



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 08.03.2018 20:36:27 Gelesen: 43171# 199 @  
Hallo zusammen,

nach dem Besuch des Waza-Nationalparks ging es zurück nach Garoua und von dort aus mit dem Flugzeug nach Douala. Leider gab es – wie bei so vielen Inlandsreisen – wieder Probleme. Während auf dem Hinflug ein Teil des Gepäcks ausgeladen wurde, hat man bei diesem Flug überhaupt kein Gepäck mitgenommen. Dadurch entfiel leider der Besuch des Badeortes Kribi. Wir mussten stattdessen warten, bis unser Gepäck endlich eingetroffen ist.

Am Ende der Osterferien hieß es dann Abschied nehmen von Steffi, die noch bis Ende Juli in Douala im arbeitete. Kurz vor ihrer Abreise schickte sie diesen ungewöhnlichen Brief an mich:





Wie man auf dem eingelegten Gruß lesen kann, wollte sie, dass der Brief den ich ihr von den Soester Gesprächen geschickt hatte eine „Weltreise“ macht. Sie hat einfach auf die Rückseite meine Adresse geschrieben und ihn dann aufgegeben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.03.2018 09:15:09 Gelesen: 41796# 200 @  
Hallo zusammen,

die beiden letzten Karten aus Kamerun schickte Steffi an meine Eltern bzw. Schwiegereltern. Beide Karten hat sie selbst gezeichnet.





Sie schreibt: „Dies wird vorerst die letzte Karte sein, die ich euch aus Kamerun schicke, denn in drei Tagen bin ich wieder bei euch in Deutschland.“ Sie hat die Karte nicht datiert, der Stempel ist aber vom 31.07.2006. Als die Karten ankamen, war sie schon längst in Deutschland. Schwiegervater hat das Ankunftsdatum notiert, es war der 10.08.2006. Der Stempel hat übrigens einen Fehler, auf den ich beim nächsten Mal eingehen werde.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 30.03.2018 10:37:45 Gelesen: 41295# 201 @  
Hallo zusammen!

nach der Rückkehr nach Deutschland hatten Steffi und mein Bruder Manfred natürlich weiter Kontakt nach Kamerun. Hier jeweils ein Brief an die beiden.



Die beiden Briefe sind jeweils mit einem Postfreistempel zu 410 FCFA aus Douala freigemacht. Der CFA-Franc ist die zentralafrikanische Währung, die außer in Kamerun auch noch in den Ländern Äquatorialguinea, Gabun, Republik Kongo, Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik gültig war. Als wir in Kamerun waren gab es neben den allgemeinen Münzen auch noch die alten Münzen der einzelnen Staaten.





Auf den ersten Blick sehen die beiden Stempel gleich aus, dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied. Beim linken Postfreistempel vom 01.02.2007 ist – wie auch schon bei den beiden Stempeln vom letzten Beitrag ein Fehler. Bei den drei Stempeln heißt es „RECETTE PRICIPALE“ anstelle von „RECETTE PRI NCIPALE“. Dieser Fehler wurde bemerkt und beim Stempel vom 29.03.2007 ist er korrigiert.

Ob der Stempel dazu aptiert wurde, oder ob es sich um eine Neuanschaffung handelt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Beim rechten Stempel sind die beiden unteren Zeilen etwas höher als beim linken Stempel. Der Rest ist aber genau an derselben Stelle. Ich habe die Stempel am PC übereinander geschoben und die oberen Zeilen waren deckungsgleich. Das spricht für eine Aptierung. Der Stempel aus Yaounde ist dagegen nicht deckungsgleich.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.05.2018 18:53:20 Gelesen: 32626# 202 @  
Hallo zusammen,

endlich komme ich wieder einmal dazu, einen Beitrag zu meinem Lieblingsthema zu schreiben.

Nach einem Jahr in Kamerun war Steffi wieder in Deutschland zurück war. Bei uns zu Hause hatte sie oft Heimweh nach Kamerun. Sehr oft hörten wir von ihr: „Ich will zurück nach Kamerun“. Steffi wollte in Bayreuth studieren, denn diese Universität hat das Spezialgebiet Afrika. Sie bewarb sich um einen Studienplatz für das Fach „Kultur und Gesellschaft Afrikas“. Für das Bewerbungsgespräch fuhr ich mit ihr nach Bayreuth.



Als ich im Internet nachsah, wo die Universität Bayreuth lag, las ich auf der Landkarte durch Zufall den Namen „Kamerun“. Neugierig geworden las ich sofort nach, was das war. Es handelte sich um ein früheres Forsthaus, dass dort 1848 erbaut wurde. Es war an einem Sommertage des Jahres 1884, als zwei junge Männer auf Hochrädern die Straße nach Neuenreuth hinausfuhren. Sie kamen durch Zufall zum Forsthaus.

Die Frau des Waldaufsehers trat aus der Tür und lud sie ein, am Tisch im Freien Platz zu nehmen; sie werde ihnen gerne eine Erfrischung bringen. Ganz dem Frieden und Zauber der Umgebung verfallen ließen sie sich nieder. „Eine richtige Entdeckung haben wir da gemacht“ rief Brandt aus. „Ja, wie der Nachtigall in Afrika!“ vollendete Kranich. Und mit diesen Worten schilderten sie auch abends nach der Rückkehr ihr Erlebnis. Und da gerade alle Zeitungen von der Hissung der deutschen Flagge in Kamerun berichteten, nannten die beiden Entdecker ihr Forsthaus „Neu-Kamerun“, - und diesen Namen hat es bis auf den heutigen Tag behalten.

Quelle des Textes, weitere Bilder und Informationen: https://www.restaurant-kamerun-bayreuth.de/forsthaus.php



2006 und auch heute noch ist in dem Forsthaus Kamerun ein italienisches Restaurant. Ich erzählte unserer Tochter schon unterwegs, dass ich sie abends zum Essen einladen würde und auch schon wüsste in welches Restaurant. Ihr könnt euch vorstellen, wie erstaunt Steffi war, als wir dann an diesem Verkehrsschild vorbei kamen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 07.07.2018 13:32:27 Gelesen: 19745# 203 @  
Hallo zusammen!

In Bayreuth wohnte Steffi im Internationalen Studentenwohnheim im Bussardweg 39. Sehr schnell hatte sie dort die Aufgabe des Tutors. In Studentenwohnheimen sind Tutoren in der Regel Studenten, die selbst im Wohnheim wohnen und die Interessen der Bewohner gegenüber dem Studentenwerk vertreten.



Als Ausländer-Tutor organisierte sie unter anderem Freizeitangebote z.B. internationale Kochabende und Ausflüge in die Umgebung. Durch ihre Aufgabe hatte sie sehr viele Kontakte zu Studenten aus aller Welt.

Im Rahmen des Studiums „Kultur und Gesellschaft Afrikas“ musste Steffi eine Afrikanische Sprache erlernen. Sie entschied sich für Swahili auch Suaheli oder Kisuaheli genannt. Diese Sprache hatte unter den zur Auswahl stehenden Sprachen den Vorteil, dass sie die am weitesten verbreitete Verkehrssprache Ostafrikas ist.

Im Rahmen des Studiums und zum erlernen der Sprache reiste Steffi mehrmals nach Kenia bzw. Tansania. Dazu waren natürlich die entsprechenden Impfungen und Malaria Prophylaxe erforderlich.



Da es in Bayreuth viele Studenten gab, die nach Afrika reisten, hat sich der Arzt, von dem dieser Brief an Steffi stammt, unter anderem auf Tropen-, Arbeits-, Tauch- und Flugmedizin spezialisiert. Beim ersten Versuch konnte der Brief des privaten Briefdienstes „courissima“ nicht zugestellt werden, da die Hausnummer nicht richtig war. Im Bussardweg 43 stand zwar auch eines der Gebäude des Internationalen Studentenwohnheimes, aber nicht das Haus, in dem Steffi wohnte.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.08.2018 09:31:44 Gelesen: 12922# 204 @  
Hallo zusammen,

nach dem Wintersemester 2007/2008 fuhr Steffi in den Semesterferien nach Tansania. Wie man dem Text dieser Klappkarte entnehmen kann, lebte sie bei einer Gastfamilie in Daressalam. Die meisten anderen Studenten aus Bayreuth zogen stattdessen ein Camp vor, wo sie die Sprache Swahili aber nicht so gut lernen konnten.

In Tansania machte Steffi ein Praktikum bei einer Mikrokreditorganisation. Diese Organisation vergab vor allem an Frauen Kleinkredite, damit sie sich eine Lebensgrundlage z.B. ein kleines Geschäft schaffen konnten.

Zu den Mikrokrediten: 1976 gab es in Bangladesch ein derartiges Programm, das von Muhammad Yunus initiiert wurde, und aus dem 1983 die Grameen Bank hervorging. Im Jahr 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank für diese Bemühungen um die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“ den Friedensnobelpreis [1].





Wie Steffi auf der Vorderseite schreibt, hat sie keinen passenden Briefumschlag für die selbstgestaltete Klappkarte gefunden. So hat sie die Karte einfach zusammengeklammert und ohne Umschlag aufgegeben. Die Löcher der Klammer sind beim Original gut zu erkennen.

Aufgegeben hat sie die Karte am 2. April in Moshi (deutsch Moschi). Damit kam sie garantiert nicht mehr rechtzeitig zum Geburtstag meiner Tante an. Wie Steffi schreibt hat sie in Tansania verschiedene Reisen gemacht um das Land besser kennenzulernen und gleichzeitig die Sprache zu erlernen. 10 Tag nachdem sie die Karte aufgegeben hat ist sie wieder zurückgeflogen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrokredit
 
volkimal Am: 13.09.2018 17:11:10 Gelesen: 9430# 205 @  
Hallo zusammen,

dieser Geburtstagsglückwunsch konnte nicht rechtzeitig bei mir ankommen. Stefanie hat ihn erst am Tag meines Geburtstags geschrieben und einen Tag später eingesteckt.



Am Ende schreibt sie „Vielleicht findet diese Karte noch einen Platz in Deiner Sammlung.“ Natürlich hat sie dort Platz.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.09.2018 18:45:23 Gelesen: 6225# 206 @  
Hallo zusammen,

die Ansichtskarten von Steffis erster Sprachreise im Jahr 2007 hatte ich verlegt. Ich hole diese Fahrt hiermit nach. Steffis Swahili-Lehrer kam aus Kenia. Daher führte sie ihre erste Sprachreise nach Kenia, obwohl die Sprache in mehreren Ländern Ostafrikas gesprochen wird. Die erste Zeit lebte sie in der Nähe der Küste des Indischen Ozeans in Malindi. Diese Ansichtskarten schickte sie an ihre Großeltern bzw. an uns nach Olfen. Sie beschreibt, was sie bisher so alles erlebt hat.





Am Ende des Aufenthalts in Kenia war sie im Kühlen Hochland und in Nairobi. In Molo gab sie diese Karte an uns auf. Sie ist gleichzeitig ein Geburtstagsglückwunsch an meine Frau: „Sherehe ya kuzaliwa kwa mama“. Wie sie schreibt, zeigt das selbst gezeichnete Bild ein Motiv von der Insel Lamu. Auch einige andere Zeilen sind in Swahili geschrieben. Zum Glück lässt sich so etwas heute durchs Internet übersetzen.





Die vierte Karte geht an meinen Vater. Sie ist ebenfalls ein Geburtstagsglückwunsch: „Sherehe ya kuzaliwa kwa babu“. Das Wort „babu“ bedeutet Großvater. Wie sie schreibt, sendet sie die Glückwünsche zusammen mit vielen Bewohnern Kenias. Auch diese hat sie selbst gezeichnet. So weit Steffis erste Reise nach Kenia.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 07.10.2018 14:39:11 Gelesen: 5407# 207 @  
Hallo zusammen,

nach dem Wintersemester 2008/2009 hat Steffi zur Abwechslung einmal eine Reise in den Norden Indiens unternommen. An Tag meines 55-ten Geburtstages schrieb sie diesen Geburtstagsgruß an mich:





Sie hatte diese alte Karte aus dem Jahr 1959 als Geburtstagsgeschenk gefunden. Die Karte ist zum Teil übermalt worden und wurde so als Souvenir verkauft. Steffi hat die alte Karte mit Tesafilm auf eine weiße Karte geklebt und wollte sie mir so zuschicken. Nachdem sie die Briefmarke aufgeklebt hatte, bekam sie wohl bedenken, ob die Karte den Transport nach Deutschland übersteht. Sie hat einfach einen Briefumschlag genommen und die Ecke oben rechts ausgeschnitten, damit die Marke sichtbar wurde. So hat sie den Brief dann beim Postamt Dashashwamedh in der Stadt Varanasi aufgegeben.



Varanasi (= Benares oder Kashi) liegt am Ganges und hat rund 1,2 Millionen Einwohner. Es ist eine der ältesten Städte Indiens und gilt als heiligste Stadt des Hinduismus.

Die alte Karte trägt einen Ankunftsstempel aus der Stadt Sardarshahar. Dieses ist eine Stadt im indischen Bundesstaat Rajasthan im Nordwesten Indiens.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.10.2018 11:30:49 Gelesen: 4023# 208 @  
Hallo zusammen,

in den Sommerferien 2018 leitete ich zusammen mit meinen Kindern Steffi und Thomas zum 19-ten Mal die Jugendfreizeit des Landesringes NRW der Deutschen Philatelisten Jugend. Die Freizeit wurde von Stefan Nolte, dem neuen Leiter des Jugendwaldheims betreut. So lernten sich Steffi und Stefan kennen.



Dieser Umschlag mit dem Sonderstempel erschien 1978, als Helmut Oeleker Leiter der Freizeit war. Das Jugendwaldheim Ringelstein ist das älteste von inzwischen fünf Jugendwaldheimen in Nordrhein-Westfalen und wurde 1953 eingeweiht.

Ringelstein gehört zu Ortschaft Harth und diese ist seit 1975 wiederum Stadtteil von Büren (Westfalen). Harth hat laut Wikipedia nur 919 Einwohner (Stand 2009) und davon gehören ca. 100 zu Ringelstein. Diesen Umschlag erhielt ich von Helmut Oeleker:



Er gehört zwar nicht zu meiner Familiensammlung, aber noch einen Ortsbrief aus Ringelstein zu finden dürfte ausgesprochen schwierig sein. Wie man sieht hatte Ringelstein damals noch eine eigene Poststelle. Als Drucksache ist der Faltbrief natürlich unterfrankiert, da zu viel Text hinzugefügt worden ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.11.2018 16:17:39 Gelesen: 1229# 209 @  
Hallo zusammen,

im letzten Beitrag habe ich einen Fehler gemacht. Wir haben die Freizeit natürlich in den Sommerferien 2009 geleitet. Ca. 3 Wochen nach der Jugendfreizeit flog Steffi nach Tansania. Sie wollte dort für ihre Bachelor-Arbeit über Mikro-Kredite forschen. Sie lebte zunächst einige Zeit in Sansibar-Stadt.



Dieser Brief vom 11.08.2009 ist der erste, den wir von ihr erhielten. im Absender hat sie das Postfach der Suza angegeben. Suza ist die Abkürzung der „State University of Zanzibar“. Dort gibt es das French Resource Center. Es bildet Französisch aus, und bietet Zeitschriften, Filme und Bücher für Interessierte innerhalb und außerhalb der Universität an. Steffi hat allerdings nicht auf dem Gelände der Universität gewohnt, sondern sie ist bei einer Familie privat untergekommen.



Diesen Brief schickte mein Vater am 27.08.2009 an Steffi. Der Brief ging per Luftpost über Daressalam nach Sansibar, wo er am 08.09.2009 eintraf.
Der Ankunftsstempel zeigt die neue Stempelform aus Tansania, die uns sehr vertraut ist. Lieferant dürfte die Firma Raab GmbH in Oberursel sein, die auch die Deutsche Post mit Stempeln beliefert. Weitere Informationen siehe [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=112740.
 

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