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Thema: Österreich: Altbriefe bestimmen und bewerten
alois4070 Am: 21.02.2011 12:07:49 Gelesen: 87855# 1 @  
Altbriefe Österreichisch-Ungarische Monarchie: Bitte um Wertschätzung

Kann mir bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Tschechoslowakei Briefes nennen ? Weiss nicht wo ich so was finde bzw. wo ich nachschauen kann. Es handelt sich um einen Ovalstempel von Prag 1824.

Danke.


 
doktorstamp Am: 21.02.2011 12:37:32 Gelesen: 87839# 2 @  
@ alois4070 [#13]

Es gibt die Bücher von Ferchenbauer. Zu jener Zeit war Prag ein Teil des Österreich-Ungarischen Reiches. Dieser Ovalstempel sind typisch für die damalige Zeit (Rußland, Polen, etc.). Das 4 entspricht dem vereinnahmten Geld zzgl. ½ für die Bestellung des Briefes, ob hier um Kreuzer Courant oder Konventionsmünze vermag ein anderer erklären. Derartige Briefe sind keineswegs selten, und der Pragstempel schon lange nicht.

Was innen geschrieben ist könnte eventuell zur Aufwertung beitragen. Aber überwiegend werden solche Briefe mit 5 - 10 Euro gehandelt.

mfG

Nigel
 
alois4070 Am: 21.02.2011 17:40:29 Gelesen: 87815# 3 @  
@ doktorstamp

Vielen Dank für die schnelle und sehr ausführliche Hilfe bzw. Information !

MfG
Jakel
 
bayern klassisch Am: 21.02.2011 18:27:56 Gelesen: 87801# 4 @  
Hallo Alois,

ich darf den lieben Nigel etwas korrigieren: Es war ein portofreier Dienstbrief, der nichts gekostet hat. Oben rechts ist das NB - Kürzel als Zeichen der Einschreibung.

Mittig ist das Gewicht mit einem halben Wiener Loth verzeichnet, wodurch wir wissen, dass der Brief 8,75 g gewogen hat.

Der/die Rötelkrüppel unten stellten die Rekonummer dar, unter der er von der Aufgabepost im Recommandationsmanual eingetragen worden war.

Liebe Grüsse von bayern klassisch, der auch 10 Euro für die Obergrenze dieses hübschen Briefes hält.
 
alois4070 Am: 21.02.2011 19:49:04 Gelesen: 87788# 5 @  
@ bayern klassisch

Auch recht herzlichen Dank für die ergänzenden Informationen. Habe schon recht viel gelernt zu solch einen Brief. Bin bei dieser Art von Briefen doch nur ein Anfänger, habe noch weitere 6 Briefe solcher Art bekommen und würde mich freuen wenn ich diese zur Info einstelle, wieder so bewandete Sammler finden würde die mir helfen können. Nochmals Danke.

mfg Alois
 
bayern klassisch Am: 21.02.2011 21:11:33 Gelesen: 87774# 6 @  
Hallo Alois,

dafür ist ein gutes und gut geführtes Forum wie dieses hier doch da. Also nur her damit - wir Altpapierler werden dir schon etwas dazu sagen können. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
alois4070 Am: 22.02.2011 08:14:37 Gelesen: 87802# 7 @  
Altbrief von Krainburg 1848

Kann mir Bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Tschechoslowakei Briefes nennen. Es handelt sich um einen Stempel von Krainburg vom 5.2.1848. Auf der Rückseite ist der Ankunftstempel von Friesach vom 9.2.1848, desweiteren ein eingeprägtes Wappen.




 
alois4070 Am: 22.02.2011 09:53:25 Gelesen: 87746# 8 @  
@ bayern klassisch [#6]

Danke für das Entgegenkommen !
 
Lars Boettger Am: 22.02.2011 11:02:03 Gelesen: 87773# 9 @  
@ alois4070

Die Tschechoslowakei gab es damals noch nicht und heute nicht mehr =D Das ist m.E. ein Österreichbrief.

Als Tauschwert würde ich 5-10 € ansetzen, wenn man bei eBay mehr wie 1-2 € dafür bekommt, dann liegt das in der Regel an einem Heimatsammler, der hinter den Stempeln her ist.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
asmodeus Am: 22.02.2011 12:05:47 Gelesen: 87760# 10 @  
Ja, es ist Österreich. Auf dem Beleg hat der Vorbesitzer mit Bleistift Notizen hinterlegt. Mü= Müller, Edwin.

Nach dem Buch "Handbuch der Entwertungen von Österreich und Lombardei & Venetien auf den Freimarken- Ausgaben 1850, 1858-59 ..." ist es die Mü 1366a, aber das ist die Nummer bei der Markenausgaben.

Bei Vorphila muß ich passen.
 
bayern klassisch Am: 22.02.2011 12:38:15 Gelesen: 87754# 11 @  
Hallo Alois,

das sehe ich auch wie meine prominenten Vorschreiber. Es war ein portopflichtiger Dienstbrief, der den Absender 12 Kreuzer Conventionsmünze kostete. Damals richtete sich die Höhe des Portos nach dem Gewicht und der Anzahl der im Postlauf durchmessenen Poststellen, wobei das Maximum über 12 Poststationen war.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
alois4070 Am: 22.02.2011 15:06:50 Gelesen: 87733# 12 @  
Hallo Lars und asmodeus,

vielen Dank für die Informationen zu dem Brief.

Das es damals die Tschechoslowakei noch nicht gab ist mir schon bewußt aber bayern klassisch ist dann der Altbrief von Prag auch ein Österreichbrief, oder was sonst ?

mfG Alois
 
alois4070 Am: 22.02.2011 15:58:34 Gelesen: 87728# 13 @  
Altbrief Prag 1866

Kann mir Bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Briefes nennen. Es handelt sich um einen Stempel von Prag und ist vom 14.9.1866. Ist dies auch ein Brief der eventuell unter Österreich katalogisiert ist ?




 
Postgeschichte Am: 22.02.2011 16:29:46 Gelesen: 87710# 14 @  
@ alois4070 [#18]

Hallo Ernst,

es handelt sich hierbei in der Tat um einen Brief, der unter Österreich katalogisiert ist. Der Brief ist von Prag (Österreich, Postdirektion Böhmen) nach Hochtstadt, ebenfalls im Bezirk der Postdirektion Böhmen gelegen, gelaufen und mit 5 Kreuzer richtig frankiert. Die 5 Kreuzer Freimarken-Ausgabe von 1863/64 ist im "Ferchenbauer" unter der Katalognummer 32 mit 25 Schilling auf Brief bewertet. Der Stempel von Prag ist häufig und nicht hoch einzustufen.

Anhand der Durchlaufstempel von SEMIL und PARDUBITZ / BAHNHOF würde ich den Wert zwischen 3 und 6 Euro ansetzen.

Gruß
Manfred
 
alois4070 Am: 22.02.2011 17:28:15 Gelesen: 87691# 15 @  
Hallo Postgeschichte,

vielen Dank für die schnelle Info.

mfg Alois
 
bayern klassisch Am: 22.02.2011 18:20:05 Gelesen: 87676# 16 @  
Hallo Alois,

ich habe mal von wikipedia ausgeliehen, wie groß Österreich-Ungarn zu den Zeiten deiner Briefe war.

Du hast philatelistisch also bisher immer österreichische Briefe gezeigt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch


 
alois4070 Am: 22.02.2011 18:48:56 Gelesen: 87668# 17 @  
@ bayern klassisch

Super die Karte, ich bekomme immer mehr Durchblick. Danke.

Gruss Alois
 
alois4070 Am: 23.02.2011 08:47:00 Gelesen: 87640# 18 @  
Altbrief Prager Altstadt 1867

Kann mir Bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Österreich Briefes nennen ?

Es handelt sich um einen Stempel von Prager Altstadt von 26.2.1867. Rückseite verschiedene Stempel ?




 
asmodeus Am: 23.02.2011 09:30:46 Gelesen: 87631# 19 @  
@ alois4070 [#18]

Wie die vorherigen Briefe +/- 3 bis 6 €.
 
alois4070 Am: 23.02.2011 11:46:16 Gelesen: 87619# 20 @  
@ asmodeus

Vielen Dank für die schnelle Info !
 
alois4070 Am: 24.02.2011 08:31:16 Gelesen: 87589# 21 @  
Kann mir Bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Österreich Briefes nennen. Altbrief Beneschau 30.4.1857.




 
bayern klassisch Am: 24.02.2011 12:07:34 Gelesen: 87566# 22 @  
Hallo Alois,

ein sehr hübscher Brief mit schönem Stempel von Beneschau, damals ein kleiner Ort (heute auch nicht viel größer) nahe der bayerischen Grenze.

Ein Stempelhandbuch habe ich nicht dafür, aber ich denke, wenn du 10 oder 12 Euro für ihn bekommst, wäre das realtistisch, weil markenlose Dienstbriefe keinen großen Markt haben, da sie nicht mehr unter die Vormarkenzeit (VMZ) fallen, die in Österreich am 31.5.1850 endete und gerne gesammelt wird.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
alois4070 Am: 24.02.2011 15:37:41 Gelesen: 87552# 23 @  
@ bayern klassisch

Herzlichen Dank für die super schnelle Info.

mfG Alois
 
alois4070 Am: 24.02.2011 15:55:46 Gelesen: 87571# 24 @  
Kann mir Bitte jemand den ca. Wert des nachfolgenden Österreich Briefes nennen ?

Es handelt sich um einen Stempel von Koenigsgraetz vom 5.8.1850. Was bedeutet das Wort ex offo unten links ?


 
Postgeschichte Am: 24.02.2011 16:56:27 Gelesen: 87543# 25 @  
@ alois4070

Hallo Alois,

der Zweikreisstempel mit Zierelement unten von Beneschau ist offensichtlich nicht so häufig und wird im Handbuch der Abstempelungen von Altösterreich und Lombardei-Venetien von Edwin Müller mit 80 Punkten bewertet.

Der Durchgangstempel von BOEH.BROD (Böhmischbrod) hingegen ist offensichtlich häufiger zu finden und mit 16 Punkten bewertet.

Liebe Grüße
Manfred
 
Postgeschichte Am: 24.02.2011 17:14:40 Gelesen: 87558# 26 @  
@ alois4070

Hallo Alois,

den Brief mit Zweizeiler von KOENIGGRAETZ bewerte ich mit 5 bis 8 Euro. Der Begriff "exoffo" wird im Internet übersetzt mit "Von Amts wegen". Es handelt sich also um einen Dienstbrief.

Gruß
Manfred
 
alois4070 Am: 24.02.2011 17:26:22 Gelesen: 87554# 27 @  
Hallo Manfred,

recht herzlichen Dank für die schnelle Info.

MfG Alois
 
alois4070 Am: 02.03.2011 13:05:03 Gelesen: 87480# 28 @  
Jungbunzlau 6.5.18??

Kann mir Bitte jemand etwas zu dem nachfolgenden Brief sagen und den ca. Wert des Briefes nennen ?

Danke.




 
bayern klassisch Am: 02.03.2011 15:10:01 Gelesen: 87432# 29 @  
Hallo Alois,

den Wert des Stempels kann ich leider nicht beziffern, aber ein Brief mit 2 verschiedenen Siegeln ist schon etwas besonderes. Von daher würde ich ihn mindestens zweistellig annehmen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
alois4070 Am: 02.03.2011 15:46:09 Gelesen: 87424# 30 @  
Hallo bayern klassisch,

vielen Dank für die schnelle Info !
 
bayern klassisch Am: 02.03.2011 16:35:07 Gelesen: 87411# 31 @  
Hallo Alois,

Jungbunzlau (http://de.wikipedia.org/wiki/Mlad%C3%A1_Boleslav ) heisst heute etwas anders, dürfte aber schon damals nicht unbedeutend gewesen sein. Von daher halte ich den Stempel für nicht selten. Hier macht wohl die Siegelseite den Preis.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
alois4070 Am: 02.03.2011 16:50:39 Gelesen: 87405# 32 @  
Hallo bayern klassisch,

die Siegel auf der Rückseite sind gebrochen, geht dann so etwas auch noch ?
 
bayern klassisch Am: 02.03.2011 18:04:44 Gelesen: 87388# 33 @  
Hallo Alois,

das ist üblich, weil man ja den Brief lesen wollte und die Siegel dabei im Weg waren. Man sieht aber klar, dass zwei verschiedene Siegelhalter hier gearbeitet haben und das halte ich für ungewöhnlich.

Und sie sind, trotz der Öffnung, sehr gut erhalten.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Rolf B Am: 04.10.2012 16:04:24 Gelesen: 79440# 34 @  
Ja, es ist ein Brief aus dem Kaisertum (Österreich 1804-68) Marke im Katalog Österreich.
 
Marcel Am: 15.03.2013 16:46:15 Gelesen: 78274# 35 @  
Hallo habe hier eine Briefhülle der von Pest (ist neben Buda und Óbuda eine der drei Städte, aus denen 1873 Ungarns Hauptstadt Budapest entstand) am 06.03.1872 nach Ercsi (deutsch: Ertsching - eine Stadt im Kleingebiet Ercsi innerhalb des Komitats Fejér in Ungarn) gelaufen ist, laut rückseitigem Stempel vom 07.03.1872.

Die Adresse aber vorne sagt etwas Anderes - oder?

Meine Vermutung ist das er irrtümlich nach Ercsi gelaufen ist und eigentlich nach Ercsenye sollte (heute: Henndorf im Burgenland (ungarisch Ercsenye) - ein Ortsteil der Stadtgemeinde Jennersdorf, im südburgenländischen Bezirk Jennersdorf in Österreich). Leider sagt mir der Beleg nicht weiteres, da ich den Empfängerort nicht richtig lesen kann.

Daher meine Bitte an Euch: Liege ich mit der Annahme richtig, das der Beleg vielleicht nachgesendet wurde und ist meine Vermutung des Empfängerortes richtig?



schöne Grüße
Marcel
 
bayern klassisch Am: 23.10.2013 09:13:11 Gelesen: 76686# 36 @  
Liebe Sammlerfreunde,

der geneigte Pfalz - Incoming Mail Sammler wird lange, sehr lange suchen müssen, bis ihm eine Drucksache (DS) aus Österreich in die Pfalz in die Finger bekommt. Sind schon gewöhnliche Briefe von dort nach da schwer zu finden, so kannte ich bisher überhaupt keine DS und hatte den Glauben an eine schon (fast) aufgegeben. Aber eben nur fast. :D



Im Jahre 1853 trug es sich im wunderschönen Salzburg zu, dass man eine DS an Herrn Frank in Annweiler schickte, die über das Berchtesgadener Land (Bayern!), Innsbruck, München, Ulm, Karlsruhe, Mannheim und Landau / Pfalz ihren Adressaten erreichte. Nach dem Postvereinsvertrag waren Drucksachen entfernungsunabhängig mit 1 Kr. Conventionsmünze zu frankieren, was man auch tat. Ein Transit durch Württemberg und Baden war, um die Pfalz zu erreichen, notwendig, führte jedoch zu keinen Transitvergütungen, denn dann wäre von dem einen Kreuzer nichts mehr übrig geblieben.

Um es ländermässig aufzuschlüsseln: Österreich, Bayern, Österreich, Bayern, Württemberg, Baden, Bayern.

Wenn sich jemand zu der verwendeten Marke äußern könnte, wäre das sehr schön.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 01.03.2015 21:06:20 Gelesen: 74396# 37 @  
@ bayern klassisch [#16]

Vielen Dank für diese schöne Karte. Muss mich jetzt auch mit Österreich beschäftigen und habe hier mal reingeschnuppert. Ist wohl auch viel Literatur nötig. Zu der Drucksache und der 1 Kreuzer Marke (Michel Nr. 1) kann ich auch nichts Bedeutendes beitragen.

Der von mir abgebildete Brief wurde vom COMPTOIR DER Eisen u. Blechfabrik JOHANN ADOLFHÜTTE WIEN STADT WALLFISCHPLATZ 2 am 25. März 1865 verfasst und am selben Tag mit einem hübschen Dreierstreifen der Michel Nr. 32 und zwei K1-Abschlägen von Wien versehen. Rückseitiger Stempel von Hermannstadt (damals auch Österreich, heute SIBIU - Rumänien).

Alois fragte immer nach dem Wert solch eines Briefes. Ich glaube, auch hier liege ich zwischen 10 - 15 Euro nicht schlecht.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 01.03.2015 21:24:29 Gelesen: 74391# 38 @  
@ 10Parale [#37]

Hallo 10Parale,

kein Problem! Das gute Stück ist in meiner Bayern - Österreich - Sammlung gut aufgehoben.

Dein Brief sieht sehr lecker aus - schöner, farbtiefer Dreierstreifen (nur die rechte Marke hat einen Eckbug, das ist nicht tragisch) - ich denke, dass der von dir genannte Preis sehr, sehr moderat ist. Liefe der Brief nach Bayern, würde ich ihn dafür liebend gerne nehmen.

LG,
Ralph
 
bignell Am: 01.03.2015 22:22:43 Gelesen: 74383# 39 @  
@ 10Parale [#37]

Hallo 10Parale,

Ferchenbauer bewertet laut Handbuch 2000 den Dreierstreifen auf Brief mit 50€, nachdem die Erhaltung sehr schön ist und die Stempel sauber, kann man glaube ich bis zu 20€ dafür bekommen.

@ bayern klassisch [#36]

Hallo BK,

soweit vom Scan zu beurteilen eine 1 Kreuzer Handpapier Type I Farbe evtl gelbocker, KW lt Ferchenbauer(2000) 570€ auf Brief (für Inlandsdrucksache), Schnitt für die Ausgabe normal. Der Brief scheint links oben eine kleine Fehlstelle zu haben, wenn das aber nicht mehr ist als vorderseitig zu sehen, nicht wertmindernd. Stempel recht lesbar, nur der Tag nicht (zumindest am Scan). Auslandsdrucksachen sind nicht häufig und erzielen deshalb höhere Preise, eine Inlandsdrucksache in der Erhaltung würde ca 80-100€ erzielen.

Lg, harald
 
Heinz 7 Am: 01.03.2015 23:36:33 Gelesen: 74374# 40 @  
@ alois4070 [#18]

Liebe Kollegen,

ich sehe diese Diskussion heute zum ersten Mal.

Meines Erachtens sind einzelne der gewählten Wertansätze deutlich zu tief. Für 3-6 Euro würde ich einen doch schönen Brief wie 18 niemals hergeben. Auch für den Brief in Beitrag Nr. 1 kann man durchaus den "Bleistift"-Preis bezahlen, ohne einen Fehler zu machen (Euro 35).

@ 10Parale [#37]

Einen doch recht schönen Dreierstreifen würde ich NIE für Euro 10-15 verkaufen. Es gibt Händler, die verlangen für so etwas Euro 100 und sie verkaufen den Brief auch zu diesem Preis.

- Nun gut, 100 ist vielleicht ein bisschen übertrieben.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 08.03.2015 17:46:33 Gelesen: 74238# 41 @  
@ Heinz 7 [#40]

Danke für den Tipp, noch sammle ich ja, verkaufen tue ich mal, wenn ich ich Rente komme, das dauert hoffentlich noch recht lange.

Hier noch zwei Altbriefe aus Österreich, die sehr schön eine kleine Änderung dokumentieren. Der erste Brief, freigemacht mit einer Michel Nr. 5, 9 Kreuzer blau, wurde den Angaben der Briefhülle zu Folge am 20.10.1850 in Hermannstadt (Siebenbürgen) abgeschlagen und erreichte 2 Tage später Temesvar (Banat). Rückseitig ein zweizeiliger Langstempel von Temesvar vom 22.OCT. (1850).

Der zweite Brief wurde etwa 2 Jahre später ebenfalls von Hermannstadt an den selben Empfänger in Temesvar versandt. Friegemacht wieder mit einer 9 Kreuzer Marke, also der Tarif hatte sich wohl nicht geändert. Allerdings hat sich der rückseitige Ankunftsstempel von Temesvar geändert, jetzt ein Einkreisstempel.

Bei diesen ersten österreichischen Freimarken gibt es Handpapier mit Wasserzeichen 1 und Maschinenpapier ohne Wasserzeichen. Ich bewerte beide Altbriefe im niederen zweistelligen Bereich. Auffällig ist der handschriftlich Vermerk G/R auf beiden Briefen, der meiner Ansicht eine philatelistische Bedeutung hat, die sich mir leider entzieht.

Liebe Grüße

10Parale




 
bignell Am: 08.03.2015 18:30:02 Gelesen: 74220# 42 @  
@ 10Parale [#41]

Hallo 10Parale,

"Altbriefe" bezeichnet man in Österreich Briefe aus der markenlosen Zeit.

Erster Brief: Typ I rechts unten angeschnitten, schöner zentrischer Stempel, Katalogwert lt Dr Ferchenbauer 110€

Zweiter Brief: Typ II linker Randdruck, KW 60€

Das "G/R" denke ich ist ein Aktenzeichen, kein Postvermerk.

Lg, harald
 
10Parale Am: 08.03.2015 21:52:16 Gelesen: 74193# 43 @  
@ bignell [#42]

ok. Die Definition von "Altbriefe" in Österreich war mir nicht bekannt (bin wohl nicht der einzige Lehrling hier). Vielen Dank bignell. Hoffe dennoch auf Fortführung dieses wunderbaren Themas.

10Parale
 
bayern klassisch Am: 22.11.2015 09:21:00 Gelesen: 72317# 44 @  
Liebe Freunde,

für meine in den Kinderschuhen steckende Miniatur - Sammlung "Bayern - Österreich im Transit" konnte ich einen großen Latschen schnappen, den ich hier gerne vorstelle.



Geschrieben in Prag am 26.3.1832 lief er an die preußische Regierung in Koblenz mit dem Dienstbriefvermerk "Exoffo" (unten links). Siegelseitig ist er blank. Auch wenn er keinen Reco - Vermerk aufweist, gehe ich davon aus, dass er recommandirt in der Briefkarte von Prag nach Nürnberg eingetragen war (s. oben links Nürnberg N(umero) 6). Dazu kommen noch 3 weitere Reconummern und das nota - bene - Zeichen. Der Diagonalstrich, leider nur fragmentarisch vorhanden, weist überdies auf die Freiheit bei der Abgabe hin.

In Nürnberg wurde er mit 2 1/2 Loth gewogen, so dass er noch einen schweren Inhalt gehabt haben musste.

Im Text, leider Halbfoglio und damit zu groß für meinen A4 - Scanner, schrieb ein Vize - Präsident namens Rittmeister von Prachazka (?) aus der Stadt Rudig etwas zu einem expatriierten Österreicher, der in Preußen aufgegriffen und ungünstig behandelt wurde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.02.2016 10:43:07 Gelesen: 71467# 45 @  
Liebe Freunde,

20.2.1856 Triest nach Ferrara bedeutete im ÖIPV (auch IÖPV) = Oesterreichisch - Italienischen - Post - Verein über 20 Meilen = 9 Kreuzer Conventionsmünze zu frankieren, was auch geschah.



Der Wert dieser Briefe ist nicht enorm, aber für ein Mittagessen bekommt man solch schöne auch wieder nicht.

Auch wenn der Brief nichts mit Bayern zu tun hat und hatte - er gefiel mir einfach und ein Bayernbrief aus dieser Zeit in den Kirchenstaat hätte weitaus mehr gekostet (und wäre auch nicht so attraktiv gewesen).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 11.07.2016 20:16:28 Gelesen: 69756# 46 @  
Hallo Sammlerfreunde,

möchte diesen Brief aus Graz vom 16.5.1851 zeigen, geschrieben von einem Herrn Grengg (sieht aus wie ein Rechnungsbrief) an J.M.Blauhorn in Dünkirchen (Frankreich).

Für die über 170 Meilen brauchte der Brief ganze 4 Tage, soviel braucht es heutzutage innerhalb von Berlin.

Verklebt wurde für den Brief eine Nr.5 Typ IIb zu 9 Kreuzer. Auf der Rückseite ist der Ankunfts-Ausgabestempel von Dünkirchen.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 11.07.2016 20:37:15 Gelesen: 69752# 47 @  
@ Gernesammler [#46]

Hallo Rainer,

dein Brief lief nicht nach Dünkirchen (Frankreich), sondern nach Fünfkirchen (5Kirchen geschrieben) in Österreich.

Ein Brief nach Frankreich kostete viel mehr als 9 Kreuzer - nämlich 29 Kreuzer oder mehr - aber ein Brief innerhalb Österreichs über 20 Meilen wir hier kostete genau 9 Kreuzer, wie sie auch verklebt wurden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 13.07.2016 19:25:21 Gelesen: 69681# 48 @  
@ bayern klassisch [#47]

Hallo Ralph,

habe ich doch glatt den Stempelabdruck auf der Rückseite nicht richtig gelesen.

Hier ein Brief aus Wien vom 5.1.1856 nach Berlin an Oppenheims Söhnen (ist damit die Bank gemeint?). Wann der Brief in Berlin ankam entzieht sich meiner Kenntnis da auf der Rückseite kein Ankunftsstempel abgeschlagen ist. Mich würde der Name des Absenders interessieren (ich lese M. von Kothsenin).

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 13.07.2016 19:37:39 Gelesen: 69677# 49 @  
@ Gernesammler [#48]

Hallo Rainer,

dein Brief stammt vom 5. und der Empfänger notierte "empfd. 7t beantwd. 9t", also empfangen den 7. laufenden Monats und beantwortet den 9. laufenden Monats.

Absender war S. M. von Rothschild.

Das Bankhaus Oppenheim (Sal. Oppenheim) könnte hier schon mitgespielt haben, zumal ein Rothschild der Absender war.

Aber ich bin kein begnadeter Googler, daher werfe ich dir den Stein in den Garten zurück.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 16.08.2016 16:30:37 Gelesen: 69235# 50 @  
@ bayern klassisch [#49]

9 Kreuzer schien mir auf Grund der hier gezeigten Briefe der übliche Posttarif für einfache Briefe in jener Zeit gewesen zu sein.

Warum der hier gezeigte Brief von Clausenburg nach Hermannstadt vom 3.11.1859 mit 2 x Michel Nr. 13 Typ II 5 Kreuzer = insgesamt 10 Kreuzer freigemacht wurde, kann ich nur so erklären a.) überfrankiert b.) Portoerhöhung.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 16.08.2016 17:37:12 Gelesen: 69221# 51 @  
@ 10Parale [#50]

Hallo 10Parale,

leider weder Gebührenerhöhung, noch überfrankiert.

Zum 1.11.1858 wurde die Währung Österreichs umgestellt - der Gulden wurde von zuvor 60 Kreuzer Conventionsmünze auf 100 Neukreuzer umgestellt.

Aus 3 wurden 5, aus 6 wurden 10 und aus 9 wurden 15 Kreuzer.

Dein Brief lief also über 10 bis 20 Meilen und kostete folgerichtig 10 Neukreuzer bis 1 Loth.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 16.08.2016 20:55:23 Gelesen: 69194# 52 @  
@ bayern klassisch [#51]

Vielen Dank für die Expertise.

Was mich ins "Grübeln" brachte ist die Distanz, bis ich herausfand, dass es sich hier um österreichische Postmeilen handelt (geographische Meilen).

1 Meile = 3.910 Wiener Klafter
1 Wiener Klafter = 1,896483840 Meter

darauf folgt: 1 Meile = 3910 x 1,896483840 = 7,415 Kilometer

Die Entfernung von Hermannstadt nach Klausenburg entspricht etwa der Distanz von 20 Meilen.

Die Entfernung von Sebes (ehemals: Mühlenbach) nach Hermannstadt entsprach etwa 6 - 7 österreichischer Postmeilen.

Dieser abgebildete vollständige Brief vom 21. April 1859 von Mühlenbach nach Sebes ist demzufolge auch portogerecht mit 5 Neukreuzer freigemacht. Allerdings handelt es sich jetzt um die Michel Nr. 13 Typ I, was schwer zu erkennen ist.

Vielen Dank an bayern klassisch

10Parale


 
10Parale Am: 12.10.2016 20:40:20 Gelesen: 68586# 53 @  
Stempel des zivilen österreichischen Auslandspostamtes von Bukarest, abgeschlagen auf einem komplett erhaltenen Geschäftsbrief am 19.3.1857.

Stempeltyp: Buk8 in schwarzer Stempeltusche (Dr. Gertlieb Gmach - Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern Bd.I)

Empfänger waren die Gebrüder Rothschild in Paris (rückseitige Ankunftsstempel vom 28.3.1857)

Der Postvertragsstempel T.A. zeigt im Korrespondenzverkehr mit Frankreich die Herkunft aus Österreich an.

Ich bewerte den Brief mit ca. 50 Euro, eher etwas mehr.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 12.10.2016 20:56:49 Gelesen: 68582# 54 @  
@ 10Parale [#53]

Hallo 10Parale,

ein sehr schöner Brief - Gllückwunsch!

Erwähnen könnte man noch, wenn man wollte:

1) Leitung über Wien und Bodenbach, Dresden, Leipzig, Erfurt, Kassel, Valenciennes (s. Stempel Autriche - Valenciennes 2, also die Retour von V. nach Paris nach Frankreich.

2) Gewicht links oben mit französisch "d" für doppelt (über 7,5 bis 15g) berechnet, daher 2 mal 16 Decimes = 32 Decimes.

Die Rötel 6,3 und Addition in 9 kann ich nicht leicht deuten.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 07.11.2016 18:15:21 Gelesen: 68131# 55 @  
Liebe Sammelfreunde,

dann steuere ich hier auch mal was bei:



Gesendet am 25.10.1860 von Wien nach Verona, frankiert mit 15 Neukreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 07.11.2016 19:57:41 Gelesen: 68101# 56 @  
Orts-Faltbrief mit 2 Kreuzer schwarz der 1. (deutschen) Ausgabe von 1850 (Katalog Nr.2) auf Faltbrief Wien (undatiert). Auf der Briefrückseite keine postalischen oder sonstigen Vermerke.

Der Brief trägt auf der Vorderseite rechts unten das Prüfzeichen vom Prüfer-Altmeister "Pfenninger".



VG, hajo22
 
10Parale Am: 08.12.2016 21:14:58 Gelesen: 67658# 57 @  
Ich freue mich hier heute einen sehr alten Stempel vorstellen zu können:

O:P:A Hermannstadt Ovalstampel (1832) auf einem vollständig erhaltenen Geschäftsbrief aus der großen Korrespondenz von Johann Jacob Voith.

Der 1833 nach Steyer beförderte Brief trägt rückseitig ein wunderschönes Wachssiegel des Absender H.G.Popp.

Nun wage ich einmal eine kleine Portobestimmung:

Ein Portobrief über die Entfernung von 18 Posten kostete den Empfänger bei einem Gewicht von 1 Loth in jener Zeit 28 Kreuzer Conventionsmünze.

Eine Frage bleibt: Was bedeutet die Abkürzung O:P:D. Von diesen Stempeln gab es 3 verschiedene Formen. Dies ist die erste Frühform von 1832.

Liebe Grüße

10Parale

 

  
 
bayern klassisch Am: 08.12.2016 21:18:56 Gelesen: 67652# 58 @  
@ 10Parale [#57]

Hallo 10Parale,

der Brief kostete den Empfänger 14 Kreuzer Conventionsmünze, die vorne notiert wurden.

Was du als Franko hinten interpretiert hast, dürfte das Datum der Ankunft sein, das die Abgabepost notiert hast.

Weil du kein exaktes Datum angegeben hast (nicht gut) - kannst du mal in den Inhalt schauen, ob meine These greift?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 08.12.2016 21:56:51 Gelesen: 67648# 59 @  
@ 10Parale [#57]

Hallo 10Parale,

OPA = Oberpostamt. Hinten lese ich Hermannstadt (= aufgegeben) 19 erhalten 28 8(?) 1833 Antwort 18 Jänner.

Somit hat BK recht, denke ich.

Lg, harald
 
10Parale Am: 08.12.2016 22:17:31 Gelesen: 67643# 60 @  
@ bayern klassisch [#58]
@ bignell [#59]

Zunächst herzlichen Dank für die Antworten.

Hoffentlich können die beiden Scans zur weiteren Aufklärung und Thesenfestigung beitragen.

@ bayern klassisch

Ich habe hoffentlich keine Vogelgrippe, aber als garantiert blindes Huhn kann ich nirgends auf der Vorderseite die 14 lesen?

Ich habe den Brief mal aufgeklappt und finde einen 19. ?ber .... also könnte theoretisch alles ein zwischen September, Oktober, November und Dezember, dies endet alles mit den 3 Endbuchstaben "ber".

Allerdings könnte die rückseitige Rötelung auch tatsächlich 28 10 bedeuten, dann hätten wir den Monat "Oktober" und alle Probleme wären gelöst, bayern klassisch "THESE" kann "GREIFEN".

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 08.12.2016 22:21:45 Gelesen: 67641# 61 @  
@ 10Parale [#60]

"Herrmannstadt 19. 8ber 1833" heißt auf deutsch 19. Oktober, also lesen wir hinten das Datum.

Es wäre gut, wenn du solche Briefe gleich vorne/hinten/innen (wenn Inhalt) zeigst, dann kommen wir schneller zum richtigen Ergebnis und müssen nicht raten/spekulieren.

Die 14 sind eine Paraphe, weil man dort das Tausendmal geschrieben hat und die "1" und die "4" immer zusammen gezogen hat. Einfach über "Steyer" schauen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Fips002 Am: 09.12.2016 18:09:37 Gelesen: 67573# 62 @  
Faltbrief von Innsbruck 20. August 1825 nach Bozen. Für diesen Faltbrief hatte der Empfänger 6 Kreuzer zu bezahlen.

Ist der Stempel links unten, 22. August, der Eingangsstempel von Bozen ?



Zum Briefinhalt habe ich Schwierigkeiten. Wer kann hier helfen ?



Gruß Dieter
 
Gernesammler Am: 18.12.2016 17:40:03 Gelesen: 67379# 63 @  
Hallo Sammlerfreunde,

vielleicht nicht der schönste Brief, aber ich habe Ihn heute aus der Krabbelkiste gerettet. Versendet aus Wien am 3.2.1848 nach Bockum oder Soest über Berlin hier der Transitstempel vom 5.2.1848, zur Taxierung kann ich leider nichts sagen hier brauche ich Eure Hilfe. Der Absender war die Cousine Henriette aber an wen, durch die Umrandung denke ich es ist ein Trauerbrief.

Gruß Rainer




 
Magdeburger Am: 19.12.2016 14:56:32 Gelesen: 67331# 64 @  
Hallo Gernesammler,

der Brief ist nach einem PV Preussen-Österreich 1844 taxiert. 12 Kreuzer Gemeinschaftstaxe + 10 Kreuzer Zuschlag = 7 3/4 Sgr.

Dazu kann ich noch folgenden Beleg beisteuern:



Aufgegeben in Znaim lief der Trauerbrief möglicherweise im Jahre 1848 nach Paderborn. Der Transit erfolgte über Magdeburg "AUS OESTERREICH" + kleiner L2 von Magdeburg siegelseitig. Auch hier war 12 Kreuzer Gemeinschaftstaxe, jedoch nur 6 Kreuzer (korrigiert) Zuschlag, da Briefe aus Böhmen, Mähren, Österr. Schlesien und Galizien nach Westphalen kosteten. Aus allen übrigen österreichischen Staaten sind es jedoch 10 Kreuzer C.M.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 19.12.2016 16:07:50 Gelesen: 67288# 65 @  
@ Fips002 [#62]

Hallo Dieter,

mit der Schrift habe ich so meine Probleme.

Was ich erkennen kann, geht es um die Versendung von Waren (1 Pack und 2 Säcke + 1 Sack) durch den Fuhrmann Martin Sennen. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 2583 Gulden 16 Kreuzer und es wird um die Bezahlung gebeten.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 20.12.2016 15:57:20 Gelesen: 67233# 66 @  
Liebe Sammelfreunde,

des weiteren kam heute dieser Beleg mit an, da ich ein Los mit 2 Belegen bekommen habe:



Das Jahr ist nicht bekannt, da ohne Inhalt, ging es von Wien nach Neapel. Die Seite ist mit vielen Zahlen nachträglich beschrieben worden. Wie sich der Brief beschreiben läßt, keine Ahnung. Vielleicht kann jemand helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 20.12.2016 16:25:34 Gelesen: 67224# 67 @  
@ Magdeburger [#66]

Lieber Magdeburger,

deine Scans sind so groß, dass ich den Brief von vorn/hinten nicht in toto sehen kann und das macht die perfekte Beschreibung nicht einfach. Wenn es ein wenig kleiner ginge, dass er noch ganz auf den Bildschirm passte ?

9 Kreuzer CM deckten das Franko bis zur Grenze des Kirchenstaates ab (über 20 Meilen bis Bologna). Der Kirchenstaat rechnete mit dem Königreich beider Sizilien im Paket ab (50 Bajocchi je Unze Briefe). Um diesen Leitweg zu demonstrieren, stempelte man siegelseitig "Transito per lo Stato Pontificio" = Transit durch den Kirchenstaat.

Der Empfänger wurde vom AGDP (Agenzia Generale Delle Poste) in Neapel mit 21 Grana belastet, was nicht nach Gewicht, sondern nach der Anzahl der Bögen Papier erfolgte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 25.12.2016 13:48:31 Gelesen: 67083# 68 @  
Liebe Freunde,



heute zeige ich einen Frankobrief aus Triest vom 23.12.1858 nach Verona, wo der Brief am 25.12.1858 ankam. Der Absender des Briefes über 20 Meilen an Ant(onio) Grandi notierte oben "Ferma in Posta", was unserem "poste restante" entsprach. 15 Neukreuzer war das treffende Franko.



Unter der Lagerbuchnummer 130 wurde er in Verona eingetragen und verharrte dort 3 Monate lang, bis er abgeholt wurde (was hier der Fall war).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
marc123 Am: 04.03.2018 18:58:29 Gelesen: 56877# 69 @  
Hallo,

ich habe eine Drucksache mit einer Mi.-Nr. 1. Laut Attest ist die Marke "vorschriftsmäßig in der Mitte geklebt". Kann mir jemand etwas über diese vorschriftsmäßige Klebung in der Mitte sagen? Bei den Drucksachen mit der Nr. 1, die ich kenne, ist die Marke immer in der Ecke geklebt.



Liebe Grüße
Marc
 
bignell Am: 04.03.2018 19:13:37 Gelesen: 56871# 70 @  
@ marc123 [#69]

Hallo Marc,

ich habe mal gelesen, ursprünglich war in Österreich die Position der Frankatur mittig oben verlangt, was man auch bei den frühen Briefen gut sehen kann. Mittig unten ist doch eher die Ausnahme.

Lg, harald
 
marc123 Am: 29.03.2018 14:32:25 Gelesen: 56446# 71 @  
@ bignell [#70]

Hallo Harald,

danke für Deine Antwort. Ich habe heute das was Du erwähnt hast, gefunden. Dies aber im Zusammenhang mit Einschreibebriefen. "...Hierbei war die Rekogebühr von 6 kr mit Briefmarken rückseitig zu kleben, die Beförderungsgebühr war, wenn sie mit Briefmarken abgegolten wurde adressenseitig, und zwar in der Mitte des oberen Randes des Briefes anzubringen." U. Ferschenbauer, Die Briefmarken von Österreich & Lombardei-Venetien 1850-1867. Sammlung Peter Zgonc (Wien 2017, 2).

Weiter erwähnt Herr Ferschenbauer (2017, 28), in der Bildunterschrift eines 9 kr Briefs, "... Marke vorschriftsgemäß oben in der Mitte geklebt".

Bei den meisten Österreich-Briefen der Ausgaben von 1850, die ich kenne sind die Marken aber in den Ecken geklebt. Wurde diese Vorschrift meistens Ignoriert, aber geduldet?

Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:23:48 Gelesen: 56434# 72 @  
@ marc123 [#71]

Einschreibebrief, bei dem beide Vorschriften eingehalten wurden.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:28:43 Gelesen: 56433# 73 @  
@ marc123 [#71]

Da nur Eine Marke von 9 Kreutzer (3 kr Porto + 6 kr Einschreiben)verwendet wurde, war natürlich nur ein einseitiges Kleben möglich. Marke wurde nicht in der Mitte geklebt.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:35:08 Gelesen: 56431# 74 @  
@ marc123 [#71]

6 kr Porto nicht in der Mitte, 6 kr Einschreiben rückseitig geklebt.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:39:32 Gelesen: 56430# 75 @  
@ marc123 [#71]

Brief nach Amsterdam, Marken oben in der Mitte geklebt.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:45:03 Gelesen: 56429# 76 @  
@ marc123 [#71]

3 x kr vorschriftsmäßig in der Mitte geklebt.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 15:50:59 Gelesen: 56425# 77 @  
@ marc123 [#71]

Gelegentlich kommen auch Briefe vor, die etwas zur Mitte hin frankiert sind. Dies muss aber nicht immer oben sein.



Beste Grüße
Marc
 
marc123 Am: 29.03.2018 16:01:16 Gelesen: 56424# 78 @  
@ marc123 [#71]

Die meisten Briefe sind aber in den Ecken frankiert. Hat jemand eine Erklärung hierfür? Im Moment bin ich der Meinung, dass sich meistens nicht an die Vorschrift gehalten wurde.



Beste Grüße
Marc
 
bignell Am: 29.03.2018 17:36:36 Gelesen: 56405# 79 @  
@ marc123 [#71]

Hallo Marc,

die Vorschrift wurde in den Anfangsjahren (1850/1) meist eingehalten, danach nicht mehr.

@ marc123 [#73]

Das Porto von Kronstadt nach Wien war 9 Kreuzer. Die rückseitige Rekomarke wurde entfernt, man kann aber am Scan unten den Rest des Rundstempels erkennen, da muss sie geklebt haben.

Lg, harald
 
bignell Am: 29.03.2018 17:40:05 Gelesen: 56404# 80 @  
@ marc123 [#78]

Hallo Marc,

der Stempel Gödre ist sehr selten (Müller 808a, 60 Punkte auf der ersten Ausgabe). Da er sehr schön abgeschlagen ist, kann man im Verkauf die Punkte in Euro bekommen, sofern keine versteckten Mängel vorliegen.

Lg, harald
 
marc123 Am: 29.03.2018 18:48:40 Gelesen: 56394# 81 @  
@ bignell [#79]

Hallo Harald,

danke für Deine ausführlichen Antworten. Ich habe mir die Rückseite des Briefs von Beitrag [#7] noch einmal im Original genauer angeschaut. Du hast vollkommen recht. Den hatte ich komplett falsch interpretiert. Man erkennt auch Schürfungsspuren. Das Gleiche gilt übrigens auch für den 2 kr Brief, Beitrag 77. Hier wurde wohl eine 3 kr der Rekommandationsgebühr für Lokabriefe, auf der Rückseite entfernt. Beide Marken waren so geklebt, dass sie beim öffnen gestört haben.

Interessant ist, dass von den fünf Ersttagsbriefen, sowie dem Vor-Ersttagsbrief der Sammlung Peter Zgonc sind nur zwei vorschriftsmäßig oben in der Mitte frankiert. U. Ferschenbauer, Die Briefmarken von Österreich & Lombardei-Venetien 1850-1867. Sammlung Peter Zgonc (Wien 2017, 12-16).

Liebe Grüße
Marc
 
bignell Am: 29.03.2018 20:00:57 Gelesen: 56383# 82 @  
@ marc123 [#81]

Hallo Marc,

das Problem bei der Bestimmung ist, dass sie eine ohne Konsequenzen ist. Was soll mit einem Brief passieren, wenn die Marke nicht vorschriftsmäßig mittig oben klebt, sondern unten links? Nicht befördern? Porto kassieren? Das würde kein Postkunde verstehen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 04.10.2018 10:36:11 Gelesen: 52256# 83 @  
Hallo Sammlerfreunde,

kann mir bitte jemand sagen, wie bei diesem Brief von Steinschönau nach Florenz das Porto von 26 Kreuzer zustande kommt.

Wie hoch wird dieser Brief bewertet?



Schöne Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 04.10.2018 10:59:09 Gelesen: 52250# 84 @  
@ Franz88 [#83]

Hallo Franz,

Gegenfrage: Welches Auto ist schneller, das Blaue, oder das Grüne?

Von wann ist der Brief, welche Leitwege gab es, welchen hat er genommen (Siegelseite zeigen wegen potentiell vorhandener Transitstempel)?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 04.10.2018 11:56:09 Gelesen: 52239# 85 @  
Hallo Ralph,

auf der Siegelseite kann man leider nicht viel erkennen (Stempel verschmiert). Der Briefinhalt ist nicht mehr vorhanden.



Schöne Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 04.10.2018 12:00:14 Gelesen: 52235# 86 @  
@ Franz88 [#85]

Danke für die Siegelseite - für mich ist kein Stempel lesbar, daher kann ich hier nicht weiterhelfen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 04.10.2018 22:11:09 Gelesen: 52198# 87 @  
Hallo Sammlerfreunde,

vielleicht könnt ihr mir bei diesem Brief helfen.

Dieser Brief ging von Triest nach Modena. Stempel Triest 26.8.1867. Frankiert mit 32 Kreuzer. Die Stempel auf der Siegelseite sind leider nicht lesbar.



Schöne Grüße
Franz
 
Cantus Am: 05.10.2018 02:24:51 Gelesen: 52178# 88 @  
@ Franz88 [#87]

Hallo Franz,

so ganz unlesbar ist nur ein Stempel auf der Rückseite. Wenn man den roten Stempel gesondert bearbeitet und vergrößert, stellt sich heraus, dass das der Ankuftstempel von Modena vom 27.8.1862 ist.





Viele Grüße
Ingo
 
Franz88 Am: 05.10.2018 13:56:13 Gelesen: 52157# 89 @  
Hallo Ingo,

herzlichen Dank. Jetzt weiß ich, dass der Brief einen Tag unterwegs war.

Schöne Grüße
Franz
 
bignell Am: 06.10.2018 00:01:21 Gelesen: 52135# 90 @  
@ Franz88 [#83]

Hallo Franz,

bei der 5. Ausgabe (Adler weit gezähnt) waren die Portostufen nach Italien 16, 21 bzw 26 Kreuzer je nach Rayon. Die Frankatur 3+3+5+15 KR wertet bei Ferchenbauer 650 Euro. Stempel auf der Rückseite: links Milano Ambulant als Durchgangsstempel, oben Firenze als Ankunftsstempel, rechts Distributionsstempel 3A.

3+3+10+10 KR wertet 450 Euro. Viermal drei Kreuzer deutet auf einen doppeltschweren Brief hin, der ist seltener, aber Ferchenbauer bietet dafür keinen Preisansatz. Stempel rückseitig rechts vermutlich Bahnstempel Milano-Verona.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 06.10.2018 11:20:24 Gelesen: 52112# 91 @  
Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Jetzt weiß ich eine ganze Menge über die beiden Briefe.

Einige Briefe habe ich noch. Es wäre toll, wenn ihr mir dabei auch helfen könntet.

Schöne Grüße aus der Steiermark.
Franz
 
Franz88 Am: 07.10.2018 16:28:51 Gelesen: 52071# 92 @  
Hallo Freunde,

auch bei diesem Brief bitte ich um eure Hilfe.

Gelaufen von Wien nach Wien nach Louviers (Frankreich). Stempel Wien 22.3.1867. Ein weiterer französischer Stempel (25.3.1867). Frankiert mit 2*10 und 1*5 Kreuzer. Auf der Rückseite sind keine Stempel vorhanden.



Schöne Grüße
Franz
 
bignell Am: 07.10.2018 16:36:36 Gelesen: 52069# 93 @  
@ Franz88 [#92]

Hallo Franz,

die Kombination finde ich bei Ferchenbauer nicht, 5+10 Kreuzer wertet bei ihm auf Brief 30 Euro, 2x10 Kreuzer 70 Euro. Also werden wir bei etwa 100 Euro Katalogwert liegen.

Grüße aus Wien in die Heimat,
harald
 
bayern klassisch Am: 07.10.2018 17:16:09 Gelesen: 52060# 94 @  
@ Franz88 [#92]

Hallo Franz,

ein sehr schöner Brief! Der "weitere französische Stempel" ist der Eingangsstempel von Paris "Autriche - Strasbourg 3".

Laufweg über Bayern, Württemberg und Baden nach Strasbourg - Forbach - Paris. 10 Neukreuzer für Österreich, 15 Neukreuzer Weiterfranko für Frankreich.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 07.10.2018 20:00:09 Gelesen: 52041# 95 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

vielen herzlichen Dank für eure ausführlichen Antworten. Ihr seid mir eine große Hilfe.

Schöne Grüße aus der grünen Mark
Franz
 
Franz88 Am: 08.10.2018 10:19:47 Gelesen: 51991# 96 @  
Hallo Sammlerfreunde,

auch bei diesem Brief bitte ich wieder um eure Hilfe.

Von Schwarzach (Vorarlberg) nach Salzburg. Stempeldatum Schwarzach 11.8.1864 oder 1867. Frankatur 2*5+2*10+1*15 Kreuzer=Gesamt 45 Kreuzer.

Rückseite Stempel Bregenz 11.8 und Ankunftsstempel Salzburg 12.8





Herzliche Grüße
Franz
 
bignell Am: 08.10.2018 17:37:14 Gelesen: 51967# 97 @  
@ Franz88 [#96]

Hallo Franz,

wohl dritte Gewichtsstufe. Die Einfachbuntfrankatur 5 + 10 + 15 Kreuzer bewertet Dr. Ferchenbauer mit 900 Euro, da leider zwei Registerbüge durch die Marken gehen, und wegen der hässlichen Tesa-Reparatur des Tintenfraßes, muss man den Wert doch deutlich tiefer ansetzen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 08.10.2018 21:13:14 Gelesen: 51945# 98 @  
Hallo Harald,

vielen Dank für deine schnelle und hilfreiche Antwort.

Ich weiß, der Klebestreifen sieht schlimm aus. Aber ich wage nicht, ihn zu entfernen.

Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 08.10.2018 21:32:25 Gelesen: 51941# 99 @  
@ Franz88 [#98]

Hallo Franz,

nicht entfernen, der fällt mit der Zeit von selber ab. Und besser wird es dadurch ohnehin nicht, weil der Klebstoff ins Papier eingezogen ist.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 08.10.2018 22:41:01 Gelesen: 51927# 100 @  
@ bignell [#99]

Ein akademischer Papierrestaurator kann das rückstandslos entfernen und das Ganze dann stabilisieren, aber 100 Euro darfst du dafür halt auch rechnen. Ich würde es tun, denn nachfolgende Generationen haben auch einen Anspruch auf herrliche Österreichbriefe!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 09.10.2018 12:07:24 Gelesen: 51897# 101 @  
Hallo Sammlerfreunde,

bitte um eure geschätzte Hilfe.

Brief vom Prag nach Neuchatel (Schweiz). Stempel Prag 30.12.1865.

Stempel Heidelberg-Basel 1.1.1866. Ankunftsstempel Neuchatel 1.1.1866.

Frankatur 15 + 5 Kreuzer = Gesamt 20 Kreuzer

Vorne links sind zwei rote Zahlen "50 +??" vermerkt. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Taxvermerk handelt.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 12:30:23 Gelesen: 51892# 102 @  
@ Franz88 [#101]

Hallo Franz,

jetzt wird's ein bisserl schwierig - wenn du etwas nicht verstehst, frag einfach nach.

Frankiert wurden 20 Neukreuzer (Nkr.): 15 Nkr. für Österreich über 20 Meilen bis zum Taxgrenzpunkt Schweiz - Baden und 5 Nkr. für die Schweiz bis 10 Meilen ab dieses Taxgrenzpunktes.

Neuchatel lag aber über 10 Meilen von diesem Taxgrenzpunkt entfernt, so dass der Absender hätte 10 Nkr. für die Schweiz frankieren müssen - damit war der Brief unterfrankiert.

Da die Briefe im Falle der Unterfrankatur keinen Taxzuschlag erhielten, konnte Österreich nur diese 5 Nkr. = 10 Rappen als Weiterfranko an die badische Bahnpost vergüten, die mit der Schweiz verrechnen mussten.

Baden notierte auf dem Brief gar nichts und Basel nur "6" für 6 rheinische Kreuzer, der Verrechnungswährung Badens mit der Schweiz.

Später schrieb man /10 für 10 Neukreuzer ab der Grenze für die Schweiz und /50 für das Gesamtporto von 50 Rappen, was sinnlos war, weil auch bei unterfrankierten Briefen die Teilfrankatur anzuerkennen war. 50 Rappen hätte ein ganz unfreier Brief von Prag nach Neuchatel gekostet.

Der Empfänger hätte also nur 10 Rappen (in der welschen Schweiz "Centimes" genannt) zu zahlen gehabt, sonst nichts.

Leitung: Prag - Bodenbach - Leipzig - Hof - Würzburg - Darmstadt - Heidelberg - Karlsruhe - Efringen - Basel - Neuchatel.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 09.10.2018 17:24:47 Gelesen: 51871# 103 @  
@ bayern klassisch [#102]

Hallo Franz, hallo Ralph,

besser als Ralph kann man es nicht erklären, nur die übliche Ergänzung: Dr Ferchenbauer wertet die Einfachbuntfrankatur 5+15 Kreuzer mit 350 €, wegen des Registerbugs durch die 5 Kreuzer ist der Brief als Auslandsbrief interessanter als aufgrund der Frankatur.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 09.10.2018 19:25:44 Gelesen: 51861# 104 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

das ist ja wirklich super. Was Ralph alles auf einem Briefumschlag sieht. Da steckt bestimmt ein sehr großes Fachwissen dahinter. Auch die Art und Weise, wie Ralph das erklärt, ist einfach genial.

Die "üblichen Ergänzungen" von Harald sind ebenso sehr wichtig, da ich nur den Ganzsachenband von Dr. Ferchenbauer habe. Und dort sind keine Preisnotierungen zu diesen Briefen zu finden. Nur zu Ganzsachenumschlägen. Darum ein ganz großes Lob euch beiden.

Die von mir gezeigten Briefe gehören einem guten Freund von mir. Dieser Freund hat mich gebeten, die Briefe zu zeigen und um eine Beurteilung und Wertschätzung zu bitten. Aufgrund seines Alters (86) hat er leider keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sich im Internet zu Informieren.

Auch für mich ist das alles sehr interessant und lehrreich obwohl ich eigentlich ein Ganzsachensammler bin.

Wenn ich beim Brief nach Neuchatel alles richtig verstanden habe, sollte der nächste gezeigte Brief richtig frankiert sein.

Von Prag nach Neuchatel,(26.12.1866), auf der Briefrückseite Ankunftsstempel von Neuchatel (28.12.1866) dieses Mal frankiert mit 2*5 und 1*15 Kreuzer also Gesamt 25 Kreuzer.

15 N.Kreuzer der Anteil für Österreich (Fernbrief ab 20 Meilen). 10 Kreuzer der Schweizer Anteil für die zweite Entfernungsstufe ab 10 Meilen.

Unklar ist für mich die blau geschriebene durchgestrichene 6. Steht das vielleicht für die "6 rheinische Kreuzer" wie im vorigen Beitrag von Ralph beschrieben.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 19:53:25 Gelesen: 51856# 105 @  
@ Franz88 [#104]

Hallo Franz,

du lernst schnell - Respekt!

Die gestrichenen 10 Neukreuzer entsprachen 6 Kreuzern rheinisch (Baden) und waren die Notation von Österreich als Weiterfranko für die Schweiz.

Da Baden nicht mit Neukreuzern rechnete, mussten die 10 Nkr. in 6 Kreuzer rheinisch reduziert werden, weil die Schweiz ihrerseits nicht mit Österreich abrechnete, sondern nur mit Bayern.

Briefe Bayern - Schweiz ab Okt. 1852 bis 31.8.1868 müssen zwingend zur richtigen Einordnung immer auch die Siegelseite zeigen, sonst kann die Beschreibung in die Hose gehen. Was wir ja nicht wollen, auch wenn das Internet keine Gerüche zu übermitteln in der Lage ist - Gott-sei-Dank!

Es wäre also schön, dein Freund zeigt noch kurz diese, denn prinzipiell wäre auch eine Leitung über Württemberg im Austausch mit der Schweiz möglich (via Friedrichshafen über den Bodensee) bzw. sogar über Lindau (nur wenn der Zielort in der Ostschweiz lag).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 09.10.2018 20:13:16 Gelesen: 51852# 106 @  
Hallo Ralph,

danke für Deine schnelle Antwort. Auf der Siegelseite ist leider nur ein verschmierter Stempel von Neuchatel zu erkennen.

Was mir aber aufgefallen ist: Beide Briefe waren gleich lange unterwegs (2 Tage). Vielleicht kann man anhand dieser Zeitspanne auf den Laufweg des Briefes schließen?



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 20:30:02 Gelesen: 51849# 107 @  
@ Franz88 [#106]

Hallo Franz,

ich gehe davon aus, dass der Laufweg gleich war - also über Baden.

Nur im Kriegsjahr 1866 gab es von Österreich aus keine Leitungen mehr über Bodenbach - Sachsen, wegen der militärischen Handlungen dort, Richtung Schweiz.

Aber alle Besonderheiten kann man nicht kommunizieren, weil das zu viele sind. Lieber die Briefe hier zeigen, dann schreibe ich dir etwas dazu.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 11.10.2018 13:59:32 Gelesen: 51811# 108 @  
Hallo Ralph, hallo Sammlerfreunde,

herzlichen Dank für Deine Info.

Heute habe ich einen Rekobrief von Admont (Steiermark) nach Udine (Italien). Der Brief ist frankiert mit 25 Kreuzer. Stempeldatum Admont 27.3.1864. Stempel von BH(Bahnhof?)Bruck an der Mur 28.3. Der Stempelteil" ???GIO 50 HAR" ist schwach zu sehen.

Auf der Briefinnenseite sind zwei italienische Marken aufgeklebt. Sind das vielleicht Stempel- oder Steuermarken?

Bitte um eure Hilfe.



Schöne Grüße
Franz
 
bignell Am: 11.10.2018 18:19:23 Gelesen: 51793# 109 @  
@ Franz88 [#108]

Hallo Franz,

der Stempel lautet "MOGGIO | 30 MAR". Recobrief frankiert mit 10 KR eng gezähnt und 5 KR weit gezähnt, die rückseitige 10 KR leider offenbar durchtrennt, mit der Federzugentwertung wäre der Brief noch besser, wenn die Marke ganz wäre. Wert nach Dr. Ferchenbauer 160 €. Zu den italienischen Stempelmarken kann ich nichts sagen.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 11.10.2018 18:37:54 Gelesen: 51788# 110 @  
@ Franz88 [#108]

Hallo Franz,

mit Bahnhof hast du Recht.

Diese italienischen Bapperl kenne ich nicht - unterfrankiert ist der Brief sicher nicht. Es wäre möglich, dass dem Brief ein Paket folgte und die Marken als Steuermarken verwendet wurden, also als Quittungen für gezahlte Steuern bzw. Abgaben. Aber das ist nur geraten, nicht sicher gewußt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 13.10.2018 14:11:45 Gelesen: 51700# 111 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

vielen herzlichen Dank für eure Antworten. Merkwürdig ist für mich, dass ein österreichisches Schreiben mit italienischen Steuermarken versehen ist.

Heute habe ich einen Brief von Konstantinopel (Türkei) nach Livorno (Italien). Stempeldatum Konstantinopel = 17.1.1874. Stempeldatum Livorno = 23.1.1874
Frankiert mit 1*3 Soldi und 2*10 Soldi. Auf der Siegelseite ein unleserlicher Stempel (BRIND?) abgeschlagen.

Bitte um eure geschätzte HILFE.



Liebe Grüße aus der Steiermark
Franz
 
bayern klassisch Am: 13.10.2018 14:53:53 Gelesen: 51690# 112 @  
@ Franz88 [#111]

Hallo Franz,

wenn eine österreichische Ware nach Italien eingeführt und dort versteuert wird, muss sie italienische Taxwapperl haben, keine Österreichische.

Sehr schöner Brief der vom österreichischen Lloydpostamt in Konstantinopel per Schiff (Dampfer) nach Brindisi gebracht wurde, von wo aus er nur noch per Eisenbahn an den Zielort verbracht wurde, was sehr schnell war, jedenfalls viel schneller, als zuvor die Adria hinauf bis Triest!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 14.10.2018 10:20:00 Gelesen: 51660# 113 @  
@ Franz88 [#111]

Hallo Franz,

wie Ralph richtig sagt, italienische Gebührenmarken sind da durchaus korrekt, es könnten auch Stempelmarken sein, falls das Schreiben einem Gerichtsakt beigelegt wurde.

Zum Constantinopel-Brief: 3 + 2 x 10 Soldi grober Bart, Wert laut Dr Ferchenbauer 225 €. Rechts unten ist eine Bleistiftsignatur, die ich am Scan nicht genau erkennen kann, vielleicht Richter. Der zweite Stempel auf der Rückseite ist der italienische Stempel von BRINDISI als Durchgangsstempel. Soweit am Scan erkennbar sehr gut erhalten, unbedeutender Registerbug abseits der Frankatur.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 16.10.2018 10:49:04 Gelesen: 51530# 114 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ein ganz großes Dankeschön für eure Antworten. Die Signatur könnte Richter heißen (auch bei großer Auflösung nicht besser lesbar). Es ist schon bemerkenswert, dass im Ausland (Osmanischen Reich) der Postverkehr teilweise durch die österreichische Post getätigt wurde.

Bei meinem heutigen Brief sind auf der Siegelseite leider keine Stempel mehr vorhanden. Die Briefrückseite fehlt teilweise. Der Brief ging von Prag nach Regau (OÖ). Frankiert mit 5*15 Kreuzer = 75 Kreuzer. Mit Recon - Stempel. Links oben sind die Zahlen " 5 / 20 zu sehen (? Taxvermerk).

Bitte wieder um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 16.10.2018 11:05:35 Gelesen: 51524# 115 @  
@ Franz88 [#114]

Hallo Franz,

da hast du eine ganz besondere Vorderseite an Land gezogen - und ich erzähle dir auch gleich, warum.

Anschrift: An ein löbliches K. Justizamt Pegau in Sachsen. Das 2. "K" wurde gestrichen, weil Sachsen nur Königreich war, nicht kaiserlich + königlich. 2 "K" zu schreiben war die Macht der Gewohnheit.

Über den Marken links steht: Mit -1- Wanderbuch.

Das ist natürlich großes Kino, dass man einen der ganz wenig erhaltenen Briefe mit einem Wanderbuch zeigen kann - in 40 Jahren intensiver Altdeutschland - Postgeschichte kenne ich keine 10 Stück davon - klasse Kauf von dir !!!

Der Brief war recommandirt, so dass auf der heute nicht mehr vorhanden Siegelseite einst eine 10 Neukreuzer Marke für die Recogebühr verklebt worden war.

Nun zur nächsten Besonderheit: Oben links steht: 5 13/20 L(oth) für das ermittelte Gewicht.

Da die Entfernung Prag - Pegau über 20 Meilen (also über 150 km) betrug, hätte das Franko für einen einfachen, unter 1 Loth wiegenden Brief schon 15 Neukreuzer (Nkr.) betragen. Angefangene Lothe kosteten immer auch den einfachen Satz, so dass dieser Brief mit über 5 bis unter 6 Loth in der 6. Gewichtsstufe lag, wofür hätten 6 x 15 = 90 Nkr. frankiert werden müssen. Man hat aber nur 75 Nkr. verklebt.

Ich biete dir jetzt 2 Möglichkeiten an:

1. Die Aufgabepost hat einen Fehler gemacht und den Brief falsch gewogen und dadurch falsch frankieren lassen. Oder:

2. Die Abgabepost in Sachsen hat den Brief nachgewogen (das durfte sie) und ein fehlendes Franko von 15 Nkr. festgestellt.

Den Fehler konnte man bei einem eingeschriebenen Brief (und nur dann!) nicht dem Absender anlasten, weil die Post bei eingeschriebenen Briefen für deren korrekte Frankatur verantwortlich war (sonst nicht). Entweder hat Sachsen die Sache auf sich beruhen lassen, weil die 75 Nkr. ja komplett in die Tasche Österreichs gingen und wenn die Österreicher sich um 15 Nkr. zu ihren Ungunsten verrechneten, sollte kein Sachse 4 Neugroschen nachbezahlen müssen.

Alternativ hätte Sachsen den Frankomangel in einem "Francodefect" in der eingehenden Briefkarte festhalten können. Ob man das gemacht hat, weiß ich nicht und ich halte es auch für eher unwahrscheinlich, weil das viel Arbeit war und am Ende diese Arbeit Sachsen hatte, ohne davon zu profitieren.

Ich vermute also, dass man den Brief ohne Nachtaxe dem Empfänger aushändigte und die Sache auf sich beruhen ließ.

Generell sind unterfrankierte Recobriefe sehr selten, weil die Post selten Fehler machte, die Privaten aber recht oft.

Ein unterfrankierte Recobrief in den Postverein, dazu noch mit einem Wanderbuch (deshalb war er auch so schwer, weil das Wanderbuch (ich hatte mal 2 bayerische Wanderbücher) nicht in den Brief selbst passt und mit einem Bindfaden verschnürt dem Brief angebunden werden musste, dürfte ab ein echtes Unikat darstellen.

Danke fürs Zeigen dieser Granate und liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 16.10.2018 18:25:11 Gelesen: 51477# 116 @  
@ Franz88 [#114]

Hallo Franz,

Ralph hat alles perfekt beschrieben. Der übliche Nachsatz: Katalogwert lt Dr. Ferchenbauer 500 € für 5x 15 Kreuzer 1858 Type II auf Brief.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 19.10.2018 14:30:33 Gelesen: 51324# 117 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ich bitte um Entschuldigung, dass ich erst jetzt dazu komme, euch zu antworten. Leider bin ich ein wenig krank gewesen.

Es freut mich sehr, dass ich euch einen scheinbar doch eher seltenen Brief zeigen konnte. Über den Mangel der fehlenden 10 Neukreuzer Marke für die Rekogebühr kann ich hinweg sehen.

Ralph, da hast du mir ja einiges zu diesem Brief geschrieben. Ich bin einmal mehr erstaunt und begeistert, was Du da alles herausgefunden hast! Anerkennung und höchster Respekt meinerseits! Deine Antworten sind für mich immer gut verständlich und treffend formuliert. Man wird dazu animiert, sich mit dem Gebiet der klassischen Philatelie und Postgeschichte zu beschäftigen. Ich vermute auch, das beim Empfänger des Briefes keine Nachzahlung eingefordert wurde, denn wie kommt ein Sachse dazu, für einen Fehler der österreichischen Post zu zahlen.

Bezüglich des Eintrages eines "Francodefectes" auf der Briefkarte" - welches Amt macht schon freiwillig eine Arbeit, bei der es keinen Profit gibt.

Mein Dank gilt auch dir Harald. Durch deine "üblichen Nachsätze" konnte ich in Erfahrung bringen, wie hoch die Briefe im Katalog bewertet werden. Und nebenbei hast du auch noch die Typen der auf den Briefen verklebten Marken und teilweise die Stempel bestimmt. Einfach Super!

Ein ganz großes und herzliches Dankeschön euch beiden.

Liebe Grüße
aus der schönen Steiermark
 
Franz88 Am: 29.11.2018 19:55:22 Gelesen: 50354# 118 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Fernbrief von Venedig nach Messina (Sizilien). Frankiert mit 2*3 und 1*10 Soldi. Aufgabestempel Venezia (14.11.1865). Auf der Siegelseite Durchgangstempel ?Ferrara 15.Nov und Durchgangstempel ?Bologna (15.11.65). Stempelfragment "ina 16 Nov" eventuell Ankunftsstempel von Messina. Die Entfernung Venedig - Messina beträgt auf den Landweg über 1000 km. Wobei das letzte Stück auf die Insel per Schiff zurückgelegt werden musste. Diese Entfernung in nur 2 Tagen zu bewältigen, ist für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung.

Meine Einschätzung: Portorichtiger Italienbrief der ersten Gewichtsstufe. Laufweg: Venedig-Ferrara-Bologna-Messina.

Bitte um eure Beurteilung.





Schöne Grüße aus der Steiermark
Franz
 
bignell Am: 29.11.2018 21:15:43 Gelesen: 50334# 119 @  
@ Franz88 [#118]

Hallo Franz,

für eine Beurteilung ist auch immer die komplette Rückseite wichtig. Frankatur geklebt als weite Treppe, ausserdem glaube ich Räucherschlitze (Desinfektion) zu erkennen. Die Stempel hast Du korrekt identifiziert, Ferrara, Bologna und Messina. Vorderseitig signiert Dr Ferchenbauer. Bewertung lt Handbuch Dr Ferchenbauer 375 Euro.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 29.11.2018 22:24:35 Gelesen: 50325# 120 @  
Hallo Harald,

herzlichen Dank für deine Antwort. Du hast recht, es sind tatsächlich sechs Schlitze vorhanden.

Die Signatur ist mir leider auch nicht aufgefallen.

Ich habe noch zusätzlich die Rückseite gescannt.



Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 01.12.2018 14:34:05 Gelesen: 50220# 121 @  
Hallo Sammlerfreunde,

bei diesem Brief ist leider nur mehr die Briefvorderseite vorhanden. Frankiert mit 1*15 und 2*45 Centes. Aufgabestempel Venezia. Gesendet nach Padova (Italien). Das Datum kann ich nicht entziffern.

Ich weiß es ist schwierig (fehlende Rückseite), aber vielleicht könnt ihr mir trotzdem etwas über die Briefvorderseite sagen. Wie wurden Centes in Kreuzer umgerechnet?



Schöne Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 14:47:25 Gelesen: 50214# 122 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

die Währung war Lira / Centesimo, also hier Centesimi.

15 Centesimi entsprachen 3 Kreuzer Conventionsmünze (3x CM), später 5 Neukreuzer (Nkr.).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 01.12.2018 16:10:19 Gelesen: 50203# 123 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

nachdem das Franko von Venezia nach Padova 15 Centesimi betrug, dürfte es sich hierbei um einen Brief der 7. Gewichtsstufe gehandelt haben. Ich sehe zwei Signaturen, zu klein um sie genau zu bestimmen, dürften aber Luigi Raybaudi und Giorgio Colla sein. Stempeldatum 19.11., Jahr nicht bestimmbar. Katalogwert lt Handbuch Dr Ferchenbauer 400 Euro für Briefstück, 4000 für vollständigen Brief.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 02.12.2018 10:20:38 Gelesen: 50162# 124 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ein großes Dankeschön für eure tolle Hilfe. Ihr habt mir wieder sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 28.02.2019 19:58:42 Gelesen: 48091# 125 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Faltbrief von Branzoll (Tirol) nach Verona. Das Briefporto von 6 Kreuzer würde für einen Brief bis 20 Meilen (ab 1.6.1850) stimmen.

Aufgabedatum 7 Oktober 1853. Rückseitiger Ankunftsstempel von Verona 9.10. Die Marken 2*3 Kreuzer der Ausgabe 1850.

Type III Handpapier(raue Markenoberfläche).

Für was steht die 1 vorne rechts oben? Wie hoch wird dieser Brief bewertet?

Bitte um eure Hilfe bei der Bewertung des Briefes und um Richtigstellung meiner Briefbestimmung.



Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 28.02.2019 20:07:04 Gelesen: 48086# 126 @  
@ Franz88 [#125]

Hallo Franz,

der Stempel rechts oben lautet "DISTRIBUZIONE | 1" (1. Verteilung) und wurde in Verona abgeschlagen. Briefbewertung lt Handbuch Dr. Ferchenbauer € 100. Den eigentlichen Wert macht der Stempel Branzoll (Müller 306a 120 Punkte) aus, deshalb könnte man für den Brief bis zu € 100 bekommen.

Ich würde Dir empfehlen, das Handbuch von Dr Ferchenbauer zu besorgen, ältere Ausgaben gibt es schon billig, und die letzten Ausgabe ist auch kein Luxus. Ebenfalls empfehlenswert Edwin Müllers Handbuch der Entwertungen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 01.03.2019 17:38:58 Gelesen: 48000# 127 @  
@ bignell [#126]

Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Die von dir genannten Bücher leihe ich mir ab und zu von einem Bekannten aus.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 31.03.2019 17:52:14 Gelesen: 47377# 128 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Brief von Wien nach West-Virginia (USA). Der Brief ist frankiert mit 4*10 Kreuzer. Stempel Wien am 4.9.18??.

Weiterleitungsstempel New York 20.9.

Auf der Briefrückseite Stempel "PAID ALL". Gibt der Stempel an, dass alle Postgebühren bezahlt sind?

Wie hoch wird so sein Brief bewertet? Ist der Brief portorichtig frankiert? Kann man den Laufweg des Briefes erkennen?

Hat der Vermerk "#8.Pq155-172" eine postalische Bedeutung?

Ich bitte um eure Hilfe bei diesem Beleg.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 31.03.2019 19:23:57 Gelesen: 47356# 129 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

Laufweg = Rückseite des Briefes, die sehe ich aber nicht.

Paid all = voll frankiert für Österreich, Deutschland, Seetransporto und USA - Inland.

Der Vermerk dürfte sicher postalische Relevanz haben - nur welche genau, weiß ich nicht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 31.03.2019 21:41:07 Gelesen: 47338# 130 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

4 x 10 KR werten bei Dr Ferchenbauer 800 € auf Brief, allerdings kann ich am Scan nicht erkennen ob die Frankatur unbeschädigt ist. Franco wäre 15 KR je Loth bei Leitung über England, da kein Vermerk über Leitweg oder Gewicht, kann nur anhand des "PAID ALL" eine Unterfrankatur ausgeschlossen werden, eine Überfrankatur wäre möglich.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 31.03.2019 22:19:00 Gelesen: 47330# 131 @  
Hallo Ralph,

herzlichen Dank für Deine Info.

Auf der Rückseite sind leider nur die beiden gezeigten Stempel vorhanden (NEW YORK und PAID ALL).

Liebe Grüße
Franz

@ bignell [#130]

Hallo Harald,

ein großes DANKE für Deine Info.

Eine Marke ist am Rand leider mangelhaft.

Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 01.04.2019 06:19:46 Gelesen: 47308# 132 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

dann unterstelle ich mal den Laufweg über Bremen/Bremerhaven. Leider kenne ich die österreichischen Tarife nicht zu dieser Zeit. Vielleicht kann die mal einer checken, um zu sehen, ob er korrekt frankiert wurde?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Arge-Ungarn Am: 01.04.2019 13:30:10 Gelesen: 47255# 133 @  
Hallo Franz,

da wir nicht das genaue Jahr kennen, nachfolgende die Gebühren aus dem möglichen Zeitraum:

1. Leitweg I über Belgien und England (mittels direkter Briefpakete zwischen norddeutschen und nordamerikanischen Postämtern), gültig ab 1/2/1870 pro 15 g: 20 Kr,
vorher hat dieser Leitweg 30 Kr pro 15 g gekostet
2. Leitweg IV über Hamburg oder Bremen), gültig ab 7/1/1868 pro 15 g: 20 Kr
Die römischen Ziffern entsprechen den Nummerierungen der Leitwege in den Postverordnungen Österreichs.

Damit wäre es jeweils die 2 Gewichtsstufe. Das Porto setzt sich aus 5 Kr Vereinsporto und 15 Kr Weitefranko zusammen.

UPU: 10 Kr pro 15 g ab 1.7.1875

Schönen Tag noch

Martin
 
Franz88 Am: 01.04.2019 17:10:50 Gelesen: 47228# 134 @  
@ bayern klassisch [#132]

Hallo Ralph,

vielen Dank für Deine Antwort. Deine "Unterstellung" hört sich gut an.

Liebe Grüße
Franz

@ Arge-Ungarn [#133]

Hallo Martin,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Auskunft. Ihr seid mir eine große Hilfe. Super! Ich würde vom Gefühl her auf den Leitweg IV über Hamburg oder Bremen tippen. Aber das ist reine Spekulation.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 03.04.2019 16:40:46 Gelesen: 47044# 135 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Ganzsachenumschlag zu 5 Kreuzer mit Zusatzfrankatur 4*5 Kreuzer. Gesamtfrankatur 25 Kreuzer. Von Prag nach Avignon (Frankreich). Abgesendet in Prag am 14.5.1871.

Auf der Vorderseite der Stempel JNSUFT???MENT AFRANCHIE. Auf der Rückseite Weiterleitungsstempel Wien am 15.5.1871 und zwei weitere für mich nicht lesbare Stempel LOR??

Meine Fragen zu diesem Brief: Für was steht JNSUFT???MENT AFRANCHIE? Ist die blaue 2 ein Taxvermerk?

Wie hoch wird so sein Brief bewertet? Ist der Brief portorichtig frankiert? Kann man den Laufweg des Briefes erkennen?

Bitte um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 03.04.2019 17:47:31 Gelesen: 47031# 136 @  
@ Franz88 [#135]

Hallo Franz,

da hast du einen guten Brief an der Angel!

25 Neukreuzer (Nkr.) war das einfache Franko für Briefe bis 10 g. Dieser hier lag in der 2. Gewichtsstufe, siehe die blaue 2 oben links, und wog über 10 bis 20g.

Dafür hätte er mit 50 Nkr. frankiert sein müssen. Daher durfte er in Österreich keinen P.D. - Stempel erhalten. Der Stempel "ungenügend frankiert" dokumentierte das. Frankreich setzte jetzt 10 Decimes (also das fehlende Franko mal 2) für den Empfänger an.

Der Laufweg war Wien - München - Lyon - Millau.

Die beiden französischen Stempel kann ich nicht sicher lesen - ich hoffe, ein anderer kann es.

Ich schätze den Brief auf mindestens 100 bis 120 Euro.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 03.04.2019 18:00:29 Gelesen: 47026# 137 @  
@ Franz88 [#135]
@ bayern klassisch [#136]

Hallo Franz, hallo Ralph,

Der französische Text heisst INSUFFISEMENT AFFRANCHIE, ungenügend frankiert.

Die gleichen Stempel gibt es bei ungenügender Frankatur auch in der Schweiz.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 03.04.2019 18:40:56 Gelesen: 47015# 138 @  
@ SH-Sammler [#137]

Lieber Hanspeter,

vielen Dank - konnte nicht alle Buchstaben sicher lesen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 04.04.2019 15:14:47 Gelesen: 46930# 139 @  
@ bayern klassisch [#136]

Hallo Ralph,

vielen herzlichen Dank für Deine Info. Du hast mir wieder sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz

@ SH-Sammler [#137]

Hallo Hanspeter,

ein großes Dankeschön für Deine Antwort.

Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 04.04.2019 20:37:45 Gelesen: 46900# 140 @  
@ Franz88 [#135]

Hallo Franz,

Dr. Ferchenbauer bewertet die Ganzsache mit 4x5 Kronen Zusatzfrankatur mit 280 €. Abhängig von der Erhaltung (falls sauber geöffnet) könnte man wohl 60-80 € dafür bekommen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 05.04.2019 17:54:20 Gelesen: 46814# 141 @  
@ bignell [#140]

Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine Info.

Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 02.06.2019 11:11:42 Gelesen: 45802# 142 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Standardbrief aus Triest vom 27.9.1854 nach Paris an die Gebrüder Rothschild. Der Portobrief wog 8 g und lag damit in der 2. Gewichtsstufe (bis 7,5 g einfach). Die Leitung erfolgte über Wien - Prag - Bodenbach - Valenciennes nach Paris (Österreich - Sachsen - Preussen - Belgien - Frankreich), wo er am 3.10.1854 eintraf und für 24 Decimes ausgehändigt wurde.



Dergleichen Briefe kosten nur 20 Euro und sind damit günstiger, als vor über 160 Jahren bei der Post.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manfred666 Am: 09.01.2022 15:58:31 Gelesen: 27128# 143 @  
Hallo,

Könnte mir jemand diesen Brief bewerten aus Österreich K. u. K Feldpost 27.VIII.17

Vielen Dank für die Hilfe.
Grüße Manfred


 
BANANA60 Am: 09.01.2022 18:36:54 Gelesen: 27096# 144 @  
@ Manfred666 [#143]

Hallo Manfred!

Bei diesem Brief handelt es sich mit Sicherheit um einen philatelistisch inspirierten Brief. Hier dürfte jemand seine Stellung beim FPA 51 ausgenützt haben um einen Sammler einen Gefallen zu machen. Dafür würde der notierte Markenwert links unten sprechen.

Die Marken wären an sich für Bosnien-Herzegowina vorgesehen, dass FPA 51 (als Absenderangabe links oben der Dienststellenstempel) war zu diesem Zeitpunkt aber in Vöslau bei Wien - Armeeoberkommando: QuAbt.

Derartige Machwerke kommen recht häufig vor. Obwohl ich Feldpostsammler bin, würde ich von einem Kauf Abstand nehmen. Es ist aber nicht gesagt, dass es dafür keinen Interessenten gibt.

Liebe Grüße
Harald
 
Manfred666 Am: 09.01.2022 18:42:57 Gelesen: 27093# 145 @  
Super Dankeschön

Grüße Manfred
 
Franz88 Am: 23.05.2022 14:29:46 Gelesen: 23435# 146 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Inlandsbrief vom 21.8.1858, von Store (Steiermark) nach St. Marein.

Frankatur 6 Kreuzer.

Rückseitiger Ankunftsstempel ST. MAREIN bei KINDBERG 22.8.

Store (dt. Storach) ist eine Gemeinde in der Region Spodnja Stajerska (Untersteiermark) in Slowenien.

Briefgebühr ab 1.6.1850 bis 31.10.1858: Entfernung bis 20 Meilen (1 Loth) = 6 Kreuzer.

Liebe Grüße
Franz


 
Franz88 Am: 28.05.2022 14:39:04 Gelesen: 23106# 147 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Inlandsbrief vom 22.9.1855, von Franz (Steiermark) nach Graz.

Frankatur 2*3 Kreuzer +6 Kreuzer.

Rückseitiger Durchgangsstempel " CILLI 16. Juli.", Ankunftsstempel “GRATZ“.

Briefgebühr ab 1.6.1850 bis 31.10.1858: Entfernung bis 20 Meilen (1 Loth) = 6 Kreuzer
Rekogebühr = 6 Kreuzer

Eine Abstempelung (FRANZ) die mir große Freude bereitet.

Liebe Grüße
Franz


 
Wachauer Am: 29.05.2022 00:20:36 Gelesen: 23030# 148 @  
@ BANANA60 [#144]

Hallo Harald,

mag sein, dass der Brief "philatelistisch inspiriert" ist, die Tatsache, dass es sich um einen Wertbrief handelt, scheint mir aber doch erwähnenswert. Die Rückseite wäre dazu interessant zu sehen.

Herzliche Sammlergrüße
Wachauer
 
BANANA60 Am: 29.05.2022 10:00:49 Gelesen: 23000# 149 @  
@ Wachauer [#148]

Hallo!

Für mich, der das K.u.k. Feldpostwesen als Solches sammelt, wäre es interessant, ob es sich um eine einzelne Gefälligkeit handelte, oder ob über das AOK eine Art "Briefmarkenversand" betrieben wurde. Auszuschließen wäre ja auch das nicht.

Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, lasse ich es natürlich wissen.

Liebe Grüße
Harald
 
Franz88 Am: 30.05.2022 14:25:14 Gelesen: 22849# 150 @  
Hallo Sammlerfreunde

ein Inlandsbrief vom 18.6.1850, von Marburg nach Graz. Frankatur 3 Kreuzer. "Frühverwendung" (Die 3 Kreuzer Marke wurde am 1.6.1850 ausgegeben). Rückseitiger Ankunftsstempel “GRATZ 18. JUN.“. Briefgebühr ab 1.6.1850 bis 31.10.1858: Entfernung bis 10 Meilen (1 Loth) = 3 Kreuzer.

Liebe Grüße
Franz


 
bignell Am: 04.07.2022 23:57:56 Gelesen: 21626# 151 @  
Liebe Freunde,

diesen Brief musste ich einfach haben, gut die 6 $ inkl. Versand haben es mir auch nicht schwer gemacht.



Einerseits sehen die roten Stempel Troppau, FRANCO und GRENZE einfach schön aus, andererseits hat mich ein schneller Blick auf die Anschrift "Hochwald pr Salzburg" verwundert, weil die bayrische Zeit von Salzburg 1842 (das Jahr des Briefes) schon lange vorbei war und Franco/Grenze keinen Sinn machen würde - also musste es etwas anderes heissen, aber am Scan fand ich die Lösung nicht, mit dem Original in der Hand war es dann einfacher: Freyburg [1].

Liebe Grüße,
harald

[1] https://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/regio/orte/stmaergen/hochwald/
 
bayern klassisch Am: 05.07.2022 00:49:48 Gelesen: 21623# 152 @  
@ bignell [#151]

Lieber Harald,

ein sehr schöner Brief, aber mit dem DÖPV hatte er nichts zu tun, weil vor dem 1.7.1850 jener nicht existierte.

Liebe Grüsse,
Ralph

[Beiträge [#150] und [#151] aufgrund des Auftrgs von Harald (bignell) redaktionell verschoben aus dem Thema "Österreich und der DÖPV Deutsch-Österreichische Postverein"]
 
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