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Thema: (?) (451/453/456) Zensurpostbelege
Richard Am: 11.03.2008 18:30:50 Gelesen: 412320# 1 @  
Bei der Suche nach Heimatbelegen konnte ich auf diese Postkarte vom 21.04.47 aus meinem Nachbarort Hünfeld nach Österreich erwerben (5,40 Euro):


 
doktorstamp Am: 11.03.2008 18:50:42 Gelesen: 412316# 2 @  
@ Richard [#123]

Der Zensurstempelabschlag in dieser Farbe kommt nicht häufig vor. Gratuliere.

mfG

Nigel
 
Jürgen Witkowski Am: 11.03.2008 21:19:40 Gelesen: 412303# 3 @  
@ Richard [#123]

Sehr schöner sauberer Beleg, wie man ihn in dieser Qualität nicht häufig sieht. Kompliment!

Zum Vergleich ein Brief aus Leeds nach Hannover aus dem Jahr 1947 mit dem Britischen Zensurstempel "British Censorship Germany 1117" und der englischen Krone. Im Gegensatz zu Postkarten mussten Briefe geöffnet werden. Auf der linken Seite wurde daher ein Verschlußstreifen aufgeklebt: Opened by Examiner 1490.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 14.03.2008 20:18:38 Gelesen: 412284# 4 @  
Ein Zensurbeleg aus der Zeit des 1. Weltkrieges

Geschäftsbrief aus dem zu dieser Zeit von Deutschland besetzten Antwerpen nach Torgau an der Elbe.

Frankatur: Deutsche Besetzungsausgaben 1914/1918, Landespost in Belgien, MiNr. 18
Stempel: Antwerpen 1 19.5.1917 6-7 N
Zensurstempel: Kaiserliches Gouvernement Antwerpen - Freigegeben - Militärische Post-Überwachungsstelle

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 15.03.2008 21:58:41 Gelesen: 412270# 5 @  
So ändern sich die Zeiten

2 Briefe aus Oslo (Norwegen) an die Fa. Günther Wagner (Pelikan) in Hannover.

Luftpost-Brief aus dem Jahr 1940 mit Zensurstempel Oberkommando der Wehrmacht.



Luftpostbrief aus dem Jahr 1947 mit Zensurstempel British Censorship Germany.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
AfriKiwi Am: 15.03.2008 22:24:30 Gelesen: 412267# 6 @  
@ Concordia CA [#127]

Hallo Jürgen,

Dann ist der Brief mit Britischem Zensurstempel etwa 1947/48 - Britische Zone - oder ?

Das Datum 22 9 4? ist undeutlich.

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 15.03.2008 22:32:56 Gelesen: 412266# 7 @  
@ AfriKiwi [#6]

Genau. Der Brief ist abgestempelt am 22.9.47. Hannover lag in der britischen Zone.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 20.03.2008 23:38:54 Gelesen: 412241# 8 @  
Dieser Einschreibebrief von Heiligenstadt (Eichsfeld) nach Hannover vom 23.7.47 weist gleich 2 britische Zensurstempel auf. Stempel 1 mit der Nr. 1782, Stempel 2 mit der Nummer 2621. Man achte auch auf den Einschreibezettel mit Handstempel Heiligenstadt (Eichsfeld).

Mit österlichen Sammlergrüßen
Jürgen


 
reichswolf Am: 21.03.2008 01:40:35 Gelesen: 412234# 9 @  
Aus meiner Sammlung zu den Postorten des Regierungsbezirkes Aachen ein Zensurbeleg aus Eupen. Es ist eine mit MiNr. 513 und 516 zur Auslandspostkarte auffrankierte P226I, gelaufen am 06.10.1941 nach Lüttich. Entwertet wurde die Karte mit dem Handwerbestempel „EUPEN 1 d 18.Mai 1940 Heimkehr ins Großdeutsche Vaterland“. Zusätzlich trägt sie den Zensur-Bandstempel „GEPRÜFT OBERKOMMANDO DER WEHRMACHT“ in Rot.

Eupen hatte im 20. Jahrhundert eine recht wechselvolle Geschichte. Durch den Vertrag von Versailles kam die Stadt 1920 zu Belgien und war bis 1925 Teil des dem General Herman Baltia unterstellten General-Gouvernements Eupen-Malmedy. Am 18. Mai 1940 wurde das Gebiet um Eupen vom Deutschen Reich annektiert (siehe Stempel). Die Befreiung erfolgte im September 1944 durch amerikanische Truppen. Seitdem gehört Eupen wieder zu Belgien.

Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie lange Belgien noch besteht, so wie es da kriselt. Im Falle der Auflösung des Staates wäre die Mehrheit der Deutschsprachigen Gemeinde wohl für einen Anschluß an Luxemburg, las ich dieser Tage.

Grüße,
Christoph


 
reichswolf Am: 22.03.2008 12:04:33 Gelesen: 412214# 10 @  
Hier ein Beleg zur Inlandspostüberwachung in Aachen während des Ersten Weltkrieges. Es handelt sich um eine P90I nach von Aachen nach Glogau vom 20.03.1916. Der Stempel "Aachen Stadt P.K. / geprüft und zu befördern" weist darauf hin, daß diese Karte tatsächlich gelesen wurde. Belege, die nur durch die Überwachungsstelle liefen ohne wirklich gelesen zu werden, erhielten einen ähnlichen Stempel, in dem aber das "geprüft und" fehlt.

So jedenfalls sollte es nach den Vorschriften ablaufen, es gibt aber Hinweise auf eine teils recht laxe Handhabung. So existiert beispielsweise von der Überwachungsstelle Aachen Land in Eschweiler kein Stempel, der auf "geprüft und zu befördern" lautet. Die Überwachungsstelle Aachen existierte von 1915 bis 1918.

Frohe Ostergrüße,
Christoph


 
Jürgen Witkowski Am: 22.03.2008 18:06:20 Gelesen: 412207# 11 @  
Karte aus Luxemburg aus dem 1. Weltkrieg

Diese geschäftliche Postkarte vom 12.6.1917 aus Luxemburg nach Steinach/Thüringen mit Zensurstempel:

Freigegeben - Überwachungsstelle des VIII. Armeekorps Trier

Mit österlichen Sammlergrüßen
Jürgen


 
doktorstamp Am: 22.03.2008 20:18:22 Gelesen: 412201# 12 @  
Doppelzensuren

Hierbei handelt es um eine Oberzensur. Selbst die Arbeiter im Amt wurden überprüft.

Zum Glück in grün und auch noch in violett abgeschlagen.

Leider wurden auf dem Brief zwei Marken entfernt, der Grund liegt mit dem Einzeiler verbunden. Aus der Ampost Zeit sind nur vier Briefe mit diesem EZ registriert.

Eschede, Landkreis Celle

mfG

Nigel


 
Jürgen Witkowski Am: 25.03.2008 17:26:36 Gelesen: 412171# 13 @  
@ doktorstamp [#12]

Danke für die Erläuterungen zur Doppelzensur. Was hat es mit dem Einzeiler auf sich, den man auf der rechten 6 Pf.-Marke erahnen kann?

Zur Abwechslung ein Zensurbeleg aus Spanien aus dem Jahr 1939. Heinz schreibt aus dem spanischen Malaga an Otto und Lutti im deutschen Wilhelmshaven. Die Postkarte trägt einen Stempel der spanischen Militärzensur.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
doktorstamp Am: 25.03.2008 17:33:30 Gelesen: 412169# 14 @  
@ Concordia CA [#13]

Eschede war PSt II und war mit diesem EZ ausgerüstet. Es gibt nur vier Belege aus der Ampost Zeit mit diesem EZ. Deswegen sind wohl die zwei Marken entfernt worden.

Doppelzensuren sind auch nicht häufig aber schon länger gelten sind auch nicht als Raritäten.

mfG

Nigel
 
Jürgen Witkowski Am: 28.03.2008 21:09:52 Gelesen: 412146# 15 @  
@ reichswolf [#10]

Am Ostermontag zusammen mit vielen anderen Belegen bei eBay ersteigert, heute schon auf Philaseiten.de:

Passend zu Deinem Beleg aus Aachen habe ich eine Karte, die ebenfalls im März 1916 gelaufen ist. Die Karte von Idar (heute Idar-Oberstein) nach Barr im Elsass, das damals zum Deutschen Reich gehörte. Sie trägt als Zeichen der Inlandzensur den blauen Stempel Straßburg (Els.) * P.K. b Geprüft u. zu befördern.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
reichswolf Am: 28.03.2008 21:42:20 Gelesen: 412143# 16 @  
Dann mache ich hier mal weiter mit Belegen aus dem Ersten Weltkrieg. Diesmal zeige ich einen Brief von Brüssel vom 14.06.1915 nach St. Gallen, gelaufen über Aachen und dort zensuriert.

Einen Stempel dieser Art wird man auf allen Belegen finden, die zu dieser Zeit (01.01.1915-31.12.1916) aus oder nach Belgien gelaufen sind, da Aachen der Sitz der entsprechenden Überwachungsstelle war und daher alle Post über Aachen lief.

Für den Postkunden war dies natürlich sehr ärgerlich, weil die Post teils irrwitzige Umwege nehmen mußte, beispielsweise bei Briefen von Holland nach Belgien.

Beste Grüße,
Christoph


 
reichswolf Am: 28.03.2008 23:07:09 Gelesen: 412137# 17 @  
Abgelöst wurde die Überwachungsstelle Aachen am 01.01.1917 von der Überwachungsstelle Lüttich in Belgien. Dazu hier eine Karte von Aachen-Forst nach Lüttich vom 07.08.1917 mit dem R3 ÜBERWACHUNGSSTELLE GEPRÜFT LÜTTICH.


 
reichswolf Am: 29.03.2008 00:28:04 Gelesen: 412134# 18 @  
Nachdem das Deutsche Reich den Krieg verloren hatte, wurde das Rheinland durch belgische und französische Truppen besetzt. Eine Folge davon war, dass der Postverkehr auch nach Kriegsende weiter der Zensur unterlag, im Falle Aachens der belgischen. Dazu wurde im Hauptpostamt eine Zensurstelle eingerichtet. Dienstbriefe in das unbesetzte Deutschland wurden von einer Behörde in der Kaiserallee zensuriert.

Der gezeigte Beleg vom 31.5.1919 von der Staatsanwaltschaft Aachen ist als Dienstbrief dem Ablöseverfahren unterworfen gewesen (siehe roten R2 "Frei lt. Abl. Nr. 21 Staatsanwaltschaft") und wurde wahrscheinlich zunächst im Hauptpostamt geprüft, worauf der Verschlußstreifen hindeutet, da es ähnliche Stempel von dort gibt. Der L1 "Sans nouvel examen" und der leider nicht ganz lesbare violette K2 sollten dagegen aus der Kaiserallee stammen.

Sicher ist das aber nicht, da der Beleg bisher ein Unikat ist, denn außer dem Tagesstempel ist bisher keiner der Stempel (und auch nicht der Verschlußstreifen) im Aachen-Stempelkatalog von Bruns / Kaußen erfasst.

Beste Grüße,
Christoph


 
Pete Am: 29.03.2008 06:20:12 Gelesen: 412131# 19 @  
@ reichswolf [#18]

>>und der leider nicht ganz lesbare violette K2 sollten dagegen aus der Kaiserallee stammen.<<

Der letzte Teil der Stempelinschrift lautet meinem Eindruck nach: "...[*] controlé de l'administration civile *"

Ich vermute, dass die Stempelinschrift aus 2 Teilen bestand und der untere nur sehr schwach abgeschlagene Teil könnte auf "...[all]iée" enden. Vielleicht "Commission d'alliée"?

Zusammengesetzt würde die Inschrift lauten: "* controlé de l'administration civile * Commission d'alliée"

Gruß
Pete
 
Screensize Am: 29.03.2008 12:39:55 Gelesen: 412119# 20 @  
Da hätte ich noch einen von 1947 hinzuzufügen:
 


Jürgen Witkowski Am: 06.04.2008 20:01:31 Gelesen: 412083# 21 @  
Devisenüberwachung im III. Reich

Der Einschreibebrief aus dem schwedischen Svendala nach Hannover wurde am 18.11.39 aufgegeben.

Am 20.11. wurde der Brief zur Devisenüberwachung zollamtlich geöffnet. Der Beamte war sich anscheinend über das genaue Datum nicht im klaren. Oben links auf dem Brief notierte er 20/12. Den Stempel 30833 - 20.12. korrigierte er jedenfalls auf den richtigen Monat 11. Der Ankunfts-Stempel von Hannover trägt das Datum vom 21.11.39 --6. Daher ist anzunehmen, dass er in der Nachtschicht vorher überprüft wurde. So sei dem Prüfer verziehen.

Zwei handschriftliche Bemerkungen auf der Vorderseite geben mir noch Rätsel auf. Was bedeutet die mit Rotstift geschriebene 12?

Das mit Blaustift geschriebene N15 bedeutet offensichtlich, dass Nachporto zu zahlen war. Es ist nur seltsam, dass sich genau darunter eine Briefmarke befunden haben muss, die, von wem auch immer, entfernt wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
doktorstamp Am: 06.04.2008 21:03:55 Gelesen: 412079# 22 @  
@ Concordia CA [#21]

Hallo Jürgen

Es ist selten das ein Postbeamter sich vertut. Etwas ist gewiss da an der Stelle mal gewesen, aber von der Abstempelung fehlt jeglicher Spur. Hinten geschrieben 'Bitte sauber entwerten'.

Ich meine N15 ist ein Vermerk aus dem ÜAmt. In der Zeit der Devisenüberwachung nach dem WKI, hatten die Ämter zweistellige Nummer, diese sind auf den entsprechenden Belegen in ihrer Form zu erkennen und mit Literatur leicht einzuordnen. Literatur hierzu gibts ganz wenig, und die Briefe sind auch nicht in Hülle und Fülle vorhanden.

Da mit Luftpost befördert ist 12 vielleicht 12g.

Wie gesagt ist obiges Vermutung, also kein Steinigung bitte.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 07.04.2008 02:20:37 Gelesen: 412072# 23 @  
@ Concordia CA [#21]
@ doktorstamp [#22]

Ich glaube nicht daß da eine Briefmarke bei N15 entfernt wurde.

Meine Frage an Nigel:

Solche Belege markiert N15, hatten sie vielleicht noch andere Labels/Stickers drauf ?

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 07.04.2008 14:16:05 Gelesen: 412065# 24 @  
@ AfriKiwi [#23]

Ich habe es einmal vermessen. Die Fläche ist genau so groß, wie die der 10 Öre Marke darüber, es ist auch zweiseitig Zähnung zu sehen. Man kann es auf dem Scan leider nicht sehr gut erkennen.

Aber wie Nigel schon schrieb, der Brief ist sicherlich am Schalter abgegeben worden, weil es sich um ein Einschreiben handelt. Frankaturfehler wären dort bemerkt worden und es wäre nicht zu Nachporto gekommen. Ein Stempelabdruck ist nicht zu erkennen. Es bleibt also rätselhaft.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
AfriKiwi Am: 07.04.2008 20:54:09 Gelesen: 412050# 25 @  
@ Concordia CA [#24]

Na gut, ich habe auch damit rumgebastelt und habe keine Lösung.

Erich
 
Georgius Am: 07.04.2008 21:41:26 Gelesen: 412043# 26 @  
@ Concordia CA [#24]

Hallo Jürgen,

der gezeigte Brief aus Schweden verleitet geradezu zum Spekulieren.

Als Schwedensammler habe ich mich im Katalog kundig gemacht und vermute, daß an der bewußten Stelle eine Marke gleichen Satzes zu 15 Öre geklebt haben könnte, die die von Dir gemessenen Ausmaße, gleich der Berzeliusmarke hatte. Die philatelistische Notiz rückseitig würde den Gedanken stützen.

Leider sind auch mir die Portotarife Schwedens aus jener Zeit nicht geläufig, aber 75 Öre erscheint mir denkbar, wenn ich davon ausgehe: Standardporto nach Deutschland 25 Öre, Luftpostzuschlag 50 Öre.

So könnte der Brief auch am Schalter vorgelegt worden sein, d.h. Porto war möglicherweise i.O.

Was dann bis zur Abstempelung passierte bleibt im Dunkeln. Der/die Abstempler/in hat die Marke nicht mehr gesehen und konnte sie logischerweise nicht abstempeln. ER/Sie könnte das fehlende Porto in der Form N15 vermerkt haben.

Wenn jemand die schwedischen Portotarife von 1939 beisteuern könnte, wäre das ein Indiz mehr.

Aber so - doch nur Spekulation von mir.

Viele Grüße Georgius
 
Jürgen Witkowski Am: 09.04.2008 20:35:43 Gelesen: 412004# 27 @  
Red Cross Civilian Postal Message Scheme

Nach der Kriegserklärung im September 1939 kam das Internationale Kommitee des Roten Kreuzes zu einer Übereinkunft mit den englischen, französischen und deutschen Regierungen, die den Austausch kurzer Nachrichten zwischen Familienmitgliedern ermöglichte, die als nicht internierte Zivilpersonen in unterschiedlichen kriegsführenden Ländern lebten. Solche Mitteilungen konnten nur über das Büro des Internationalen Kommitees des Roten Kreuzes in Genf ausgetauscht werden.

In Großbritannien, dem Land aus der von mir gezeigte Beleg stammt, gab es in den meisten Städten "Red Cross Message Bureaus". Nachrichten mit bis zu 10 Worten kosteten 6 Pence, einschließlich einer Antwortmöglichkeit auf der Rückseite. Später wurde es auf 25 Worte bei einer Gebühr von 1 £ ausgeweitet.

Alle Mitteilungen mussten über diese Büros abgewickelt werden und unterlagen einer strengen Zensur. Nachdem sich zunächst nur Verwandte und Verlobte schreiben durften, wurde es später auch auf Freunde ausgedehnt.

Luftpost-Brief aus Hendon bei London vom 28 Juni 1943.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 11.04.2008 21:29:53 Gelesen: 411936# 28 @  
Von St. Gilgen im österreichischen Salzkammergut ins hessische Babenhausen blieb der Brief vom 27.11.1947 zwar innerhalb der amerikanischen Zonen. Er lief aber doch durch die Zensur, da in Österreich und Deutschland zwei unterschiedliche amerikanische Militärverwaltungen tätig waren.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 14.04.2008 12:03:52 Gelesen: 411898# 29 @  
Auch dieser philatelistische Beleg aus Österreich mit Sonderstempel "750 Jahre Stadt Wiener Neustadt 1196-1946", der am 22.9.46 als Expressbrief von Wien nach Innsbruck gelaufen ist, kam an der Zensur nicht vorbei.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 18.04.2008 15:47:34 Gelesen: 411853# 30 @  
Polnische Zensur aus dem Jahr 1982?

Diesen Brief kann ich mangels Sprachkenntnis der polnischen Sprache nicht einordnen.

Abgeschickt wurde der Brief aus West-Berlin nach Gliwice (Gleiwitz) am 31. März 1982.

Er enthält den violetten Rundstempel "Urzad Cenzury 712" (Amt für Zensur?) und den violetten Rechteck-Rahmenstempel "Ocenzorowano".

Zudem sind fünf Stempelabklatsche zu erkennen. Ich lese dort:
(War?)szawa 30.-4.82--7

Der Brief scheint sich also auch in Warschau befunden zu haben.

Auf der Rückseite sind keine weiteren Stempel oder Vermerke.

Wer hat eine Idee, warum hier was mit dem Brief geschehen ist?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
reichswolf Am: 18.04.2008 17:03:02 Gelesen: 411849# 31 @  
Hallo Jürgen,

Urzad ist auf jeden Fall "Amt, Behörde" o.ä. Zensur im pol. Nominativ lautet cenzura, also dürftest du wohl richtig liegen mit "Amt für Zensur". "Ocenzorowano" macht mir deutlich mehr Probleme. "Ocena" heißt soviel wie "Auswertung, Bewertung, Einschätzung, Note, Schätzung, Gutachten", evtl. ist der fragliche Begriff davon abgeleitet. Das würde meiner Meinung nach auf einen weiteren Zensur- oder Devisenkontrollstempel hindeuten.

Am besten fragen wir aber noch mal jemand, der Polnisch nicht per Online-Wörterbuch dolmetschen muß. ;-)

Beste Grüße,
Christoph
 
reichswolf Am: 18.04.2008 20:41:24 Gelesen: 411835# 32 @  
Weil er heute in der Post war, zeige ich euch einen weiteren Aachener Zensurbeleg aus dem Ersten Weltkrieg. Von dem K1 "Aachen-Stadt * P.K. * zu befördern" gibt es einige Varianten, die durch die Form der Sterne und die Stellung und Größe der Buchstaben unterschieden werden können.

Der Brief lief am 20.11.1915 von Aachen nach München. Von dem zur Entwertung genutzten Maschinenstempel (AACHEN * 1 V) gibt es auch mehrere Varianten, bei denen die Schriftbreite von "AACHEN" zur Unterscheidung dient.

Beste Grüße,
Christoph


 
Pilatus Am: 18.04.2008 23:51:59 Gelesen: 411830# 33 @  
@ Reichswolf [#32]

Komisch nur, dass man damals schon lateinisch geschrieben hat,

grübelt Pilatus
 
AfriKiwi Am: 19.04.2008 05:26:20 Gelesen: 411823# 34 @  
@ Pilatus [#33]

Hallo Pilatus,

wie habe ich das verpasst, wo ist da etwas lateinisch ?

Iacta alea est - wie viele male muß man übern Rubicon ? (nicht direkt übersetzt)

Erich

Unten: Moderne Zensur Belege (1972-75) von Südafrika Militär auf der Grenze von SWA und Angola

"Aktiewe Grensdiens" oben rechts.
Ankunftstempel undeutlich und sollte nicht darauf vorkommen, nur der Kastenstempel von South West African Police Protection Unit.


 
Georgius Am: 20.04.2008 21:34:27 Gelesen: 411803# 35 @  
@ Pilatus [#33]

Hallo Pilatus,

für mich gibt es hierbei (lateinische Schrift) keine Verwunderung, denn schon damals gab es diese Kleinstaaterei des Bildungswesens in Deutschland, von der man sich ja heute noch nicht trennen kann. Gott sei Dank gibt es seit kurzem Lichtblicke in einigen Bundesländern, wo man sich auf einheitliche Abituranforderungen bereits verständigt.

Selbst bin ich mit lateinischer Schrift schulisch unterrichtet worden, seit April 1941. Aber von meinen Vorfahren (Großeltern) weiß ich auch, daß sie um 1900 längst aus der Schule heraus waren und allesamt die lateinische Schrift schrieben. Hier scheint mir "Wikipedia" nicht auf dem laufenden zu sein. Dort wird ja der Eindruck erweckt, als ob es 1915 schon ein einheitliche Festlegungen über Schrift gegeben hätte (Sütterlin). Aber dem war durchaus nicht so.

Es muß also damals unter den Lizeen und auch Volksschulen solche gegeben haben, in denen nicht nur die sog. "Deutsche Kurrentschrift" gelehrt wurde, sondern auch die lateinische Schrift geschrieben wurde. Es wurde auch vielfach gemischt geschrieben. Andererseits haben meine Vorfahren jedenfalls keine umschulenden Abendkurse für Schrift besuchen können, selbst wenn es diese gegeben hätte.

Je mehr ich darüber nachdenke und alte Schriftproben meiner Vorfahren untersuche, merke ich, wie ungeheuer interessant diese Problematik ist. Vielleicht bearbeitet ein Historiker dieses Thema bei Wikipedia einmal erschöpfend. Könnte doch eine Doktorarbeit werden?

Mit schönen Grüßen
Georgius
 
Georgius Am: 20.04.2008 21:54:55 Gelesen: 411800# 36 @  
Hier ein kleines Beispiel auf einer Postkarte von 1899.

Die Buchstaben H e r r sind in sog. "Deutscher Kurrentschrift", alles andere jedoch in "Lateinischer Schrift" geschrieben.


 
Jürgen Witkowski Am: 23.04.2008 20:41:42 Gelesen: 411761# 37 @  
Zensierter Brief?

Dieser Luftpostbrief lief aus Newark, New Jersey nach Dessau in der damaligen SBZ.

Abgeschickt wurde der Brief am 13. April 1948, der rückseitige Ankunftstempel von Dessau trägt das Datum vom 21. April 1948. Die 8 Tage Laufzeit für einen Luftpostbrief waren wahrscheinlich den Nachkriegsverhältnissen geschuldet.

Stutzig macht mich, dass der Brief anscheinend nicht durch die Zensur gelaufen ist, wie ich es von vielen Belegen aus dieser Zeit kenne. Öffnungsspuren oder Verschlussstreifen sind jedenfalls nicht zu erkennen.

Hat es mit dem violetten Stempel oben links mit der Beschriftung A48/P141 vielleicht eine besondere Bewandtnis?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
AfriKiwi Am: 23.04.2008 23:42:32 Gelesen: 411755# 38 @  
@ Concordia CA [#37]

>>Hat es mit dem violetten Stempel oben links mit der Beschriftung A48/P141 vielleicht eine besondere Bewandtnis?<<

Hallo Jürgen,

Ich vermute dass diese Nummer immerhin ein Kontrolle Freimachungsnummer ist. Nur so - 'Wer schickt wem, wann -was'

Sicherlich hat jemand mehr Information ?

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 29.04.2008 23:30:39 Gelesen: 411718# 39 @  
Geschäftsbrief als eingeschriebener Luftpostbrief von Tallin in Estland an die Pelikan-Werke (Pelikan Füller) in Hannover.

Abgeschickt wurde er am 19.10.1942. Er kam am 23.10.1942 beim Empfänger an.

Der Brief hat dem Oberkommando der Wehrmacht zur Zensur vorgelegen (roter Rundstempel), wurde jedoch nicht geöffnet, sondern unzensiert zur Weiterbeförderung freigegeben (violetter Rundstempel Aa).

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 30.04.2008 22:50:04 Gelesen: 411694# 40 @  
Nun habe ich die Lösung für den in [#30] gezeigten polnischen Zensurbeleg gefunden. Als Folge der durch die Gewerkschaft Solidarnosc initiierten Streiks verhängte der damalige Regierungschef General Jaruzelski nach Interventionsandrohung der Sowjetunion, der DDR und noch einigen anderen Ostblockstaaten am 13.12.1981 das Kriegsrecht in Polen.

Im Rahmen des Kriegsrechts kam es auch zur Postzensur. Am 19.12.1982 wurde die Postkontrolle provisorisch ausgesetzt. Zuvor war die Gewerkschaft Solidarnosc verboten worden (bis 1989). Das Kriegsrecht wurde am 22.7.1983 offiziell beendet.

Quelle: http://www.philatelisten-verein.de/pdf/Postzensur_1981_1983.pdf

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Jürgen Witkowski Am: 05.05.2008 13:47:42 Gelesen: 411666# 41 @  
Am 15. Mai 1946 schickte die Commerzbank in Essen einen Geschäftsbrief an die Chemischen Werke in Marl-Hüls. Dieser Brief lief durch die britische Zensur, wurde nach der Prüfung links mit einem Klebestreifen wieder verschlossen und erhielt den Stempel des Prüfers.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Stephan Sanetra Am: 06.05.2008 18:30:28 Gelesen: 411644# 42 @  
Hallo,

ich habe auch noch mal gewühlt und einige Zensurpostbelege gefunden. Einen davon möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Beste Grüße
Roedsand


 
Bodo35 Am: 08.05.2008 19:18:01 Gelesen: 411583# 43 @  
Hallo kann mir jemand die rückseitige französische Zensur erklären ?

Gruß
Bodo35


 
Bodo35 Am: 08.05.2008 19:18:49 Gelesen: 411581# 44 @  
Hier die Vorderseite!

Bodo35


 
AfriKiwi Am: 08.05.2008 21:50:21 Gelesen: 411573# 45 @  
@ Bodo35 [#43]

Hallo 'Bodo35'

Das sieht aus wie ein Stempel vom Absender der Schwester-Firma von Dilling in Frankreich.

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 08.05.2008 22:43:28 Gelesen: 411570# 46 @  
@ Bodo35 [#44]

Ich schließe mich auch der Meinung von Erich an. Bis auf die deutsche Zensur durch das Ober Kommando der Wehrmacht kann ich keine Zensur erkennen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Bodo35 Am: 09.05.2008 04:49:10 Gelesen: 411563# 47 @  
Hallo, besten Dank für Bestimmung.

Gruß

Bodo35
 
Jürgen Witkowski Am: 11.05.2008 01:16:18 Gelesen: 411531# 48 @  
Am 12. November 1939 lief die Postkarte von Chicago, Illinois nach Göttingen. Zu dieser Zeit hatte der 2. Weltkrieg gerade erst begonnen und die Vereinigten Staaten waren noch nicht beteiligt.

Trotzdem lief die Post nach Deutschland bereits durch die amerikanische Zensur.

Interessant ist auch der Red Cross Roll Call Join-Stempel, der jährlich zwischen 1922 bis 1940 ab dem 11. November für kurze Zeit verwendet wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Jürgen Witkowski Am: 18.05.2008 16:54:16 Gelesen: 411462# 49 @  
Ein weiterer Zensurbeleg aus Polen aus den 1980er Jahren, wie er auch in [#30] vorgestellt und in [#40] mit ergänzenden Informationen dazu versehen wurde.

Die Postkarte trägt den Stempel NIE CENZUROWANO - Nicht geprüft/kontrolliert.

Seltsam ist das Datum -8.12.81. Das liegt 5 Tage vor dem Ausrufen des Kriegsrechtes, ab dem die Postzensur offiziell durchgeführt wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Carolina Pegleg Am: 19.05.2008 01:20:53 Gelesen: 411442# 50 @  
@ Concordia CA [#48]

Also die Karte in [#48] erscheint mir wirklich merkwuerdig. Die Zensur ist definitv nicht amerikanisch, sondern britisch (vgl. Krone). Ich habe auch noch Belege mit so aehnlichen britischem Zensurstempeln irgendwo "abgelegt". Fragt sich in welcher Kiste.

Ich kann es mir nur so vorstellen, dass die Karte beim Transit in GB zensiert wurde. Die Karte ist vom 12.11.1939 gestempelt. Kriegseintritt Englands war mit Beginn des 2. WK am 1.9.1939. Kriegseintritt der USA war am 6.12.1941 (Pearl Harbour). Die Zensur der zivilen Post in den USA begann generell ebenfalls erst Dezember 1941. Man konnte schnell reagieren. Plaene hatte man dazu fuer die Schublade schon in Juni 1941 entwickelt. Davor gab es nur eine Form der Devisenkontrolle, die dem 2. Wk voraus ging und auch noch darueber hinaus dauerte.
 
Richard Am: 02.06.2008 18:50:51 Gelesen: 411358# 51 @  
'Fehldruck' hat im BDPh einen Beleg vorgestellt und gefragt, ob es sich um DDR Zensurpost handelt:

Zensur in der DDR

Habe mehrere solcher Briefstücke. Damals mit 14 muß ich wohl noch keine Briefe gesammelt haben. Irgendwann fiel mal eine Marke ab und es kam der Zensurstempel zum Vorschein. Ich habe dann als Jugendlicher alle Marken abgelöst.

Der Zensurstempel ist immer unter der Marke, quasi nicht sichtbar gewesen. Der Tages-Stempel ist immer Suhl 1 aa oder ab und alle Briefstücke sind von 1980.

Nach meiner Erinnerung hat der Absender in Suhl gesessen und dies glaube ich in einem Stasiknast, ich weiß es aber nicht mehr genau.

Ist das eine Gefängniszensur ? Was heißt U/C im Zensurstempel ?

---

Jörg aus Bad Arolsen antwortete:

Was U/C heißen könnte, weiss ich auch nicht - aber einfach mal so vermutet: Wenn der Zensurstempel stets unter der gestempelten Briefmarke sitzt, muss er ja wohl vor der Briefmarke auf den Umschlag gekommen sein. Niemand würde doch eine - womöglich schon gestempelte - Briefmarke vom Umschlag ablösen, um darunter einen Zensurstempel anzubringen und diesen dann anschließend durch Wiederanbringen der Marke zu verstecken. Das wäre komplett überflüssig, weil der Brief nach der Maßnahme genauso aussähe vor ihrer Durchführung.

Die von Dir selbst ins Gespräch gebrachte Gefängnissituation freilich erklärt die Abfolge:

1. Gefangener schreibt den Brief und tut ihn in den Umschlag,
2. Zensurstelle kontrolliert und bringt Zensurstempel an,
3. Poststelle frankiert auf dem Zensurstempel, der damit seinen Zweck erfüllt hat, der Poststelle die Versandfähigkeit des Briefes zu attestieren.

Jetzt müsste nur noch jemand die Abkürzung aufschlüsseln können.

---

Gibt es Meinungen von Sammlern aus der DDR ?
 


Jürgen Witkowski Am: 05.06.2008 12:55:24 Gelesen: 411262# 52 @  
@ Richard [#51]

Die Aufklärung ist durch den Themenstarter erfolgt. Es handelt sich tatsächlich um den Brief eines Gefängnisinsassen an seine Frau.

---

Nichts mit DDR-Gefängnissen hat diese Postkarten-Ganzsache (MiNr. P954 b) zu tun. Es ging darin um eine Buchbestellung.

Die Postkarte vom 17. April 1947 aus Leipzig nach (West-)Berlin trägt ausser dem Maschinenwerbestempel aus Leipzig, der die guten Heilungsaussichten von Lungen-TBC bei Früherkennung herausstellt, einen US-Zensurstempel.

Im amerikanischen Sektor in Berlin wurde sowohl die ausgehende, als auch die eingehende Post überwacht. Der Zensurstempel Typ A-2 nach Riemer, war vom Prüfer Nr. 30281. Die höchste bekannte Prüfernummer ist 30325.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Baber Am: 05.06.2008 14:16:40 Gelesen: 411248# 53 @  
Meine Frage an Jürgen:

Ist der Brief von Wiener Neustadt nach Innsbruck wirklich per Express gelaufen? Hat er hinten einen Ankunftsstempel?

Das Porto stimmt nämlich für Einschreiben aber nicht für Express. Für Express hätte es 12 + 40 Groschen sein müssen.
 
duphil Am: 05.06.2008 20:33:05 Gelesen: 411234# 54 @  
@ Baber [#53]

Hallo Barber,

Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Beitrag und ich freue mich, das es jemanden gibt, der sich mit Portostufen in Österreich auskennt.

Ein kleiner Tipp: Wenn Du auf einen Beitrag antworten möchtest, klicke auf das blaue @ über dem zu beantwortenden Beitrag.

@ alle

Barber bezieht sich auf den Beitrag [#367]

Mit freundlichen Gruß
 
Jürgen Witkowski Am: 05.06.2008 22:07:33 Gelesen: 411229# 55 @  
@ Baber [#53]

Auch von mir ein herzliches Willkommen bei der schreibenden Zunft auf Philaseiten.de.

Ich habe nicht sofort antworten können, da ich den Beleg erst einmal wieder finden musste. Nun habe ich den Brief vor mir liegen und muss sagen, dass Du wohl recht mit Deiner Vermutung hast. Auf der Rückseite sind keine weiteren Stempel. Ich kenne mich mit den österreichischen Postgepflogenheiten und Portostufen überhaupt nicht aus, daher bitte ich um Nachsicht. Mein Interesse galt lediglich dem Zensurstempel.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
wulbri99 Am: 15.06.2008 17:41:41 Gelesen: 411142# 56 @  
Hallo, möchte auch mal meinen Senf dazu geben.

Habe aus meiner Sammlung zwei Belege herausgesucht, die zeitnah hier eingegangen sind; der eine Beleg am 4.9.1945, der andere am 6.9.1945.

Ersterer trägt keinen Zensurstempel, der zweite den wahrscheinlich an diesem oder dem Vortag eingeführten Zensurstempel der örtlichen Kommandantur mit rotem Namenszeichen.

Hans-J. Richter zeigt diesen Stempel in seiner Broschüre "Briefzensur ..." auf Seite 69 und bezeichnet ihn als "S 6"

Mit bestem Gruß
Wolfgang






 
Jürgen Witkowski Am: 15.06.2008 23:19:33 Gelesen: 411125# 57 @  
@ wulbri99 [#56]

Als Ergänzung vielleicht noch die Ausführungen von Karl-Heinz Riemer in seinem Handbuch "Die Postzensur der Alliierten im besetzten Deutschland nach dem II. Weltkrieg". Riemer schreibt:

"... findet man in der Westpregnitz, in Pritzwalk, den Rechteckstempel, Abmessungen 27x21 mm mit dem Hinweis 'Geprüft', in Gebrauch. Die Stempelfarbe ist schwarzgrau, die Abmessungen der Abschläge schwanken je nach Stärke und Alter des Stempels. Der Stempel war von September bis Oktober 1945 in Gebrauch. Damit gestempelte Briefe waren unverschlossen."

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
AfriKiwi Am: 16.06.2008 07:55:00 Gelesen: 411117# 58 @  
Südafrika FDC 1952 echt gelaufen nach Tel Aviv, Israel.

Gezeigt ist die Rückseite Zensur Streifen und Stempel von Israel. Leider sind da Stockflecken auf verschieden Stellen.

Warum da noch Zensur war im neuen Staat ist mir auch unbekannt. Ich vermute dass Luftpost via Ägypten ging.

Erich


 
Richard Am: 17.06.2008 23:20:50 Gelesen: 411086# 59 @  
@ wulbri99 [#56]

Hallo Wolfgang,

willkommen auf den Philaseiten und Danke für Deinen ersten Beitrag im Forum !

Schöne Grüsse, Richard
 
wulbri99 Am: 21.06.2008 16:03:33 Gelesen: 411034# 60 @  
Hallo Zusammen,

habe da noch einen Beleg gefunden. Amerikanische Zensur vom 25.11.1946! Aufgegeben in Karstädt (Westprignitz) nach Pritzwalk (Ostprignitz).

Zu der Zeit kann Karstädt gar nicht mehr im amerikanischen Machtbereich gewesen sein. Weiß jemand etwas dazu?

Beste Grüße
Wolfgang


 
Jürgen Witkowski Am: 22.06.2008 00:39:21 Gelesen: 411006# 61 @  
@ wulbri99 [#60]

Das ist wirklich seltsam. Die Prüfernummer im Zensurstempel gehörte zur Zensurstelle in Offenbach (Main). Laut Riemers Buch "Die Postzensur der Alliierten im besetzten Deutschland nach dem II. Weltkrieg", wurde dieser Stempeltyp auch häufiger bei Doppelzensuren eingesetzt.

Offenbach übernahm zwar auch die Überwachung von und nach Baden-Württemberg, aber von der sowjetischen Besatzungszone ist nichts bekannt.

Ist auf der Rückseite noch ein weitere Zensurvermerk, der uns auf die richtige Spur bringen könnte? Geht aus dem Inhalt etwas hervor, dass uns weiterhelfen könnte? Handelt es sich bei diesem Beleg vielleicht um eine Mehrfachverwendung, die in diesen schwierigen Zeiten immer wieder vorkam?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Carolina Pegleg Am: 22.06.2008 14:55:09 Gelesen: 410986# 62 @  
@ wulbri99 [#60]

In der Tat merkwürdig. Bist Du Dir sicher der Stempel ist Karstädt in Brandenburg? Ergibt sich das eventuell auch aus dem Briefinhalt? Vielleicht gibt es auch einen anderen Karsta* Ort in Hessen, wo der Brief herstammen könnte. Das wäre eine einfache Erklärung?
 
wulbri99 Am: 22.06.2008 16:01:43 Gelesen: 410981# 63 @  
Hallo Zusammen,

es handelt sich um die Bitte eines Großhändlers aus Karstädt (Westprignitz) an die Hefefabrik in Pritzwalk (Ostprignitz) um Lieferung von Hefe.

Ankunftstempel in der Firma: 16. Dez. 1946

Luftlinie der beiden Ort ca. 30 Km

Rätsel, Rätsel!

beste Grüße
Wolfgang


 
Carolina Pegleg Am: 22.06.2008 16:17:15 Gelesen: 410978# 64 @  
@ wulbri99 [#63]

Es gibt einen Eingangsstempel der Firma vom 16.12.1946. Gestempelt ist der Brief vom 25.11.1946. Die sehr lange Beförderungszeit unter Nachbarorten deutet vielleicht auf einen Irrläufer hin. Der Brief ist möglicherweise im falschen Postsack gelandet und hat somit einen Umweg über die US Zensur in Offenbach gemacht.

Natürlich fehlt es leider an allen klar stellenden postalischen Behandlungshinweisen. Bei einem Posteingang am 16.12. ist es jedenfalls mit der Weihnachtshefe vermutlich nichts mehr geworden.
 
Stempelwolf Am: 03.07.2008 22:23:46 Gelesen: 410883# 65 @  
Es wurden nicht nur Briefe zensiert - Ansichts- bzw. Feldpostkarten waren ebenso betroffen (von links oben nach rechts unten):

1. Zensurstempel (P.K. + 230) von Straßburg/Elsaß auf Feldpostkarte 6.9.1916 von Straßburg nach Nürnberg

2. Ort nicht lesbar P.K.-Stempel auf Sammlerkarte 1.8.1916 von Gebweiler nach Jena

3. Zensurstempel aus Pilsen 19.11.1916 von Pilsen nach Radnice


 
Jürgen Witkowski Am: 12.07.2008 18:01:55 Gelesen: 410805# 66 @  
Am Abend des 28. Juli 1914 ging dieser Brief als Drucksache bis 50 g mit 3 Pf. frankiert (MiNr. 84 I) auf die Reise von Bremen aus zum Herren Oberzollkontrolleur R. Jahn in die elsässische Stadt Metz.

Die Abstempelung erfolgte mit einer Bandstempelmaschine mit 2 Stempelköpfen vom Typ Krag. Stempel Bremen * 1 *, Nr. 3.1, Stempelkopf 22, Stempelband 67.1, verwendet vom 04.05.1914 - 14.01.1921.

Nun war der 28. Juli 1914 ein besonderes Datum: Der 1. Weltkrieg begann mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Russland befahl daraufhin die Generalmobilmachung zur Unterstützung Serbiens. Das Deutsche Reich als Bündnispartner Österreich-Ungarns erklärte seinerseits Russland am 1. August 1914 den Krieg.

Es ist zu vermuten, dass die Post in der Aufregung dieser Tage nur verzögert transportiert wurde, da fast alle Transportkapazitäten den militärischen Bedürfnissen wie Truppentransporten und dergleichen zur Verfügung gestellt wurden.

Dass unsere Drucksache etwas verzögert am Zielort eingetroffen sein muss, zeigt der Prüfstempel von Metz, Riemer Nr. 1, Abb. 478. Dieser Stempel wurde erstmalig am 1. August 1914 verwendet und blieb bis zum November 1918 in Gebrauch. Es wird einer der ersten Stempelabschläge sein, der mit diesem Stempel durchgeführt wurden. Leider gibt es auf dem Beleg keine Hinweise auf das genaue Eingangsdatum in Metz.

Die Überwachungstelle in Metz und vielen anderen Orten wurde aus Tarnungsgründen Post-Kommission genannt. Das P.K. im Stempel steht als Abkürzung für diese Bezeichnung. Im Norden findet man die Abkürzung P.Ü. für die Bezeichnung Post-Überwachungskommission auf den Prüfstempeln.

Miit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Pilatus Am: 12.07.2008 18:28:21 Gelesen: 410797# 67 @  
@ Concordia CA [#66]

Hallo Jürgen, und hier wurde diese Stempelmaschine wohl getestet.

Gruß Pilatus


 
AfriKiwi Am: 12.07.2008 23:54:11 Gelesen: 410778# 68 @  
@ Pilatus [#67]

Hallo Pilatus,

ist doch klar daß wir alle etwas 'auf der Nuß haben' aber vielleicht steht Dein Beitrag gerade wie dieser 'gestempelter' Mann auf dem verkehrtem Platz ?

Erich
 
Pilatus Am: 13.07.2008 00:42:51 Gelesen: 410773# 69 @  
@ AfriKiwi [#68]

Hallo Erich, warum an der falschen Stelle? Wenn Du den Beitrag [#66] durchliest, wirst Du darauf kommen, daß er schon richtig hier ist. Oder sollte ich mich wirklich so irren ?

Beste Grüße Pilatus
 
AfriKiwi Am: 13.07.2008 01:06:34 Gelesen: 410772# 70 @  
@ Pilatus [#69]

Hallo Pilatus,

Wenn ich mich nicht irre ist der zweite Mann nicht der, der (>>Es wird einer der ersten Stempelabschläge sein<<) des mangels der Überwachungstelle getroffen wird !
Oder ist das alles ein Sturm auf der Glatze ?

Erich
 
Pilatus Am: 13.07.2008 01:20:59 Gelesen: 410770# 71 @  
@ AfriKiwi [#70]

Erich, Du hast es erraten. Darauf wäre ich nicht mal gekommen. Aber ich denke "Spaß muß sein".

Beste Grüße Pilatus
 
duphil Am: 13.07.2008 19:39:57 Gelesen: 410741# 72 @  
Hallo zusammen!

Jetzt habe ich mir seit geraumer Zeit die ganzen Zensurpost-Belege aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hier angesehen und auch die Anmerkungen gelesen. Aber begriffen habe ich eigentlich nur wenig bis nix, weil mir wohl das Grundwissen fehlt.

Mir stellen sich da (für den Anfang) folgende Fragen:

1. Warum und was wurde zensiert?

2. Warum wurde einmal am Absendeort und beim anderen mal beim Empfangsort zensiert? Oder auch bei beiden!

3. Warum wurde sowohl zwischen den Westlichen Besatzungszonen und auch im Verkehr mit der Ostzone zensiert?

4. Warum wurde Post innerhalb einer Zone zensiert? Das gilt sowohl innerhalb der Westzonen als auch innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone!

5. Nach welchen Kriterien wurde Post ins Ausland zensiert?

6. Wie und warum wurde Post aus dem Ausland zensiert?

Da gibt es sicher noch das ein oder andere, das ich wissen muss (möchte), aber vielleicht gibt es ja einen (einige) gute(n) Literaturtipp(s) oder informative Internetseiten!

Mich interessieren besonders die Anweisungen der Militärbehörden sowie eine Auflistung der verschiedenen Formen und Arten der Zensurstempel und auch die unterschiedlichen Arten der Siegelpapiere, mit denen die zensierte Post wieder verschlossen wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt reicht mir allerdings erst einmal Grundlagenwissen.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 13.07.2008 20:08:29 Gelesen: 410739# 73 @  
@ duphil [#72]

Das sind ja eine Menge Fragen auf einmal. Da ich dabei bin mich ein wenig in die Materie einzuarbeiten, kann ich dir folgendes Buch empfehlen, das von der Poststempelgilde herausgegeben wird:

Nr.73 - Karl Heinz Riemer
Die Postzensur der Alliierten im besetzten Deutschland nach dem II. Weltkrieg
Handbuch und Katalog, 165 Seiten, 250 Abbildungen (1977) 15,00 EUR

Zu beziehen:

http://www.poststempelgilde.de/shop.html

Dort werden deine Fragestellungen umfassend abgehandelt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Stempelwolf Am: 20.07.2008 00:33:13 Gelesen: 410663# 74 @  
Dieser Beleg wurde nicht zensiert im Sinne von Zensur dennoch wurde er auch geprüft. Allerdings nicht der Wortsinn sondern die Anzahl der Worte. Die Drucksache durfte mit dem Stempel "Gebühr geprüft" weiterreisen.


 
AfriKiwi Am: 20.07.2008 03:17:08 Gelesen: 410658# 75 @  
@ Stempelwolf [#74]

Hallo 'Stempelwolf',

>>die Anzahl der Worte<<

Ich nehme an das notwendigste muß in der Adresse zu sehen sein ? Unter welche Umständen ist es nicht so ?

War es vielleicht ungewöhnlich eine Briefmarke mit Drucksache zu gebrauchen statt ein Firmen-Frankierwerbestempel ?

Erich
 
Stempelwolf Am: 20.07.2008 20:34:19 Gelesen: 410642# 76 @  
@ AfriKiwi [#75]

Hallo Erich,

die Drucksachen-Gebühr betrug 1983 nur 0,50 DM wohingegen der Brief 0,80 DM gekostet hätte. Der Postbeamte hat reingeschaut um zu prüfen ob der Inhalt dem einer Drucksache entsprach. Es durften nur 5 Worte mit Hand oder der Maschine geschrieben werden, der Rest mußte gedruckt, hektografiert oder kopiert sein. Nach erfolgter Prüfung auf Richtigkeit der Frankatur/Inhalt bekam der Beleg den Stempel "Gebühr geprüft" aufgedrückt und durfte weiter befördert werden.

Findige und sparsame Leute sparten sich manchmal das Postkartenporto (0,10 DM) und sendeten stattdessen eine "Drucksache" (0,04 DM):




Da meine Großmutter unter der gleichen Adresse wohnte, bekam sie so die Nachricht, daß mein Vater nach einer frohen Fahrt um 15 Uhr am 31.7.1950 in Bonn angekommen ist.

Grüße, Wolfgang
 
AfriKiwi Am: 20.07.2008 22:32:38 Gelesen: 410628# 77 @  
@ Stempelwolf [#76]

Hallo Wolfgang,

Danke für die Erklärung. Daß ein Stempel nach so einer Prüfung drauf kam war mir noch unbekannt. Meine irren Fragen zur Adresse hatte ja hiermit nichts zu tun.

Erich
 
Jürgen Witkowski Am: 21.07.2008 17:57:00 Gelesen: 410598# 78 @  
Postzensur in der DDR

Dass zu DDR-Zeiten eine umfangreiche Postzensur stattgefunden hat, ist durch eine Reihe von Veröffentlichungen erwiesen. Im Allgemeinen haben diese Postkontrollen stattgefunden, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Ich habe zwei Großbriefe, die anscheinend von den DDR-Behörden kontrolliert wurden:

Einschreibbrief Halle 1985 mit Zensurstempeln, Block MiNr. 77 und Dreierstreifen MiNr. 2878/9. Es handelt sich dabei um eine philatelistische Tauschsendung, die offen bei den Tauschkontrollstellen abgegeben werden musste und dort erst mit einem Aufkleber und dazugehörigen Stempeln versehen und verschlossen wurde.



Diese Sendung ist danach trotzdem nochmals geöffnet worden. Der Dreieckstempel der Zollverwaltung der DDR Postkontrollstelle 51, sowie ein Rundstempel mit der Zahl 503, bei dem es sich eventuell um die Prüferkennzahl handelt sind auf der Vorderseite zu sehen. Die Rückseite wurde wieder mit einem Tesa-Streifen verschlossen und erhielt zusätzlich noch einen Verschlußaufkleber.



Drucksache aus Potsdam 1988, frankiert mit Freimarken MiNr. 2483 und 2484, Zensurbalken links neben der Ortsangabe.

Dieser Beleg ist nicht so augenscheinlich als Zensurpost zu erkennen. Bei dem aufgestempelten Balken soll es sich jedoch um eine Kennzeichnung bereits kontrollierter Post handeln.



In der Literatur bin ich zu diesem Thema nicht so recht fündig geworden. Wer kann mit Informationen Licht in die Sache bringen?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Pete Am: 21.07.2008 18:49:10 Gelesen: 410592# 79 @  
@ Concordia CA [#78]

>>Bei dem aufgestempelten Balken soll es sich jedoch um eine Kennzeichnung bereits kontrollierter Post handeln.<<

Wenn ich mich recht entsinne, handelt es bei dem Balken sich um einen Sichtvermerk des Zolls der DDR, ohne dass diese Sendung geöffnet wurde. Genaueres steht in einem mehrseitigen Artikel der Zeitschrift Philatelie, ich meine aus dem Jahr 2006.

Gruß
Pete
 
reichswolf Am: 08.08.2008 15:50:17 Gelesen: 410390# 80 @  
Heute habe ich mal wieder einen schönen Beleg bekommen, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Es handelt sich um einen Standardbrief vom 04.02.1946, gelaufen von Aachen nach Linnich.

Frankiert wurde er mit einem waagerechten Paar der 6 Pfennig-Marke der deutschen Ausgabe der AM-Post-Marken (MiNr. 20). Diese sind mit einem wiederverwendeten Vorkriegsstempel entwertet, AACHEN 7 d. Dieser Stempel stammt ursprünglich aus Aachen-Burtscheid, wo sich das PA 7 befand. Nach dem Krieg wurde er jedoch im PA 1 geführt, als sogenannter Leihstempel.

Der Brief lief dann durch die britische Zensur, wurde dort geöffnet, mittels Verschlußstreifen wieder geschlossen und dann mit dem Zensurstempel versehen. Die Kombination dieses Stempels mit dem Verschlußstreifen diesen Musters kommt in Aachen von Juli 1945 bis Ende 1946 vor.



Da die Rückseite außer dem Verschlußstreifen nicht hergibt, zeige ich sie nicht komplett.



Beste Grüße,
Christoph
 
AfriKiwi Am: 09.09.2008 07:50:23 Gelesen: 410152# 81 @  
Der Absender wollte einige Marken schicken von den Marken zur Kriegszeit. Der Brief dauerte so 3 Wochen - Ankunftsstempel hinten 10 JA 42.

Erich


 
Jürgen Witkowski Am: 09.09.2008 22:22:17 Gelesen: 410131# 82 @  
Diesen Zensurbeleg habe ich heute bekommen und er gibt mir Rätsel auf, die ich mit eurer Hilfe vielleicht lösen kann.

Zunächst einmal die eindeutig zu erkennenden Fakten:

- Der Empfänger wohnt in Brisbane im australischen Bundesstaat Queensland.

- Frankatur Australien MiNr. 144C zu 4 D.

- Abgestempelt mit einem runden Tarnstempel ohne jegliche Orts- und Datumsangabe.

- Versendet per Luftpost. Stimmt hier das Porto?

- Zensurstempel "From H.M. Ship Passed Censor", die Schrift im inneren Oval kann ich nicht entziffern. Unterschift des Zensors und das Datum 13/9/43.

- Der Brief trägt keinen Absender.

Ich tippe mal, dass der Brief von einem Kriegsschiff aus verschickt wurde. Wie und von wo aus hat der Luftposttransport stattgefunden?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
asmodeus Am: 10.09.2008 07:36:15 Gelesen: 410122# 83 @  
Ja, das ist ein Brief mit Zensur der Marine. Der Tarnstempel ist wohl auch wie bei Großbritannien ein Tarn- Gitterstempel der Marine. Der Brief ist vermutlich vom Schiff auf das Festland transportiert worden und dann der LUPO übergeben. Anbei Scans britischer Gittertarnstempel.




 
asmodeus Am: 10.09.2008 07:39:14 Gelesen: 410119# 84 @  
Hier noch ein Brief aus Österreich nach Basel/Schweiz.


 
TomWolf_de Am: 10.09.2008 10:11:25 Gelesen: 410109# 85 @  
Tolle Belege, die Ihr da habt!

In meiner Heimatsammlung habe ich einen Zensur-Beleg gefunden, den ich Euch gerne zeigen möchte. Der Absender "Ivan Erdos" war in der amerikanischen Zensurstelle in Offenbach angestellt. Ein Hinweis darauf liefert die Angabe "Group B CCD" im Absenderstempel. CCD steht für "Civil Censorship Division", die Gruppe "B" war in Offenbach (Gruppe "A" war München, "C" war Berlin, "D" war Kulmbach und "E" war Esslingen. Zusätzlich gabs noch die amerikanischen Zensurstellen in Bremen und Nürnberg, denen aber keine Buchstabe zugeordnet war). Das APO 757 der amerikanischen Armee befand sich in Frankfurt am Main.

Ivan Erdos wurde von Offenbach aus zur Zensurstelle Esslingen versetzt, er könnte also zu der von Riemer erwähnten "Travel Censorship" gehört haben (das ist aber nur eine Vermutung). Interessant ist der Absender, denn in den Räumen der Index-Werke in der Plochingerstraße war die Zensurstelle Esslingen untergebracht! Der Brief wurde bei der Esslinger Post aufgegeben, und und in der Zensurstelle Esslingen zensiert. Ob Ivan Erdos die Zensur seines Briefes selbst vorgenommen hat ist allerdings nicht bekannt *g*.

Am 3.11.45 in Esslingen aufgegeben, hat der Brief bereits am 7.11.45 den Empfänger in Göppingen erreicht.

Gruß
Thomas


 
asmodeus Am: 10.09.2008 18:01:28 Gelesen: 410094# 86 @  
Hier ein zensierter Brief von der Marine.


 
asmodeus Am: 10.09.2008 18:04:00 Gelesen: 410093# 87 @  
Hier ein schöner OAT Beleg mit Zensur.


 
asmodeus Am: 10.09.2008 18:05:15 Gelesen: 410092# 88 @  
Hier ein zensierte Postkarte eines amerikanischen Soldaten vom I WK.


 
duphil Am: 10.09.2008 18:41:31 Gelesen: 410090# 89 @  
@ asmodeus [#86]

Hallo asmodeus!

Was, bitteschön, ist ein O.A.T.-Beleg ?

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
AfriKiwi Am: 11.09.2008 00:52:48 Gelesen: 410074# 90 @  
@ Concordia CA [#82]

Die innere Schrift im Oval - SIGIL:OFFI:MAG:ADMIR:MAG:BR:Ss kann ich nur als Sigillum (lateinisch) also ein Siegel amtlich vom Militär, Admiral der Britischen Schiffen - so in der Linie.

@ duphil [#89]

Hallo Peter,

O.A.T: Onward Air Transport, continuance of conveyance by air.

Weiter befördert per Luftpost. Vielleicht war das Beförderungssystem unterbrochen oder wegen Zensur in diesem Fall mit Luftpost weiter befördert.

Erich
 
duphil Am: 11.09.2008 11:13:29 Gelesen: 410057# 91 @  
@ AfriKiwi [#90]

Hallo Erich!

Danke für die prompte Beantwortung meiner Frage. Ich weiß nicht, was ich hier ohne englischsprachige Mitglieder, die die deutsche Sprache ebenfalls sehr gut beherrschen, machen würde.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
asmodeus Am: 14.09.2008 09:33:43 Gelesen: 409988# 92 @  
@ AfriKiwi [#90]

Danke für die Beantwortung.
 
AfriKiwi Am: 14.09.2008 10:12:40 Gelesen: 409986# 93 @  
@ asmodeus

Hallo 'asmodeus'

Die tiefere Antworten überlasse ich Dir da es Dein Sammelgebiet ist. Es war schon eine kurze Antwort und manchmal hilft es weiter in kurzer Zeit.

Erich
 
Carolina Pegleg Am: 06.10.2008 00:23:28 Gelesen: 409822# 94 @  
Hier ein Beispiel für die italienische Zensur während des Ersten Weltkrieges, kenntlich am Balkenstempel "Genova Posta Estera / Censura." Dies ist nun ein Gebiet mit dem ich mich überhaupt nicht auskenne.



Oberhalb des Kastenstempels, den ich hier noch einmal im Detail zeige, gibt es einen weiteren unleserlichen zweizeiligen Stempel.



Wenn jemand Vergleichsmaterial hat, würde ich mich freuen, wenn man diesen Stempel entschlüsseln könnte.
 
HEFO58 Am: 06.10.2008 01:03:10 Gelesen: 409818# 95 @  
@ Carolina Pegleg [#94]

Hallo Carolina Pegleg

Ich habe auf einer Ansichtskarte einen deutlich lesbaren Zensurstempel, allerdings dreizeilig. Vielleicht hilft Dir das weiter.

Gruß
Helmut


 
Carolina Pegleg Am: 06.10.2008 12:40:04 Gelesen: 409802# 96 @  
@ HEFO58 [#95]

Vielen Dank. Auf meiner Karte ist über die zweite Zeile hinaus nichts zu erahnen. Es sieht aber tatsächlich wie derselbe Zeilen-Stempel aus.

Rätsel gelöst.
 
Baldersbrynd Am: 11.10.2008 16:00:35 Gelesen: 409728# 97 @  
@ Concordia CA [#21]

Dein Brief aus Schweden ist zensiert von der ehemaligen Wehrmacht. Sie gebrauchte diesen Verschlussstreifen bis Ende 1939. Bis 20.10.1939 wurde alle Briefe mit dieser Streifen abgestempelt in Berlin Charlottenburg 2, nach 20.10.1939 keine Abstempelung. Wenn es ein andere Abstempelung, nach 1.9.1939 ist, dann ist es Devisenüberwachung.

Alle früheren als 1.9.1939 sind Devisenkontrolle. Gibt auch zusammen mit gewöhnlichen Zensurvermerken. Man findet auch diese Verschlussstreifen nach dem Krieg, mein spätester ist von 1954.

Viel Grüße
Baldersbrynd




 
Stempelwolf Am: 11.10.2008 18:27:47 Gelesen: 409715# 98 @  
Auf dieser Feldpostkarte ist mittig ein Zweizeiler abgestempelt. Er lautet: Aus militärischen Gründen verzögert.

Wurde damit zensiert? Die Karte lief vom Elsass nach ? bei Lindau/Bodensee.


 
Jürgen Witkowski Am: 12.10.2008 11:49:13 Gelesen: 409679# 99 @  
@ Baldersbrynd [#97]

Herzlich willkommen auf Philaseiten.de. Vielen Dank für die ergänzenden Hinweise zu meinem Devisenzensur-Beleg.

Interessant an Deinem Beispiel ist die unveränderte Verschlußbanderole 9 Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges. Ob man da noch alte Bestände aus dem III. Reich aufgebraucht hat?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Richard Am: 12.10.2008 15:06:06 Gelesen: 409667# 100 @  
@ Stempelwolf [#98]

Der gesuchte Ort heisst Eschach, aber eher in der Nähe von Ravensburg als in der Nähe von Lindau am Bodensee.

Schöne Grüße, Richard
 
Jürgen Witkowski Am: 19.10.2008 23:46:05 Gelesen: 409582# 101 @  
Sammler, die Markenausgaben der I. Kontrollratserie der Alliierten Besetzung in die Pinzette bekommen, wundern sich manchmal über rote Striche und Sternchen auf den Marken. Hier die Auflösung:



Es handelt sich um amerikanische Zensurstempel.

Der Brief vom 25.09.1947 von Feldafing nach Irvington, New Jersey, als portogerechter Auslandsbrief bis 20 Gramm, ist frankiert mit der MiNr. 932 zu 50 Pf.

Der Zensurstempel der stammt aus der Zensurstelle der amerikanischen Militärregierung, die sich in München, Lindwurmstraße 76 befand und wurde am 26.09.1947 aufgebracht. Bei dem Stempel handelt es sich um einen Maschinenstempel. Er hat im Riemer die Nr. A-28 und wurde im Sommer 1947 verwendet.

Zum Stempel schreibt Riemer: "Nach Ansicht von Fachleuten handelt es sich zum Teil bei den verwendeten Maschinen um solche, mit denen Halb- und Ganzstempelabdrucke angefertigt werden konnten."

Das kann nach meiner Meinung nur bedeuten, dass für diesen Zweck eine oder mehrere der in Bayern von der Reichspost verwendeten Sylbe-Bandstempelmaschinen für diese Zwecke umgebaut worden sind, da nur diese, im Gegensatz zu den Krag-Bandstempelmaschinen, sowohl im Halb- als auch im Ganzstempelmodus betrieben werden konnten.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Richard Am: 29.10.2008 11:52:37 Gelesen: 409488# 102 @  
Im Briefmarken-Cafe hat 'meisterstücke' einen Zensurpost Beleg vorgestellt und schreibt dazu:

'Vielleicht weiß jemand was dazu. Im Riemer hab ich ihn jedenfalls in dieser Form nicht gefunden. Eigentlich glaubte ich immer, dass die Zensoren fleißige Leser waren. Wenn sie aber keine Lust hatten und der Brief zu lang war hatten sie offenbar auch einen passenden Stempel parat: "Auf Befehl der Militärbehörde zurück, weil zu lang" ;-)'


 
Baldersbrynd Am: 29.10.2008 14:06:26 Gelesen: 409465# 103 @  
Langsame Express Karte

Dieser Karte wurde abgesandt von Schweden am 19.2.1944 nach Kopenhagen. Die Karte wurde zurückgehalten in Schweden wegen Gefahr für dem Empfänger. Der Karte wurde nach dem Krieg geliefert am 3.6.1945.

Der Karte war dann 469 Tage unterwegs, das ist ein langsame Lieferung für ein Luftpost Express Karte. Dieser Stempel in schwedischer Sprache gibt es auch mit roter Farbe.

Viele Grüße
Jørgen


 
Jürgen Witkowski Am: 29.10.2008 19:39:12 Gelesen: 409447# 104 @  
@ Richard [#102]

Im Riemer heisst es auf Seite 9, Abschitt 5:

"Unleserliche oder schwer lesbare Schriften sollten nicht geprüft und befördert werden, das gleiche galt von zu langen Briefen und Jammerbriefen."

Die Rücksendung hat also mit Arbeitsunlust der mit der Zensur befassten Männer und Frauen wenig zu tun, sondern zeugt im Gegenteil von einer besonderen Dienstbeflissenheit.

Anhand des Poststempels kann ich leider nicht entziffern, um welchen der zahlreichen bayrischen Orte mit dem Namen Mühlhausen es sich handelt. Der Brief sollte im Regelfall über München gelaufen sein, da hier eine Überwachungsstelle für den Auslandsbriefverkehr für die Post von und nach der Schweiz und von und nach Österreich-Ungarn arbeitete.

Tatsächlich ist für München ein ähnlicher Stempel aufgeführt (Riemer Nr. 11, Abb. 551), dem allerdings die letzte Zeile fehlt. Er weist dort nur freien Raum auf, um handschriftliche Ergänzungen einfügen zu können.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Stempelwolf Am: 29.10.2008 20:45:03 Gelesen: 409441# 105 @  
@ Concordia CA [#104]

Der Stempel wurde abgeschlagen in Mühlhausen, Kr Kelheim, Niederbay. Ab 1962 dann PLZ 8425 Neustadt und heute PLZ 93333.

Beste Grüße
Wolfgang
 
Jürgen Witkowski Am: 29.10.2008 22:39:04 Gelesen: 409434# 106 @  
@ Stempelwolf [#105]

Danke für die Lesehilfe. Das spricht dafür, dass der Beleg über die Überwachungsstelle in München gelaufen ist.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 16.11.2008 03:45:38 Gelesen: 409302# 107 @  
Mal wieder was neues aus meiner Heimatsammlung: Ein Brief nach Paris mit dem wiederverwendeten Vorkriegsstempel AACHEN 1 b vom 23.09.1947 und mit Zensurstempel BRITISH CENSORSHIP * GERMANY * 2423 und Verschlußstreifen. Die Frankatur besteht aus den MiNr. 927 und 932. Damit ist der Brief um 25 Pfennig überfrankiert, die verklebten 75 Pfennig waren bis zum 14.09.1947 das Porto für einen Auslandsbrief. Scheinbar hatte sich die Portoverringerung innerhalb der acht Tage bis zum Versand der Briefes noch nicht herumgesprochen. :-)

Beste Grüße,
Christoph


 
HEFO58 Am: 29.12.2008 18:50:29 Gelesen: 408477# 108 @  
Hallo

Diese beiden Zensur-Belege sind mir heute in die Finger gefallen.

1. Gelaufen 1940 von Argentinien nach Deutschland mit Stempel der Wehrmacht und zusätzlichem Bandstempel

2. Einschreiben gelaufen 1943 von Kopenhagen nach Berlin mit einer anderen Stempelform


Gruß
Helmut






 
Jürgen Witkowski Am: 30.12.2008 22:11:24 Gelesen: 408921# 109 @  
Aus dem italienischen Brescia in die Ruhrgebietsstadt Essen lief dieser Einschreibebrief. Der Aufgabestempel aus Brescia ist vom 9.9.42, der Ankunftstempel von Essen-Bergeborbeck vom 15.9.42.

Der Brief wurde sowohl von der italienischen Zensur als auch von der deutschen Zensur abgefertigt.

Auf der Rückseite befindet sich der italienische Aufkleber "VERIFICATO PER CENSURA" und der dazu gehörige Stempel, bei dem ich "OFFICIO CENSURA POSTA ESTLR" lese.

Die übrigen Merkmale, die ich der Zensurbearbeitung zurechne, habe ich mit Kennbuchstaben von A - I versehen, damit man den Durchblick behält. Als Literatur zur Deutung des Beleges habe ich auf das Buch von Karl-Heinz Riemer "Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkrieges durch deutsche Überwachungsstellen" zurück gegriffen.


Vorderseite

A: Verschlußvorrichtung kombiniert mit Normstempel in blauer Farbe "OKW GEÖFFNET" und Kennbuchstabe "d" (Riemer D-21a) von der Auslandsbriefprüfstelle München. München war für die Länder Italien, Spanien, Portugal und Schweiz zuständig. Auch Transitpost aus anderen Ländern, die über eines dieser 4 Länder einging, wurde dort geprüft.

B und C: Prüferstempel in roter Farbe

D: Dieser Stempel gibt auch Riemer Rätsel auf. Er erwähnt ihn im Zusammenhang mit Transitpost aus der Schweiz im April/Mai 1942, allerdings in Verbindung mit einem anderen Stempel und nicht in schwarzer Farbe. Vielleicht ist er auch der italienischen Zensur zuzuordnen, da zumindest die Stempelfarbe übereinstimmt.

E: Die Versalie (Großbuchstabe) Q in roter Farbe wurde von Arbeitsgruppen wie Postvorsortierung, Brieföffnungs- oder Briefschließungsgruppen benutzt, die von Postbeamten und nicht von Prüfern besetzt waren.

F: Ziffer in blauer Farbe - siehe unter E.


Rückseite

G: 6-stelliger Nummeratorabschlag in schwarzer Farbe. Hier gibt es eine Deutung, dass es ein Zeichen für eine spezielle Prüfung sein könnte. Riemer erwähnt diesen Stempel im Zusammenhang mit Prüferstempeln im Zahlengebiet über 5000, wie wir ihn bei C sehen. Allerdings stimmen die verwendeten Farben und die Position nicht mit Riemers Deutungsversuch überein. Auch dieser Stempel könnte der italienischen Zensur zuzuschreiben sein.

H: Der Einkreisstempel mit zweizeiligem Inhalt 125 - II in violetter Farbe ist bei den deutschen Zensurstempeln nicht aufgeführt und daher vielleicht der postalischen Bearbeitung des Einschreibens zuzurechnen.

I: Handschriftlicher Vermerk 1 37 mit Rotstift - keine Idee!

Für Hilfe bei den unklaren Stellen und Korrekturen meines Deutungsversuches bedanke ich mich schon einmal im Voraus!

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
HEFO58 Am: 31.12.2008 15:34:31 Gelesen: 408900# 110 @  
@ Concordia CA [#109]

Hallo
Jürgen

Ich habe unter meinen Belegen diesen italienischen Zensurbeleg gefunden, der Dir bei der Deutung der Vermerke vielleicht behilflich sein kann.

Da es sich um einen Fensterumschlag handelt, ist es natürlich unklar wohin der Brief ging, ich vermute aber, dass der Brief innerhalb Italiens lief.

Gruß
Helmut



 
Jürgen Witkowski Am: 31.12.2008 16:26:52 Gelesen: 408889# 111 @  
@ HEFO58 [#110]

Auch dieser Beleg ist über die Auslandsbriefprüfstelle München gelaufen, wie man an dem Einkreisstempel A d auf dem Sichtfenster erkennen kann. Es handelt sich dabei um einen Handdurchlaufstempel. Dieser Brief ist von der deutschen Zensur nicht geöffnet worden. Die beiden Stempel der deutschen Bearbeitungsgruppen finden sich, wie bei meinem Beleg auch, rechts unten auf dem Brief. Die Prüferstempel fehlen naturgemäß. Die anderen Stempel scheinen dann wohl auf die italienische Zensurbearbeitung zurückzuführen zu sein. Es wäre interessant, zum Vergleich einmal einen Beleg aus Spanien, Portugal oder der Schweiz zu sehen. Dann kann man den Unterschied zu den italienischen Stempeln erkennen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
germaniafreund Am: 01.01.2009 18:09:34 Gelesen: 408859# 112 @  
Hier komme ich nicht allein weiter, mir fehlt auch die Literatur.

Ist das ein Zensurstempel oder nicht ? Über Hintergründe würde ich gerne mehr erfahren.

Vielen Dank im Voraus. Wenn kein Zensurstempel - bitte verschieben.




liebe Grüße Klaus
 
reichswolf Am: 01.01.2009 18:30:19 Gelesen: 408852# 113 @  
@ germaniafreund [#112]

Hallo Klaus,

das müßte ein Stempel der Postüberwachung im Inland während des ersten Weltkrieges sein. Diese Überwachung diente der Spionageabwehr und wurde in den Grenzkreisen des Deutschen Reiches zwischen 1915 und 1918 praktiziert.

Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 01.01.2009 18:36:36 Gelesen: 408843# 114 @  
@ germaniafreund [#112]

Es handelt sich bei dem violetten Stempel um einen Prüfstempel der Inlandspostüberwachungsstelle Wesel, der in September und Oktober 1918 nachgewiesen ist, Riemer-Nr. Wesel 10.

Wesel gehörte gemäß dem Erlass vom 02.11.1914 zum Grenzgebiet. Daher waren Briefe zur Verhinderung der Weitergabe militärischer Geheimnisse nur offen aufzuliefern und wurden durch die Postüberwachung während des I. Weltkrieges überprüft.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 01.01.2009 18:58:13 Gelesen: 408837# 115 @  
@ germaniafreund [#112]

Ein Beispiel aus Aachen findest du in [#32]. Zwei weitere Stempel zeige ich hier.

Der erste Beleg ist eine Postkarte von AACHEN * 1 V nach Kassel vom 24.09.1916, freigemacht mit MiNr. 99. Der violette Rechteckstempel lautet Aachen Stadt P.K. geprüft und zu befördern (P.K. = Post-Kontrolle). Das zeigt, das die Karte tatsächlich gelesen wurde. Es gab auch Stempel mit dem Text "Aachen Stadt P.K. zu befördern" für Sendungen, die zwar durch die Prüfstelle gelaufen, aber nicht gelesen worden sind.

Der zweite Beleg ist eine Feldpostkarte vom 26.10.1918 von HAMBURG * 1 b (Krag-Bandstempelmaschine mit 2 Köpfen, Hamburg Nr. 20, Stempelkopf 22, Stempelband 67.1) nach Aachen. Dort erhielt die Karte dann den Dreizeiler der Postkontrolle, dessen Text der gleiche wie oben ist. Den Truppenstempel kann ich leider nicht entziffern.

Beste Grüße,
Christoph


 
germaniafreund Am: 01.01.2009 19:07:28 Gelesen: 408832# 116 @  
@ Reichswolf
@ Concordia CA

Es ist eine Freude, so schnell und kompetent Antwort zu bekommen. Ich danke Euch herzlich.

liebe Grüße Klaus
 
HEFO58 Am: 01.01.2009 19:40:23 Gelesen: 408823# 117 @  
@ germaniafreund [#116]

Dann steuere ich noch eine Ansichtskarte von Straßburg bei, die auch einen Stempel in der Art trägt.

Gruß
Helmut



 
reichswolf Am: 03.01.2009 15:57:15 Gelesen: 408766# 118 @  
Ein Neuzugang von heute, zu dem ich einige Fragen habe, ist der folgende Beleg. Es handelt sich um eine Ansichtskarte, die am 14.06.1915 von Linz in Österreich nach Brüssel gelaufen ist. Verklebt wurden fünf Heller, was wohl dem Inlandstarif für Postkarten entsprach. Für eine Karte nach Deutschland hätte das ebenfalls gereicht, da im Wechselverkehr zwischen den beiden Ländern Inlandstarife galten. Für eine Karte ins besetzte Belgien reichten die fünf Heller aber nicht, da Belgien zwar besetzt, aber nicht dem Deutschen Reich einverleibt war und somit weiterhin als Ausland galt. Die Karte erhielt darum einem schwarzen T-Stempel, außerdem wurde handschriftlich T12½c notiert. Diese 12½ Gold-Centimes (= doppelter Fehlbetrag) entsprechen den mit Blaustift notierten zehn belgischen Centimes, die vom Empfänger einzuziehen waren.

Die Karte wurde wohl doppelt zensuriert. Das erste Mal in Österreich, jedenfalls ordne ich den roten Überprüft F.-Stempel den Österreichern zu. Die zweite Zensurierung fand in Aachen statt. Dort wurde 1915/16 alle Post aus dem und ins besetzte Belgien kontrolliert, hier dokumentiert durch den violetten Stempel Auslandstelle Aachen Frei- gegeben. In Brüssel erhielt die Karte vom Zusteller noch den kleinen Einkreisstempel 36, einen Briefträgerstempel.

Meine Fragen zu dem Beleg sind die folgenden:

1. Welche Michelnummer hat die Marke?
2. Kann jemand den Maschinenstempel aus Linz eindeutig identifizieren?
3. Liege ich mit der Zuordnung des roten Zensurstempels richtig?
4. Stimmt der Rest meiner Beschreibung, denn einiges habe ich mir nur logisch zu erschließen versucht, ohne Literatur zur Verfügung gehabt zu haben?

Vielen Dank schon im voraus und beste Grüße,
Christoph



 
HEFO58 Am: 03.01.2009 16:26:16 Gelesen: 408759# 119 @  
@ reichswolf [#118]

Hallo
Christoph

Es gibt bei der Marke zwei Papiersorten - Mi.-Nr. 142 v gestrichenes Papier und 142 x gewöhnliches Papier - auf Beleg werten beide je 1 Euro lt. Spezial 2003.

Gruß
Helmut
 
Jürgen Witkowski Am: 03.01.2009 23:58:58 Gelesen: 408731# 120 @  
@ reichswolf [#118]

Der Stempel von LINZ *8c* stammt allem Anschein nach von einer Krag-Bandstempelmaschine mit zwei Stempelköpfen. Im Gegensatz zu den in Deutschland verwendeten Maschinen mit maximal 4 Segmenten im Stempelband, hat das Stempelband aus Linz 5 Segmente.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 04.01.2009 03:02:33 Gelesen: 408718# 121 @  
@ HEFO58 [#119]

Herzlichen Dank!

@ Concordia CA [#120]

Auch dir herzlichen Dank für deine Hilfe. Deine Deutung des Stempeltextes kann allerdings nicht ganz stimmen, denn nach LINZ steht noch etwas, wahrscheinlich eine 2, so daß es evtl. lauten könnte LINZ 2 * 8c *. Allerdings bin ich auch von dem c noch nicht ganz überzeugt, denn ich kenne zwar kaum Stempel aus Österreich, aber die mir bekannten zeigen eine Kombination aus Ziffer und Großbuchstaben an dieser Stelle, so dieser Stempel aus Wien von 1938:



Leider ist der Stempel ja nicht besonders zeitnah zu meinem fraglichen Linzer, und so weiß ich nicht, wie viel Aussagekraft der Vergleich der Stempel hat. Vielleicht findet sich ja noch ein Österreich-Spezialist, der mehr dazu sagen kann.

Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 04.01.2009 11:46:00 Gelesen: 408706# 122 @  
@ reichswolf [#121]

Du hast natürlich sofort gemerkt, dass ich Dir die 2 unterschlagen habe. Auf dem rechten Stempel kann man sie recht gut erkennen. In meinen Beständen habe ich auch diesen Stempel von Linz gefunden, aber der Abdruck vom 19.08.1915 ist noch etwas später, als auf Deinem Beleg erfolgt und ähnlich schlecht zu lesen.

Die Kombination von Kennziffer und kleinem Kennbuchstben war in Österreich schon zu finden, wie Du an dem Beispiel des Stempels Innsbruck 2 *3e* vom 2.IV.14 ersehen kannst.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Rowan Am: 10.01.2009 08:36:36 Gelesen: 408619# 123 @  
Germania mit zwei verschiedenen Stempeln

Ich habe hier eine Germania mit zwei verschiedenen Stempeln.

Ich dachte immer, dass eine Marke nur einmal entwertet wird. Vielleicht weiß jemand etwas dazu?


 
Jürgen Witkowski Am: 10.01.2009 08:43:16 Gelesen: 408615# 124 @  
@ Rowan [#123]

Die Farbe Violett bei dem unteren Stempel deutet darauf hin, dass es sich um einen Zensurstempel handelt, der zum Teil auf die Marke geraten ist. Ein Poststempel ist es keinesfalls.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Rowan Am: 10.01.2009 08:45:55 Gelesen: 408613# 125 @  
Vielen Dank Jürgen,

also wohl keine zweite Entwertung.
 
Lars Boettger Am: 10.01.2009 11:41:48 Gelesen: 408595# 126 @  
Hallo Rowan,

anbei ein zensierter Beleg aus dem besetzten Belgien nach Luxemburg (Zensurstempel No. 6 der Auslandsprüfstelle Trier, Nov. 1916 - Nov. 1918). Die Stempelfarbe der Auslandsprüfstellen war in der Regel lila. Ab und zu traf der Prüfstempel die Marke, da hat der Zensor nicht aufgepasst.

Beste Sammlergrüsse!

Lars


 
Rowan Am: 10.01.2009 12:11:13 Gelesen: 408591# 127 @  
Vielen Dank Lars für deinen Beitrag.

Nun erklärt sich doch manches was ich für seltsam gehalten hatte.
 
Postgeschichte Am: 21.01.2009 16:43:51 Gelesen: 408454# 128 @  
@ Rowan [#123]

Hallo Rowan,

bei dem violetten Stempel handelt es sich um einen Bestellstempel der Stadtpost Czenstochau, den es in mehreren Typen gibt. Die Zustellung der Postsendungen, sofern sie nicht beim Postamt abgeholt werden mussten (z.B. Einschreiben, Postanweisungen, Pakete), wurden durch die Stadtpost befördert. Diese verlangte für ihre Dienste Zustellgebühren, die vom Empfänger erhoben wurden. Die Gebühr wurde mittels Bestellstempel auf der Postsendung dokumentiert. Dieser ist bei Deinem scan mit auf die Marke gerutscht. Wie so ein Bestellstempel aussah, siehe Bild.

Bei Deinem Stempel ist sehr gut " CHES BEST" von STÄDTIS CHES BESTELLAMT zu erkennen.

Gruß
Manfred


 
Jürgen Witkowski Am: 21.01.2009 22:39:23 Gelesen: 408382# 129 @  
@ HEFO58 [#108]

Der Brief aus Argentinien ist durch die Auslandsbriefprüfstelle in Frankfurt/Main gelaufen. Der Maschinen-Prüfstempel Riemer-Nr. E-20 wurde verwendet von Mai 1940 - April 1941. Der Verschlußstreifen Riemer-Nr. E-51 wurde verwendet von März 1940 - Dezember 1940 und ist genau wie der Maschinen-Prüfstempel recht häufig.

Der Brief aus Dänemark ist durch die Auslandsbriefprüfstelle in Berlin gelaufen. Der Handprüfstempel Riemer-Nr. B-5 wurde von November 1942 - Februar 1944 verwendet. Der Verschlußstreifen Riemer-Nr. B-55 wurde verwendet von Juli 1940 - Februar 1945 verwendet und ist genau wie der Maschinen-Prüfstempel recht häufig.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
HEFO58 Am: 21.01.2009 22:53:15 Gelesen: 408377# 130 @  
@ Concordia CA [#129]

Hallo
Jürgen

Danke für die Auskünfte.

Gruß
Helmut
 
Holger Am: 21.01.2009 23:23:48 Gelesen: 408370# 131 @  
Auch dieser Beleg weiss eine interessante Geschichte zu erzählen:



Aufgegeben mit Freistempelabdruck (mit Bienenkorb) am 05.09.1944 während der deutschen Besetzung in Prag (Böhmen und Mähren). Ein taggleicher Tagesstempelabdruck bestätigt die Einlieferung.

Quer über das Sichtfenster verläuft der Gummistempelabdruck "Postverkehr eingestellt zurück". Scheinbar konnte der Brief aufgrund von Kampfhandlungen im Zielort (der leider unbekannt ist und wahrscheinlich im Osten lag) nicht mehr zugestellt werden.

Links am Umschlagrand ist ein Klebeband sowie der durchlaufende rote Schriftzug "Geöffnet" "OKW" und "Hakenkreuz" zu sehen. Unter dem Schriftzug "Geöffnet" ist noch in Klammer der Buchstabe "g" zu sehen.

Und genau darum geht folgende Frage: Ist dies ebenfalls ein Zensurhinweis ? Kann man aus den Angeben "herauslesen" welche Dienststelle den Brief geöffnet hat ?

fragt
Holger
 
Jürgen Witkowski Am: 21.01.2009 23:40:04 Gelesen: 408364# 132 @  
@ Holger [#131]

Der Kennbuchstabe "g" steht für die Auslandsbriefprüfstelle Wien.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Holger Am: 21.01.2009 23:50:56 Gelesen: 408357# 133 @  
@ Concordia CA [#132]

Hallo Jürgen,

danke für den Hinweis - super.

Lässt sich aufgrund der Erfahrung sagen ob der Brief vor oder nach der Rücksendung "gesichtet" wurde ?

fragt
Holger
 
Jürgen Witkowski Am: 22.01.2009 00:27:08 Gelesen: 408352# 134 @  
@ Holger [#133]

Dein Brief ist schon ein etwas selteneres Stück. Sowohl der Verschlußstreifen mit der senkrechten Riffelung, als auch der darauf befindliche Normstempel Riemer-Nr. G-27d werden als selten eingestuft. Auch der Stempel "Postverkehr eingestellt zurück" Riemer-Nr. G-79 ist recht selten zu finden. Dabei ist nicht geklärt, ob er von der Prüfstelle oder vom Leitpostamt stammt.

Wenn man die Frankatur von 1,20 Kr zu Grunde legt, handelt es sich um einen Fern-Brief bis 20 g innerhalb des damaligen Deutschen Reiches. Es ist anzunehmen, dass der Brief über Wien als Leitpostamt lief und dort bereits auf dem Hinweg überprüft wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
wi.kr Am: 16.02.2009 11:28:04 Gelesen: 408135# 135 @  
Besonders interessant finde ich Doppelzensuren unterschiedlicher Stellen, vor allem in In- und Ausland. Derartige Belege sind nicht sehr häufig und schon deshalb einer genaueren Betrachtung wert. Ich habe hier einen Auslandsbrief mit AM-Post-Marken vom ersten Tag der Wiedereröffnung des Auslandsbriefverkehrs am 1.4.1946.

Der Beleg ist nur ein paar Kilometer über die deutsch-belgische Grenze gelaufen, aber zwei Mal zensiert worden, einmal durch die britische Zensur in Bonn und sodann ein zweites Mal durch eine belgische Zensurbehörde, die ihren Zensurstempel 461 vorder- und rückseitig abgeschlagen hat. Da der Brief natürlich zwei Mal geöffnet wurde, hat er auch zwei verschiedene Verschlussstreifen, von denen einer sogar fürsorglich um die Marken herum ausgeschnitten wurde.


 
DL8AAM Am: 22.04.2009 14:51:28 Gelesen: 407693# 136 @  
Hi,

ich wollte mit keinen neinen Thread eröffnen, deshalb stelle ich das hier mal rein.

Bei der Suche in meiner Grabbelkiste nach "ukrainischer Belegmache" der 90er ist mir folgender Umschlag wieder in die Hände gefallen. Ich fand ihn seinerzeit in einem Mülleimer im UN-Gebäude in Wien ("Vienna International Centre" - VIC), genauer in den Räumen der bei der IEAE (Internationalen Atomenergiebehörde der UN) untergebrachten Funkstatation "4U1VIC" des VIARC.

Der Brief aus Nizhnij Novgorod (Maschinen-Poststempel von Balachna, Gorki Obl. vom "0910X911", müsste wohl 09.10.1991 heissen) adressiert an das Postfach 200, ein Sammelpostfach der IAEA beim PA 1400 Wien. Der Umschlag trägt den allgemeinen Eingangsstempel der IAEA vom 23.10.1991 sowie einen roten Zusatzstempel "Opened by RCS/ADGS".

Laut Webseite der "United Nations Philatelists, Inc." (http://www.unpi.com/abbreviations_R.asp) bedeutet RCS/ADGS "Records & Communication Services, Div. of General Services".



Ist dieser Stempel bekannt ? Ist näheres bekannt ?

Die weitere Angabe "Mr Olsen" rührt von der Weiterleitung an den Radioklub her, Mr. Olsen war seinerzeit (einer) der verantwortliche/n Mitarbeiter der UN für diese Station. Der zusätzliche handschriftliche Vermerk "S 14 28 1725" ist eine interne Angabe des bearbeitenden Funkamateurs (hier: abgekürzte Daten des Funkkontakts, dient zur Erleichterung bei der Beantwortung der QSL-Kartenanforderung durch den russischen Funkpartner "UV3TD"; tippe es bedeutet "SSB/Sprechfunk - 14 MHz - 28.09.1991 um 1752 Uhr").

Gruß
Thomas
 
Gisi Am: 23.04.2009 01:03:18 Gelesen: 407728# 137 @  
Dieses Einlieferungsformular war wohl gleich nach der Währungsreform in Gebrauch. Interessant ist auch der Zettel von der Zivilzensur. Heutzutage bekommt eine verstümmelte Postsache nur einen Stempelvermerk auf dem Umschlag, oder?

Gruss,
Gisi


 
BD Am: 26.04.2009 12:27:50 Gelesen: 407608# 138 @  
Am 31.7.1914 wurde dieser Eilbrief von Boppard nach Uggowitz in Kärnten versandt.

Da aber am nächsten Tag die Mobilmachung erfolgte, verweigerte das Durchgangspostamt in Dresden die Weiterleitung, da verschlossen. Das konnte der Absender und das Postamt in Boppard am Vortag natürlich nicht wissen. Das Postamt in Dresden war etwas verunsichert, übergab wohl den Brief vor der Rücksendung der neuen Überwachungsstelle Dresden, die ihn dann nach Wartezeit doch freigab. So landete der Eilbrief (!) am 18.8. in Uggowitz.

Mit besten Grüßen Bernd


 
Postgeschichte Am: 26.04.2009 14:38:26 Gelesen: 407589# 139 @  
@ BD [#138]

Hallo Bernd,

ein sehr schöner Beleg, der die ersten Tage der Proklamation und die Auswirkungen auf den Postverkehr sehr gut dokumentiert. Eine gewisse Unsicherheit war schon da, da die besonderen Anordnungen zur Postbehandlungen noch nicht erlassen waren.

Die grobe Richtung war ja schon in der Feldpost-Dienstordnung vom 30. April 1907 nebst Ausführungs-Bestimmungen zur Feldpost-Dienstordnung enthalten. Hier war das Verfahren im Mobilmachungsfall beschrieben. Sie wurde mit der Mobilmachung in Kraft gesetzt. Durch die politische Konstellation (1907 konnte man ja noch nicht vorhersagen, daß man 1914 gemeinsam mit Österreich/Ungarn in den Krieg ziehen würde) waren die Ausführungsbestimmungen zu ergänzen. Dies erforderte eben seine Zeit.

Daß das Postamt Dresden zunächst die Rückgabe nach Boppard vorsah ist auch verständlich, da dieses zur Öffnung des Briefes nicht berechtigt war. Dies konnte nur die Öffnungskommission bei der OPD, der Absender oder die Zensurstelle. Durch die spätere Anordnung ist auch die relativ lange Laufzeit (18 Tage) zu erklären.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 26.04.2009 19:19:01 Gelesen: 407560# 140 @  
Hallo Manfred

Danke für deine wie immer Super-Erläuterung.

Der hier gezeigte Brief scheint das abwarten noch deutlicher zu belegen, denn der auch am 31.7.1914 abgeschickte Brief ist logischerweise nach Frankreich nicht mehr zu befördern. Erstaunlicherweise wurde er erst am 13.8. retour ausgeliefert!

Mit besten Grüßen Bernd


 
Postgeschichte Am: 26.04.2009 19:24:45 Gelesen: 407554# 141 @  
@ BD [#140]

Hallo Bernd,

es war nicht nur das abwarten der Bestimmungen, sondern es hatten sich natürlich in der Zwischenzeit die Postsäcke gehäuft. Diese mußten erst abgearbeitet werden.

Wie viele Belege dieser Art hast Du denn noch? Kannst Du mir nicht einmal das Nest zeigen oder benennen, aus denen Du diese Eier hervorzauberst? :-))

Gruß
Manfred
 
BD Am: 26.04.2009 20:54:57 Gelesen: 407543# 142 @  
@ Postgeschichte [#141]

Hallo Manfred

Da ich kein Gebiet speziell (außer vielleicht INFLA) sammle, sondern interessante Belege allgemein, habe ich immer nur ein paar Stück von mancher Besonderheit.

Also kein Nest, alles bei Händlern und manchmal im Internet gekauft. Und erstaunlicherweise sind die meisten preiswert (wobei ich nicht die 1-3 Euro-Kisten meine, wo ich nie etwas finde).

Mit besten Grüßen Bernd
 
Stempelwolf Am: 27.04.2009 22:58:14 Gelesen: 407490# 143 @  
Eine Auswahl aus der Vielfalt der Klebezettel, die im ersten Weltkrieg in Stuttgart verklebt wurden. Die Militärischen stammen aus den Jahren 1916 und 1917, der Postzettel aus dem Jahr 1917.



(Wenn die Verkäufer nur nicht immer Belege mit Preisen, PLZ und Sonstigem beschriften würden!)

Beste Grüße
Wolfgang
 
BD Am: 01.05.2009 09:20:07 Gelesen: 407430# 144 @  
@ Stempelwolf [#143]

Diese Aufkleber sind phantastisch, wobei der Postzettel für mich der interessanteste ist.

Gerade habe ich einen Artikel in einer damaligen Zeitschrift gefunden, der die Zensur auch unter einen anderen Aspekt beschreibt.

Mit besten Grüßen Bernd



 
BD Am: 01.05.2009 10:23:56 Gelesen: 407405# 145 @  
Wertbriefe sind meist etwas interessanter in Zensurangelegenheiten. Denn meist wurde der Inhalt schon auf dem Aufgabepostamt geprüft, damit der Brief auch versiegelt werden konnte.

Die Firma Kretschmar brachte ihr Siegel erst auf dem Postamt Berlin 8 nach Überprüfung an, was das Postamt mit seinem Dienstsiegel bestätigte. Dennoch lief der Brief noch über die allgemeine Postüberwachung beim Gardekorps, die aber wohl nur ihren Stempel abschlugen.

Leider schlecht erhalten und beschrieben, aber man muß erst mal einen besseren finden.

Mit besten Grüßen Bernd


 
Postgeschichte Am: 01.05.2009 11:48:52 Gelesen: 407384# 146 @  
@ Stempelwolf [#143]
@ BD [#144]

Hallo Wolfgang,
Hallo Bernd,

die Verschlußzettel der Zensurstellen während des 1. Weltkrieges sind ein sehr interessantes und vielseitiges Thema. Die Postüberwachungsstelle Stuttgart, wovon Wolfgang hier drei sehr saubere Exemplare zeigt, verwendete verschiedene Verschlußzettel, sind aber m.E. alle militärisch veranlaßt. Auf Grund des Briefgeheimnisses durften die Postämter keine Postsendungen öffnen. Ausnahmen bildeten nur die speziell bei den OPDen eingerichteten Öffnungskommissionen, die Postsendungen zur Ermittelung des Absenders öffnen durften. Ich würde daher in dem gezeigten Fall nicht von einem Postzettel sprechen.

Es gab Verschlußzettel von den Postämtern, die z.B. bei beschädigten Sendungen, nicht zensurpflichtigen Sendungen wie Postsparbücher usw. eingesetzt wurden. Ich kann auch einen Fall nachweisen, in dem ein solcher Verschlußzettel von einer Postüberwachungsstelle verwendet wurde:



Auslandsbrief, frankiert mit 2 x 10 Pf. Germania-Marke mit Firmenlochung (Perfin) MB, nach Kopenhagen, mit Verschlußzettel des Kaiserlichen Postamt Hamburg 1 und Zensurstempel " Militärischerseits unter / Kriegsrecht geöffnet. / Hamburg, ........ 191 / Faksimile des Zensors Ueberwachungsoffizier". Den Verschlußzettel auf der RS habe ich zur besseren Darstellung ergänzt.

Der Brief wurde am 1.8.1914 (Kriegsbeginn) abgesandt und trägt daher den ersten Zensurstempel der Postüberwachungsstelle Hamburg. Da die Postüberwachungsstelle Hamburg zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch keine eigenen Verschlußzettel hatte, wurde ein Verschlußzettel des Postamtes Hamburg 1 verwendet. In diesem Fall könnte man von einem "Postzettel" sprechen, der zu militärischen Zwecken verwendet wurde.

Die Postüberwachungsstelle Stuttgart verwendete verschiedene Zensurstempel und Verschlußstreifen. Vielleicht kann Wolfgang als Stuttgart-Sammler diese hier präsentieren.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 01.05.2009 12:03:45 Gelesen: 407379# 147 @  
@ Postgeschichte [#146]

Sehr interessanter Beleg, habe ich noch nie gesehen.

Noch eine Ergänzung zu dem Auslandswertbrief aus Berlin.

Sollte das Postamt einen Negativ-Stempel verwendet haben, ist es zwar Zensurtechnisch das selbe, aber optisch noch viel schöner und seltener.

Mit besten Grüßen Bernd


 
roteratte48 Am: 01.05.2009 12:06:38 Gelesen: 407377# 148 @  
Zur Unzahl der militärischen Zensur- und Überwachungsstempel drei weitere Beispiele:



Gruss und schönen 1. Mai an alle - Rolf
 
Postgeschichte Am: 01.05.2009 12:52:37 Gelesen: 407363# 149 @  
@ BD [#147]

Hallo Bernd,

vielen Dank für die interessanten Auslands-Wertbriefe, über die Du in den Erläuterungen zur Postordnung 1921 einiges finden wirst. Allerdings helfen diese Erläuterungen bei den beiden Briefen nicht.

Wertbriefe und Kästchen mit Wertangabe sowie Postaufträge nach dem Ausland mussten in Kriegszeiten offen bei den Postämtern aufgeliefert werden. Die Auflieferung bei Postagenturen, Posthilfstellen und bei den Landbriefträgern war verboten. Die Sendungen waren bei den Postämtern vorzulegen, wurden hinsichtlich des Inhaltes und Wertes überprüft und unter Überwachung der Beamten verschlossen und versiegelt. Die Überwachung war durch einen deutlichen Schwarzabdruck des Dienstsiegels oder eines normalen Dienstsiegels auf der Rückseite zu bescheinigen. Briefliche Mitteilungen, soweit sie überhaupt zulässig waren, mußten in deutscher Sprache abgefaßt sein. Sofern verdächtiger Inhalt festgestellt wurde, war die Sendung der zuständigen Postüberwachungsstelle (bei größeren PÄ meist im gleichen Gebäude) zuzuleiten. Nach Verschluß der Wertbriefe wurden diese meist von den Postüberwachungsstellen auf Siegelung und Prüfvermerk des Postamtes kontrolliert und mit einem Stempel versehen. Eine Öffnung erfolgte grundsätzlich nicht mehr.

Die Anbringung von Negativstempeln oder Dienstsiegeln war also vorgeschrieben. Eine tiefere Bedeutung hinsichtlich Intensität oder einer besonderen Kontrolle von Postsendungen hatten sie nicht. Wertbriefe sind wegen der besonderen Behandlung, der zum Teil recht hohen Frankaturen und in Kriegszeiten hinsichtlich der Zensuren interessant und in das Ausland nicht gerade häufig. Die besondere Behandlung ist bei Beleg in Beitrag [#145] schön zu sehen, bei dem die Gewichtsangabe von 26 g beim Eingang mit 27 g festgestellt wurde. Die Abweichung kann bei einem tatsächlichen Gewicht zwischen 26 und 27 g durch unterschiedliche Auf- und Abrundungen erfolgt sein. Bei größeren Abweichungen hätte Meldung erfolgen müssen.

Herzlichen Glückwunsch zu den schönen Belegen.

Gruß
Manfred
 
BD Am: 01.05.2009 13:35:11 Gelesen: 407358# 150 @  
@ Postgeschichte [#149]

Zu Gewichtsunterschied hätte ich einen, hat aber nichts mit Zensur zu tun.

Hoffentlich war das Geld nicht weg!


 
Postgeschichte Am: 01.05.2009 13:58:17 Gelesen: 407346# 151 @  
@ BD [#150]

Sehr schön. Ich glaube nicht, daß das Geld weg war, sondern der Postler sich vertan hat. Anstatt 23 1/2 g hat er 28 1/2 g notiert, mit fatalen Folgen.

Übrigens auch ein Auslandsbrief. Dieses Mal aus dem von Österreich/Ungarn besetzten Teil von Polen, dem Militärgeneralgouvernement Lublin, nach Glogau im Deutschen Reich.
 
BD Am: 02.05.2009 12:10:23 Gelesen: 407295# 152 @  
@ Postgeschichte [#151]

Hallo Manfred

Das mit dem Gewicht könnte so gewesen sein, und dein Hinweis mit dem Militärgouvernement Lublin erklärt wohl auch, warum der Brief als Auslandsbrief den Umweg über Dresden genommen hat.

Neben den normalen Zensurstempeln gibt es die kleinen Nebenstempel, die sehr schwer zu finden sind.

Mit besten Grüßen Bernd


 
BD Am: 03.05.2009 09:27:28 Gelesen: 407251# 153 @  
Anbei eine Karte aus Heuberg in die Schweiz, abgestempelt mit dem Truppenübungsplatz-Stempel, der auf Feldpostbriefen aus der Zeit des 1. Weltkrieges häufig vorkommt. Zusätzlich befindet sich ein Doppelkreisstempel mit der Inschrift "Durchgangslager Heuberg" darauf.

Für wen war das ein Durchgangslager ? Ist das ein Zensurstempel ?

Marken den ersten Sondermarkenserie des Deutschen Reiches hatten eigentlich auf einer Karte ins Ausland nichts zu suchen, sie waren nur für innerdeutsche Post zugelassen !

Mit besten Grüßen BD


 
Stempelwolf Am: 03.05.2009 19:18:32 Gelesen: 407188# 154 @  
@ Postgeschichte [#146]

Hallo Manfred,

dieser Kastenstempel wurde im 1. WK bei der Stuttgarter Überwachungsstelle abgeschlagen. Zu sehen ist, dass keine dieser Karten aus Stuttgart bzw. nach Stuttgart gesandt wurden. Die obere ging ab Heilbronn nach dem Ausland, die untere aus dem Ausland nach Ludwigsburg.



Beste Grüße
Wolfgang
 
Postgeschichte Am: 03.05.2009 23:00:33 Gelesen: 407163# 155 @  
@ BD [#153]

Hallo Bernd,

um es vorweg zu nehmen, nein, der Stempel "Durchgangslager Heuberg" ist kein Zensurstempel.

Das ehemalige Truppenlager Heuberg ("Truppenlager" wurde aus dem Poststempel teilweise entfernt) war, wie einige andere militärische Einrichtungen im Deutschen Reich zu Durchgangslager eingerichtet worden, die Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Gebieten und zurückkehrende Kriegsgefangene aufgenommen haben. Namentliche Erfassung, Versorgung und Weiterleitung an andere Stellen waren die Aufgaben dieser "Durchgangslager". Während des 2. Weltkrieges wurden auch Lager für Kriegsgefangene als Durchgangslager (DULAG) bezeichnet, hatten aber einen anderen Zweck. Auch nach dem 2. Weltkrieg waren einige Durchgangslager für Heimkehrer, Flüchtlinge und Spätaussiedler erste Anlaufstation. Heute existiert nur noch das bekannteste Durchgangslager, das zu DDR-Zeiten für die Ex-DDR-Bürger erste Anlaufstation war, das Lager Friedland.

Der Stempel "Durchgangslager Heuberg" ist kein Zensurstempel, da es zu dieser Zeit keine Zensur gab und eine Devisenkontrolle bei einem Durchgangslager nicht eingerichtet war. Aus welchem Grund der Briefstempel abgedruckt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ob die Frankatur in die Schweiz zulässig war, müssten Infla-Sammler erklären können.

Gruß
Manfred
 
Postgeschichte Am: 03.05.2009 23:26:23 Gelesen: 407156# 156 @  
@ Stempelwolf [#154]

Hallo Wolfgang,

Stuttgart war u.a. für den Auslandspostverkehr nach bestimmten Ländern zuständig. Daher sind Zensurstempel auch nicht auf Postsendungen aus Stuttgart begrenzt. Den von Dir gezeigten Rahmenstempel gibt es in verschiedenen Typen u.a. auch mit der Bezeichnung "Stuttgart 1 geprüft und / freigegeben".



Insgesamt 9 verschiedene Zensurstempel listet K.-H. Riemer in seinem Buch "Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen 1914-1918". Er zeigt auch 6 Hinweisstempel, 1 Hinweiszettel und 3 Verschlußzettel. Von den Verschlußzetteln hast Du in Beitrag [#143] schon zwei gezeigt.

Stuttgart ist insofern interessant, da es noch zwei weitere Zensurstellen in Stuttgart gab. Zum einen eine Prüfungsstelle für Geschäftsbriefe, zum anderen eine Überwachungsstelle für die Post deutscher Kriegsgefangener in alliierter Hand.

Von den beiden Zensurstellen ist wenig bekannt. Ich ordne aber den von Dir als "Postzettel" bezeichneten Verschlußzettel [#143] der Prüfungsstelle für Geschäftsbriefe zu. Vielleicht kannst Du mir die Vorderseite dieses Briefes einmal per Mail senden.

Gruß
Manfred
 
Jürgen Witkowski Am: 12.05.2009 17:33:45 Gelesen: 406992# 157 @  
Der Brief aus Wien an den bekannten Buch-Verleger Kommerzienrat Ernst Klett aus Stuttgart trägt einen Aufgabestempel 18/1 WIEN 110 -6.IX.15 VII. Er wurde offen aufgeliefert und Rückseitig mit einem Verschlußzettel * ÜBERPRÜFT * WIEN verschlossen.

Ich habe mich bisher mit österreichischer Zensurpost aus der Zeit des 1. Weltkrieges nicht beschäftigt. Von daher bin ich etwas irritiert von der Postzensur zwischen den Verbündeten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn. Die Recherche im Internet hat mich nicht wirklich schlauer gemacht. Möglicherweise ist im Band 1 des "Wolter" die Thematik behandelt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Postgeschichte Am: 12.05.2009 22:18:24 Gelesen: 406966# 158 @  
@ Concordia CA [#157]

Hallo Jürgen,

warum sollte es zwischen verbündeten Staaten keine Zensur geben? Es wurde ja sogar innerhalb des Deutschen Reiches zensuriert.



Karte von Emmerich 29.12.16 nach Dortmund, mit Zensur von Emmerich



Karte von Wilhelmshaven nach Swinemünde mit Stempel der "Inland Post-Überwachungsstelle Wilhelmshaven".

Gruß
Manfred
 
wuerttemberger Am: 13.05.2009 00:04:15 Gelesen: 406954# 159 @  
@ Postgeschichte [#155]

Hallo Manfred,

der Stempel vom Durchgangslager war zur Kennzeichnung der Portofreiheit für eine Kriegsgefangenensendung notwendig. Die heimkehrenden Kriegsgefangenen aus alliierter Gefangenschaft hatten auch im heimatlichen Durchgangslager noch die Möglichkeit Post als Kriegsgefangenensendung zu verschicken und diese war portofrei.

Auf dem Auslandsbeleg hat der Lagerstempel von Heuberg eigentlich nichts zu suchen, denn dieser war ja frankiert (wenn auch mit für den Auslandsverkehr ungültigen Marken) und bedurfte keiner Bestätigung der Portofreiheit.

Hier ein Beleg von Münsingen vom Oktober 1919



Gruß

Axel
 
Postgeschichte Am: 13.05.2009 00:32:18 Gelesen: 406949# 160 @  
@ wuerttemberger [#159]

Hallo Axel,

vielen Dank für Deine Ausführungen, die Karte und dazugehörigen Fragen von Bernd im Beitrag [#153] betreffend.

Gruß
Manfred
 
rostigeschiene Am: 25.05.2009 12:44:33 Gelesen: 406803# 161 @  
Hallo erstmal zusammen.

Hier ein Zensurbrief vom 09.10.46 Ludwigsburg. Was mich rätseln läßt ist der Umstand das der Brief links geöffnet wurde.

Wer hat eine Theorie?



schöne Grüße
Werner
 
Jürgen Witkowski Am: 25.05.2009 13:09:26 Gelesen: 406799# 162 @  
@ rostigeschiene [#161]

Dieser Beleg ist der Zensurstelle Eßlingen zuzuordnen. Um ihn besser beurteilen zu können, wäre ein Scan der Rückseite hilfreich.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Stempelwolf Am: 25.05.2009 22:21:50 Gelesen: 406774# 163 @  
@ rostigeschiene [#161]

Wie wäre diese kleine Theorie: Unter den Prüfpersonen befand sich ein/e Linkshänder/in? Für diese Person ist es leichter den Brief links aufzuschlitzen und den Inhalt zu entnehmen.

Beste Grüße
Wolfgang
 
rostigeschiene Am: 25.05.2009 22:55:24 Gelesen: 406758# 164 @  
@ Concordia CA [#162]

Hallo Jürgen hier ein Scan der Rückseite des Beleges aus [#161].

Viel Aussagekraft hat die Rückseite meiner Meinung nach nicht.



schöne Grüße
Werner
 
Jürgen Witkowski Am: 25.05.2009 23:20:37 Gelesen: 406753# 165 @  
@ rostigeschiene [#164]

Danke für die Rückseite. Es handelt sich um einen der beiden häufigen Verschlussstreifentypen aus Zellophan. Der Brief weist keinerlei weitere Öffnungsspuren auf. Üblich war, wie Du schon richtig vermutest, dass der Brief vom Prüfer links zu öffnen war. Es gibt Belege, die auf beiden Seiten geöffnet wurden. Dass war immer der Fall, wenn ein Oberprüfer die Arbeit der Prüfer überwachte.

Dein Fall wird sich nicht so einfach aufklären lassen. Es könnte ein versehentliches Öffnen auf der falschen Seite gewesen sein, vielleicht wurde der Brief auch nur von einem Oberprüfer geöffnet. Da die Prüfernummer personenbezogen war, könnte man unter Umständen anhand von Vergleichsmaterial feststellen, ob die Nummer 40022 einem Oberprüfer zugeordnet war.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
rostigeschiene Am: 25.05.2009 23:30:16 Gelesen: 406749# 166 @  
@ Concordia CA [#165]

Ich danke Dir für die schnelle Hilfe.

Dann werde ich mal nach Zensurbriefen Ausschau halten, die auf beiden Seiten geöffnet wurden und den Stempel eines Oberprüfers tragen. Vielleicht ist ja die Nummer 40022 dabei.

Danke nochmal und einen schönen Abend.

Werner
 
TomWolf_de Am: 26.05.2009 13:00:24 Gelesen: 406729# 167 @  
Ich glaube nicht, daß es wirklich sinnvoll ist, nach Belegen zu suchen, die ebenfalls vom Zensor 40022 bearbeitet wurden. Das kann Jahre dauern!

Was bei Deinem Beleg auffällt, ist die Angabe des Absenders auf der linken Seite unten. Es ist nämlich gar nicht so ungewöhnlich, daß der Brief auf der rechten Seite geöffnet wurde, man hat dabei versucht, die Angabe des Absenders nicht zu beschädigen. Ich kenne einige weitere Briefe, die nur rechts geöffnet wurden - bei allen befindet sich am linken Rand die Angabe des Absenders. Das hat also auch mit einem Oberprüfer nichts zu tun.

Man denke nur an den Fall, daß ein Brief nicht zugestellt werden konnte (z.B. weil das Haus nicht mehr existiert, oder der Empfänger längst weggezogen war), dann war eine komplette Absenderadresse für die Rücksendung des Briefes zwingend erforderlich.

Gruß
Thomas
 
Stempelwolf Am: 05.06.2009 21:50:08 Gelesen: 406588# 168 @  
@ Postgeschichte [#146]

Manchmal dauert es ein Weilchen. Hier einige Neuerwerbungen für meine Stuttgartsammlung:

8.8.1914 Ganzsachenpostkarte von Basel nach Asperg. In Stuttgart geprüft und freigegeben.



21.10.1914 Brief von Stuttgart nach Basel. Mit Beglaubigungs- und Zulassungsstempel.



9.7.1915 von St. Gallen nach Stuttgart. Mit ausgefülltem Verschlusszettel.



24.6.1918 von Budapest nach Stuttgart. Mit Rahmenstempel geprüft und freigegeben.



5.9.1918 von Wien nach Stuttgart. Mit Rahmenstempel und Verschlusszettel.



2?.11.1918 von Bern nach Stuttgart. Mit Verschlusszettel und Numeratorabschlag.



Und zu allerletzt eine Postkarte von Calw nach Haarlem. Mit Einkreiser Freigegeben St.



Beste Grüße
Wolfgang
 
Postgeschichte Am: 05.06.2009 22:26:08 Gelesen: 406581# 169 @  
@ Stempelwolf [#168]

Hallo Wolfgang,

da ist doch einiges zusammen gekommen. Zu den Belegen kann ich einige Hinweise geben:

1) Ganzsache vom 8.8.14 aus den ersten Kriegstagen, mit seltenem Zensurstempel (Riemer Nr. 2)

2) Brief vom 21.10.1914, mit Zulassungsstempel auf der Vorderseite und Zensurstempel auf der Rückseite, wird von Riemer der Prüfungsstelle für Geschäftsbriefe zugeschrieben. Da dieses Verfahren sehr Zeitaufwändig und umständlich war, wurde dieses Anfang 1916 durch einfache Zensurstempel ersetzt.

3) Brief vom 8.7.1915 von St. Gallen nach Stuttgart. Verwendet wurde der Verschlußzettel Riemer Nr. 17, der bis Ende 1918 in Gebrauch war.

4) Karte vom 24.6.1918 von Budapest nach Stuttgart mit Zensurstempel Riemer Nr. 8, bei dem 1 ursprünglich hinter Stuttgart befindliche 1 entfernt wurde.

5) Brief vom 5.9.1918 von Wien nach Stuttgart mit Verschlußzettel Riemer Nr. 19. Der Zettel kam ab Sommer 1918 zur Verwendung

6) Brief vom 2.11.1918 von Bern nach Stuttgart ebenfalls mit Verschlußzettel Riemer Nr. 19.

7) Postkarte von Calw nach Haarlem. Es handelt sich hierbei nicht um einen Zensurstempel sondern um einen Prüfungsstempel der Devisenüberwachungsstelle Stuttgart.

Zu den Belegen, insbesondere zum 1. Beleg, kann ich nur gratulieren.

Gruß
Manfred
 
Stempelwolf Am: 05.06.2009 22:36:14 Gelesen: 406580# 170 @  
@ Postgeschichte [#169]

Hallo Manfred,

herzlichen Dank Dir für diese Erläuterungen. Jetzt kommen die Belege gleich richtig beschrieben in die Sammlung.

Beste Grüße
Wolfgang
 
reichswolf Am: 13.06.2009 23:27:17 Gelesen: 406435# 171 @  
Hier zeige ich eine Ansichtskarte, die als Feldpost nach Antwerpen lief. Dem Text nach zu urteilen stammt die Karte von einem Mitarbeiter der militärischen Überwachungstelle VIII. Armeekorps Aachen., die auch ihren zweizeiligen Langstempel abgeschlagen hat. Außerdem wurde die Karte bei der Auslandstelle Aachen Frei- gegeben *, wie der zweite Zensurstempel zeigt. Leider gibt es keinen Tagesstempel, weshalb ich die Karte nicht näher datieren kann. Klar ist nur, daß sie von 1915 oder 1916 stammen muß, denn in diesen Jahren wurde der Zweizeiler in Aachen genutzt.

Der kleine Einkreisstempel 53 ist ein Zustellerstempel.



Liebe Grüße,
Christoph
 
Postgeschichte Am: 15.06.2009 21:43:21 Gelesen: 406363# 172 @  
@ reichswolf [#171]

Hallo Christoph,

der Zweizeiler "Überwachungstelle VIII. Armeekorps Aachen" ist m.E. als Dienstsiegelersatz für den portofreien Feldpostverkehr zu sehen.

Gruss
Manfred
 
wuerttemberger Am: 24.06.2009 12:08:05 Gelesen: 406200# 173 @  
@ Stempelwolf [#168]

Sehr schöne Belege. Ich und Tomwolf_de sind gerade dabei diese Zensurstempel aufzuarbeiten. Wir haben festgestellt, dass der Riemer längst nicht alles erfasst hat was es so gibt.

1) Von den provisorischen Stempeln zu Beginn des Krieges hat Riemer von Stuttgart nur 3 Typen erfasst. Wir haben bis jetzt schon 6 verschiedene Typen registriert und es ist sehr wahrscheinlich, dass allein von diesem Hinweisstempel noch mindestens eine neue Type auftauchen wird.

Beispiel:



2) Diese Form der Zensur stammt von der Auslandsstelle für Geschäftsbriefe in Stuttgart und wurde in der Form (schwarzes Dienstsiegel und violetter Zulassungsvermerk auf der Vorderseite, sowie Beglaubigungsstempel auf der Rückseite) von Anfang August 1914 bis Ende September 1915 so verwendet.

Fortsetzung folgt.

Gruß

wuerttemberger
 
wuerttemberger Am: 25.06.2009 17:43:53 Gelesen: 406103# 174 @  
@ Stempelwolf [#168]

3) Dieser Verschlußzettel ist einer von fünf verschiedenen, die bis jetzt bekannt sind. Sie wurden in der Regel auf Briefen verwendet, die aus dem Ausland kamen und für die Zensur geöffnet werden mußten. Meistens in Kombination verwendet mit dem Rahmenstempel "Stuttgart 1 geprüft und freigegeben".

4) Der Rahmenstempel "Stuttgart (1) geprüft und freigegeben" gibt es bis jetzt in 14 verschiedenen Typen, diese oft noch in unterschiedlichen Farben. Häufig wurde blau und violett gestempelt. Es gibt aber auch rote und schwarze Abschläge. Der hier gezeigte Stempel ist bis jetzt mit der "aptierten" 1 nach Stuttgart nicht belegt. Vermutlich hat es ihn mit der 1 gar nicht gegeben.

Beispiele:











Fortsetzung folgt

Gruß

wuerttemberger
 
TomWolf_de Am: 25.06.2009 17:45:08 Gelesen: 406102# 175 @  
Hallo zusammen.

Einen weiteren (bisher unbekannten) Zensurstempel habe ich vor kurzem bekommen. Es ist zwar etwas schade, daß der Zensurstempel mit Blaustift durchgestrichen wurde, aber man kann den Wortlaut trotzdem gut erkennen: Unzulässig Zurück Retour.



Der Beleg ist leider angeschnitten, aber bei der Seltenheit dieser Zensurstempel nehme ich das gerne in Kauf.

Gruß
Thomas
 
wuerttemberger Am: 25.06.2009 17:48:33 Gelesen: 406099# 176 @  
@ TomWolf_de [#175]

Hallo Thomas,

Superstück, gratuliere!
 
wuerttemberger Am: 26.06.2009 15:08:20 Gelesen: 406061# 177 @  
@ Stempelwolf [#168]

5)Spätere Type (ab 1918) des quadratischen Verschlußzettels mit dem typischen Namensstempel mit dem Kürzel "A.Ch." Auf diesem Zettel ist nie ein Datum zu sehen, sondern meist nur dieser Stempel.



6) Die gleiche Type wie oben, aber jetzt ohne jeglichen Vermerk darauf. Dafür mit Nummeratorstempel, den man ebenfalls ab 1918 öfters auf der Rückseite findet. Daten bitte melden!

Gruß

wuerttemberger
 
HEFO58 Am: 13.07.2009 22:36:27 Gelesen: 405722# 178 @  
Hallo

Dieser Brief war in der heutigen Post und ich wollte ihn Euch nicht vorenthalten, da ein Zensurbeleg aus Ägypten hier noch nicht gezeigt wurde.

Gruß
Helmut


 
TomWolf_de Am: 19.07.2009 12:18:07 Gelesen: 405605# 179 @  
@ Stempelwolf [#143]

Hallo Wolfgang.

Ich habe eine Frage zu dem rechten Zettel der Zensurstelle Stuttgart (Postzettel). Du schreibst in Deinem Beitrag, daß der Zettel aus 1917 stammt. Könntest Du mir bitte das exakte Datum (Poststempel) mitteilen?

Ich habe diesen Zettel ebenfalls bekommen, aber verwendet am 12.12.1918, also zur Anfangszeit der Devisenkontrolle. Es könnte sich also um den Aufbrauch des von Dir gezeigten Zettels handeln, oder um eine ganz neue Type. Die Abmessungen des Rahmens sind 36 x 36 mm. Danke im voraus.

Gruß
Thomas
 
Stempelwolf Am: 19.07.2009 22:06:37 Gelesen: 405578# 180 @  
@ TomWolf_de [#179]

Hallo Thomas,

da habe ich mich schön verlesen. Das genaue Datum entpuppt sich unter dem Vergrößerungsglas als 8.12.1918! Die Abmessungen des Rahmens sind 36,5 mm auf 36,5 mm (Typometer).

Meine neueste Erwerbung aus diesem Bereich:

Einschreibebrief aus Fleurier in der Schweiz nach Tübingen am 10.9.1921, dort Empfängerin nicht angetroffen und nach Wartezeit weitergeleitet nach Mannheim. Der Brief trägt den Verordnungszettel der Devisenüberwachung und ist mit 2 Stempeln der Stuttgarter Postüberwachungs-Stelle gestempelt. Der Ankunftstempel von Mannheim hat das Datum 14.4.1922.



Beste Grüße
Wolfgang
 
duphil Am: 20.07.2009 16:09:16 Gelesen: 405552# 181 @  
@ Stempelwolf [#180]

Hallo Wolfgang!

Als Absendedatum lese ich den 10. IV. 1921. Das Ankunftdatum von Manheim ist, wie Du schon geschrieben hast, der 14.4.1922.

Ist eine Laufzeit von über einem Jahr nicht sehr ungewöhnlich? *grins*

Allerdings glaube ich eher, dass bei einem der beiden Stempel (aus der Schweiz oder aus Deutschland) die Jahreszahl falsch eingestellt wurde.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
TomWolf_de Am: 20.07.2009 17:59:07 Gelesen: 405541# 182 @  
Ich bin mir ziemlich sicher, daß der Schweizer Stempel die falsch eingestellte Jahreszahl zeigt. Auf der Rückseite des Beleges kann man neben dem Mannheimer Stempel auch den Ankunftstempel aus Tübingen Stadt erkennen, auch wenn dieser nicht sauber abgeschlagen ist. Und in diesem Stempel meine ich ebenfalls die Jahreszahl "22" lesen zu können.

Gruß
Thomas
 
reichswolf Am: 22.07.2009 03:25:53 Gelesen: 405493# 183 @  
Ich möchte euch mal wieder einen Beleg mit Aachen-Bezug vorstellen, den ich heute erhalten habe und bei dem ich einige Fragen habe. Zunächst das offensichtliche:

Es handelt sich um einen eingeschriebenen Brief, der am 26.10.1916 in RHEINAU (Schweiz) aufgegeben wurde. Adressiert war er nach Brüssel, wo er laut rückseitigem Ankunftstempel am 28.10. ankam. Wie alle Post von und nach Belgien zu dieser Zeit lief der Brief über die Postüberwachungsstelle Aachen, wie der Zensurstempel Auslandstelle Aachen Freige- geben * zeigt. Dazu gehört meines Wissens auch der violette Stempel 39. Rechts oben der kleine Einkreiser ist ein belgischer Zustellerstempel.

Fraglich sind für mich die handschriftlichen Vermerke. Welche Bedeutung haben die 10und die 849? Das Wort in blau deute ich als Uccle, kann das jemand bestätigen?

Von einem netten Forumler habe ich das Porto aufgeschlüsselt bekommen, es waren je 25 Rappen für den Brief und die Einschreibegebühr. Die Michelnummern der Marken wären aber noch von Interesse für mich.



Beste Grüße,
Christoph
 
Postgeschichte Am: 22.07.2009 09:30:18 Gelesen: 405483# 184 @  
@ reichswolf [#183]

Hallo Christoph,

Deine Deutung hinsichtlich des Ortsname mit "Uccle" ist richtig. Die handschriftlich angegebene Zahl "849" ist die deutsche Einschreibnummer. Da es sich um einen ausländischen Einschreibebrief handelte, erfolgte bei Übergabe an die deutsche Postverwaltung eine Umarbeitung der Sendung. Dabei wurde die entsprechende Nummer der Anschreibelisten auf dem Brief angebracht. Es war also ein Ersatz für den Einschreibzettel der ausländischen Postverwaltung. Erst später wurde bei Übergabe der Einschreibebriefe ein eigener Einschreibzettel aufgebracht, was sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat. Was die handschriftliche "10" angeht, kann ich Dir noch keine näheren Angaben machen.

Gruß
Manfred
 
HEFO58 Am: 22.07.2009 14:18:36 Gelesen: 405471# 185 @  
@ reichswolf [#183]

Hallo
Christoph

Der Tellknabe ist Michelnummer 113 Type III und der Tell hat die Michelnummer 120, da gibt es vier Farbtypen - a stumpfviolett - b rotviolett - c schwarzviolett - d rötlichviolett.

Gruß
Helmut
 
reichswolf Am: 22.07.2009 16:29:44 Gelesen: 405463# 186 @  
@ Postgeschichte [#184] und @ HEFO58 [#185]

Hallo Manfred und Helmut,

herzlichen Dank für eure Hilfe! Auf eine Einschreibenummer wäre ich nicht gekommen. Es fehlt mir noch einiges an Wissen, was die Behandlung besonderer Sendungsformen angeht.

Helmut, kannst du mir evtl. einen Scan der Seite(n) im Michel mailen, die sich mit dem Tellknaben beschäftigt?

Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 27.08.2009 19:19:58 Gelesen: 404836# 187 @  
Aus der Zeit des 1. Weltkrieges stammt dieser Geschäftsbrief aus den USA in die Schweiz. Die Ganzsache ScottNr. U418 zu 5 Cent wurde aufgegeben in NEW YORK.N.Y. HUDSON TERM.STA. 2 MAY 9 1917 8.30 PM. Der Ankunftsstempel BASEL 2 BRF. + EXP. 4.VI.17.VII- zeugt davon, dass der Brief mit einer Beförderungsdauer von 26 Tagen für die damalige Zeit, selbst unter Berücksichtigung des Schiffstransits über den Atlantik, recht lange unterwegs war.

Er hat linksseitig eine Verschlussbanderole mit dem Eindruck CONTROLE POSTAL MILITAIRE und vorder- und Rückseitig je einen Zweiellipsenstempel OUVERT par l'AUTORITÉ MILITAIRE 202 und weiterhin noch einen roten Nummernstempel 16 und den handschriftlichen Eintrag 16 auf dem Verschlussstreifen.

Ich denke es wird sich bei dem Zweiellipsenstempel um einen französischen Zensurstempel handeln und bei dem Nummernstempel um die Zensorkennung.

- Wie mag der Leitweg von New York aus ausgesehen haben?
- Lief die Post über Cherbourg?
- Wie ging es von dort aus weiter nach Basel?
- War es üblich, Transitpost aus einem verbündeten Staat in das neutrale Ausland durch die Zensur laufen zu lassen?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Lars Boettger Am: 28.08.2009 08:48:20 Gelesen: 404820# 188 @  
@ Concordia CA [#187]

Hallo Jürgen,

Du hast recht, das ist ein französischer Zensurstempel und Verschlussstreifen. Leider ist meine Literatur eingelagert, sonst könnte ich Dir sagen, wo zensiert wurde. Und ja, das war durchaus üblich. Die Franzosen waren da nicht neugieriger als die Deutschen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
rostigeschiene Am: 28.08.2009 13:29:15 Gelesen: 404800# 189 @  
Hallo

Hier ein Brief aus dem besetzten Belgien und gleich zweimal zensiert.



Schöne Grüße aus Bochum
Werner
 
Harald Zierock Am: 01.10.2009 17:15:52 Gelesen: 404224# 190 @  
Hier sind zwei Briefe die zu diesem Beitrag passen.

Harald




 
asmodeus Am: 01.10.2009 19:07:55 Gelesen: 404213# 191 @  
Paßt auch hier rein. Zensierte Kriegsgefangenenpost per Luftpost.


 
asmodeus Am: 01.10.2009 19:10:13 Gelesen: 404211# 192 @  
Marienefeldpost mit Tarnstempel und zensiert.


 
BD Am: 04.10.2009 15:29:26 Gelesen: 404140# 193 @  
Eine Postüberwachungsstelle Stuhm steht nicht im "Riemer", hat jemand dazu Informationen?

Beste Grüsse Bernd


 
reichswolf Am: 24.10.2009 23:30:00 Gelesen: 403764# 194 @  
Erwähnt habe ich den Stempel hier im Thread schon, gezeigt aber noch nicht:

Aachen Stadt P.K. zu befördern. Dieser Stempel der Inlandspostüberwachung während des Ersten Weltkrieges wurde auf Sendungen, die nur freigegeben, nicht aber einer tatsächlichen Prüfung unterzogen wurden, abgeschlagen. Hier zu sehen auf einer Feldpostskarte mit dem Maschinenstempel AACHEN * 1 V vom 26.05.1915, geschickt nach Frankfurt von einem Patienten des Luisenhospitales, das auch als Lazarett fungierte.

Wurde eine Sendung wirklich geprüft, erhielt sie einen Stempel wie ich ihn z.B. in Beitrag [#10] schon gezeigt habe.



Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 27.10.2009 23:56:08 Gelesen: 403700# 195 @  
Die Kriegsgefangenen-Postkarte aus Mai 1944 lief zunächst durch die amerikanische Zensur, wie man an dem Stempel unten links erkennen kann. Welche Bedeutung der große runde Uhrzeitstempel des Gefangenenlagers hat, konnte ich bisher nicht ergründen.

In Deutschland angekommen lief die Karte über die Auslandsbriefprüfstelle in Berlin, zu erkennen am Buchstaben "b" im roten Zensurstempel. Da die damalige Reichshauptstadt durch die Kriegsereignisse schwer in Mitleidenschaft gezogen war, wurden Teile der ABP nach Hof ausgelagert. Es ist zu vermuten, dass die Karte dort geprüft wurde.

Die bläulichen Verfärbungen auf der Vorderseite und der dicke Pinselstrich auf der Rückseite weisen auf eine chemische Untersuchung auf "Geheimtinte" hin.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
ligneN Am: 28.10.2009 13:15:25 Gelesen: 403664# 196 @  
@ Concordia CA [#187]

Die Zensur von Überseepost via Frankreich in die Schweiz erfolgte üblicherweise in den Zensurstellen von Besancon oder Pontarlier (Grenzbahnhof in die Schweiz).

Gruß
ligneN
 
Carolina Pegleg Am: 29.10.2009 05:04:54 Gelesen: 403624# 197 @  
@ Concordia CA [#187]

Auch hier wieder ein Beweis, dass ich mit dem Lesen auf den philaseiten schlicht nicht mehr nachkomme. Kriegserklärung der USA an Deutschland erfolgte am 6. April 1917, an das Habsburger Reich erst am 7. Dezember 1917. Die ersten Zensurstellen eröffneten erst in November 1917. Wir hatten keine Pläne in der Schublade und nach der Kriegserklärung musste erst dafür eine Organisation geschaffen werden, bzw. dauerte es eine Zeit bevor die Zensur von Zivilpost später in 1917 zunächst einmal gesetzlich beschlossen wurde.

Der Brief vom 9. Mai 1917 in der Schweiz war daher in den USA (noch) nicht zensiert worden. Ich meine ich hätte auf dem Internet einmal eine französischsprachige Webseite gefunden, die eine Zuordnung der Nummern der ovalen Zensurstempel zu Orten hatte. Was ligneN schreibt ist aber bestimmt richtig. Ich suche einmal nach vergleichbaren Belegen. Vielleicht kann man so noch etwas Licht in die Sache bringen.
 
AfriKiwi Am: 02.11.2009 00:25:10 Gelesen: 403471# 198 @  
Hallo Leser,

hier wieder ein geplüderte Postkarte.

Drei Marken wurden abgelöst um zu zeigen daß es eine UPU Karte ist von 19.03.45.

Von wo reicht mein griechich nicht so weit, nach Ohio, USA.

Zensurstempel schon in Griechenland #220 und dann auch US Censor #6576.

Die leichte Rechnung hätte gar nicht drauf kommen sollen.

Deutlich waren die Pferden auf in dieser Karte nicht in der Küche ! ;)

Erich


 
Sammelfreak Am: 09.12.2009 10:09:12 Gelesen: 403015# 199 @  
Hallo zusammen,

möchte hier 2 Belege aus dem Bereich Zensurpost zeigen.

Ganzsache DR MiNr. 291

Zensurbeleg nach Brasilien



Zensurbeleg nach China in die Provinz Shantung



Beide Belege stammen aus meiner Sammlung Winterhilfswerk 1933-1945.

mfg

Martin
 
ligneN Am: 09.12.2009 13:31:22 Gelesen: 402990# 200 @  
@ Carolina Pegleg [#197]

Leider gibt es betr. Frankreich-Zensur weder für WKI noch WKII ein aktuelles und systematisches Handbuch.

Meine Weisheiten habe ich aus einem französischsprachigen Sammelwerk von Aufsätzen der 50er (!) bis 70er Jahre:

Deloste, C.: Histoire Postale et Militaire de la Deuxième Guerre Mondiale 1939-1945. Paris (editions image document) 1980.

Im Ggs. zum Titel wird dort auch über Stempel aus WKI berichtet. Der Autor teilt mit, daß in Frankreich die Stempel aus WKI teils gelagert und 1939 wieder hervorgeholt wurden.

Von dort stammen die Zuordnungen an Besancon und Pontarlier für Fernost-F-CH.

Über WKII gibt es immerhin die Slg. von Lafarge:

http://o.lafarge.free.fr/php/code_eng_fr01.php

***

Grundsätzlich gibt es für Übersee Auslandspost in die Schweiz via Frankreich die Anlaufhäfen:

Cherbourg, Rouen (Nordamerika, UK und via...) Bordeaux (Südamerika), Marseille (Mittelmeer, Asien, Afrika). Diese Aufstellung ist natürlich nicht vollständig, wg. bin kein Zensurspezialist.

Evtl. hat man zu einer bestimmten Zeit im Eingangshafen zensiert. Später? hat man die Zensur dann in den Grenzbahnhöfen (Ausgang) zensiert, möglicherweise um die Informationen zentral zu erfassen?

Gruß
ligneN
 
Harald Zierock Am: 11.12.2009 15:39:05 Gelesen: 402922# 201 @  
Hallo,

Meiner Meinung nach, ist das ein Zensur Brief; auf der Rückseite kann man "opened" erkennen.

Was sind das aber für Stempel auf der Rückseite, und was bedeutet die Zahl 2617?

Harald


 
Georgius Am: 20.12.2009 17:30:39 Gelesen: 402623# 202 @  
Dies mag vielleicht keine Zensurpost im engeren Sinne sein, aber dieser Eilbrief von Lüttich nach Brüssel lief sicher über die Zentrale Militärüberwachungsstelle in Lüttich, am 27.4.1916.



Die Rückseite zeigt den Ankunftsstempel "Brüssel 28.4.16 * 1 c und wurde vermutlich nicht geöffnet, möglicherweise durchleuchtet.

Welche Bedeutung hat der rote Stempel 27 ? Wer kann mir zur Bewertung etwas mehr sagen ?

Mein Sammelgebiet ist das nicht.

Viele Grüße
Dietrich
 
Jürgen Witkowski Am: 20.12.2009 18:37:32 Gelesen: 402608# 203 @  
@ Georgius [#202]

Dieser Ellipsenstempel ist der häufigste Zensurstempel von Lüttich. Im Handbuch des Westens von Heinrich Wasels wird die Verwendungszeit von 09.01.1915 - 27.12.1916 angegeben. Im Buch von Hamacher/Ludwig "Das Generalgouvernement in Belgien 1914-1918 - Die Überwachung des Postverkehrs für die Privat-, Geschäfts- und Dienstpost" lautet der Verwendungszeitraum 24.12.1914 - 19.04.1918. In beiden Werken wertet der Stempel wegen seiner Häufigkeit 2 Euro.

Den Zeilenstempel 27 kann ich auf Anhieb nicht zuordnen. Die Stempel der Zensoren, die in beiden Werken gezeigt werden, weichen von Deinem Exemplar ab. Die Auslandstelle Aachen hatte wohl zur fraglichen Zeit ähnliche Prüferstempel, aber das scheidet bei diesem Brief aus.

Die zweite Idee war, den Stempel als Eilbotenstempel anzusehen. Allerdings habe ich ihn bisher bei keinem anderen Eilbotenbeleg aus dem Generalgouvernement Belgien finden können.

Da der Brief sauber erhalten ist, würde ich ihn persönlich bei 3-5 Euro ansiedeln. Mit etwas Glück ist er auch in 1 Euro-Kisten zu finden.

Vielleicht hat Postgeschichte noch ergänzende Informationen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Postgeschichte Am: 20.12.2009 19:24:20 Gelesen: 402597# 204 @  
@ Concordia CA [#203]

Ich teile Deine Einschätzung des roten Stempels als Eilbotenstempel. Die Form (ohne Rahmen) und auch die rote Farbe deuten auf diese Verwendung hin. Einen Eilbotenbrief mit dem Versendungsweg "Lüttich-Brüssel" habe ich nicht. Auf anderen Eilbotenbriefen habe ich diesen Stempel nicht feststellen können.

@ Georgius [#202]

Die Rückseite zeigt den Ankunftsstempel "Brüssel 28.4.16 * 1 c und wurde vermutlich nicht geöffnet, möglicherweise durchleuchtet.

Die Briefe waren offen aufzuliefern.

Gruß
Manfred
 
Georgius Am: 20.12.2009 23:38:07 Gelesen: 402581# 205 @  
@ Concordia CA [#203]
@ Postgeschichte [#204]

Herzlichen Dank Euch beiden für die ausführlichen Informationen zu dem Eilbrief.

Mit besten Sammlergrüßen
Dietrich
 
asmodeus Am: 16.01.2010 22:38:38 Gelesen: 401900# 206 @  
Wer kann mir etwas zu den Zensurstempel schreiben? Werteinschätzung wäre auch schön.

Vielen Dank



 
Hermes65 Am: 17.01.2010 12:44:48 Gelesen: 401861# 207 @  
Ich bin mir mit diesem Beleg nicht im Klaren, ob er unter dem Begriff "Zensurpost" fällt, schließlich stammt er nicht aus Kriegszeiten (gestempelt 15.3.1923). Allerdings deutet der Zettel auf der Rückseite darauf hin.
 
petzlaff Am: 20.01.2010 15:38:28 Gelesen: 401782# 208 @  
@ asmodeus [#206]

Der untere Beleg ist m.E. kein Zensurpostbeleg, der obere schon.

Spanien war im 2. Weltkrieg neutral und Valencia in Opposition gegen das Franco-Regime.

Wenn aus diesem Grund in Valencia eine Zensurkontrolle (wie durch den rückseitigen Stempel nachgewiesen) erfolgt war, kann man sehr gut nachvollziehen, dass das OKW sich ebenfalls für den Brief (zumal noch Einschreiben) interessiert und ihn geöffnet hat. Möglicherweise war der Adressat auch bekannt und stand unter irgendeinem Subversions-Verdacht.

Zum Preis fällt mir nichts ein - regelt sich halt eben aufgrund der Nachfrage. Auf alle Fälle sind beides wunderschöne Belege.

LG, Stefan
 
Jürgen Witkowski Am: 20.01.2010 16:08:07 Gelesen: 401776# 209 @  
Ein Beleg, der den normalen Postweg verlassen hat und in diesem Fall die Auslandsbriefprüfstelle in München durchlaufen hat, zählt sehr wohl zu Zensurpost.

Auf dem unteren Beleg befinden sich folgende Stempel der Auslandsbriefprüfstelle München:

Roter Einkreisstempel "A d" oben links - Durchlaufstempel,

blauer Rechteckstempel "30" unten links - Bearbeiterstempel Briefsortierung,

roter Zeilenstempel "D" - Bearbeiterstempel Briefsortierung.

Alle drei Stempel sind häufig. Der Handelswert beider Belege wird sich jeweils bei ca. 5 Euro bewegen.

Quelle: Horst Landsmann, Die Zensur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 16.02.2010 16:50:46 Gelesen: 401166# 210 @  
Bei folgender Karte gehe ich davon aus, daß es sich um einen Beleg zur Inlands-Postüberwachung während des Ersten Weltkrieges handelt, kann das aber ohne Riemer nicht 1000%ig sicher sagen. Die Karte, eine P110I, lief jedenfalls am 20.11.1916 von ROSTOCK * * f nach Cöpenick (heute Köpenick, ein Teil von Berlin). Sie zeigt aber neben dem Tagesstempel noch einen Einkreisstempel Ü.K. Rostock., den ich für einen Zensurstempel halte. Liege ich da richtig?



Beste Grüße,
Christoph
 
Jürgen Witkowski Am: 16.02.2010 17:40:44 Gelesen: 401161# 211 @  
@ reichswolf [#210]

Es handelt sich gemäß Riemer um den Stempel Nr. 3 für Rostock, der von der Inlandspostüberwachungsstelle zwischen September 1916 und Februar 1917 eingesetzt wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 16.02.2010 17:46:34 Gelesen: 401157# 212 @  
Jürgen, mein Dank wird dir ewig nachschleichen. :-)

Beste Grüße,
Christoph
 
bernd_2 Am: 24.02.2010 02:06:13 Gelesen: 401020# 213 @  
Die beiden Belege "stammen" aus Leipzig, sind aber in Frankfurt/Main abgestempelt. Wer kann dazu etwas sagen bzw. zur Aufklärung beitragen ?

Alle mir bisher vorliegenden Belege aus den sogenannten Betriebslagern. Es gab in und um Leipzig eine Vielzahl. Sind in Leipzig gestempelt.

Schon mal herzlichen Dank im Voraus.

mfsg bernd




 
Jürgen Witkowski Am: 24.02.2010 12:20:45 Gelesen: 400998# 214 @  
@ bernd_2 [#213]

Die beiden Briefe sind durch die Auslandsbriefprüfstelle in Frankfurt (Main) gelaufen, die unter anderem für die Post von und nach Frankreich zuständig war.

Vorderseitig befindet sich auf beiden Belegen der für Frankfurt typische rote Handdurchlaufstempel Ae. Ferner sind auf dem oberen Beleg noch ebenfalls für Frankfurt typische, mit Bleistift geschriebene Zahlengruppen zu sehen. Keinesfalls ausradieren!

Die rückseitigen Prüferstempel und bei dem oberen Beleg der seitliche Verschlussstreifen stellen ein weiteres Zensurmerkmal dar.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Briefe vom Interniertenlager in Leipzig auf direktem Wege zur Auslandsbriefprüfstelle nach Frankfurt gelaufen sind und dort erst nach durchlaufen der Zensurstelle in den Postverkehr eingespeist wurden. Einen entsprechenden Hinweis auf diese Vorgehensweise konnte ich der mir vorliegenden Literatur allerdings bislang nicht finden.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
bernd_2 Am: 25.02.2010 22:45:21 Gelesen: 400948# 215 @  
@ Jürgen

Danke für Deine schnellen Hinweise. Die Vorgehensweise in Bezug zu der "Lagerpost" scheint noch viele offene Fragen zu beinhalten.

Zum einen liegen Briefe / Karten mit Leipziger Stempel vor und zum anderen sind das die ersten (mir bekannten) in Frankfurt / Main abgestempelten.

Mal sehen was so noch auftaucht. Vielleicht finden sich weitere Mitglieder im Forum die etwas beitragen können.

mfsg bernd
 
Jürgen Witkowski Am: 15.05.2010 23:31:03 Gelesen: 398223# 216 @  
Diese Karte aus November 1944 lief vom britschen Ort Bournemouth-Poole in das schweizerische Solothurn. Dabei musste sie auch die britsche Zensur durchlaufen, wie der rote Zensurstempel unterhalb der Frankatur beweist. Die farbigen Striche auf der Vorder- und Rückseite stammen daher, dass die Karte mit verschiedenen chemischen Substanzen (auch Urin gehörte dem Vernehmen nach dazu) auf die Verwendung von Geheimtinte untersucht wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
petzlaff Am: 16.05.2010 10:31:18 Gelesen: 398178# 217 @  
@ Concordia CA [#216]

Schöner Beleg - der Prüfer muss aber schon eine schwere Blasenkrankheit gehabt haben :-))

LG, Stefan
 
Postgeschichte Am: 16.05.2010 11:08:08 Gelesen: 398171# 218 @  
@ Concordia CA [#216]

Hallo Jürgen,

auch im 1. Weltkrieg waren chemisch-optische Prüfungen im Einsatz. Ein weit verbreiteter Stoff zur Prüfung war Jod und Ammoniak.

Hier eine Feldpostkarte von Ostrow Gouv. Lomza (Generalgouvernement Warschau) nach Krakau (Österreich). Die Feldpostkarte war von einem Angehörigen des Polnischen Heeres (1. Poln. Inf. Regiment) verfasst worden.



Gruß
Manfred
 
Atzelhof Am: 23.08.2010 12:49:39 Gelesen: 383790# 219 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich kann zwar noch nicht Belege einscannen, doch vorab Frage an Spezialisten für Zensur und Rheinlandbesetzung:

Brief aus Mainz-Kastel mit Poststempel Mainz v. 16.9.19 wurde geöffnet und neben Verschlusszettel "CONTROLE POSTAL MILITAIRE" mit Ovalstempel "CONTROLE 115 Par l'AUTORITE MILITAAIRE" versehen. Gerichtet an "Mannheimer Ortskrankenkasse Krankenscheinausstellung (Buchstabe M.) Mannheim. Zwischen Text, auf Kuvertmitte, befindet sich ca. 2 cm runder 5-zackiger Stern im Kreis - Stempel.

Wer hat ähnlichen Zensurbrief oder kann Angaben hierzu machen?

Freundl. Gruß, K.F.
 
Postgeschichte Am: 23.08.2010 15:23:36 Gelesen: 383774# 220 @  
Hallo K.F.

bei dem Kreisstempel mit Stern handelt es sich mit Sicherheit um den bekannten französischen Zensurstempel. Hier eine Postkarte von Darmstadt nach Oberstein an der Nahe mit dem besagten Stempel.



Gruß
Manfred
 
Atzelhof Am: 24.08.2010 13:20:03 Gelesen: 383730# 221 @  
Hallo Manfred,

möchte mich recht herzlich für die Nachricht bzgl. "roter Stern" als franz. Zensurstempel bedanken.

Freudl. Gruß aus Mannheim, K.F.
 
reichswolf Am: 16.09.2010 00:09:22 Gelesen: 392915# 222 @  
Heute kann ich einen Brief vom 14.01.1947 (lt. Poststempel, lt. Inhalt jedoch vom 15.01.) von AACHEN 1 ? nach Wien zeigen. Er wurde in Österreich zensuriert, wie der Stempel Österreichische Zensurstelle - W. - 634 zeigt, der auf dem Umschlag und auf beiden Blättern des Briefes abgeschlagen wurde. Der Verschlußstreifen ist unbeschriftet, daher spare ich mir einen Scan der Rückseite.



Beste Grüße,
Christoph
 
Gerd Am: 27.09.2010 14:49:28 Gelesen: 392032# 223 @  
Den gescannten Brief soll ich zu Geld machen. Bei der Bezeichnung dafür komme ich ins schwimmen. Ich tippe auf einen Zensurbrief, weil er geöffnet wurde.

Was ist solch ein Stück wert?

Freundlichst Gerd



 
Jürgen Witkowski Am: 27.09.2010 17:05:51 Gelesen: 392018# 224 @  
@ Gerd

Der Brief ist in der auch für Rußland zuständigen Auslandsbriefprüfstelle in Berlin durch die Zensur gelaufen. Der Verschluss-Streifen wurde von März 1940 bis Februar 1941 verwendet. Die Verwendung des roten Handprüfstempels ist für die Zeit von Juli 1940 bis November 1941 dokumentiert.

Falls die russische Frankatur nicht irgendwelche Besonderheiten aufweist, liegt der Handelspreis für derartige Belege nach meiner Erfahrung zwischen 3 und 5 Euro.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Gerd Am: 28.09.2010 17:16:01 Gelesen: 391996# 225 @  
Ganzsache P227 nach Belgrad

Hallo,

ist die abgebildete Karte unter Feldpost einzustufen? Ich komme darauf wegen des roten Stempels, der als Stempel des Oberkommandos der Wehrmacht sein soll. Und was bedeuten die Zahlen unter der Adresse?

Gerd


 
Jürgen Witkowski Am: 28.09.2010 18:24:43 Gelesen: 391980# 226 @  
@ Gerd

Es handelt sich um eine Postkarte von Auschwitz nach Belgrad in Jugoslawien, die in Wien durch die Auslandsbriefprüfstelle gelaufen ist.

Der rote Maschinenprüfstempel wurde zwischen Oktober 1940 und Mai 1941 eingesetzt. Die kleinen Stempel und handschriftlichen Ergänzungen und Kürzel wurden von den einzelnen Prüfern aufgebracht. Auch der grüne Haken, der durch die Anschrift geht, ist ein Prüfvermerk.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Gerd Am: 28.09.2010 19:33:06 Gelesen: 391963# 227 @  
Danke Dir Jürgen.

Kannst Du mir auch in Sachen SBZ Block 1 helfen ?

Zu dem Brief aus Auschwitz nach Beograd, wenn ich diesen zur Auktion geben würde, was müßte ich da für einen Ausruf eintragen. In etwa?

Freundliche Grüße Gerd
 
Jürgen Witkowski Am: 28.09.2010 20:02:11 Gelesen: 391960# 228 @  
@ Gerd

Ich halte 5 - 7 Euro für angemessen, falls nicht das Thema Auschwitz oder der Karteninhalt für Spezialsammler von Interesse sind und den Preis beeinflussen. Das kann ich nicht beurteilen.

Beim SBZ-Block kann ich leider nicht weiter helfen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
reichswolf Am: 29.09.2010 18:24:37 Gelesen: 391898# 229 @  
@ Concordia CA [#354]

Den Zensurstempel Überwachungsstelle des VIII. Armeekorps * Trier * Frei- gegeben gibt es natürlich auch auf Belegen in die andere Richtung, also von Deutschland nach Luxemburg. Hier kann ich ihn auf einer Kartenserie von 1917 zeigen. Alle Karten sind frankiert mit einer MiNr. 99, welche jeweils mit dem Maschinenstempel AACHEN * 1 V entwertet wurden. Zum Porto lese man im Thema: Briefe der " Inflationszeit " vom 1.8.1916 - 30.4.1920 die Beiträge #78ff.

28.01.1917



31.01.1917, hier zusätzlich mit dem Zensurstempel Aachen-Stadt * P.K. * zu befördern, wobei das Wort befördern scheinbar gestrichen wurde (warum?).



05.02.1917



08.02.1917



Beste Grüße,
Christoph
 
reichswolf Am: 09.12.2010 21:19:08 Gelesen: 388147# 230 @  
Heute möchte ich einen Brief vom 24.04.1947 von Aachen nach New York vorstellen. Frankiert wurde er korrekt mit je einer MiNr. 922 und 933 der Gemeinschaftsausgaben der Alliierten Besetzung, diese wurden mit dem wiederverwendeten DR-Stempel AACHEN 1 c entwertet. Der Brief wurde von einem Zensor geöffnet und mittels des Verschlußstreifens OPENED BY EXAMINER 5156 P.C.90. wieder verschlossen. Dann erhielt er noch den Stempel BRITISH CENSORSHIP * GERMANY * 0476.



Beste Grüße,
Christoph
 
rostigeschiene Am: 10.12.2010 00:09:34 Gelesen: 388126# 231 @  
@ reichswolf [#230]

Hallo Christoph.

Der von Dir vorgestellte Beleg lief über die Zensurstelle in Bonn. Der Zensurstempel hat im Riemer die Nummer B-6 und wurde ab Dezember 1946 eingesetzt.

Auch bei mir gibt es einige Belege die die Zensur über sich haben ergehen lassen.

Hier eine portopflichtige Dienstsache der Universität in Bonn nach Altenbeken/Westf.

Die auch gleich in der Zensurstelle Bonn gesichtet wurde. Zeugnis darüber gibt der Stempel mit der Inschrift „MILITARY CENSORCHIP CIVIL MAILS und der Nummer 19011“.Dieser Stempel hat bei Riemer die Nr. B-5 waren vom Herbst 1945 bis zum Frühjahr 1947 in Gebrauch.

Der Verschlussstreifen hat bei Riemer die Nr. B-101 und trägt unter der Krone die vierzeilige Inschrift „OPENED BY EXAMINER 3209 PC.90.“. Die Nummer auf dem Verschlussstreifen ist in keinem Fall identisch mit der Stempelnummer, was daher kommt das diese Streifen im Krieg im britischen Königreich Verwendung fanden und nun in der Besatzungszone aufgebraucht wurden.

Was in dem kleinen Kastenstempel steht rate ich immer wieder aufs Neue wenn mir dieser Brief in die Finger kommt.




Gruß Werner
 
Postgeschichte Am: 10.12.2010 00:45:23 Gelesen: 388123# 232 @  
@ rostigeschiene [#231]

Hallo Werner,

in dem Rechteckstempel dürfte "Nachgebühr..." stehen. Dies meine ich aus dem Stempelfragment zu erkennen.

Gruß
Manfred
 
gründi Am: 15.12.2010 18:15:30 Gelesen: 387750# 233 @  
Hallo zusammen, ich habe heute in einem Briefe Lot diese Karte gefunden.

Auf der Karte ist ein Stempel "British Censorship" zu finden, was hat die Nummer im Stempel zu bedeuten?

Kann jemand etwas genaueres dazu sagen?

lg

Florian


 
Jürgen Witkowski Am: 15.12.2010 20:00:40 Gelesen: 387733# 234 @  
@ gründi [#233]

Es handelt sich um einen Prüferstempel der britischen Prüfstelle in Hamburg, die sich in der Graf-Goltz-Kaserne in Hamburg-Rahlstedt befand. Durch die Nummer, in diesem Fall 2713, konnte der Stempel einem einzelnen Prüfer zugeordnet werden.

Zum Vergleich ein amerikanischer Zensurstempel aus dem amerikanischen Sektor von Belin.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Konina Am: 20.01.2011 21:13:36 Gelesen: 385374# 235 @  
Hallo,

nachfolgend ein interessanter Beleg aus meinem Sammelgebiet Stalingradfeldpost

- Luftpostbrief vom 19.10.42 als Einschreiben + Eilpost aus Rom an Frau Heuwinkel in Bremen
- Ital. Zensur – Verschlussstreifen + Stpl.
- OKW-Zensur - Verschlussstreifen + Stpl.

Rückseite: 23.10-42 Ankunftsstpl. Bremen

Der Brief konnte nicht zugestellt werden, hs. RS.: Empfängerin verstorben
- hs. nachzusenden an Ehemann! 29.10.42
- Feldpostnormstempel vom 15.11.42

Vorderseite:

- Aufkleber
Gefr. Heuwinkel
FpNr. 46958 = Panzer-Rgt.2 - ohne Div.-Zugehörigkeit
Einsatz in Stalingrad

- Feldpost- Zensur – Verschlußstreifen + Stpl.
- div. Prüfstempel

Konrad
(Konina)




 
Aare Am: 30.01.2011 12:12:03 Gelesen: 384230# 236 @  
Zensur Schweiz-Deutschland

Wer kennt den roten Stempel "N*? Es handelt sich um eine Karte vom 3.12.39.


 
Jürgen Witkowski Am: 30.01.2011 12:30:54 Gelesen: 384224# 237 @  
Aare [#236]

Ist es Dir möglich, den gesamten Beleg mit Vorder- und Rückseite zu zeigen? Ich glaube, in dem Stempel über der Anschrift das Jahr 1944 zu erkennen.

Bis Ende März 1943 war die Auslandsbriefprüfstelle (ABP) in Fankfurt für die Post von und nach der Schweiz zuständig, danach die ABP in München. Eine genauere Zuordnung des Beleges wäre wichtig zur Bestimmung des Stempels.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Aare Am: 30.01.2011 12:44:09 Gelesen: 384218# 238 @  
@ Concordia CA [#237]

Du hast natürlich recht: 3.12.44. hier aber trotzdem der ganze Beleg.


 
Jürgen Witkowski Am: 30.01.2011 13:10:15 Gelesen: 384215# 239 @  
@ Aare [#238]

Es handelt sich um einen Prüfervermerk der Auslandsbriefprüfstelle München aus der Gruppe Sortierung. Die Buchstaben A -Z sowie Ä wurden zwischen November 1943 und April 1945 in schwarzer und roter Farbe in der Regel unten rechts abgeschlagen.

Der große Einkreis-Zensurstempel ist übrigens in dieser beschädigten Form laut Landsmann, "Die Zensur von Zivilpost im 2. Weltkrieg" bisher nur im Oktober und November 1944 nachgewiesen. Dein Beleg zeigt, dass er wohl auch noch Anfang Dezember in Gebrauch war.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Latzi Am: 30.01.2011 17:49:08 Gelesen: 384167# 240 @  
Hallo,

hoffentlich bin ich bei Zensurpost mit meinem Wertbrief in die Schweiz von 1915 richtig. Der Wertbrief hat zwar keine Vermerke der Zensur, ober dafür rückseitig einen Vermerk mit Siegel des Aufgabepostamts wonach die Verpackung des Briefes überwacht wurde.

Handelt es sich hierbei um eine spezielle Zensurart für Wertbriefe, die ja versiegelt geschickt wurden? Wurde hierbei nur der Inhalt des Umschlages oder auch eine Zensur der schriftlichen Mitteilungen vorgenommen?

Es grüßt ein ratloser
Lars



 
Postgeschichte Am: 30.01.2011 19:23:05 Gelesen: 384152# 241 @  
@ Latzi [#240]

Hallo Lars,

der Inhalt wurde nicht überprüft, sondern nur der Umschlag. Da die Post bei Beschädigung oder Verlust der Sendung Ersatz leisten mußte, war die Kontrolle eines Wertumschlages erste Pflicht. Der Umschlag wurde einer visuellen Kontrolle auf Beschädigung des Umschlages selbst oder der Siegel unterzogen und ggf. einer Gewichtsnachprüfung. In der Regel wurden diese Feststellungen (auch Gewichtsnachprüfungen) handschriftlich auf dem Umschlag vermerkt. Bei Wertsendungen in das Ausland erfolgte diese Überprüfung meist bei den Grenzübergangspostämtern oder den für den Auslandsverkehr beauftragten Postämtern zwecks Dokumentation der eigenen Schadenersatzpflicht bis zur Übergabe an die fremde Postverwaltung. Der Vermerk ist keine Zensur.

Mit philatelistischem Gruß
Manfred
 
Latzi Am: 30.01.2011 21:06:46 Gelesen: 384133# 242 @  
@ postgeschichte

Kannst Du Beispiele für ähnliche Vermerke zeigen. Meine (wenigen) anderen Wertbriefe Germania haben keine.

Eventuell bin ich von meinem Schwerpunkt Elsass-Lothringen etwas verblendet, aber müßte ein Auslandsbrief in die Schweiz nicht grundsätzlich durch die Zensur?
 
Postgeschichte Am: 30.01.2011 21:51:43 Gelesen: 384118# 243 @  
@ Latzi [#242]

Hallo Lars,

Du hast natürlich vollkommen Recht, daß Auslandsbriefe der Zensur unterlagen. Diese Zensur wurde bei den Postämtern durchgeführt, bei denen die Wertbriefe aufgeliefert wurden. Die Auflieferung bei Postagenturen, Posthilfstellen und durch die Landbriefträger war verboten. Der Wertbrief war offen vorzulegen und unter Überwachung der Beamten zu verschließen und zu versiegeln. Die erfolgte Überwachung war durch einen deutlichen Schwarzabdruck des Dienststempels oder Dienstsiegels auf der Rückseite zu bescheinigen. Der Stempel "Verpackung überwacht. / Postannahme", den ich so auch noch nicht gesehen habe, steht im Zusammenhang mit dieser Zensur. Durch eine andere Ausarbeitung habe ich mich offensichtlich fehlleiten lassen. Einen ähnlichen Beleg kann ich Dir im Moment leider nicht zeigen.

Gruß
Manfred
 
Manne Am: 21.02.2011 16:16:28 Gelesen: 382053# 244 @  
Hallo zusammen,

im Anhang drei Briefe aus Jugoslawien nach Deutschland, die im zweiten Weltkrieg geöffnet wurden.

Gruß
Manne






 
Manne Am: 22.02.2011 18:26:39 Gelesen: 381940# 245 @  
Hallo,

noch einer aus Schweden.

Gruß
Manne



 
Manne Am: 23.02.2011 18:43:25 Gelesen: 381885# 246 @  
Hallo,

noch einer aus der Schweiz.

Gruß
Manne



 
Jürgen Witkowski Am: 03.04.2011 20:42:38 Gelesen: 378284# 247 @  
Auf dem heutigen Großtauschtag in Essen stand ich zusammen mit drmoeller_neuss an einem Händlerangebot von Postkarten für 50 Cent je Stück. Dabei haben wir bei der Postkarte miteinander diskutiert, ob es sich bei dem roten Einkreisstempel mit fünfzackigem Stern um einen Kinderpost- oder einen Zensurstempel handelt.

Die Postkarte ist von Worms nach Nancy, Frankreich, gelaufen. Der Aufgabestempel von Worms stammt vom 14.6.19.

Nun habe ich die Antwort auf die Frage im Handbuch und Katalog "Die Postzensur", Band I von Wolter gefunden. Er schreibt im Kapitel Nachkriegszensuren 1919-1923, Französische Zone:

"... Gleichzeitig und später noch ist ein einfacher Kreisstempel (9 bis 21 mm Durchmesser) mit einem fünfzackigen Stern in roter Farbe (sehr selten violett) zu finden. Angeblich diente er als Kennzeichen nicht zu kontrollierender Sendungen; er scheint jedoch auch als Bestätigungsstempel einer Zensurierung fungiert zu haben."

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
reichswolf Am: 06.05.2011 22:26:34 Gelesen: 375929# 248 @  
Heute habe ich die folgende Karte bekommen, eine P2 der Landespost in Belgien. Aufgegeben wurde sie am 07.06.1916 in BRUSSEL 1 BRUXELLES 1 I D. Gelaufen ist sie nach HEER ARENDSKERKE in Zeeland (Niederlande). Da zu diesem Zeitpunkt alle Post von und nach Belgien in Aachen zensiert wurde, lief auch diese Karte durch die Prüfstelle im Aachener Karlshaus. Von dort stammen die zwei Stempel Auslandstelle Aachen * Frei- gegeben und 28. Doch auch die Niederländer haben die Karte noch einmal zensiert, wie der Stempel CENSUUR GEPASSSEERD zeigt. Wo allerdings diese letzte Zensur stattfand, kann ich nicht sagen, evtl. mag das ja noch jemand ergänzen, wenn es denn jemand weiß.



Beste Grüße,
Christoph
 
Postgeschichte Am: 06.05.2011 22:48:52 Gelesen: 375926# 249 @  
@ reichswolf [#248]

Hallo Christoph,

ich lese auf der Karte:

Madam De Voogd
??. Heern Arenskerke
Zelande
Hollande

Die Abkürzung vor Heern ist mir nicht bekannt. Könnte soviel wie bei oder c/o. heißen.

Die Karte ging also an eine Frau de Voogd, die bei einem Herrn Arenskerke in Zelande wohnte. Die Zensur in Holland erfolgte vermutlich aus dem gleichen Grunde, wie in Aachen, schließlich herrschte Krieg.

Gruß
Manfred

[Auf Wunsch von reichswolf wurde die "Abkürzung vor Heern" am 18.06.14 redaktionell entfernt]
 
reichswolf Am: 06.05.2011 23:09:08 Gelesen: 375923# 250 @  
@ Postgeschichte [#249]

Hallo Manfred,

's-Heer Arendskerke ist eine Gemeinde in der Nähe von Goes in Zeeland. Deshalb hatte man dort auch einen Poststempel, wie auf der Karte zu sehen ist. ;-) In einem Privathaushalt hätte es den wohl nicht gegeben.

Der Grund für die Zensur ist klar, nur der Ort ist mir unbekannt.

Beste Grüße,
Christoph
 
Postgeschichte Am: 06.05.2011 23:51:45 Gelesen: 375914# 251 @  
@ reichswolf [#250]

Hallo Christoph,

es mag schon sein, daß ´s-Heer Arendskerke eine Gemeinde in Zeeland ist, aber lese noch immer ? Heern Arenskerke. :-))

Gruß
Manfred
 
reichswolf Am: 06.05.2011 23:58:33 Gelesen: 375912# 252 @  
@ Postgeschichte [#251]

Ich auch, aber im Ankunftstempel steht halt eindeutig, was wirklich gemeint ist. Solche falsch geschriebenen Ortsnamen finden sich eigentlich auch recht häufig. Ich jedenfalls würde meinen rechten Arm darauf verwetten, daß meine Deutung richtig ist. ;-) Mal sehen, ob noch jemand anderes was dazu sagen möchte.

Beste Grüße,
Christoph
 
reichswolf Am: 13.05.2011 18:30:50 Gelesen: 375443# 253 @  
Hallo zusammen,

ich habe vorhin einen niederländischen Spezialisten für Feldpost, Zensuren usw. angemailt um zu erfahren, wo genau denn die Karte aus [#248] durch die Niederländer zensiert wurde. Die Antwort kam super fix, die Zensur fand in Breda statt. Der Einzeiler CENSUUR GEPASSSEERD mit 49mm Breite wurde dort von Februar 1916 bis Juni 1917 verwendet.

Die Homepage des niederländischen Sammlerfreundes ist einen Blick wert: http://www.veldpost-nl.eu/

Beste Grüße,
Christoph
 
rainern1 Am: 28.05.2011 10:43:20 Gelesen: 371211# 254 @  
Ist das eine Zensur ?

Die Karte wurde am 10.12.1938 von Oberammergau nach Klagenfurt geschickt. Die Ostmark gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits zum Deutschen Reich.

Die Frage bezieht sich auf den ausgebalkten Text: Ist das eine Zensur oder hat der Absender einen Text selbst ausgebalkt ?

Mit besten Grüßen
Norbert


 
Postgeschichte Am: 28.05.2011 13:13:38 Gelesen: 371172# 255 @  
@ rainern1 [#254]

Hallo Norbert,

es könnte sich um eine Zensurierung handeln. Wer die Durchbalkung vorgenommen hat, lässt sich aber zweifelsfrei nicht ermitteln, da ein Stempel der Zensurstelle, der einen Bezug zu dieser herstellen könnte, fehlt. So lässt sich nur vermuten, daß es sich um eine Maßnahme der Zensurstelle handelt.

Gruß nach Wien auch an die Gattin
Manfred
 
rainern1 Am: 28.05.2011 14:44:14 Gelesen: 371157# 256 @  
Das freut mich sehr, wieder etwas von Ihnen gehört zu haben!

Ein Hinweis auf eine Durchbalkung durch den Absender ist der Text "ein Treffen" unter der Durchbalkung. Vielleicht hat der Absender in letzten Augenblick das Treffen absagen müssen.

Ich hoffe, dass vergleichbare Belege gemeldet werden.

Herzliche Grüße, auch an Ihre Frau
Norbert
 
gründi Am: 15.07.2011 13:40:12 Gelesen: 369996# 257 @  
Postkarten Stempel "geprüft - m(it) zu befördern" - Wer weiß mehr ?

Hallo zusammen,

ich habe gestern in einem Briefe Lot zwei Postkarten gefunden, deren Stempel ich mir nicht erklären kann.

Zum einen eine Pk aus Metz, vom 15.6.1917 nach Traunstein in Oberbayern. Neben dem üblichen Poststempel befindet sich in der oberen Mitte der Karte ein blaufarbener Stempel "Metz - geprüft m zu befördern".

Was bedeutet der Stempel und warum musste die Karte geprüft werden?

Des weiteren eine zweite Karte, die obere auf dem Scan, aus Loberich vom 30.10.1918, ebenfalls nach Traunstein in Oberbayern. In der oberen Mitte der Karte befindet sich kein Kreisstempel, nur ein Schriftzug "Kempen P.K. zu befördern".

Ich frage mich auch hier, warum diese Karte kontrolliert wurde.



Wer weiß mehr?

Mit freundlichen Sammlergrüßen

Florian
 
rostigeschiene Am: 15.07.2011 13:58:47 Gelesen: 369986# 258 @  
@ gründi [#257]

Hallo Florian

1917 war Krieg und alle Post wurde einer Zensur unterworfen. Es könnten ja Kriegswichtige (entscheidende) Geheimnisse mit der Post befördert werden. Obwohl diese, vermeintliche verräterischen Nachrichten, bestimmt nicht auf einer Ansichtskarte versendet wurden, wurde alles geprüft.

Der Stempel P.K. (Post Kontrolle) zeugt davon, es gab aber auch andere Ausführungen dieser Zensurstempel, wie Dein Beispiel aus Metz zeigt.

Werner
 
Postgeschichte Am: 15.07.2011 14:03:24 Gelesen: 369981# 259 @  
@ gründi [#257]

Hallo Florian,

bei den beiden Stempeln mit der Inschrift "... zu befördern" handelt es sich um Zensurstempel, die während des 1. Weltkrieges für den Auslands- und teilweise auch für den Inlands-Postverkehr eingesetzt wurden.

Zur 1. Karte: Zensurstempel von Kempen im Rheinland, etwa 15 km von der Niederländischen Grenze entfernt. Die Zensurstelle Kempen wurde erst Ende 1918 eingerichtet. Daher ist dieser Stempel seltener als der folgende und wird bei Riemer mit 30 Wertpunkten bewertet.

Zur 2. Karte: Zensurstempel von Metz, der Hauptstadt des Regierungsbezirkes Lothringen, lag ca. 17 km von der französischen Grenze entfernt. Da Elsaß/Lothringen nach dem Krieg 1870/71 wieder zum Deutschen Reich kam, war dieses Gebiet seit Beginn des 1. Weltkrieges "unter Beobachtung" (durch die u.a. dort lebende französische Bevölkerung) und der Postverkehr auch teilweise eingeschränkt und z.T. auch ganz eingestellt gewesen. Zensuriert wurden sowohl Auslands- als auch Inlandspost. Der Zensurstempel Metz ist in verschiedenen Formen relativ häufig zu finden. Der Stempel von Metz dürfte die Nr. 478 nach Riemer sein und wird mit 2 Wertpunkten bewertet.

Gruß
Manfred
 
gründi Am: 15.07.2011 14:26:32 Gelesen: 369973# 260 @  
Hallo Werner, hallo Manfred,

vielen Dank euch beiden für die hilfreichen Erklärungen.

Sie haben mir sehr weiter geholfen.

Liebe Sammlergrüße

Florian
 
Martinus Am: 22.07.2011 21:23:39 Gelesen: 369995# 261 @  
Hallo,

auf der Rückseite eines Briefes der SBZ habe ich diesen Stempel gefunden. Wer kann mir helfen, um was es sich da handelt?



lg Martinus
 
Jürgen Witkowski Am: 22.07.2011 21:45:06 Gelesen: 369989# 262 @  
@ Martinus

Die Abbildung der Vorderseite des Briefes hätte die Recherche sehr vereinfacht.

Es handelt sich um einen Zensurstempel der sowjetischen Zensurstelle Halle (Saale), die von April 1947 bis etwa Ende Mai 1950 aktiv war.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Martinus Am: 22.07.2011 21:48:23 Gelesen: 369986# 263 @  
@ Concordia CA



Hier wie gewünscht die Briefvorderseite und einem Danke !

mit Sammlergruß Martinus
 
kauli Am: 23.09.2011 22:38:57 Gelesen: 363277# 264 @  
Hallo zusammen,

Wer weiß was die 41 in dem großen Kreis bedeutet. Die anderen Stempel sind mir bekannt, nur bei dem wüßte ich gerne welchen Zweck er erfüllt hat.



Grüße aus Berlin
kauli
 
Heinz 1 Am: 20.10.2011 21:32:37 Gelesen: 335442# 265 @  
Welche Zenzurstelle ?

Hallo zusammen,

wer kann mir sagen wo der abgebildete Brief zensiert wurde? Es ist von Aachen über New York wieder zurück nach Aachen gelaufen. Es sollte eigentlich nach Jeumont in Belgien gehen (in der Nähe der französischen Grenze).

Abgesandt am 18.1.1921, in New York am 2.1.1921 und in Aachen wieder Zurück am 24.2.1921.



Der Text auf dem Zensurstreifen ist: Auf Grund der Verordnung vom 15. November ???? (Reichsgesetzblatt S. 1324). Über dem Text steht noch die Zahl "24". Die Rautenstempel der Zensurstelle haben die Zahl 13. Wer weiß wo der Brief zensiert wurde und wie ist der vollständige Text des Zensurstreifens ist.

Im voraus möchte ich mich schon einmal herzlich bedanken für die Hilfe.

Heinz
 
Postgeschichte Am: 20.10.2011 22:16:01 Gelesen: 335433# 266 @  
@ Heinz 1 [#265]

Hallo Heinz,

es handelt sich um eine Devisenkontrolle bei der Postüberwachungsstelle Köln-Deutz. Hier erfährst Du mehr über die Devisenkontrolle.

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?&ST=991&page=0

Gruß
Manfred
 
Heinz 1 Am: 20.10.2011 22:28:40 Gelesen: 335427# 267 @  
@ Postgeschichte [#266]

Hallo Manfred,

herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

Viele Grüße Heinz
 
Marie Gerwarth Am: 26.01.2012 23:53:45 Gelesen: 346566# 268 @  
Hallo,

ich habe vor einiger Zeit alte Briefe und Briefmarken aus dem damaligen Deutschen Reich bekommen.

Ich wuerde es riesig schätzen, wenn mir jemand sagen würde, was sie wert sind.


 
Georgius Am: 28.01.2012 14:22:20 Gelesen: 346266# 269 @  
@ Marie Gerwarth [#268]

Entschuldigung Marie,

wenn ich mich hier einmische. Die rechte Abbildung zeigt eine sog. Ersttagskarte (nach Michelkatalog), die als Postkarte so befördert werden durfte. Die Marken haben mit dem Deutschen Reich allerdings nichts zu tun, denn sie erschienen 3 Jahre nach dessen Ende. Die Einzelmarken werden gestempelt mit 5,00 € bewertet.

Die Karte könnte zwischen 5 und 10 € liegen, wenn ich berücksichtige, daß der FDC bei Michel mit 18,00 € bewertet wird, die Karten aber wesentlich häufiger zu finden sind. Zur linken Abbildung kann ich nichts sagen, da ich die Vorderseite nicht sehe.

Beste Sammlergrüße
Georgius
 
Georgius Am: 28.01.2012 15:37:48 Gelesen: 346251# 270 @  
Kleiner Nachtrag: Ein bekannter Briefmarkenhändler bietet zwei dieser Ersttagskarten mit verschiedenen Unterscheidungsbuchstaben (UB) zu 14,95 € an. Das fiel mir soeben in die Hände.

Gruß
Georgius
 
Marie Gerwarth Am: 31.01.2012 01:34:06 Gelesen: 345911# 271 @  
@ Georgius [#269]

Lieber Georgius,

danke so sehr für Deine Hilfe! Hier ist die Vorderseite:



Lieber Georgius,

ich wollte mich noch einmal ganz herzlich bedanken fuer Deine Hilfe. Dies sind meine ersten Briefmarken und ich finde das alles sehr interessant.

Alles liebe
von Marie
 
Georgius Am: 01.02.2012 13:27:29 Gelesen: 345688# 272 @  
@ Marie Gerwarth [#271]

Hallo Marie,

von den Spezialisten hier im Forum für Zensurpostbelege wirst Du bestimmt eine kompetente Antwort erwarten können. Mein Gebiet ist das jedoch nicht.

Viele Grüße
Georgius
 
Germaniafan Am: 23.05.2012 09:06:13 Gelesen: 331676# 273 @  
Ich habe hier eine Fernpostkarte von Mainz nach Gries/Elsass vom 05.08.1914 die einen Dreizeilen-Prüfstempel der Inlandsposüberwachungsstelle Straßburg zeigt.





Ich erlaube mir aus dem Buch von Karl Heinz Riemer "Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen 1914-1918" zu zitieren.

(3) Drei-Zeilenstempel in provisorischer Herstellung und dem Text "Strassburg Els./Gepr. u. zu beförden/Post Commission" Abb.683. Der Abschlag in schwarzer und blauschwarzer Farbe liegt in den ersten Tagen des August 1914 vor. Es gibt auch Abschläge, wo "Els." auf dem Kopf stehend vorliegt. Ob es von dieser Art zwei Stempel gab, müssen weitere Funde klären.



(4) Drei-Zeilenstempel dieser Fertigung mit dem Text "Straßburg Els/gepr.und zu befördern/Post-Comm." Die Abschläge in violetter Farbe liegen auf Karten vor die den Poststempel vom 31. Juli 1914 tragen! Der Stempel soll auch mit der "1" hinter "Els." vorliegen.

Der gezeigte Stempel weist sowohl Übereinstimmungen im Text und der Stempelfarbe von den unter (3) und (4) beschriebenen Stempeln auf. Ich tendiere zu einer Einordnung unter dem Stempel (3) auch wenn im vorliegenden Fall die Stempelfarbe nicht passt. Interessant ist das Kopfstehende E in "Els." sowie die zusätzliche "1" hinter "Els." Könnte es sich um den unter (3) beschriebenen vermutlichen 2ten Stempel handeln ?

Auf Eure Meinungen bin ich gespannt.

Schöne Grüße
Guido
 
Postgeschichte Am: 23.05.2012 09:38:23 Gelesen: 331668# 274 @  
@ Germaniafan [#273]

Hallo Guido,

herzlichen Glückwunsch zu der Karte. Die provisorischen Stempel von Strassburg sind nicht gerade häufig gesäht. Hinzu kommt noch, daß es sich hierbei vielleicht um einen won Karl-Heinz Riemer zwar bezeichneten, aber noch nicht gezeigten Stempel handeln könnte. Ich würde den Stempel aber unter der von Riemer klassifizierten Nr. 4 sehen, da er hier mehrere Übereinstimmungen zeigt, sowohl in der Farbe, als auch in der ersten Textzeile:

Der Stempel soll auch mit der "1" hinter "Els." vorliegen.

Die "1" hinter Els. ist übgrigens ein kleines L, welches oft als Ersatz für die Zahl 1 genommen wurde. Markant an deinem Stempel ist das große "S" in Els. Daher kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß es sich um einen neuen (vielleicht einem der von Riemer genannten aber nicht gezeigten drei Zeilenstempel) handelt.

Wo du allerdings ein kopfstehendes "E" entdeckt haben willst, kann ich nicht nachvollziehen. Riemer sprach übrigens von einem kopfstehenden "Els.". Vermutlich hat dich dieser Hinweis auf die Einordnung zur Nr. 3 geführt, die aber aus o.a. Gründen nicht zutrifft.

Strassburg ElS. l
Gepr. u. zu befördern
Post Commission


Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Henry Am: 23.05.2012 09:45:39 Gelesen: 331664# 275 @  
@ Postgeschichte [#274]

Hallo Manfred,

in der vergrößerten Abb. des abgeschlageneen Stempels würde ich das nur halb vorhandene E von Els ebenfalls als kopfstehend betrachten.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Postgeschichte Am: 23.05.2012 10:34:41 Gelesen: 331649# 276 @  
@ Henry [#275]

Hallo Henry,

in einem nur teilweise und verstümmelt abgeschlagenen "E" ein kopfstehendes zu erkennen, alle Achtung. Andere haben bei einem vollständig abgeschlagenen schon Probleme, ein solches zu sehen.

Also mal Ernsthaft. Woran willst Du das festmachen?

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Germaniafan Am: 23.05.2012 10:40:43 Gelesen: 331648# 277 @  
@ Postgeschichte und Henry [#273] [#274]

Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ich tendiere deshalb zu Stempel (3) da bei dem unter Stempel (4) bezeichneten Stempel "Post Commission" nicht ausgeschrieben wurde.

Hier nochmal ein Ausschnitt zum kopfstehenden E (spiegelverkehrt wäre wohl der bessere Ausdruck) von "ElS."



Ob es sich bei der nachfolgenden 1 tatsächlich um ein kleines l handelt kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Schöne Grüße
Guido
 
Henry Am: 23.05.2012 14:37:21 Gelesen: 331605# 278 @  
@ Postgeschichte [#276]

Hallo Manfred,

ich sehe bei der oberen Linie links einen Abstrich, umgekehrt stehend also den unteren E-Strich, der (richtig stehend) links vom senkrechten Strich übersteht und rechts den normalen Aufwärtsbogen hat, wie es auf der schematischen Zeichnung ersichtlich ist. Das darunter befindliche liegende T sieht für mich durchaus wie der Mittelbalken des E aus, der nach oben und unten mit einem Strich begrenzt ist. Eine Berührung mit dem Fußstrich liegt nicht vor und der Mittelbalken liegt im Vergleich mit den anderen Buchstaben ziemlich in der Höhenmitte. Lässt für mich also schon den Schluß zu, dass es sich um ein E handelt. Für eine andere Lesart ist mir der Abdruck zu sauber und nach den vorliegenden Äußerungen ging ich davon aus, dass dort ein E vorhanden sein muss. Sieht ja auch so aus, als ob die Stempel von Hand gesetzt werden mussten und da kann das E schon mal unbemerkt kopfstehend montiert worden sein. Außerdem bin ich Linkshänder und in der Spiegelschrift von Geburt an geübt (kein Scherz).

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Germaniafan Am: 27.05.2012 10:10:25 Gelesen: 331134# 279 @  
zu [#273]

Ich habe den fraglichen Stempel mal dem Vorsitzenden der Arge Zensurpost e.V. Herrn Vogt vorgestellt. Herr Vogt war so freundlich und hat den Spezialisten der Societe Philatelique Alsace Lorraine Monsier Frick befragt.

Nach dessen Einschätzung ist der Stempel unter Riemer 4 einzuordnen. Von diesem Stempel wurden einige Unterarten (4a-e) gefunden unter anderem mit dem Schreibfehler "z beförbern" sowie verschiedene Schreibweisen bzw. Abkürzungen bei "Post Commission" sowie dem "und" bzw. "zu" in der Inschrift.

Die Societe Philatelique Alsace Lorraine wird voraussichtlich 2014 ein Buch veröffentlichen bei dem unter anderen diese Stempeltypen aufgeführt werden. Ein Auszug des Entwurfs liegt mir vor.

Um dem noch erscheinden Buch nicht vorzugreifen hier nur mal ein kleiner Ausschnitt des Stempels der unter 4d aufgeführt ist, jedoch das "E" nicht spiegelverkehrt eingesetzt ist.



In wie weit diese Unternummern noch verändert bzw. ergänzt werden wir abzuwarten bleiben.

Herzlichen Dank auch auf diesem Weg an Herrn Vogt und an Monsieur Frick sowie an Postgeschichte und Henry hier im Forum.

Schöne Grüße
Guido
 
Gisi Am: 13.08.2012 05:19:00 Gelesen: 322614# 280 @  
@ Concordia CA [#101]

Hallo Concordia,

fast 2 Jahre später fällt mir ein "censorship-Stempel" auf der 924 in die Hände.

Gruss,
Gisi


 
Germaniafan Am: 03.11.2012 17:16:47 Gelesen: 314663# 281 @  
Schönen guten Abend ins Forum.

Ich habe hier einen Beleg der Postüberwachungsstelle Emmerich.



Im Handbuch von Karl Heinz Riemer "Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen 1914 -1918 ist dieser Stempel auf Seite 87 zwar aufgeführt, aber nur die Nr. 2-4. Die Nr. 6 ist in dem Buch nicht aufgeführt. Der vorliegende Stempel hat wie die Nummern 2-4 einen Durchmesser von 31 mm.



Hier noch die Bildseite der Ansichtskarte vom 4.9.1915.

Kann jemand was zu diesem Stempel sagen ?

Schöne Grüße
Guido
 
chuck193 Am: 04.11.2012 14:35:23 Gelesen: 314592# 282 @  
@ Postgeschichte [#276]

Hi Manfred,

wenn man das ganze umdreht, scheint das schon anders erscheinen. Guck Dir mal die Abbildung genau an.

Schöne Grüsse,
Chuck


 
juni-1848 Am: 30.12.2012 23:08:31 Gelesen: 310486# 283 @  
@ kauli [#264]

Moin Dieter,

habe just einen solchen zur Hand:



Aber erst die Rückseite gibt Klarheit:



Ab dem 1.1.1942 waren für Briefe, Postkarten, Drucksachen etc. nach Italien Inlandsgebühren zu zahlen.

Auf diesem Brief vom 24.2.1943 ab Cuxhaven klebt zusätzlich die Luftpostgebühr.
Ob der Brief allerdings in die Lüfte abgehoben hat, wage ich zu bezweifeln -
zumal er in der Auslandsbriefprüfstelle München (Kennbuchstabe d der rechten viol. OKW-Zensur) durch unzählige Hände gegangen ist.

Die Riesenziffernstempel der ital. Zensur sind ähnlich der OKW-Zensur vom Zensurzettel übergehend auf den Brief abgeschlagen.

Diese Stempelform liegt mir nur auf aus dem Deutschen Reich nach Italien eingehenden Postbelegen vor.

Und damit das Rätselraten über die Buchstaben der OKW-Zensur-Bandstempel ein Ende hat:

Kennbuchstabe: a Auslandsbriefprüfstelle Königsberg Pr.
Kennbuchstabe: b Auslandsbriefprüfstelle Berlin
Kennbuchstabe: c Auslandsbriefprüfstelle Köln
Kennbuchstabe: d Auslandsbriefprüfstelle München
Kennbuchstabe: e Auslandsbriefprüfstelle Frankfurt/Main
Kennbuchstabe: f Auslandsbriefprüfstelle Hamburg
Kennbuchstabe: g Auslandsbriefprüfstelle Wien
Kennbuchstabe: h Auslandsbriefprüfstelle Hof
Kennbuchstabe: k Auslandsbriefprüfstelle Kopenhagen
Kennbuchstabe: l Briefprüfstelle Lyon
Kennbuchstabe: n Briefprüfstelle Nancy
Kennbuchstabe: o Auslandsbriefprüfstelle Oslo
Kennbuchstabe: t Auslandsbriefprüfstelle Trondheim
Kennbuchstabe: x Auslandsbriefprüfstelle Paris
Kennbuchstabe: y Auslandsbriefprüfstelle Bordeaux

Siehe auch:
Karl-Heinz Riemer
"Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkriegs durch Deutsche Dienststellen"
Poststempelgilde Rhein-Donau, Heft 88

Gut´s Nächtle miteinand,
Werner
 
juni-1848 Am: 04.01.2013 12:26:41 Gelesen: 310161# 284 @  
Moin zusammen,

es ist schon verwunderlich, was sich so alles in Restekisten findet !

Etwa dieser hier:



Unansehnlich - mit Ausrissen - aber die Rückseite macht neugierig und wer dann noch hineinschaut.

Dieser Einschreibebrief vom 13.03.1922 aus Bitol in Süd-Mazedonien mit schwach abgeschlagenem Einschreibestempel und der handschriftlich eingetragenen Nummer "1644" wurde wie üblich rückseitig frankiert.

Er ging am 20.03.1922 8-9 N (abends) in Dresden ein und wurde von der Devisen-Kontrollstelle Dresden unter die Lupe genommen:

- Kontrollzettel mit der oben abgeschnittenen Nummer 4 (siehe: TomWolf_de [#325]), der VOR dem Aufkleben von der Kontrollstelle abgestempelt wurde
(senkrechtes, nicht auf den Brief übergehendes Stempelfragment),
- vorderseitig roter Einkreis mit Ziffer "4" sowie
- violetter Dreieckstempel des Prüfers mit der Nr. "28" nebst handschriftlicher "3912".

Nach der Prüfung wurde der Brief am 21.03.1922 10-11 V (vormittags) wieder der Post ausgehändigt, die ihn nach Eingang am 22.03.1922 2-3 V im oberschlesichen Beuthen dem Empfänger im Ortsteil Roßberg zustellte. Der Empfänger wird sich gefreut haben, denn die enthaltenen Sammlerbriefmarken wurden von der Kontrollstelle "wieder eingelegt".

Dokumentiert wurde dies durch den Prüfer "28", indem er innen diesen Zettel in leuchtendem orange einklebte:



Da freuen sich Eure Sammleraugen und schauen gerne über den angefressenen Zustand hinweg, gelle ?

Euch allen ein geschmeidiges 2013,
Werner
 
Postgeschichte Am: 05.01.2013 22:17:21 Gelesen: 310084# 285 @  
@ juni-1848 [#284]

Einen solch zerfledderten Brief solltest Du nicht in Deine Sammlung aufnehmen, sondern entsorgen. Bitte aber nur in den von mir bezeichneten Papierkorb werfen. :-) Herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Fragment. Besser kann man die Überwachungsmaßnahmen nicht dokumentieren.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
Germaniafan Am: 08.01.2013 19:39:59 Gelesen: 309870# 286 @  
Schönen guten Abend an die Freunde der Zensurbelege.

Ich habe heute diese Karte bekommen bei der ich vermute dass es sich um einen Zensurstempel handeln könnte.



Ansichtskarte von Posen W 3 nach Guben vom 23.11.1914. Reifstempel mit einem Durchmesser von 31 mm "Der Kommandant des Fort Colomb * Posen *" Auffällig ist an dem Stempel die Kleinschreibung die wiederum untypisch ist für Zensurstempel aus Posen.



Die Bildseite der Karte aus dem Elsass hat mit dem Fort Colomb aus dem die Karte stammt nichts zu tun.



Der Stempel hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem bekannten Stempel der Inlandspostüberwachungsstelle Posen.

Ich zitiere aus dem Buch von Karl Heinz Riemer "Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen. 1914-18":

Neben dieser Kennzeichnung der Überprüfung der Post durch postalische Siegel kommt Ende September 1914 auch eine von den Militärbehörden vor. Diese Kennzeichnung erfolgte durch den höchsten Offizier der Garnison für das Verkehrswesen, zu der auch die Post zählte. Es ist ein Reifstempel von 30 mm Durchmesser und der Umschrift "VERKEHRS-OFFICIER VOM PLATZ", in der Mitte der preussische Adler und darunter waagerecht "POSEN". Der Abschlag liegt bis Dezember 1914 auf Post vor die den Poststempel Posen W 3 trägt.

Über Eure Meinungen bzw. Vermutungen bin ich gespannt.

Schöne Grüße
Guido
 
juni-1848 Am: 08.01.2013 20:15:01 Gelesen: 309863# 287 @  
@ Germaniafan [#286]

Moin Guido,

es handelt sich um einen ganz normalen Briefstempel ohne Zensurfunktion. Letztere oblag (wie Riemer ausführte) dem "Verkehrs-Offizier vom Platz", der dem Festungskommandanten unterstellt war. Die Bezeichnung "Offizier vom Platz" ist mir nur "aus Festungen" bekannt.

Vor Jahren habe ich eine Karte abgegeben, auf der sowohl der Briefstempel als auch der Zensurstempel abgeschlagen war - lang ist´s her.

Gruß, Werner
 
Germaniafan Am: 08.01.2013 21:05:37 Gelesen: 309856# 288 @  
@ juni-1848 [#287]

Hallo Werner, vielen Dank für Deine Erklärung.

Das heißt also, dass der Festungskommandant die Post, die er schon mit seinem Briefstempel versehen hat, von seinem Untergebenen dem Verkehrs-Offizier vom Platz zensieren lassen mußte. Ich war der Meinung, daß es vielleicht ausreichte, wenn der Festungskommandant seinen Servus (Briefstempel) auf der Karte hinterließ.

Schöne Grüße
Guido
 
juni-1848 Am: 09.01.2013 18:02:31 Gelesen: 309818# 289 @  
@ juni-1848 [#287]

Vor Jahren habe ich eine Karte abgegeben, auf der sowohl der Briefstempel als auch der Zensurstempel abgeschlagen war - lang ist´s her.

@ Germaniafan [#288]

Ich war der Meinung, daß es vielleicht ausreichte, wenn der Festungskommandant seinen Servus (Briefstempel) auf der Karte hinterließ.

Moin Guido,

der Meinung war ich eigentlich auch. Von besagter Karte habe ich leider keinen Scan. Es läßt sich also nicht mehr feststellen, ob sie möglicherweise von einem "Untergebenen aus den nächsten Dunstkreis" des Kommandanten versendet wurde. Oder ob sie "einfach nur so" den Zensurstempel ab bekam.

Kann jemand ein derartiges Doppel "Briefstempel Festungskommandant" mit "abgehender Zensur" aus irgendeiner "Festung" zeigen ?

Gutgehn, Werner
 
Martinus Am: 21.01.2013 10:59:23 Gelesen: 308775# 290 @  
Böhmen und Mähren

150. Todestag von Mozart aus dem Jahr 1941 auf Brief gelaufen nach Frankreich mit Zusatzfrankatur (mit Zierfeldern)



und auf der Rückseite der Ankunftstempel von Paris und die Zensur vom Oberkommando der Wehrmacht.



Eine Frage bleibt, was sind die 470 (im Kasten) und die 798 für Nummern?

mit Sammlergruß Martinus
 
Martinus Am: 30.01.2013 15:30:44 Gelesen: 308093# 291 @  
Über Zensurstempel nach 1945

Es stand im SammlerExpress 1950 Heft 14 und das möchte ich hier veröffentlichen, denke es interessiert!



Vielleicht gibt es dazu ja Ergänzungen?

mit Sammlergruß Martinus
 
Manne Am: 30.01.2013 17:09:55 Gelesen: 308075# 292 @  
@ Martinus [#291]

Hallo Martinus,

bitte in besserer Qualität nochmals einstellen, es sind leider nur Fragmente zu lesen.

Gruß
Manne
 
Martinus Am: 30.01.2013 17:22:42 Gelesen: 308071# 293 @  
Hier nochmals der Beleg aus dem Sammler Express:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/fb.pl?m=5062

mit Sammlergruß Martinus
 
Manne Am: 30.01.2013 17:25:51 Gelesen: 308069# 294 @  
@ Martinus [#293]

Alles "Bestens"!

Gruß
Manne
 
Gunni Am: 07.02.2013 15:08:18 Gelesen: 307209# 295 @  


@ ligneN [#196]

Sie haben in [#196] geschrieben: "Die Zensur von Überseepost via Frankreich in die Schweiz erfolgte üblicherweise in den Zensurstellen von Besancon oder Pontarlier (Grenzbahnhof in die Schweiz)."

Derzeit recherchiere ich zu diversen Interniertenbriefen 1918/19, die aus Brasilien in die Schweiz gesendet wurden (ein Beispiel siehe oben) - alle diese Briefe tragen neben der brasilianischen Marinezensur zusätzlich den französischen ovalen Zensurstempel "OUVERT - 201 - Par L'AUTORITÉ MILITAIRE" und den französischen Verschlußstreifen.

Fragen: Kann die Nr. 201 Besancon oder Pontarlier zugeordnet werden ? Falls ja, welche Nummer würde dann der andere Ort tragen ?

Mit Sammlergruß
Gunni
 
buzones Am: 13.02.2013 19:05:51 Gelesen: 306664# 296 @  
@ Gunni

Ich bin zwar nicht ligneN, kann aber doch weiterhelfen: Laut Wolter, Die Postzensur (Bd. 1, S. 93) führte Pontarlier (später: Besançon) die Nummern 101 bis 150; die ebenfalls dort geführten Nummern 121-200 waren nur für Kriegsgefangegenpost in Gebrauch. Nummer 201 (bis 250) gehörte zu Lyon.
 
Gunni Am: 19.02.2013 02:01:15 Gelesen: 306344# 297 @  
@ buzones

Danke - auf "Wolter" wäre ich gar nicht gekommen, aber hilft weiter. - Lyon macht die Sache aber leider nicht einfacher, denn eigentlich hätte man ja schon die Post aus Brasilien bei deren Ankunft in Bordeaux (351-400) zensieren können, was auch passiert ist, wenn die Destination in Frankreich lag ! - Wieso also ausgerechnet Lyon ?

Was bedeutet der kleine Kreisstempel (1/ 100) auf dem obigen Beleg ?

Ich sehe den Kreisstempel immer wieder auf Zensurpost in/aus der Schweiz während des 1ten Weltkriegs - da er auf zensierter Post aus Brasilien mit Destination Frankreich nicht vorkommt, vermute ich, daß es sich um einen Schweizer Stempel handelt und die zweite Zahl zusätzlich abgeschlagen wurde. Wer kann weiterhelfen ?
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:16:16 Gelesen: 296036# 298 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 03. September 1945 aus Güstrow nach Quedlinburg mit Barfreimachung und Zensurvermerk.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:23:53 Gelesen: 296034# 299 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandspostkarte (Ganzsache P6) im Fernverkehr vom 26. November 1945 aus Rostock nach Bad Ems. Amerikanischer Zensurstempel 12271.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:30:43 Gelesen: 296032# 300 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 27. März 1946 aus Binz nach Stuttgart, portogerecht mit 84 Pfennig frankiert (1 x Mi.-Nr. 16, 1 x Mi.-Nr. 18, 2 x Mi.-Nr. 39). Rückseitig weist der Beleg einen Ankunftsstempel Stuttgart vom 10. April 1946 auf. Als R-Zettel fand die dritte Einheitsausgabe für das Reichspostgebiet mit Kreis für die Postleitzahl Verwendung. Außerdem weist der Brief auf der Vorderseite einen amerikanischen Zensurstempel 15698 und auf der Rückseite einen Stempel 7739 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:33:27 Gelesen: 296029# 301 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 29. Mai 1946 aus Rostock nach Berlin, portogerecht mit 84 Pfennig frankiert (3 x Mi.-Nr. 11, 1 x Mi.-Nr. 933), mit handschriftlichem sowjetischem Zensurvermerk. Rückseitig weist der Beleg einen Ankunftsstempel Berlin auf. Als R-Zettel fand die dritte Einheitsausgabe für das Reichspostgebiet ohne Kreis für die Postleitzahl Verwendung.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:38:01 Gelesen: 296026# 302 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 25. Juni 1946 aus Greifswald nach Stuttgart, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (6 x Mi.-Nr. 914). Vorderseitig ist ein amerikanicher Zensurstempel abgeschlagen.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:39:24 Gelesen: 296024# 303 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Brief nach dem Ausland bis 20 g vom 30. August 1946 aus Strohkirchen über Ludwigslust nach Wien, portogerecht frankiert mit 75 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 915, 1 x Mi.-Nr. 916, 1 x Mi.-Nr. 925, 1 x Mi.-Nr. 929). Der Beleg weist einen österreichischen Zensurstempel mit der Nummer 454 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:40:43 Gelesen: 296023# 304 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Brief nach dem Ausland bis 20 g vom 28. Dezember 1946 aus Torgelow nach Wien, portogerecht frankiert mit 75 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 915, 7 x Mi.-Nr. 918). Der Beleg weist einen österreichischen Zensurstempel mit der Nummer 474 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:42:28 Gelesen: 296022# 305 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 19. Februar 1947 aus Güstrow nach Hamburg, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 925). Auf der Vorderseite weist der Beleg einen britischen Zensurstempel mit der Nummer 1525 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:43:53 Gelesen: 296020# 306 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 14. März 1947 aus Dömitz nach Herst, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (2 x Mi.-Nr. 920). Auf der Vorderseite weist der Beleg einen britischen Zensurstempel mit der Nummer 5884 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:45:11 Gelesen: 296019# 307 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief(-vorderseite) im Fernverkehr bis 20 g vom 22. Mai 1947 aus Heringsdorf nach Berlin, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 925). Auf der Vorderseite weist der Beleg einen britischen Zensurstempel mit der Nummer 5025 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:54:19 Gelesen: 296015# 308 @  
Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 14. April 1949 aus Torgelow nach Hademarschen, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (2 x Mi.-Nr. 216). Der Beleg weist einen britischen Zensurstempel 4573 auf.
 
Briefmarkentor Am: 26.06.2013 14:57:06 Gelesen: 296013# 309 @  
Deutsche Demokratische Republik - OPD Schwerin



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 01. Juni 1950 aus Anklam nach Berlin, portogerecht frankiert mit 24 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 252). Der Beleg weist einen britischen? Zensurstempel mit der Nummer 5085 auf.
 
Sachsendreier53 Am: 29.07.2013 11:25:43 Gelesen: 293378# 310 @  
Wer kann zu dem roten Einkreisstempel auf Ansichtskarte/Feldpostkarte aus Barr (Elsass) vom 12.6.1917 Angaben machen? Da 1917 alle Feldpost zensuriert wurde, könnte es ein Prüfstempel sein.



mit Sammlergruß,
Claus
 
AlterSchwede Am: 01.09.2013 14:42:16 Gelesen: 291327# 311 @  
Hallo,

Prüfstelle für Feldpost in Straßburg (Elsaß) -> Riemer Nr.54.

Gruss AlterSchwede
 
Germaniafan Am: 08.09.2013 20:06:40 Gelesen: 290931# 312 @  
Hallo an die Freunde der Zensurpostbelege.

Heute mal 3 Feldpostkarten die ich gestern bekommen habe.







Die Feldpostkarten aus Müllheim in Baden vom Mai bis Juli 1916 nach Freiburg im Breisgau zeigen alle den seltenen Zensurstempel "Nach Prüfung zur Beförderung zugelassen" in rot. Riemer 2 Seite 170 ohne Abbildung.

Schöne Grüße
Guido
 
Brigitte Am: 23.09.2013 09:21:12 Gelesen: 289302# 313 @  
Postkarte mit einer Bestellung aus Leutkirch nach Haarlem, Niederlande, mit Stempel vom 10.12.1914 und "Freigegeben St." Stempel.





Kann der Beleg mit dem Freigegeben Stempel als Zensurpost bezeichnet werden ?

Kann aus dem Stempel "Württem Bahnhof" der Ort identifiziert werden ?

Schöne Grüsse, Richard
 
christel Am: 23.09.2013 10:04:40 Gelesen: 289293# 314 @  
@ Brigitte [#313]

Hallo Richard,

Kann der Beleg mit dem Freigegeben Stempel als Zensurpost bezeichnet werden ?

Ja, es ist ein Zensurstempel,

Kann aus dem Stempel "Württem Bahnhof" der Ort identifiziert werden ?

Ein Ort in dem Sinne nicht, denn es heisst ja "Württ. Bahnpost" - ein Württemberg- oder Bahnpostspezialist wird uns sicher den Kurs benennen können, für den dieser Stempel genutzt wurde.

Allen eine schöne Woche.

Christel
 
hajo22 Am: 23.09.2013 15:53:08 Gelesen: 289250# 315 @  
@ Briefmarkentor [#309]

Der Brief ging nach Westberlin (Grunewald) in den britischen Sektor und wurde dort von den Engländern zensiert. Eine britische Zensurstelle befand sich im Postgebäude des PA Berlin-Charlottenburg 2.

Der betreffende britische Berlin-Zensurstempel sah ursprünglich so aus:



Er wurde nach und nach aptiert: Zunächst Kreis und Inschrift "British Censorship Germany" entfernt, so daß nur noch Krone und Ziffer bestehen blieben, dann wurde die Krone entfernt, es blieb nur noch die Ziffer übrig (Ziffernkreis 5) und gegen Ende der britischen Zensur verblieb lediglich der braune Verschlußstreifen (ohne weitere Hinweise), der letztlich zum Schluß der brit. Zensur nicht mehr verwendet wurde. Danach noch geöffnete Briefe erhielten den (seltenen) Stempel "Ostverschluß", der eine Öffnung durch DDR-Zensur vortäuschte. Als diese Praktiken publik wurden und ein Sturm der Entrüstung durch die Bevölkerung ging, schloß die Zensurstelle.

Diese Erläuterungen sind ohne Obligo und entstammen meinen Notizen zur Berliner Zensur.

Schönen Tag.
Jochen
 
wuerttemberger Am: 23.09.2013 16:07:37 Gelesen: 289240# 316 @  
@ Brigitte [#313]

Der (Devisen)-Zensurstempel stammt ganz sicher nicht von 1914. 1919 würde passen. Für die Zugstrecke brauche ich noch die Zugnummer. Leider ist die Abbildungsqualität nicht so gut, dass ich die Nummer einwandfrei identifizieren könnte.

Gruß

wuerttemberger
 
Martinus Am: 24.11.2013 15:50:09 Gelesen: 281268# 317 @  
Gleich doppelt

Was muss hier die Behörden geritten haben, dass dieser Beleg gleich 2 mal geöffnet worden ist?



Einmal 10327 und dann nochmal 10841, leider kann ich mit diesen Zahlen nichts anfangen!

gruß Martinus
 
Gunni Am: 09.12.2013 22:51:54 Gelesen: 279662# 318 @  
@ Martinus [#317]

Ich kenne Doppelzensur von gleichen Zensurstellen aus Brasilien ab 1942, wobei die Zahlen dort den Prüfernummern (Zensoren), die in den Zensurstellen arbeiteten, entsprechen - da die Amerikaner mit Eintreffen von Dudley Huskell, amerikanischer Verbindungsoffizier, in Rio de Janeiro am 26. September 1942 die Organisation der Zensur in Brasilien nach amerikanischem Vorbild umstrukturierten und reorgansierten, könnten einige Vorschriften auch auf den obigen Brief, aber aus der amerikanischen Besatzungszeit zutreffen.

Die eigentliche Zensur (+ Doppelzensur) wurde in Brasilien übrigens per Dekret am 9. Dezember 1942 verabschiedet. - Doppelzensur der gleichen Zensurstelle ist ab Dezember 1942 vor allem bei Einschreiben zu finden und bei "sensiblen" Auslandsbriefen. - Hintergrund hierfür soll eine interne Gegenprüfung der Arbeitsweise eines Zensors gewesen sein bzw. im Fall von Einschreiben sogar eine Vorschrift. - Wie gesagt, ich kenne mich mit der amerikanischen Besatzung in Deutschland nicht aus, könnte mir aber vorstellen, daß einige der o.g. Vorschriften auch in Europa angewandt wurden.

Gruß - Gunni
 
Manne Am: 10.12.2013 10:03:06 Gelesen: 279617# 319 @  
Hier ein Brief aus Italien, von Brenzone am 11.5.44 nach Schwenningen, Ankunft 20.5.44.

Gruß
Manne


 
reichswolf Am: 15.12.2013 04:41:13 Gelesen: 279271# 320 @  
Lange wurde hier nichts mehr mit Aachen-Bezug gezeigt, daher zeige ich heute mal eine Ansichtskarte aus Belgien vom 30.10.1915. Verwendet wurde sie als Auslandspostkarte mit dem Ziel Iglau in Mähren. Freigemacht wurde sie MiNr. 3 der deutschen Landespost in Belgien, die mit dem Maschinenstempel BRUSSEL 1 BRUXELLES 1 L entwertet wurde. In Aachen erhielt die Karte den violetten Zensurstempel Auslandstelle Aachen * Frei- gegeben.

Gekauft habe ich die Karte aber wegen des Motivs. Gezeigt wird die Darstellung eines kongolesischen Hochzeitstanzes im Nouveau musée du Congo in Tervu(e)ren. Das ist insofern interessant, als daß die Karte für mich exemplarisch für die geschönte und verfälschte Darstellung der Kolonie und des Kolonialismus steht, die (nicht nur) das Museum lange betrieben hat. Dabei hatte ja grade der belgische König Leopold II. als Herrscher über den Kongo unglaubliche Gräuel zu verantworten. Mittlerweile ist das in Belgien immer mehr im öffentlichen Bewußtsein, was sich auch im Konzept des Museums für die momentane Renovierung widerspiegeln wird.

Zum Museum noch zwei Links:

http://www.africamuseum.be/about-us/museum/history/Congomuseum?set_language=de&cl=de (Geschichte)
http://www.africamuseum.be/renovation/renovate/index_html?set_language=de&cl=de (Renovierung)



LG,
Christoph
 
JohannesM Am: 11.01.2014 22:28:30 Gelesen: 277869# 321 @  
Interessante Zahlungsanweisung vom März 1945. Halberstadt und Magdeburg waren da noch nicht besetzt, aber vielleicht Wien?

Jedenfalls ist ein Zensurstempel der Allierten darauf und jemand hat sich am Hakenkreuz zu schaffen gemacht.


 
Victoria8749 Am: 20.01.2014 14:52:07 Gelesen: 277387# 322 @  
Zensur Brief von Belgien nach Frankreich - von Deutschland geöffnet!

Hallo alle Sammlerfreunde,

mir ist dieser Brief bei Ebay aufgefallen. Fälschung, oder interressanter Beleg? Mich stört, das kein Datum zu sehen ist! Die Spezialisten hier, wissen bestimmt etwas zu sagen. Der Brief soll 10,50 € kosten, kommt aus Australien. Schon mal danke sage.

Viele Grüße Volker


 
Victoria8749 Am: 21.01.2014 17:32:37 Gelesen: 277327# 323 @  
Hallo Sammlerfreunde,

hat denn niemand eine Idee, die Auktion läuft morgen bei Ebay aus.

Danke, Gruß Volker
 
saintex Am: 21.01.2014 18:30:05 Gelesen: 277307# 324 @  
Meine Meinung:

Es handelt sich nicht um eine Fälschung sondern um ein zeitgenössisches Original, adressiert an den Bürgermeister des Pariser Vorortes Clichy.

Der Brief trägt die deutschen Zensurstempel mit dem Kennbuchstaben "c" für die Zensurstelle in Köln, die u.a. für die Zensur der Auslandspost aus Belgien zuständig war. Auch von daher "passt" der Zensurstempel.

Ob der Zensurbrief Dir 10.50 US$ zuzgl. Porto wert ist, musst Du selber entscheiden. Ich finde, es ist ein "normaler" Zensurbrief ohne Besonderheiten.

saintex
 
Mondorff Am: 21.01.2014 18:33:38 Gelesen: 277304# 325 @  
@ Victoria8749 [#322]

Da kein Datum erkennbar ist, kann nur vermutet werden, dass der Brief (an den Bürgermeister der Ortschaft Clichy) während der Kampfhandlungen im Frankreich-Feldzug in einen Kasten geworfen und von einer Prüfstelle des Oberkommandos der Wehrmacht geöffnet, geprüft und wieder verschlossen wurde.
Sieht echt aus.

Schönen Gruß
DiDi
 
saintex Am: 21.01.2014 18:44:10 Gelesen: 277301# 326 @  
@ Victoria8749 [#322]

Das Datum ist möglicherweise durch den Zensurstreifen verdeckt. Ich würde das Aufgabedatum zwischen der Wiederaufnahme des Postverkehrs nach der Besetzung Belgiens im Sommer 1940 und der Einstellung des Postverkehrs mit Frankreich im Jahre 1944 datieren. Ich schaue heute abend mal zu Hause in meiner Literatur zur deutschen Zensurpost nach, ob ich da für Dich noch weitere Informationen finde.

saintex
 
Victoria8749 Am: 21.01.2014 20:08:30 Gelesen: 277277# 327 @  
@ saintex [#326]

Hallo Saintex,

vielen Dank für Deine Ausführungen.

Gruß Volker
 
saintex Am: 21.01.2014 21:12:32 Gelesen: 277260# 328 @  
@ Victoria8749 [#327]

Hallo Volker,

jetzt von zu Hause aus einige weitere Informationen.

Bei dem roten Prüfstempel der Auslandsprüfstelle Köln (ABP Köln) handelt es sich nach meiner Ansicht um den Stempeltyp CP3.3.1 nach Landsmann [1] bzw. C-5 c) nach Riemer [2], der nach Landsmann für den Zeitraum 10.41-8.42 nachgewiesen ist. Nach Landsmann wertet dieser Stempeltyp mit ca. 2-3 Euro, da er häufig vorkommt.

Wenn das Aufgabedatum im belgischen Poststempel tatsächlich nicht lesbar ist hätte ich danach bei einem Preis von 10.50 US$ plus Porto "Probleme", da ich auch sonstige "Besonderheiten" des Zensurbeleges nicht erkennen kann. Im Hinblick auf den Wiederverkaufswert sollte bei gängigem Material nach meiner Ansicht nur erstklassige Qualität in die Sammlung aufgenommen werden. Dazu gehört für mich, dass die Poststempel deutlich lesbar sind. Nach den von Dir gezeigten (kleinen) Abbildungen gehört der abgebildete Zensurbeleg nach meiner Ansicht nicht dazu.

Aber möglicherweise kann ein Zensurexperte hier noch Besonderheiten erkennen, die den Preis rechtfertigen und die mir entgangen sind.

saintex

Literatur

[1] Horst Landsmann, Die Zensur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg, Gröbenzell 2008 Seite 102
[2] Karl-Heinz Riemer, Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des 2. Weltkrieges durch deutsche Dienststellen, Düsseldorf 1979 Seite 50
 
zensurpost Am: 21.01.2014 21:22:50 Gelesen: 277255# 329 @  
@ saintex [#328]

Alles korrekt beschrieben.

@ Victoria8749 [#322]

Wie von saintex bereits angegeben 2 bis 3 Euro Katalog"wert" nach Landsmann; den Brief würde ich aber in der Erhaltung nicht einmal für einen Euro aus 'ner Grabbelkiste mitnehmen - absolute Zensur-Massenware.

Beste Grüße
Hans-Georg
 
Victoria8749 Am: 21.01.2014 21:40:55 Gelesen: 277244# 330 @  
@ zensurpost [#329]

Hallo Hans-Georg und saintex,

vielen Dank für die Ausführungen, werde dann die Finger davon lassen.

Viele Grüße Volker
 
DL8AAM Am: 03.02.2014 14:28:16 Gelesen: 276412# 331 @  
In der yahoogroups-Mailingliste "[meterstampsociety]" wurde am Wochenende ein sehr interessanter Stempel gezeigt:



Zensur einmal anders herum, d.h. "Zensurstempel" über eine nicht durchgeführte Zensur. ;-)

" VA DOC NEITHER CENSORED NOR INSPECTED THIS ITEM AND ASSUMES NO RESPONSIBILITY FOR ITS CONTENTS"

Der Text heisst grob übersetzt, dass die Gefängnisbehörde, hier die "VA DOC" (Commonwealth of Virginia - Department of Corrections), den Brief weder zensiert, noch den Inhalt kontrolliert hat und deshalb auch keine Gewähr bzw. Verantwortung über/für den Inhalt übernimmt.

Genutzt wurde deren Absenderfreistempelgerät "02 1W 0001377881" der Connect+ Serie (="1W") von Pitney Bowes - auf den Portowert 0,00 gestellt - mit Slogan-Kundenklischee.

Werden eigentlich in Deutschland "Gefängnisbriefe" kontrolliert bzw. entsprechend gekennzeichnet?

Gruß
Thomas
 
reichswolf Am: 03.02.2014 14:53:20 Gelesen: 276406# 332 @  
@ DL8AAM [#331]

Ein Verwandter von mir hat gesessen. Briefe an oder von ihm wurden wohl kontrolliert (ich weiß aber nicht, wie genau und ob z.B. alles gelesen wurde), aber es gab keinerlei Vermerke auf den Umschlägen oder dem Briefen selbst. Das war in beide Richtungen so.

LG,
Christoph
 
Sennahoj Am: 22.02.2014 18:26:49 Gelesen: 274971# 333 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Beleg (1946) von Wien nach Berlin. Links sind zwei Zensurstempel zu finden: Der lilane scheint von der Zensurstelle der Alliierten in Wien zu sein. Was hat es mit der Zahl "407" im Stempel auf sich oder mit dem Vermerk "W." (es gibt ja auch den selben Stempel mit dem Vermerk "W.N.")? Der rote Stempel scheint von der Amerikanischen Zensurstelle in Berlin zu sein. Einige Infos zu diesem Stempel (der einem Bandstempel ähnelt) wären auch nicht schlecht.

LG Sennahoj


 
sammler-ralph Am: 12.03.2014 08:41:19 Gelesen: 273820# 334 @  
Ein wenig Postgeschichtlicher Hintergrund zum Zensurstempel:

Die Regierungsgewalt für die westlichen Zonen Deutschlands lag ursprünglich beim obersten Hauptquartier, Alliierte Einsatzwaffe (SHAEF, Supreme Head­quarters Alliied Expidionary Force), dessen Heeresführer der Amerikaner Dwight D. Eisenhower war. Die westlichen Alliierten hatten sich rechtzeitig auf die Übernahme der Regie­rungsgewalt vorbereitet, indem sie die sogenannten Schubladengesetze vorbe­reitet hatten. Auch in der amerikanischen Besatzungszone bildete so das Gesetz Nr. 76 der Militärregierung Deutschland dann die Grundlage für den Postverkehr. Dieses Gesetz untersagte zunächst jeglichen Postverkehr und kündigte für seine Wiederaufnahme Zensurmaßnahmen an:

Gesetz Nr. 76 Artikel III Zensur

8. Jeder durch die Post beförderte Schriftwechsel, alle auf die­sem Wege beförderten privaten Schriftstücke und Urkunden so­wie alle Mitteilungen mittels Fernsprecher, Fernschreiber, Tele­graf und Funkdienst müssen nach Wiederaufnahme des ent­sprechenden Dienstes die Zensurbestimmungen der Militärre­gierung beachten und dürfen nur auf dem behördlich zugelasse­nen Wege übermittelt werden. Mitteilungen, private Schriftstücke und Urkunden im Besitz von Zivilpersonen sind ebenfalls der Zensur unterworfen.

9. Die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes gültigen Bestimmungen sind die "ZENSURBESTIMMUNGEN FÜR DIE ZIVILBEVÖLKE­RUNG IN DEUTSCHLAND UNTER DER HERRSCHAFT DER MILI­TÄRREGIERUNG". Abschriften dieser Bestimmungen werden, so­weit wie möglich, in jedem Postamt ausliegen und im Amtsblatt der Militärregierung veröffentlicht. Diese Bestimmungen können von Zeit zu Zeit ergänzt oder abgeändert werden.

10. Die Beamten und Angestellten der Reichspost haben alle zweckdienlichen Schritte zu unternehmen, um eine vollständige Einhaltung der Zensurbestimmungen zu gewährleisten und eine Umgehung der Zensur zu verhindern.

Als sich das Ende von SHAEF abzeichnete, richteten sich die Amerikaner eine eigene Zensurorganisation ein. Zu diesem Zweck wurde die Civil Censorship Division (CCD) gegründet. Diese Organisation bestand aus zwei Arten von Brief­prüfstellen: principal stations (Hauptprüfstellen)sowie field stations (Außenstellen der Hauptprüfstellen. Anfangs waren 3 principal stations im Einsatz:

Group A in München (Dienstbeginn 18.06.45, zuständig für den Eastern Military District)
Group B in Offenbach (Dienstbeginn 01.07.45, zuständig für den Western Military District)
Group C in Berlin (Dienstbeginn 10.09.45, zuständig für den amerikanischen Sektor von Berlin)

Die Zensurstelle Offenbach zog später nach Frankfurt/Main um und wurde dort auch als Group F geführt.

Am 01.10.45 erfolgte die Trennung von Truppenführung der U.S. Army und der Militärregierung. Analog wurde auch die Zensur-Organisation angepasst:

CCD Group A in München: Diese Zensurstelle war für Bayern zuständig. Ihr war eine field station in Nürnberg zugeordnet, welche am 27.08.46 nach Kulmbach umzog und dort als Group D geführt wurde.
CCD Group B in Frankfurt/Main, die für Hessen zuständig war.
CCD Group C in Berlin, deren Zuständigkeitsbereich der amerikanische Sektor von Berlin war.
CCD Group E mit Sitz in Esslingen. die Zensurstelle gehörte erst als Detachment E zur CCD Group B und wurde am 23.11.45 in Group E umbe­nannt. Die Stelle war für den amerikanisch besetzten Teil von Württemberg und Baden zuständig. Ihr war eine field station in Karlsruhe zugeordnet.
CCD Group ? in Bremen. Diese Zensurstelle bestand nur vom Herbst 1945 bis zum Frühjahr 1946.

Die Zensurstellen Esslingen und Kulmbach wurden im April 1947 geschlossen, ihre Aufgaben gingen auf die Zensurstelle Offenbach über. Diese wurde am 18.08.47 geschlossen. Am 15.10.47 wurden die Zensurbestimmungen in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone aufgehoben. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgten lediglich noch Devisenkontrollen.

[Redaktionell aus dem Thema "Alliierte Besetzung SBZ: Schöne Belege" kopiert]
 
Mondorff Am: 12.03.2014 18:07:55 Gelesen: 273774# 335 @  
Etwas aus der deutschen Besetzung Belgiens 1914-18



Nicht ideal erhaltene Päckchen-Ausschnitte, frankiert mit gelochten Marken (R). Ein Beleg mit Tagesstempel OUGREE vom13.8.1918 und Zensurstempeln von Lüttich und Trier nach Rumelange in Luxemburg. Das Datum des anderen Belegs ist nicht zu entziffern.

Ist der rechteckige einzeilige Rahmenstempel GEPR. LÜTTICH etwas Besonderes ?

fragt
DiDi
 
dr.vision Am: 12.03.2014 19:50:47 Gelesen: 273758# 336 @  
@ Mondorff [#335]

Hallo DiDi,

zur Information: Die Lochung R wurde von der Firma Société Anonyme d'Ougrée-Marihaye verwendet, einer Eisen und Stahl verarbeitenden Firma in der Provinz Lüttich. [1]

Zu dem Rahmenstempel kann man sagen, dass er nicht so häufig vorkommt, aber trotzdem nicht rar ist.

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Ougr%C3%A9e-Marihaye

Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Altmerker Am: 12.03.2014 20:16:17 Gelesen: 273752# 337 @  
@ Sennahoj [#333]

Hast Du die gleiche Stempelnummer mit W. und W.N.? Würde mich wundern. W. wäre Wien, W.N. Wiener Neustadt.

Für Auslandspost gab es eine alliierte Briefkontrollstelle in Wien, die ihre Tätigkeit mit den Stempeln „Österreichische Zensurstelle Briefzensur“ dokumentierte.

Haben beide Belege auf der Rückseite den Verschlussstempel 35x14 mm?

Gruß
Uwe
 
Mondorff Am: 12.03.2014 22:41:07 Gelesen: 273727# 338 @  
@ dr.vision [#336]

Meinen Dank Ralf, für die Klärung der Lochung.

Hier noch ein Zensurbeleg Spanien - Luxemburg mit Zensurstempel und Verschluss-Streifen Valencia.



Der eigentliche Absender war Freiwilliger der Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg und später Minister in Luxemburg.

Schönen Gruß
DiDi
 
dr.vision Am: 21.03.2014 13:01:26 Gelesen: 273293# 339 @  
Moin zusammen,

hier mal ein Beleg, der, soweit ich mir vorstellen kann, nicht so häufig vorkommt, oder doch? Meine Interpretation ist, dass die Karte am 1.Februar 1904 von Nürnberg 2 B?? abgestempelt worden ist. Die Destination war Mailand. Von der Zensurstelle (wo?) wurde die Karte mittig gefaltet, flächig zusammengeklebt und dann mit einem Siegel (an der jetzt Längsseite) und weiteren Klebestreifen (an den jetzt kurzen Seiten) verschlossen. Ich habe mal beide Seiten gescannt und sie dann am PC zusammengesetzt. Die Karte trägt den Stempel REFUSÉ. Dementsprechend wurde sie handschriftlich mit Nurnberg beschriftet, zurück geschickt und war laut Ankunftsstempel am 27. Februar zurück im Postamt Nürnberg 2 BZ.



Kann mir vielleicht jemand mehr zu den noch abgeschlagenen Stempeln sagen? Das Nachporto wurde mit 10 angesetzt, aber 15 Centesimi wurden verklebt? Was bedeutet der senkrecht durch den Vornamen abgeschlagene Stempel? War diese Vorgehensweise (falten und zusammenkleben)der Standard? Natürlich würde mich auch eine Werteinschätzung sehr freuen.

Vielen Dank erstmal und Grüße von der Ostsee.
Ralf
 
wuerttemberger Am: 21.03.2014 15:25:45 Gelesen: 273268# 340 @  
@ dr.vision [#339]

Postkarte aus Nürnberg 2 Bhf nach Mailand nur mit 5 Pfennig frankiert. Von der bayerischen Postverwaltung als unterfrankiert erkannt mit "T" versehen und mit 6¼ Goldcentimen austaxiert. In Mailand in 15 Centesime umgerechnet und mit Portomarken beklebt. Empfänger verweigerte die Annahme. Deswegen der italienische Stempel "RIFIUTO" und dann noch der Stempel in der Weltpostvereinssprache "REFUSE". Zurückgeschickt nach Nürnberg und dort von der Portocontrolle mit 10 Pfennig Nachgebühr belegt. Warum?

Wo siehst Du da eine Zensur?

Gruß

wuerttemberger
 
dr.vision Am: 21.03.2014 17:54:45 Gelesen: 273235# 341 @  
@ wuerttemberger [#340]

Hallo Wuerttemberger,

herzlichen Dank für die schnelle Erklärung. Da die Karte, wie ich schon geschrieben habe, mittig gefaltet und vollflächig verklebt worden ist, dachte ich da an Zensur. Zumal die Klebung mit einem markenähnlichen (mit Zähnung) Siegel-Papier zusätzlich gesichert wurde. Aber jetzt bin ich schlauer. Danke nochmal.

Grüße von der Ostsee
Ralf
 
JimWentzell Am: 13.04.2014 04:25:29 Gelesen: 271863# 342 @  


Einen Beleg aus den USA nach VAMDRUP (Dänemark) aus der Ersten Weltkriegszeit - leider ist die Maschinenentwertung zu weit oben. Dadurch wurde die Marke irgendwie zusätzlich entwertet.
 
DL8AAM Am: 22.05.2014 14:03:09 Gelesen: 269890# 343 @  
Nur eine Linkinfo:

Ein recht interessanter, aber leider nur kurzer, Abriß zum Thema amerikanische Inlandszensur im Rahmen des Manhattan Projects aus dem WWII findet sich aktuell im "Linn's Stamp News Newsletter": "John M. Hotchner: Censored domestic mail and the secret Manhattan Project" [1].



Gruß
Thomas

[1] : http://linns.com/news/us-stamps/498/Censored-domestic-mail-and-the-secret-Manhattan-Project
 
Sachsendreier53 Am: 28.05.2014 09:06:12 Gelesen: 269559# 344 @  
@ Postgeschichte [#259]

Wie von Manfred erklärt (oben, zur 2.Karte), handelt es sich bei folgender Ganzsache P 110 auch um einen blauen Zensurstempel aus METZ.



Man beachte auch den interessanten Text der M. Salomon aus BUNZLAU vom 6.6.1917, zum Thema Schuhe.

mit Sammlergruß,
Claus
 
DL8AAM Am: 04.06.2014 18:48:05 Gelesen: 269146# 345 @  
Und schon wieder ein recht interessanter Abriß aus dem "Linn's Stamp News Newsletter". Nicht wirklich passgenau in den Bereich "Zensurpost", aber doch nah verwandt und in Ermangelung tippe ich die Linkinfo mal in dieses Thema:

Ken Lawrence: " Covering the World: South Africa’s Angola involvement" [1]



Es geht in der Belegbesprechung um einen "Feldpost"-Privatbrief aus Südafrika an einem Angehören des seinerzeit (Januar 1976) in Angola stationierten "Johannesburg Infantry Regiment" der südafrikanischen Armee. Das wirklich Interessante daran ist der rückseitig angebrachte Handstempel " Destroy After Reading", d.h. "Brief nach dem Lesen vernichten!", dem zum Glück nicht Folge geleistet wurde (war es doch ein Brief seiner Mutter). ;-)

Gruß
Thomas

[1] : http://linns.com/news/international-stamps/541/Covering-the-World-South-Africaand#8217s-Angola-involvement
 
Wim Ehlers Am: 11.06.2014 20:36:02 Gelesen: 268491# 346 @  
Zu diesem Thema kann ich einen Brief zeigen, der am 03.06.1947 von Aalesund in Norwegen nach Freising in Bayern geschickt wurde. Zensurstempel aus München sind gut zu erkennen.



Auch hier gilt: Mein Scanner spinnt, denn der braune Streifen befindet sich nicht auf dem Beleg.

Beste Grüße
Wim
 
hajo22 Am: 12.06.2014 00:10:26 Gelesen: 268452# 347 @  
@ eurowelter [#346]

Der Brief wurde von den Engländern zensiert (siehe Zensur-Stempel mit Krone), der rote (amerikanische) München-Zensur-Maschinenstempel ist lediglich ein "Durchlauf"-Zensur-Stempel. Bedeutet: Lag der Zensurstelle vor, wurde aber nicht geprüft/geöffnet.

Und so "ward" das Postgeheimnis in der amerikanischen Zone in diesem Fall gehütet.

Schönen Abend.
Jochen
 
reichswolf Am: 18.06.2014 01:19:32 Gelesen: 268052# 348 @  
@ reichswolf [#248]

Noch zwei Beispiele für die Zensur von Post nach Belgien möchte ich heute zeigen. Zunächst eine Ansichtskarte aus Dänemark, die laut handschriftlichem Vermerk als Drucksache gelaufen ist (für Dänemark habe ich keine Portotabellen, ich habe daher die Portorichtigkeit nicht überprüft). Frankiert wurde die Karte mit einer MiNr. 77 und einem waagerechten Paar der MiNr. 78, welche jeweils mit dem Stempel ODENSE ○ JB.P.E. ○ am 05.09.1915 entwertet wurden. In Aachen lief die Karte dann durch die Zensur. Davon zeugt der violette Stempel Auslandsstelle Aachen * Frei- gegeben. Am Zielort Antwerpen kam dann noch der kleine Einkreisstempel 216 auf die Karte, ein Zustellerstempel.



Als nächstes dann ein Brief aus dem böhmischen Gablonz (heute tschechisch: Jablonec nad Nisou) nach Brüssel vom 05.05.1916. Frankiert wurde mit einer MiNr. 147, welche mit dem Bahnpoststempel TANNWALD - REICHENBERG 129 [1] entwertet wurde. Eine erste Zensur erfuhr der Brief ziemlich bald, wie der rote Stempel Überprüft K.u.K. Briefzensur Reichenberg zeigt. Die nächste Zensur in Aachen wurde mit dem gleichen Stempel wie oben dokumentiert, dazu kam noch der kleine violette Stempel 30. Der Brief wurde mittels Verschlußzettel Kaiserliches Postamt Aachen 1 verschlossen. In Brüssel bekam dann auch der Brief einen Zustellerstempel, die 272.



Wie immer, falls jemand etwas ergänzen kann, immer her mit allen Infos. ;-)

LG,
Christoph

[1] siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichenberg-Gablonz-Tannwalder_Eisenbahn
 
Marcel Am: 30.07.2014 21:55:09 Gelesen: 263988# 349 @  
Hier eine Karte aus Belgrad (Serbien) vom 04.10.1941 nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt geprüft durch das Oberkommando der Wehrmacht.



schöne Grüße
Marcel
 
Jürgen Witkowski Am: 21.08.2014 18:13:01 Gelesen: 262006# 350 @  
Aus der Klingenstadt Solingen in die dänische Hauptstadt Kopenhagen lief dieser Geschäftsbrief.

Der Absenderfreistempel weist das Datum 27.04.1944 auf. Bei der Post aufgeliefert wurde der Brief einen Tag später, wie der beigefügte Tagesstempel Solingen 1 b vom 28.04.1944 dokumentiert.

Die Auslandsbriefprüfstelle Hamburg, Kennbuchstabe f im Stempel auf der Verschlußbanderole, bearbeitete den Brief vor der Weiterleitung nach Dänemark. Sie hinterlies dabei weitere Prüfstempel und -vermerke.



Etwa makaber kommt mir der Werbespruch der Fa. Zwilling im AFS vor: "ZWILLINGS STAHLWAREN gibt es nach dem Krieg wieder in jeder Menge". Sehnte man sich den Endsieg oder das Ende des Krieges herbei, um seinen Kunden wieder alles liefern zu können?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
rostigeschiene Am: 05.10.2014 15:01:33 Gelesen: 259347# 351 @  
Kennt jemand diesen Zensurstempel?

Aufgegeben wurde diese Postkarte in Bisperode, also in der britischen Besatzungszone am 25.7.46.

Obwohl die Briten die Postzensur bis in die 50iger Jahre betrieben ist hier kein Zensurvermerk der Briten zu finden. Doch ganz ohne Zensur ging es wohl doch nicht. Der Zensurstempel in französischer Sprache belegt das.



In die Lager gesandte Post wurde vor der Aushändigung an die Gefangenen zensiert.

Ich denke ein schönes Beispiel.

Gruß Werner
 
Manne Am: 05.10.2014 15:50:55 Gelesen: 259329# 352 @  
Hallo,

hier eine Karte aus Griechenland und Holland nach Schwenningen.

Gruß
Manne




 
Manne Am: 05.10.2014 16:34:31 Gelesen: 259314# 353 @  
Hallo zusammen,

hier noch ein Brief aus der Tschechoslowakei.

Gruß
Manne


 
Briefmarkentor Am: 19.10.2014 17:53:47 Gelesen: 258307# 354 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 5. März 1946 aus Rostock im Land Mecklenburg-Vorpommern (OPD Schwerin - sowjetische Besatzungszone) nach Rögglingen (meinte der Absender vielleicht Mögglingen) im Land Württemberg-Baden (RPD Stuttgart - amerikanische Besatzungszone).

Der Brief wurde in Mehrfachfrankatur portorichtig mit 24 Rpf (2 x Mi.-Nr. 19) frankiert.



In Rostock wurde der Brief mit dem Maschinen-Halbstempel (3) SEESTADT ROSTOCK / i mit einer lilafarbenen Stempelfarbe abgeschlagen. Die Ortsbezeichnung im Stempelkopf (Zweikreisstegstempel) steht unsymmetrisch im Kreis, was darauf schließen lässt, dass die Postleitzahl (3) nachträglich eingefügt (aptiert) wurden.

Im Verlauf der Beförderung durchlief der Beleg die amerikanische Zensur, wovon der Verschlussstreifen auf der linken Seite des Briefes und der Zensurstempel MILITARY CENSORSHIP / 14839 / CIVIL MAILS zeugen.

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Alliierte Besetzung: Belege aus dem März 1946"]
 
Fips002 Am: 25.10.2014 18:38:31 Gelesen: 257916# 355 @  


Die Karte wurde am 22.8.1941 von Sinaia/Rumänien nach Taucha/leipzig geschickt. Sie zeigt rumänische und deutsche Zensurstempel. Zu der rumänischen Zensur kann ich nichts sagen.

Zur deutschen Zensur: Für die Überwachung des Nachrichtenverkehrs zwischen dem Deutschen Reich und Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Ungarn, Türkei und Jugoslawien war die Auslandsprüfstelle Wien zuständig. Der rote Maschinenprüfstempel wurde von Oktober 1940 bis Oktober 1944 verwendet.

Ab Mitte 1941 erhielten die Prüfstücke einen sechsstelligen Numeratorabschlag in grüner Farbe, damit wurden die Eingänge durchgehend numeriert (unten Mitte). Ab Februar 1940 erhielten die Briefe und Karten Prüferstempel mit 2, 3 oder 4stelligen Zahlen, Rechteckstempel sind typisch für Frankfurt. Später wurden Stempel ohne Umrandung benutzt.

Alle Prüfstücke tragen mit Bleistift aufgetragene Zahlengruppen. Diese stammen von Prüfern, die die Stücke lesen und auswerten (siehe unten rechts)
(Quelle K.H. Riemer: Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkrieges durch Deutsche Dienststellen).

Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 31.10.2014 20:28:41 Gelesen: 257437# 356 @  
Überroller Brief aufgegeben im "Dritten Reich", vor der Besetzung durch die Alliierten und erst im Nachkriegs-Deutschland zugestellt.

Der Brief wurde in Füssen am 27.04.1945 gestempelt und ein Tag später, am 28.04.1945 wurde Füssen von den Amerikanern erobert.

Der Brief wurde in der Zensurstelle München geprüft und erhielt den Prüferstempel der Civil Censorship Division der Militärregierung Nr. 11203 (Prüfernummer klein in München 11000 - 11299). Der Brief wurde erst am 31.12.1945 zugestellt. Das Hitler-Wertzeichen wurde nicht geschwärzt. Die Alliierten hatten sich zwar auf solche Schwärzungen verständigt, dies wurde jedoch häufig nicht getan.



Gruß Dieter
 
Germaniafan Am: 02.11.2014 14:16:03 Gelesen: 257246# 357 @  
Hallo zusammen,

heute wieder mal ein Schmankerl aus dem Bereich der Postüberwachung während des I.Weltkriegs



Eine bildseitig frankierte Ansichtskarte vom 27.11.1914 von Pforzheim nach Zürich.Fälschlicherweise erhielt die Karte einen Nachgebührenvermerk und einen Taxestempel, die nachdem die Karte umgedreht wurde wieder gestrichen wurden. Zudem zeigt die Karte den Stempel der Postüberwachungsstelle Pforzheim "Geprüft Pa Pforzheim". (Riemer Nr.1 / Bewertung LP.) Dieser wurde laut Riemer in der Inlandspostüberwachung von August bis November 1914 eingesetzt.(Quelle: Die Postüberwachung im Deutschen Reich durch Postüberwachungsstellen 1914-18) Dass dieser Stempel auch auf Auslandspost zum Einsatz kam zeigt diese Karte.



Bildseite mit der portorichtigen Frankatur von 10 Pfennig.

Schöne Grüße
Guido
 
Latzi Am: 02.11.2014 16:47:48 Gelesen: 257223# 358 @  
@ Germaniafan [#357]

War die Karte als Ansichtskarte ins Ausland nicht eigentlich unzulässig?

Gruß
Lars
 
wuerttemberger Am: 02.11.2014 18:27:40 Gelesen: 257202# 359 @  
@ Latzi [#358]

Am Anfang des Krieges war das noch kein Problem. Erst später, als die Paranoia um sich griff wurden Ansichtskarten ins Ausland problematisch. Nichtsdestotrotz konnten Kriegsgefangene bis zum Ende des Krieges Ansichtskarten in ihre Heimat verschicken.

Gruß

wuerttemberger
 
Germaniafan Am: 02.11.2014 18:31:45 Gelesen: 257200# 360 @  
@ Latzi [#358]

Hallo Lars,

in die neutrale Schweiz war diese Ansichtskarte erlaubt.

Ich habe schon einige Ansichtskarten gesehen die teilweise sogar unzensiert während des Ersten Weltkriegs in die Schweiz geschickt wurden.

Beispiel http://www.inflaseiten.de/belege/zeigen/3524

Schöne Grüße
Guido
 
Latzi Am: 02.11.2014 22:23:23 Gelesen: 257168# 361 @  
@ Germaniafan [#360]

Ich klugscheißere jetzt mal: Deine verlinkte Romantikkarte dürfte den Feind eher verwirren als Informationen geben. Allerdings ist die Ansicht von Pforzheim für den nächsten französischen Angriff auch keine Hilfe.

Gruß
Lars
 
wuerttemberger Am: 03.11.2014 20:25:13 Gelesen: 257096# 362 @  
@ Germaniafan [#360]

Zu diesem Zeitpunkt war die Zensur noch gar nicht in der Lage die komplette Post zu zensieren. Unzensierte Beleg au den Jahren 1914 und 1915 kann man immer wieder finden und das ist auch nichts Besonderes. Allmählich wurde die Postüberwachung auf sämtliche Auslandssendungen ausgedehnt. Auch die inhaltliche Prüfung wurde immer kleinlicher. 1918 waren dann auch Ansichtskarten mit unverfänglichen Motiven nicht mehr zugelassen. Sie folgende Beispiele:


 
volkimal Am: 23.11.2014 15:06:08 Gelesen: 255766# 363 @  
Hallo zusammen,

diesen Brief habe ich vorhin bekommen:



Ich gehe davon aus, dass es sich beim Stempel rechts um eine Zensur handelt, denn der Brief von Mann [#352] trägt einen ähnlichen Stempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
saintex Am: 23.11.2014 18:38:47 Gelesen: 255709# 364 @  
@ volkimal [#363]

Hallo Volkmar,

bei dem runden Stempel rechts handelt es sich um einen in Athen angebrachten Stempel der griechischen Devisenüberwachung. In sich verschlungen enthält der Stempel die drei Buchstaben des griechischen Alphabets Y.E.Σ. was für ΥΠΗΡΕΣΙΑ ΕΘΝΙΚΟΥ ΣΥΝΑΛΛΑΓΜΑΤΟΣ (= National Exchange Service) steht [1].

saintex

[1] Ulysses Bellas, Exchange Control in Greece and its repercussions on philately, HPSGB Publication No. 2, Grossbritannien 1976 Seite 5
 
volkimal Am: 23.11.2014 18:51:35 Gelesen: 255700# 365 @  
@ saintex [#364]

Hallo saintex,

danke für die Erklärungen.

Volkmar
 
wajdz Am: 12.12.2014 22:43:35 Gelesen: 254011# 366 @  
Postkarte im Fernverkehr (12) von Magdeburg -sowj. Zone- nach 20b Lebenstedt/Braunschweig -Bizone-.

Einzelfrankatur MiNr 920 (12) TSt (19b) MAGDEBURG cc 04.3.47 Zensurstempel MILITARY CENSORSHIP CIVIL MAILS 16174



MfG wajdz
 
Saguarojo Am: 25.07.2015 14:24:01 Gelesen: 235868# 367 @  
Hier mal ein seltenes Stück:

Zensierter Einschreibebrief von Mexico City nach New York vom 9.10.1918.

Breiter Zensurverschlussstreifen aus Papier mit Zweikreisstempel in lila mit der Zuweisungsnummer 303 der Censorship-Stelle in New York City auf der Briefrückseite.

Die beiden gleichen Sunburst sind vom Typ wie die der ersten Ausgabe, hier aber in rot. Diese roten Sunburst wurden nur im Oktober und November 1918 ausschließlich in Mexico City benutzt. Das macht diesen Brief so selten.



Viele Grüße
Joachim

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Mexiko: Sunburst Einschreibesiegel"]
 
cilderich Am: 02.01.2016 17:10:57 Gelesen: 219511# 368 @  
Hallo,

hier etwas interessantes, das sich erst auf den 2. Blick offenbart. Ein Brief von 7.5.1945 ! aus Dänemark nach Schweden. Ohne JEDE ZENSUR! Deutsche Zensur aus Dänemark liegt mit vom April 45 und dann wieder ab Juli 45 vor, da gibt es aber auch einiges dazwischen lt. Literatur (Ende 4/45, Mitte 6/45). Dieser Brief ging aber 3 Tage nach der deutschen Kapitulation für Dänemark nach Schweden ab.

Ich fand diesen Brief in Schweden und er enthielt auch Inhalt und zwar vom 7.5. und 10.4.45, also ist er wohl angekommen. Somit die Frage; Wer kann mir die späteste dt Zensur nach Schweden aus Dk zeigen, und wer kann nachweisen wie lange offensichtlich Post OHNE Zensur von DK nach S möglich war, bis sie wieder einsetzte. Und, um es zu betonen, die Post lief zwischen DK und S trotz Ende der "offiziellen Strukturen" weiter!

Um Angebot ähnlicher Belege, oder deren Kopien, per entsprechendem Ersatz, wird nachhaltig gebeten.

Beste Grüße und fnJ cilderich


 
fogerty Am: 04.02.2016 17:07:21 Gelesen: 215183# 369 @  


Pakistan 1965, wer kann mir etwas über diesen Zensurstempel sagen? Ok, es gab in jener Zeit wieder mal Krieg zwischen Pakistan und Indien, aber auf einer Ansichtskarte nach Italien, etwas seltsam!
 
eifelsammler Am: 08.02.2016 15:49:46 Gelesen: 214481# 370 @  
Hallo!

Ich glaube, dass ich mit meinem Beitrag das Thema leicht verfehle, aber ich habe keine andere USA-Rubrik gefunden, bei der er passt!? Finde die Postkarte zu Zeigen einfach schön!

Eine Karte aus Honolulu vom 20.07.1915 mit Zensurstempel der Zensurstelle in Emmerich.



Gruß

Carsten
 
Cantus Am: 08.02.2016 16:16:01 Gelesen: 214477# 371 @  
@ eifelsammler [#370]

Hallo Carsten,

das ist keine Ganzsache, denn die Frankatur ist aufgeklebt und nicht aufgedruckt.

Viele Grüße
Ingo

[Beiträge [#370] und [#371] redaktionell verschoben aus dem Thema "USA Ganzsachen Postkarten"]
 
cilderich Am: 15.03.2016 15:37:14 Gelesen: 208828# 372 @  
@ cilderich [#368]

Hallo, hier mal die Übersetzung des Inhalts. Selbige stammt von einem zertifizierten Sachverständigen, und ich denke, sowohl das Thema Zensur, wie auch frühe dänisch Nachkriegszeit sind perfekt abgebildet.

beste grüße cilderich

Vejen, den 7. Mai 45

Meine drei Lieben!
Hurra, hurra! Das müssen wir doch sagen. Im Übrigen vielen Dank für Euren Brief. Es ist so schön zu hören, dass es Euch allen drei gut geht. Ich denke, auch Ihr freut Euch für Dänemark. Wir konnten es ja kaum fassen, als die Nachricht plötzlich im Radio kam. Wir klatschten mit den Händen und es erklang „König Christian“, und sofort sprangen wir auf, standen stramm. Wir hörten gestern den Dankgottesdienst von Fuglsang Damgaard, der sowohl ergreifend als auch zum Nachdenken mahnend war. Wie sprach er doch gut über den König. Ihr habt ihn vielleicht auch gehört?? Jetzt kommen die Freiheitskämpfer heraus.
Wir kennen einige der aktivsten hier in Vejen. Wir freuen uns über den Mut dieser Männer und staunen über ihre Todesverachtung. Es gibt noch Kämpfer in Dänemark. Nun patrouillieren sie hier in Vejen, und am Samstag haben sie 23 Spitzel und Kollaborateure festgenommen. Ein Spitzel, der den Oberarzt in Brørup verraten hatte, der übrigens nach Schweden entkam, hatte 11.000 Kronen bei sich, richtiges Judasgeld. Jetzt sind wir ja sehr gespannt auf die Ankunft der Engländer,

[Seite 2]
es sind ja so viele Gerüchte im Umlauf. Wir hatten ja schon lange Gesichter gemacht, als es hieß, dass sie überhaupt nicht nach Vejen kommen würden, sondern dass die Deutschen zur Grenze marschieren sollten, um dort entwaffnet zu werden. Jetzt haben wir gerade erfahren, dass die Engländer heute Nachmittag kommen. Es ist schon merkwürdig, nun bin ich am 9. April 40 hier gewesen und jetzt wieder, da sie herausgeworfen werden, die Deutschen, 45. Heute haben wir gerade erfahren, dass Norwegen auch frei ist. Sie haben es bestimmt schwer gehabt, sehr viel schlimmer als bei uns, hier hat ja niemand gehungert, aber das Land ist ja von Waren ausgeplündert. Aber gut, dass wir unsere Landwirtschaft einigermaßen in Ordnung haben, den Feldern fehlt ja Dünger, aber die Tierbestände sind ja fast gleich groß, wenn auch der Futterzustand etwas schlechter ist. Danke für Deinen Brief, kleine Marianne, den ich heute von Dir bekommen habe. Es ist so lustig, einen kleinen Brief von Dir zu bekommen. Ja, es ist interessant, Blumen zu bestimmen, das habe ich auch gemacht. Übrigens ist Dein Brief der erste, den wir bekommen, der nicht durch die Zensur gegangen ist. Es ist schön zu hören, dass Ihr so viele gute Verbindungen habt. Zu wie vielen Essen Ihr eingeladen worden seit. So, Niels Hansen ist neulich 60 Jahre alt geworden, dann ist er ja noch lange arbeitsfähig. Er denkt doch sicher noch nicht daran, schon aufzuhören?
Im Voraus möchte ich mich gerne für das Paket bedanken, dass ja jetzt bald auf den Weg gebracht werden kann. Ihr könnte Euch nicht denken, wie spannend es ist, die Pakete von Euch zu öffnen. Ich saß wie auf Nadeln, als Ninna das eine nach dem anderen auspackte.

[Seite 3]
Ja, es gibt vieles, für das wir Euch zu danken haben, nicht zuletzt dafür, dass ihr Jens und Erik so freundlich aufgenommen habt. Das hat mich sehr gefreut. Eriks Eltern sind ja aus Stautrup zu mir gekommen und haben mich gefragt, ob ich Euch über den jungen Mann Bescheid geben würde. Ich war ja nicht so erpicht darauf, denn wenn das Pack Wind von so etwas bekommt, ist man ja erledigt, noch dazu wo direkt gegenüber von meiner Wohnung in Viby eine Denunziantin wohnt, aber jetzt ist sie glücklicherweise verhaftet worden. Dr. Laurens musste ja auch in den Untergrund gehen, aber glücklicherweise nicht so lange, Sie sind gestern Abend nach Hause gekommen. Bruno und Ninna haben sie besucht, und es wurde sicher ordentlich auf den den Frieden getrunken. Heute habe ich auch an Bine aus Anlass des 9. geschrieben. Es ist ja keine einfache Sache, aus diesem Anlass an Bine zu schreiben. Ich ließ sie wissen, dass wir in der Freudentaumel, in dem wir uns befinden, an Kristian denken müssen, der sich gefreut hätte, wie alle anderen guten Dänen.
Ich habe vor kurzem auch einen Brief von Inger und Bine erhalten. Inger schreibt ungewöhnlich schön. Ich hatte ihr ein kleines Paket geschickt, um sie etwas aufzumuntern. Aber hier gibt es ja fast nichts zu kaufen, sie ist jedoch sehr dankbar gewesen.
Ich meine, sie hat eine solch traurige Kindheit, sie ist ja ansonsten so aufgeweckt und lebhaft. Bruno und Nia er sind sehr gut zu ihr und es ist ein Festtag, wenn sie nach Slet soll.
Ich hoffe, dass es Euch gut geht. Hiermit schicke ich Euch viele herzliche Grüße
Euer Vater und Großvater
[Marginalie links]
Niels hat heute auch einen Brief von Dir bekommen, kleine Marianne. Niels hat zum 1. Mai das Amt des Futtermeisters übernommen, was für sein Alter eine reife Leistung ist.


[Seite 4]
Taborgaard, den 7.5.45 in einem freien Land

Meine drei Lieben!
Zuerst vielen herzlichen Dank für den letzten Brief und all die guten Sachen, die wir von Euch bekommen haben, das können wir sehr gut gebrauchen. Wir haben ja auch etwas Kaffee bekommen, den hatte ich aufgehoben, bis wir Frieden haben würden. Ja, wir haben den ganzen Tag lang richtigen Kaffee getrunken. Aber Ihr solltet wissen, ich finde kaum Worte dafür, wie erleichtert wir sind, dass wir nun von dem befreit sind, was immer über uns schwebte und von der Unsicherheit, denn man konnte ja nie sicher sein, das ist etwas, was an den Nerven zehrt. Aber jetzt sind wir so froh, so froh, und zu sehen wie unsere eigenen jungen, frischen Männer die Straße auf und ab gehen mit rot-weiß-blauer Binde am Arm, und dann hättet Ihr die Dannebrogflaggen sehen sollen, noch nie habe ich so etwas gesehen, alle Fenster, alle Fahnenmasten und am Tag alle Kinder mit einer Fahne in der Hand und andere im Knopfloch, überall wurde gefeiert, und alle die glücklichen Menschen zu sehen und überall hieß es Glückwunsch, Glückwunsch! Nun hoffe ich, dass wir uns bald wiedersehen. Es war schön heute zu erfahren, dass auch Norwegen wieder frei ist.

[Marginalie links]

Viele herzliche Grüße von uns allen hier!
Marianne, viel Glück mit Deinen Blumen.

[Seite 5]

Vejen, den 10.4.45

Meine drei Lieben!
Danke für Euren Brief, den wir gestern erhalten haben. Er war also sehr lange unterwegs.
Ansonsten freut es mich, dass Ihr alle gut auf seit, Du bist also auch wieder in Ordnung, Martin? Nun hoffe ich auch, dass Ihr meinen Brief bekommen habt, in dem ich über das Fest anläßlich der Konfirmation von Niels berichtet hatte. Fast wären wir nicht dorthin gekommen, im letzten Augenblick haben wir jedoch ein Auto bekommen. Ich hatte ja die Absicht, wieder mit nach Hause zu kommen. Ich meinte, die Verhältnisse seien so unruhig, dass ich am liebsten zu Hause sein wollte, aber damit waren sie hier unten nicht einverstanden. Nachdem ich einige Tage hier gewesen war, musste ich Nina darum bitten, meine alte Kleidung und meine Unterwäsche, Holzschuhe u. s. w. zu schicken, so dass ich jetzt noch etwas bleibe. Es ist ja so schön hier zu sein, die Kinder zu sehen, ein wenig mit ihnen zu lesen, ein wenig mit ihnen zu raufen und dann zu lesen und umher zu gehen und sich die Felder und die Tiere anzusehen, so dass die Zeit fast nicht ausreicht. Hier wartet ja auch hin und wieder ein Kartenspiel auf mich, und dann wartet man ja ständig auf Neuigkeiten, die vielleicht bald kommen.

[Marginalie links ]

Es ist schön, dass sich Vater so wohl fühlt, und wenn die Holzschuhe da sind, kann Vater ja auch etwas umhergehen. Samstagnachmittag war ich bei einer schwedischen Dame, der Frau des Realschulrektors, mit dem Ebba in einer Klasse war. Ich sollte mitkommen und sie besuchen. Sie waren sehr liebenswürdig und nett. Ich habe viele Bilder von Lund, wo die Dame herkommt, und ansonsten von Schweden gesehen. Jetzt fehlt uns nur noch eine Runde Kaffegäste, viele herzliche Grüße von uns allen
Karen und Andrea, schreibt bald wieder

[ Seite 6]
Vor einigen Tagen haben wir einen Schreck bekommen. Mittags fühlte sich Niels ziemlich plötzlich schlecht, hatte Kopfschmerzen, Schmerzen in den Knien und fror, obwohl das Wetter sehr mild war. Er legte sich ins Bett und die Temperatur war 39,4, aber um 5 Uhr war sie 40. Es dauerte daher nicht lange, bis der Arzt kam und gleich erkannte, dass es die Grippe war. Er sagte aber auch, dass sie ebenso schnell wie sie gekommen war wieder verschwinden könne, was glücklicherweise auch zutreffen sollte.
Am Tag danach war die Temp. erheblich gesunken und am nächsten Tag wieder, da war sie 36,8 und Niels hatte einen Wolfshunger, so dass die Sache kaum besser hätte verlaufen können. Gestern lag einer der Knechte im Bett, ist heute aber wieder auf und es geht ihm gut. Es sind ja so viele Fremde da, so dass wir ein wenig Angst vor Ansteckung hatten.
Im Übrigen geht es uns abgesehen von dem Erwähnten ausgezeichnet. Karen hat noch kein Hausmädchen für Mai. Eines ihrer alten Hausmädchen hatte sich gemeldet und war eingestellt worden. Rief aber einige Tage später an und sagte, dass ihr Verlobter gesagt habe, dass sie diesen Sommer keine Stellung annehmen solle, da sie zuerst ins Torfmoor solle und danach würden sie wohl heiraten. Da war Karen sehr betrübt und hat bisher auch noch keines bekommen. Ja Eure Tomaten sind dieses Jahr sehr spät dran, aber das liebt wohl am fehlenden Brennholz? Aber da ist es doch gut, dass Ihr anderes verkaufen könnt.
Jetzt gehen die Kinder wieder in irgendwelchen Räumlichkeiten im Ort zur Schule.
Sie bekommen keinen so soliden Unterricht wie Du, kleine Marianne, aber wenn der Krieg vorbei ist, werden sie ordentlich pauken müssen, um das Versäumte aufzuholen.
Hoffend, dass es Euch auch weiterhin gut geht, sende ich hiermit viele herzliche Grüße von
Euer Vater und Großvater

[Marginalie links, nach außen gewendet]

Meine drei Lieben!
Ich möchte gerade noch einen Gruß mit hinüber senden, denn es ist doch gut, über alles zu schreiben. Gerade hat sich ein Hausmädchen beworben, ich möchte es mir aber noch ein wenig überlegen. Ich möchte gerne ein gutes haben, was aber nicht so einfach ist. Gestern hatte ich eine Riesenwäsche, heute wird sie trocknen, es ist strahlender Sonnenschein.

[Marginalie oben]

Ich hätte am liebsten eine elektrische Waschmaschine. Habe auch letzten Sommer eine bestellt, die aber noch nicht gekommen ist. Ansonsten gibt es noch eine Wäscherei in Oskov, was mir aber nicht so recht ist. Thea, Du schreibst über Sommersachen, aber wir können fast nichts mehr annehmen, aber hier bekommen wir nichts und es ist ja schwierig für Birte, die aus allem herausgewachsen ist

[Marginalie links, nach innen gewendet ]

habe gerade einen Rock von Ninios bekommen, schwarz und weiß gewürfelt. Sie hat ihn nach Mutters Tod bekommen, er wurde dann umgearbeitet und steht ihr gut, und es hat sie gefreut, sie ist so dankbar.

[Briefumschlag Vorderseite]

Fräulein Marianne Andersson
Kvissle [unleserlich] Bjärshög Sk.
Schweden

[Briefumschlag Rückseite]

Abs.
Tihlkjær Vejen Dänemark

 
cilderich Am: 03.04.2016 18:32:21 Gelesen: 206363# 373 @  
@ cilderich [#372]

Hallo,

noch eine Zusatzinfo, die ich zwischenzeitig von K. Rasmussen vom dänischen Philatelistenverband erhielt:

Aus: Censuren I Danmark 1940-1947, von Anker Bloch Rudbeck und Otto Kjaergaard, 2004

Keine Zensur: 27.04.1945 (also noch unter deutscher Besatzung) - 12.05.1945 (also für 1 Woche nach der deutschen Kapitulation in Dänemark)

Med venlig hilsen / Mit freundlichen Grüßen
 
Reinhard48 Am: 23.04.2016 20:27:05 Gelesen: 203421# 374 @  
Zensurbrief Frankreich in die Schweiz

Hallo Zensurspezialisten,

anbei ein Brief von Frankreich in die Schweiz zum Roten Kreuz mit deutscher Zensur. Ich habe bei Riemer und Landsmann nachgesehen, keiner hat den Handprüfstempel im Katalog. Kann mir jemand über den Stempel Auskunft geben?

Liebe Grüße
Reinhard


 
hajo22 Am: 24.04.2016 19:34:13 Gelesen: 203349# 375 @  
Wenn das unten ein "l" ist, dann ist es die Prüfstelle Lyon.

BG, hajo22
 
cilderich Am: 25.04.2016 18:17:35 Gelesen: 203310# 376 @  
@ Reinhard48 [#374]

Hallo,

das ist bei Horst Landsmann genauso gelistet wie bei Riemer. Es handelt sich um einen recht "breit" abgeschlagenen LP1.1, resp. 2 (Landsmann/Riemer). Es ist auch vermerkt, dass dieser Stempel zunehmend abnutzte. LP1.1 statt LP1.2 deshalb, da der linke Flügel klar auf r und nicht auf o des "Oberkommandos" weist. Der Verschlußstreifen ist LV1.1, den es auch ohne Kennbuchstaben gibt. Die Lyoner Zensuren sind generell zumindest "spannend" und man darf auf jeden Fall zu dem Stück gratulieren.

cilderich
 
focus Am: 15.05.2016 13:25:45 Gelesen: 200653# 377 @  
Hallo,

Feiertage sind immer gut fürs Hobby. :)

Hoffe, dass dieser Beitrag noch aktuell ist und ich keinen neuen aufmachen brauche.

Ich habe diesen Zensurbeleg beim Stöbern gefunden und bin über die Menge der "Vermerke" erstaunt. Es ist zwar nicht mein Sammelgebiet, aber es wäre sehr interessant etwas darüber zu erfahren.

Wer kann helfen?

LG
Marcus


 
Altmerker Am: 29.06.2016 19:33:30 Gelesen: 193711# 378 @  


Ich rufe auch nach Hilfe. Die "Eilige Presssendung" ging von Den Haag nach Breslau. 8.2. Abgang, 14.2. 1942 ein Ankunftsstempel darunter? Habe ich so noch nicht gesehen. Die Rückseite ist bis auf den Absender sauber.

Gruß
Uwe
 
Fips002 Am: 05.07.2016 20:02:51 Gelesen: 192865# 379 @  
Von mir ein Brief vom Konsulat der Schweiz in Philadelphia/USA vom 24.September 1941 nach Wald, Konton Zürich. Unter der Postzensur des Auslandsbriefverkehrs zwischen USA und Schweiz fiel auch dieser Brief.

Die Auslandsprüfstelle Frankfurt/Main war zur Postüberwachung von und nach der Schweiz, Lichtenstein, Flugpost Süd- und Nordamerika, Seepost Nordamerika über Italien, Luftpost Dänemark/Norwegen nach der USA, sowie der Schweizer Transitpost eingesetzt.

Der Kreisstempel mit Kennzeichnung "Ae", wie auf diesem Brief, wurde ab 1941 nur in rot, rotviolett verwendet. Es ist ein Handdurchlaufstempel. Verwendet wurde dieser Stempel von August 1940 bis April 1944, zum Teil zur Unterscheidung mit Einkerbungen des Randes. Die Rechteckstempel auf der Rückseite des Briefes mit Nummer 345 und 374 sind Prüferstempel von den Prüfern in der Auslandsprüfstelle Frankfurt, die die Briefe lesen und auswerten.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 05.07.2016 20:57:17 Gelesen: 192846# 380 @  
@ focus [#377]

Hallo Marcus,

die Prüferstempel auf dem Brief sind charakteristisch für die Auslandsprüfstelle München. Der Maschinenprüfstempel in grün links ist der Normstempel "OKW GEÖFFNET" mit Kennbuchstaben "d". Benutzt wurde dieser Stempel von September 1941 bis Oktober 1944. Von 1941 bis 1944 ist als Kennzeichen einer speziellen Prüfung auf der Vorderseite ein 6-stelliger Numeratorabschlag in grüner Farbe. Bei dieser Prüfstelle kommen eine Vielzahl von Stempelsbschlägen vor, vermutlich auf die Postvorsordierung (Geschäfts- und Privatpost).

Die Arbeitsgruppen waren von Postbeamten, nicht von Prüfern besetzt.

Es sind Kreisstempel 10 mm Durchmesser und Rechteckstempel 10 x 7 mm mit 1- oder 2-stelligen Zahlen. Diese Stempel immer in blauer Farbe in der rechten unteren Ecke.

Gruß Dieter
 
cilderich Am: 09.07.2016 19:08:22 Gelesen: 192283# 381 @  
@ Altmerker [#378]

Hallo,

also die Zensurvermerke sind typische Exemplare der Kölner Zensur, die für die Niederlande zuständig war. Es handelt sich um Prüferstempel und einen sog. Durchgangsstempel (A.c:).

Der speziell angesprochene Stempel ist ein Eingangsstempel der Zeitung. Viele Firmen hatten so etwas für Ihre Post zu jener Zeit. Es handelt sich um Stempel, die an Poststempel angelehnt waren, aber eben selbst keine solchen, daher z.B. der eigene Stil und keine Ortsangabe.

Beste Grüße cilderich
 
Altmerker Am: 10.07.2016 20:13:53 Gelesen: 192089# 382 @  
@ cilderich [#381]

Hallo,

besten Dank fürs Weiterhelfen!

Viele Grüße
Uwe
 
erlkönig Am: 12.08.2016 17:38:34 Gelesen: 188153# 383 @  
Hallo,

kann mir jemand weiterhelfen? Ich habe einen Brief gefunden über dessen, offensichtlichen, Zensurstempel ich im Netz keine hinreichende Antwort finde. Er sieht aus wie die sg Durchgangsstempel Deutschlands im 2. WK, aber NC finde ich nirgends bei Landsmann (den habe ich). Ich habe einige wenige Angebote zB bei ebay zu weiteren Stempeln gesehen, aber Erklärungen zum Wo, von Wem und Was: Da gab es nichts. Ich zeige ein Bild.

Servus Peter


 
DERMZ Am: 12.11.2016 16:34:00 Gelesen: 180246# 384 @  
Guten Samstag Nachmittag,

mir ist die Tage eine "Belegeleiche" ins Haus geflattert, die eigentlich nicht Sammelwürdig ist, aber doch will ich sie zeigen. Es geht um einen Brieffetzen aus dem Jahr 1917, der erste Weltkrieg war noch nicht entschieden.

Ein unbekannter Absender saß an der albanischen Küste und schrieb einen Brief in die Schweiz. Dieses ist nicht ganz richtig, denn nachdem der Ort Saranda im ersten Balkankrieg 1912 von griechischen Truppen besetzt war (Nord-Epirus), wurde dieser auf diplomatischen Druck 1914 wieder mit Albanien vereint. Während des ersten Weltkriegs diente der kleine Ort von 1916 bis 1919 den italienischen Truppen als Militärhafen und wurde "Santi Quaranta" genannt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde der Ort "Pirro" und auch "Zogaj" genannt, ehe die italienischen Truppen den Ort 1939 erneut bestzten, dieses Mal wurde er Porto Edda genannt ( nach der Tochter von Mussolino).



Abgestempelt wurde der Beleg am 26. März 1917, frankiert mit 25 Cent.



Danach wurde der Brief nach Vlora (italienisch Valona) weitergeleitet und dort der Zensurbehörde übergeben. Dieses belegt ein großer Zensurstempel:



Letzendlich ist er dann am 18. April in Lausanne am Bahnhof eingetrudelt, wie ein schwacher Stempel auf der Rückseite belegt. Am nächsten Morgen war der Brief wieder bei der "Expedition", um dann, da der Adressat inzwischen "umgezogen" war, erneut zugestellt zu werden. Auch hier wieder ein schwacher Stempel.





Schade, daß es nur ein Fetzen ist - Schön, daß auch ein Fetzen eine kleine Geschichte erzählen kann.

Viele Grüße zum Wochenende

Olaf
 
Fips002 Am: 12.12.2016 19:23:02 Gelesen: 177254# 385 @  
@ erlkönig [#383]

Hallo Peter,

in Bratislawa hat zeitweise eine deutsche Zensurstelle gearbeitet. Von ihr wurde die Auslandspost geprüft. Später gingen die Sendungen über die deutschen Auslandsprüfstellen.

Zum Stempel Nc: Nc bedeutet "Nemacka censura" (deutsche Zensur), verwendet von 1941 bis 1943. Diese Belege sind nicht häufig, weil eine slowakische Zensurstelle die Auslandspost prüfte.

Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 12.12.2016 19:44:47 Gelesen: 177247# 386 @  
Zwei Ganzsachen Postkarten aus Berneck/Schweiz, 27.1.1941 und 23.6.1941 nach Leipzig.

Beide Karten wurden in der Auslandsprüfstelle Frankfurt/Main geprüft. Die Auslandsprüfstelle Frankfurt/Main war u.a. für die Postüberwachung von und nach der Schweiz eingesetzt.

Beide Karten wurden mit drei- und vierstelligen Zahlen Rechteckstempeln versehen. Ebenfalls tragen die Karten handschriftlich, mit Bleistift geschriebene, vierstellige Zahlen. Diese Stempel und Vermerke sind Prüferstempel von den Prüfern der Auslandsprüfstelle, die die Karten lesen und auswerten.



Karte geprüft mit Handprüfstempel vom Oberkommando der Wehrmacht mit Kennbuchstaben "e". Ab April 1941 wurde dieser Stempel immer in rot verwendet. Dieser Stempel war von 1941 bis 1943 im Einsatz.



Karte mit Maschinenprüfstempel. Kreisstempel mit 28 mm Durchmesser, mit Inschrift "Geprüft/Oberkommando der Wehrmacht", ohne Kennbuchstaben "e".
Abstand der Stempelköpfe 51 mm und sechs durchgehende Linien.

Verwendet wurde dieser Maschinenprüfstempel von Mai 1940 bis April 1941.

Gruß Dieter
 
10Parale Am: 17.01.2017 22:43:09 Gelesen: 172688# 387 @  
Das Mitglied "Christian" zeigt im Thread "Briefe deutscher Banken" unter #9 rückseitig einen Stempel der Überwachungsstelle Freiburg des XIV. Armeekorps.

Form = Oktogon

Ich fand nun in der 1,-- Euro Kiste eines Antiquitätenhändlers diese wunderschöne Osterkarte aus Genf, abgeschlagen am 20. April 1916 in Genève, gelaufen nach Mannheim. Der Überwachungsstempel ist sehr gut erhalten und ebenfalls von diesem XIV. Armeekorps.

Form = Raute

Dieses Armeekorps bestand wohl aus badischen Truppen. Das Hauptquartier war in Karlsruhe. Es erledigte Aufgaben im deutsch-französischen Krieg.

Liebe Grüße

10Parale


 
Arrows Am: 29.01.2017 02:58:36 Gelesen: 171644# 388 @  
Suezkrise 1956/57

Die Suezkrise (auch Sinai-Krieg und Sinai-Feldzug genannt) im Jahr 1956 war eine in einen bewaffneten Konflikt mündende Krise zwischen Ägypten auf der einen und einer Allianz aus Großbritannien, Frankreich und Israel auf der anderen Seite. Hauptstreitpunkt war die Kontrolle über den strategisch bedeutsamen Suezkanal. Das Resultat war trotz militärischer Erfolge eine Blamage und Schwächung der europäischen Mächte und eine Stärkung der ägyptischen Position im Nahen Osten.



Israelische Zensur
Taxe für Briefe Schweiz-Ausland bis 20g = 40 Rp. (1.3.1948–31.3.1959) plus Luftpostzuschlag je 5g für Israel = 10 Rp., in der 2. Gewichtsstufe = 20 Rp. (1.7.1953–30.6.1971) = Total 60 Rp.
 
Sachsendreier53 Am: 08.02.2017 10:30:28 Gelesen: 170830# 389 @  
Erster Weltkrieg : Ansichtskarte / Feldpostkarte aus Strassburg im Elsass, undatiert, mit roten Prüfstempel: Geprüft zu befördern.

Daneben der Briefstempel des Hohenzoll.Fuss-Artillerie-Regiment Nr.18 - Bespannungs-Abteilung.



mit Sammlergruß,
Claus
 
Sachsendreier53 Am: 09.02.2017 09:01:55 Gelesen: 170736# 390 @  
Ergänzend zu [#220] und [#247]: hier der violette, französische Zensurstempel / Bestätigungsstempel auf Karte vom 5.8.1919, Frankfurt / Main.



mit Sammlergruß,
Claus
 
Totalo-Flauti Am: 22.04.2017 08:40:09 Gelesen: 161446# 391 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich zeige Euch einen Brief aus Leipzig vom 30.9.1941 mit deutscher Zensur nach Italien. Dokumentiert wurden, wie Concordia im Beitrag [#109] die verschiedenen Stempel beschrieb, die Verschlußvorrichtung kombiniert mit Normstempel in blauer Farbe "OKW GEÖFFNET" und Kennbuchstabe "d" (Riemer D-21a) von der Auslandsbriefprüfstelle München, die Prüferstempel in roter Farbe "3231" und "5285" sowie die Arbeitsgruppen wie Postvorsortierung, Brieföffnungs- oder Briefschließungsgruppen - blaue 43 - und evtl. die rote 1. Eine italienische Zensur fand nicht statt. Da Frau Noske schon wieder abgereist war, wurde der Brief zurück gesandt.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
cilderich Am: 14.05.2017 17:35:29 Gelesen: 159033# 392 @  
Schönen Sonntag!

Ich möchte hier einen vermeintlichen "Knochen" zeigen, der allerdings dann doch spannend ist. Ein normaler Brief aus Deutschland nach den USA vom 07.11.1941. Soweit so gut. Die Erhaltung des Umschlages und der Marke sind "unterirdisch". Trotzdem ist der Beleg hoch sammelnswert. Der Postverkehr nach den USA wurde Ende 1941 quasi generell eingestellt. Dieser Brief lief etwa 1 Monat vorher ab. Allerdings zeigt der "Einlegezettel", dass er in der Zensur in Berlin "hängen blieb". Es lag eine Briefmarke bei, was sowohl der Text der Karte, als auch der Text des Zettels erläutern. Der Zettel ist übrigens auch eine so bisher nicht belegte (Landsmann) Variante des hektografierten Zettels bzgl. des Briefmarkenversands, der mittels Maschine (was für ein Aufwand) abgewandelt wurde.

Im Text der Karte wird übrigens die Hoffnung geäußert, es möge bald "auf der ganzen Welt" Frieden herrschen. Aber es ging im Grunde erst richtig los.
Insgesamt kann man davon ausgehen, dass der Brief, in die USA abgeleitet, dort erst nach der offiziellen Einstellung des Postverkehrs ankam. Er wurde jedenfalls auch in den USA zensiert; und dann; auch dort aufgehalten. Aufgehalten bis zum Kriegsende! Dies belegt zum einen der Zensurstempel der US-Zensoren auf der Vorderseite, wie auch der Abgangsstempel aus New York von 1945.

Auch besonders beachtenswert ist das Vorhandenseins aller Bestandteile: Umschlag, Einlegezettel und Brief. Und der Brief belegt fast 2/3 der gesamten Zeit des Krieges 1941 bis 1945. Es bleibt also festzuhalten, dass auch ein (eventuell wegen seines "Irrweges") stark ramponiertes Stück, höchst aussagekräftig und somit sammelnswert sein kann.

Beste Grüße cilderich

,
 
cilderich Am: 21.05.2017 15:28:58 Gelesen: 157608# 393 @  
Schönen Sonntag,

heute möchte ich ein Stück zeigen, dass erst einmal halbwegs unspektakulär aussieht, dann aber doch einige Fragen aufwirft. Ich freute mich über Ideen und Hinweise.

Es handelt sich um einen kroatischen Inlandsbrief, der korrekt abgangsgestempelt wurde, also wohl in den Postkreislauf eingeschleust wurde. Dieser Brief hätte also bestenfalls eine kroatische Zensur, da aber im Inland, vermutlich gar keine Zensur erhalten dürfen.

Nun aber das erstaunliche: Der Beleg zeigt eine Wiener Zensur mit unterliegendem Öffnungsschnitt. Dies hätte eigentlich nur sein können, wenn er ins Ausland gelaufen wäre; hätte er aber nicht sollen.

Ich wüßte zwei Möglichkeiten für diese Besonderheit;

1. Der Brief gelange, warum auch immer in einen Postsack für das Ausland und landete in Wien, oder

2. Er wurde nach Zustellung in Zagreb, warum auch immer, aus z.B. dem Deutschen Reich nochmals, nun unter Umschlag, nach Kroatien versandt, und landete so in der Wiener Zensur.

Der Brief ist somit auf jeden Fall interessant und kurios. Fällt jemand noch eine Möglichkeit ein?

Herzliche Grüße cilderich

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cilderich Am: 27.05.2017 16:25:22 Gelesen: 156623# 394 @  
Hallo,

nochmals etwas Interessantes vom Balkan. Nun aus der deutschen Besatzung Serbiens. Inlandszensuren gab es ja, auch unter deutscher Besatzung nicht (s. Polen, Frankreich, Belgien etc). Aber es gab doch Ausnahmen, so besonders für Griechenland und Serbien. Das Ganze ist gut abgebildet im Katalog von Herrn Landsmann, allerdings finden sich dann auch Zensuren, die trotzdem verwirren. Hier also ein Nachforschungsauftrag. Vermutlich wurde bereits der gesuchte Beleg zensiert; aber dann auch noch der Nachforschungsauftrag als solcher? Nun bereits Shakespeare sagte "ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode".

Beste Grüße cilderich


 
hajo22 Am: 28.05.2017 17:47:41 Gelesen: 156414# 395 @  
Möglicherweise schon gezeigt? Dann bitte ich um Entschuldigung. Ich weiß es nicht mehr.

1944: Überfrankierte Ansichtskarte (6 Pfg. hätten genügt) nach Italien.

Zurück: "Versendung von Ansichtskarten in das Ausland ist unzulässig."

Noch mehr ROT ging wohl nicht.



hajo22
 
hajo22 Am: 28.05.2017 18:16:25 Gelesen: 156389# 396 @  
Dezember 1944: Unzustellbarer Feldpostbrief an einen "Carabiniere" mit deutscher Feldpostnummer. Italienische Zensur sowie Münchner Durchlaufzensur Ad. Rückseite Stempel des Italienischen Roten Kreuzes (im Ausschuss von Saluzzo).



hajo22
 
hajo22 Am: 29.05.2017 12:02:47 Gelesen: 156243# 397 @  
11.7.1940 Brief aus Düsseldorf adressiert nach Zürich und frankiert mit 25 Pf. Hindenburg.

Nebenstempel "Aus dem Briefkasten" und Kastenstempel vierzeilig "Zurück. usw."

Rückseite: Kastenstempel "Zurück/Nicht am Schalter eingeliefert". Zensurstreifen OKW "e" (= Auslandsbrief-Prüfstelle Frankfurt a.M.).



hajo22
 
cilderich Am: 02.06.2017 14:07:57 Gelesen: 155551# 398 @  
@ hajo22 [#397]

Hallo hajo,

da hast Du wieder hervorragende Stücke. Einen ganz herzlichen Glückwunsch dazu!

Ich möchte gerne ein Telegramm, das durch die Zensur ging, zeigen. Im Katalog von Herrn Landsmann ist dieser Zensurstempel noch nicht aufgeführt, wohl aber in den dazugehörigen Nachträgen. Es ist also eine "relative Neuentdeckung".

Es handelt sich um ein Stück, das der deutschen Zensur in Mytilene/Griechenland "unterlief" und zeigt auch, dass nicht nur Briefe, Pakete oder Karten, sondern eben auch Telegramme zensuriert wurden.

Herzliche Grüße cilderich


 
cilderich Am: 02.06.2017 14:16:30 Gelesen: 155547# 399 @  
Und nochmals Hallo,

da habe ich noch etwas quasi Neues. Wieder ein Telegramm, diesmal aber über die Zensurstelle Paris, der Stempel ATPX zeigt dieses an, da das "X" für Paris steht und ATP eben für Auslandstelegrammprüfstelle. Somit sind Telegramme auch recht spannende Stücke.

cilderich

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Totalo-Flauti Am: 23.07.2017 17:55:29 Gelesen: 148333# 400 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich habe ein Einschreiben eines Zwangsarbeiters aus Leipzig vom 10.03.1943 nach Puteaux in Frankreich. Der Zwangsarbeiter war bei der Köllmann Werke AG beschäftigt. Die 500 Zwangsarbeiter haben dort im 2. Weltkrieg Zahnräder für Panzer, U-Boote und Flugzeuge hergestellt. Zum Glück wurden die Bleistiftnotierungen auf der Vorderseite noch nicht wegradiert. Sie gehören meines Wissens ebenfalls zur Zensur. Ich denke, das sie mit den Prüferstempel gleich zu setzen sind.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
zockerpeppi Am: 06.08.2017 22:18:55 Gelesen: 146179# 401 @  
Ein Zensurpostbrief aus Syrien nach Luxemburg aus dem Jahre 1948. Stempel Damas vom 6.11.48 könnte auch der 6.10.48 sein. Ankunft in Differdingen am 22.11.48.

Was nun auf der Banderole steht, kann ich leider nicht sagen und weshalb da noch 48 zensiert wurde auch nicht. Aber Belege dieser Art dürften sich nicht an jeder Hausecke finden lassen.



Phila-Gruß
Lulu
 
cilderich Am: 10.08.2017 18:18:50 Gelesen: 145548# 402 @  
Hallo,

das sind wirklich alles sehr interessante und sehenswerte Stücke hier. Ich bin etwas in den deutschen Zensuren des 2. WKes verhaftet, daher ist alles andere eine zusätzliche Anregung, und die Stücke zu dem Thema eine Vervollständigung.

Ich stelle mal ein vermutlich gänzlich neues Stück vor. Ein Streifband aus Finnland nach Dänemark. Es enthielt vermutlich eine Zeitung, denn diese interessierte die GESTAPO im Besonderen. Sie war beteiligt, was der entsprechende Stempel auf der Vorderseite zeigt, aber dazu später nochmals. Das Streifband erhielt keine finnische Zensur, dafür einen Osloer Durchgangsstempel und eben die Stempelung durch die GESTAPO. Für Dänemark gab es mehrere eigene Stempel bzgl. Zeitschriften (kann ich ein andermal zeigen), somit scheint hier ein bisher unbekannter Stempel der Staatspolizei, wohl in Oslo, vorzuliegen. Bisher sind diverse dieser Stempel aus den Reichsdeutschen Prüfzentren bekannt, alle enthalten eine Ziffer, dieser eben nicht. Dies wäre meine Schlußfolgerung, aber gerne sind weitere Gedanken willkommen.

Beste Grüße cilderich


 
cilderich Am: 12.08.2017 16:41:34 Gelesen: 143425# 403 @  
@ cilderich [#402]

Hallo,

hier also der angesprochene dänische Pressezensurbeleg. Ein Streifband aus Schweden nach Dänemark, welches das komplette Sammelsurium der dänischen Zensur zeigt. Ein normaler Zensurstempel, dann ein "Einfuhr erlaubt" (Tilladt Infört) Stempel, der bis 7/44 rein dänischen Drucksachenzensur, und zur Kennzeichnung, dass es sich um ein Presseerzeugnis handelt der P-B Stempel (Presse Bureauet).


 
Ron Alexander Am: 12.08.2017 17:19:03 Gelesen: 143413# 404 @  
Hallo,

Zensurpostbelege habe ich auch noch den ein oder anderen aus der Französischen Zone.

Drucksache bis 20g, freigemacht mit 6 Pfennig, folglich Portorichtig. Aufgegeben in Trier an Herrn R. Riedmiller in Stuttgart Degerloch. Abgeschlagen wurde der US Zensurstempel 20333, Zensurstelle Offenbach.

Briefmarke: Allgemeine Ausgabe MiNr. 2;


 
cilderich Am: 12.08.2017 17:19:04 Gelesen: 143413# 405 @  
Und nochmals Hallo,

ich hatte die Kennziffern der Gestapo Stempel erwähnt. Einen solchen möchte ich hier zeigen, und zwar die Nummer 4 für Frankfurt. Die entsprechenden Stempel aus Berlin und Wien, sind verhältnismäßig häufig, dann wird es aber selten, bis zur Rarität. Der Hamburger Stempel wurde erst vor einigen Monaten bekannt. Dieser Stempel (No 4) wurde als Besonderheit (quasi generell) auf der Innenseite des Umschlages angebracht, was der Ausschnitt, durch einen Vorbesitzer, mehr oder weniger erfreulich demonstriert. Nebenbei existiert auch ein "normaler" Zensurstempel auf der Vorderseite.


 
Ron Alexander Am: 14.08.2017 17:12:04 Gelesen: 143041# 406 @  
Hallo zusammen,

Brief bis 50g im Fernverkehr, Aufgegeben in St. Wendel (Saar) nach Nördlingen in die US Besatzungszone. Der Brief wurde insgesamt mit 108 Pfennig frankiert. Für den Brief im Fernverkehr bis 50 g waren 48 Pfennig zu entrichten, für die Leistung Einschreiben 60 Pfennig, somit ergibt sich ein Gesamtporto von 108 Pfennig und der Brief ist somit Portogerecht.

Abgeschlagen wurde der US Zensurstempel 10655, in der Zensurstelle München.

Briefmarke: Allgemeine Ausgabe MiNr. 8, MiNr. 9;



Grüße,
Ron
 
wajdz Am: 14.08.2017 19:06:00 Gelesen: 142999# 407 @  
Aus einem Stapel Geschäftsbriefe Rumänien - Deutschland



oben MiNr 2x 576 (5L), 492 (2L)
TSt 9.APRIL 40

unten 5er Einheit 573 (2L)
TSt nicht lesbar, aus demselben Zeitraum



Rückseitig Zensurstreifen Oberkommando der Wehrmacht.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

MfG Jürgen -wajdz-
 
zockerpeppi Am: 14.08.2017 21:35:27 Gelesen: 142954# 408 @  
Hier ein netter Firmenbrief mit Teddymotiv:



Absender Manufactura de Juguetes Finos aus Barcelona nach Leipzig. Stempel vom 24 SEP 38. Frankiert à 50 cts gemäß dem Tarif für Auslandsbriefe vom 1.1.1935.

Die Marke 'Nicolas Salmeron' wurde im März 1935 ausgegeben.

Für Zensurzwecke geöffnet, mit einer Banderole ohne Text verschlossen. Längs Vorder- wie Rückseitig abgeschlagen ein violetter rechteckiger Kastenstempel
REPUBLICA ESPANOLA ** CENSURA.

Tschü
Lulu
 
Ron Alexander Am: 16.08.2017 11:14:37 Gelesen: 142663# 409 @  
Hallo zusammen,

Brief bis 20g im Fernverkehr. Aufgegeben in Egesheim am 11 November 1946 an Frau Erika Gareis in Graz (Österreich) in der Britischen Zone. Abgeschlagen wurde der Britische Zensurstempel ZIVILZENSUR IN DER BRITISCHEN ZONE 0154, dieser fand Verwendung in Bonn. Zum Verschluss wurde der Verschlußzettel "GEÖFFNET!" verwendet. Gesamt wurden 75 Pfennig entrichtet, dies entspricht einem Brief im Fernverkehr. Der Brief ist folglich protorichtig frankiert.

Briefmarke: Allgemeine Ausgabe MiNr. 7, MiNr. 10;


 
Ron Alexander Am: 19.08.2017 08:43:02 Gelesen: 142194# 410 @  
Schönen guten Morgen,

aufgegeben wurde der Brief am 10.12.1947 in Heimenkirch. Der Brief ging nach Wien. Freigemacht wurde der Beleg mit 60 Rpf. Richtig gewesen wären 50 Rpf. Folglich ist der Brief mit 10 Rpf überfrankiert. Der Brief wurde in der Zensurstelle 452 geöffnet, geprüft und anschließend wieder verschlossen. Der Zensurstempel 452 Z1 befindet sich sowohl auf dem Beleg als auch auf dem Briefinhalt. Dies ist auch das schöne an diesem Brief, man sieht das die jeweiligen Briefseiten nach der Prüfung mit dem Prüfstempel versehen wurden. Leider weiß ich nicht wo die Zensurstelle 452 war, vl. kann ja jemand weiterhelfen.

Freigemacht wurde der Beleg mit 2x MirNr. 8 und MiNr. 4.





Grüße,
Ron
 
wuerttemberger Am: 19.08.2017 18:54:13 Gelesen: 142153# 411 @  
@ Ron Alexander [#409]

Warum ist ein Brief aus der französischen Zone zur Zensur in die britische Zone geschickt worden? Hatten die Franzosen nicht eine eigene Zensurstelle?

Außerdem lag Graz in der britischen Besatzungszone in Österreich. Kann das nicht die Eingangszensur der britischen Zone in Österreich sein?

75 Pfennig Porto war für einen Auslandsbrief notwendig. Ein Fernbrief hätte 24 Pfennig gekostet.

Gruß

wuerttemberger
 
hajo22 Am: 19.08.2017 19:11:45 Gelesen: 142151# 412 @  
@ Ron Alexander [#410]

Russischer Zensurstempel (Zensurstelle Wien).

hajo22
 
Ron Alexander Am: 21.08.2017 07:52:10 Gelesen: 142070# 413 @  
@ wuerttemberger [#411]

Guten Morgen,

danke für die Korrektur, keine Ahnung bin irgendwo völlig falsch abgebogen bei den Postgebühren.

Sicher hatte die FZ eigene Zensur stellen mit mannigfaltigen Zensur stempeln, noch spannender wenn diese dann auch nicht richtig abgeschlagen wurden.

Der Brief wurde in Österreich geöffnet, geprüft und dann weiter befördert. Es gibt ja auch doppelte Zensuren, sprich am Aufgabeort und Ankunftsort.

@ hajo22

Besten Dank! Dachte Wien wäre britisch besetzt gewesen, warum gab es dort eine russische Zensurstelle? Gibt es eine gute Literaturempfehlung zu den ganzen Zensur Stellenstempeln? Aus der FZ habe ich das Handbuch, möchte ungern für jede Zone das Arge Handbuch erwerben, um die Stempel zu überprüfen. Aber schlussendlich, wenn es nur so gehen sollte, dann so.

Danke und Gruß,
Ron
 
hajo22 Am: 21.08.2017 08:34:36 Gelesen: 142065# 414 @  
@ Ron Alexander [#413]

Wien war wie Berlin eine 4-Sektoren-Stadt (Film dazu: "Vier in einem Jeep"), die zusätzlich noch einen sogenannten "neutralen Sektor" hatte. So habe ich das im Gedächtnis.

Als Literatur habe ich: Curt Paul: "Zensurstempel, -streifen und -zettel in Deutschland und Österreich ab 1945"; Sonderdruck aus "Der Sammlerdienst", Coburg.

hajo22
 
Ron Alexander Am: 21.08.2017 11:22:15 Gelesen: 142048# 415 @  
@ hajo22 [#414]

Besten Dank für die Rückmeldung, ich schaue mal ob ich das her bekomme!

Da die FZ Zensur schon angefragt wurde, hierzu dann auch ein Beleg.

Brief bis 20 g im Fernverkehr. Aufgegeben in Annweiler am 17 April 1946 an Fräulein Annerl Strasser in Purgstall (Österreich) in der Britischen Zone. Der rückseitige Abschlag des Stempels 76 steht für die Zensurstelle Neustadt (Haardt). Verschlossen wurde der Brief wieder mit einem neutralen braunen Verschlusstreifen, es war wohl kein Reguläres Verschlussband zur Hand. Die Besonderheit ist der Rote Stempel G. Beginnend am 01.04.1946 bis Anfang Mai 1946 benutzten die Franzosen den Einzeiler GC3 in rot, hierbei wurde aber vom Prüfer nur das G abgeschlagen. Gesamt wurden 75 Pfennig entrichtet, dies entspricht einem Brief im Fernverkehr bis 20 g. Der Brief ist folglich portorichtig frankiert.

Briefmarke: Allgemeine Ausgabe MiNr. 7, MiNr. 8;



Grüße,
Ron
 
wajdz Am: 21.08.2017 20:00:34 Gelesen: 142015# 416 @  
@ wajdz [#407]

Ein Brief von NOVI SAD, Jugoslavia nach Nemacka BAD LIEBENSTEIN 7 Thür.

MiNr 399



TSt NOVI SAD 1 vom 27.III.40 / rückseitig Aufkleberstreifen Geöffnet Siegel Oberkommando der Wehrmacht

MfG Jürgen -wajdz-
 
cilderich Am: 25.08.2017 20:46:26 Gelesen: 141623# 417 @  
Hallo,

heute möchte ich mal etwas "ganz anderes" vorstellen. Ein Zensurbrief von 1971 aus der Republik Khmer (Rep. K.) (zuvor und heute wieder: Kambodscha) nach Frankreich.

Hier bedarf es sicher einiger Erläuterungen, denn die Rep. K. hatte mit den Roten Khmer (RK), die ab 1975 das Land regierten/terrorisierten eigentlich nichts zu tun, aber diese sind Vielen sicher ein Begriff.

Bis etwa 1970 galt Kambodscha als Hort der Ruhe in dieser stark umkämpften Region (Korea, Vietnam etc.); dann allerdings nahm die wirtschaftliche/militärische Unterstützung der Vietnamesen der linken RK zu, was den USA, die in der Region stark engagiert waren, extrem zuwider lief. 1970 unterstützten jedenfalls die USA einen Putsch des Generals Lon Nol, der wiederum dazu führte, dass die RK Zulauf erhielten, was 1975 dazu führte, dass letztlich das extreme Regime an die Macht gelangte, und wohl mindestens ein Viertel der eigenen Bevölkerung ausrottete. Auf diese Art und Weise wurde aus Kambodscha das Pulverfass der Region.

Die Khmer als solche waren ein antiker Begriff der Völkerschaften, die in der Region Kambodscha, Laos siedelten und hatten mit den RK gerade gar nichts zu tun, denn dieser Name war eine Schöpfung der Franzosen (Khmere rouge), die damit die diversen "War Lords" zusammenfaßten, als deren Stärkster sich letztlich Pol Pot durchsetzte.

Hier nun also ein Brief aus 1971 eines Medizinstudenten an eine französische Bibliothek mit Zensur der Republik Khmer.

Interessant ist natürlich die Zensur als solche, aber auch die Verwendung der Marke aus Kambodscha, obwohl die Rep. K. eigene Marken emittierte, und der Absender!

In der Rep. K. war er noch recht sicher sein Studium abzuschließen, aber ab des RK Regimes, in dem besonders Intellektuelle verfolgt wurden, ist zu befürchten, dass er ein Opfer wurde, dessen Überreste in den "Killing fields" endeten. Ach ja, der Absender war Medizinstudent im 1. Jahr in Phnom Penh, genau das war ab 1975 (da war er im 5. Jahr) sein Verbrechen und sicher sein Todesurteil. Phnom Penh wurde übrigens fast vollständig geräumt und zur Geisterstadt.

Post aus dieser Region, echt gelaufen, mit entsprechenden Nachweisen, ist selten, und ich freute mich, wenn jemand der weitere Stücke zeigen könnte dies täte.

Herzliche Grüße cilderich


 
Ron Alexander Am: 29.08.2017 17:29:17 Gelesen: 141263# 418 @  
Schönen Nachmittag zusammen,

bei folgendem Brief bin ich selbst noch etwas am grübeln. Daher erst mal die Tatsachen. Brief wurde am 16.03.48 in Tuttlingen aufgegeben. Hierzu kam die Sonderleistung Einschreiben sowie Eilbote Express hinzu. Der Brief lief nach Österreich an Frau Rosa Valetti, Mohsgasse 21 in Wien. Folglich waren für einen Brief in das Ausland bis 20g 50 RPf, Einschreiben 60 RPf und Eilzustellung 100 RPf zu entrichten, also gesamtheitlich 210 RPf. Brief wurde Portorichtig freigemacht mit Allg. Ausgabe MiNr. 8, FZ Württemberg 2xMiNr.: 2, 1xMiNr.: 12 und 1xMiNr.: 13.



In Wien angekommen durchlief dieser die Zensurstelle Z.1 362. Ich nehme an es handelt sich hierbei um eine Russische Zensur. Jetzt kommt der spannendere Teil. Der Brief erreichte Wien, wie am rückseitigen Stempel erkennbar, Postamt Wien 1 am 25.03.48 um 17 Uhr. Brief wurde dann augenscheinlich weitergeleitet an das Postamt Wien 77 25.03.48 um 18 Uhr. Von dort ging es dann weiter zum Postamt Wien 40 am 26.3.48 um 810 Uhr (Wusste gar nicht das es auch Minuten gab?)?. Am 26.3.48 wurde dann folgender handschriftliche Vermerk auf dem Brief aufgebracht: "Mohsgasse 21 durch Kriegseinwirkung zerstört, Ohne Angabe der Nachsendeadresse 26.3.1948".



Jetzt geht es auf der Briefforderseite wieder weiter. Die Zieladresse wurde durchgestrichten und Handschriftliche Halle/Saale vermerkt sowie ein Retoure / Zurück Stempel abgeschlagen. Am 2.4.48 erreichte der Brief dann Halle/Saale seinen Absender, zumindest ist dieser auf der Briefrückseite so vermerkt.

Was ich nicht verstehe, warum wurde der Brief in der FZ Württemberg aufgegeben wenn der Absender aus der SBZ kam und auch seine Adresse angegeben hatte. Ich kenne die Postverhältnisse der SBZ nicht, kann diesen Punkt daher leider nicht bewerten. Weiterhin der auf der Vorderseite abgeschlagene Stempel V2. Ich habe diesen schon mal gesehen, aber mir fällt es "ums verrecka net" ein wo, um es mal auf schwäbisch auszudrücken. ;-)

Grüße,
Ron
 
Heinrich3 Am: 09.09.2017 18:57:14 Gelesen: 139620# 419 @  
Zensurbelege sind ein Bereich, der enorm interessant ist. Leider werde ich damit jedoch nicht mehr anfangen, - ja, ich schrecke sogar davor zurück, dieses Thema hier von Anfang an zu lesen. Das Wochenende wäre dann zu Ende, wenn ich alles gelesen habe.

Also nur kurz von mir ein Zufallsfund, ein Zensurbeleg aus Syrien vom Jahre 1957. Der Zensurstempel ist der rechts unten. Der Inhalt laut einer aus Arabien stammenden Person ist:

" REKABA 7 " رقابة ٧ = Zensor Nr. 7



Bitte beachten, daß arabisch von rechts nach links geschrieben wird (deshalb ٧ = 7 links).
 
Manne Am: 09.09.2017 20:28:57 Gelesen: 139594# 420 @  
Hallo,

ein Brief von der Fa. IVO aus Schwenningen vom 23.01.1945, aber wohin.

Gruß
Manne


 
10Parale Am: 12.10.2017 19:55:49 Gelesen: 134602# 421 @  
@ Manne [#420]

Mach mal weiter mit einem Zensurpostbeleg aus Frankreich. Am 17.VII.1940 in Paris abgeschlagen, allerdings mit 2 verschiedenen Stempeln des Postamtes in der Rue Danton.

Die hübschen 3 Marken stammen aus dem Satz Freimarken 1938 mit verschiedenen Motiven (Merkurkopf, Iris, Sinnbild des Friedens).

Geöffnet in Mulhouse, - damals besetzt -, vom Oberkommando der Wehrmacht.

Liebe Grüße

10Parale




 
GSFreak Am: 30.10.2017 19:22:23 Gelesen: 131697# 422 @  
Mein Schnäppchen (9 Euro) auf der diesjährigen Briefmarkenbörse in Sindelfingen:

Behelfsganzsache Britische Zone P 764II mit Ausgabekontrollstempel (24) RENDSBURG, UB c vom 21.07.1945 und Abgangsstempel HAMELN 1, UB g vom 03.08.1945 sowie dem roten Zensurstempel "P" der lokalen Zensurstelle Hameln.



Bezüglich der Behelfsganzsachen mit dem/den roten Streifen verweise ich auf meinen neunseitigen Forschungsbeitrag im RB 74 (Februar 2015) der Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Notmaßnahmen ab 1945 e.V." http://www.deunot.de

Gruß Ulrich
 
DERMZ Am: 07.11.2017 18:29:08 Gelesen: 130444# 423 @  
Guten Abend,

ich weiß, eigentlich sollte man solche "Krücken" nicht zeigen, der Brief hat in den letzten 70 Jahren sehr gelitten, der Inhalt ist allerdings erhalten geblieben - und darum zeige ich Euch jetzt alles (unzensiert)



Dr med habil Eberhard Emminger schreibt am 1. September 1946 an Frau Rotraut von Troll in Wien



Ich habe folgendes gelesen:

Dr med habil E. Emminger
Hilfsarzt b. d. Regierung
von Niederbayern u. der Oberpfalz
Postscheckkonto München 17 179

Regensburg, den
Dreikronengasse 3/11
Telefon 58 41

Staatl. Gesundheitsamt
Deggendorf

Deggendorf, 1.9.1946.
Sehr geehrte gnädige Frau, liebe Frau von Troll,
Ihre beiden Briefe vom 26.7. u. 10.8., die fast gleich-
zeitig ankamen, waren trotz allem eien große Freude. –
Botschaften aus dem geliebten Wien!
Beide Briefe sofort erledigt. –
Leider habe ich vom Chef noch keine Nachricht, ob er
meinen Brief, in dem ich meine Ankunft in Reg.
- die sehr rasch ging, sowie die des Möbeltransportes
(ohne Küchengeschirr!!) mitteilte, Briefmarken
für Gleichenteil nur beizulegen erlaubte u. nach
meinen Arbeiten fragte. Ob er ihn wohl erhalten
hat? Nur ob er Meine „ Ertrinkungsarbeit“ bringen
will. Sonst muss ich es hier versuchen. So schwer
es auch hier allein für mich auch ist. – Meine
einzige echte Liebe, die Pathologie, scheint mir verschlossen
zu bleiben. Es will, trotz ... , nicht gelingen. Man will
anscheinend den Zustand, den die Nazis mit mir ge-
schaffen haben, verewigen. Nichts zu machen – schließlich
auch nicht „wichtig“! – Heute, habe ich mich sehr über
Lucas 10,25 , bez. 36,37 gefreut. Nur sonst ist mir
alles trotz der Riesenarbeit so gleichgültig, dass es mich
iIn meiner innersten Ruhe einfach nicht stört. Nicht
mal die Arbeit. – Ich freue mich, dass es Ihnen auch so
gut geht. Grüssen Sie alle, alle recht herzlich von
mir (wenn Sie halt meinen!)
Ihnen alles, alles Liebe u. Gute, Ihr Eberhard Emminger


Der Brief ging durch die amerikanische Zensur in München



und später noch durch die österreichische Zensur:



Einen schönen Abend wünscht

Olaf
 
hajo22 Am: 07.11.2017 19:14:21 Gelesen: 130420# 424 @  


Brief aus Nigila vom 12.8.1940 nach Athen mit ägyptischer (britischer) Zensur. Unter dem Zensurstreifen auf der Brief-Vorderseite noch sichtbar der handschriftliche Vermerk "Written in Greek" zur Sprachangabe des Textes.

hajo22
 
Michael Mallien Am: 26.11.2017 21:01:31 Gelesen: 127534# 425 @  
Brief aus Kopenhagen nach Köln in der Zeit des 2. Weltkrieges, genauer gesagt am 15.9.1942. Die Frankatur betrug 20 Öre.



Der Stempel hat die Marke optimal getroffen:



Inwieweit die zusätzlich angebrachten Vermerke bzw. Stempel etwas mit der Zensur zu tun haben und welche Bedeutung sie haben entzieht sich meiner Kenntnis:

Stempel(fragment?) und Vermerk vorn:



Roter Stempel hinten:



Viele Grüße
Michael
 
cilderich Am: 27.11.2017 18:13:57 Gelesen: 127373# 426 @  
Hallo,

ich vermute der Prüfstreifen und der Prüfstempel sind bekannt. Sie stammen aus Hamburg (Kennbuchstabe f). Hamburg war primär für Dänemark und auch Norwegen zuständig. Die weiteren Stempel sind so genannte Prüferstempel und konnten primär vorderseitig aber auch auf der Rückseite auftauchen. Der handschriftliche Vermerk ist auch von einem Prüfer. So konnte nachvollzogen werden wo und teils durch wen die Prüfung erfolgte.

Beste Grüße cilderich
 
Michael Mallien Am: 27.11.2017 18:35:24 Gelesen: 127365# 427 @  
@ cilderich [#426]

Hallo cilderich,

herzlichen Dank für die Infos. Wieder etwas gelernt! Ich kannte mich in der Thematik bisher auch gar nicht aus, fand aber den Beleg ganz attraktiv.

Viele Grüße
Michael
 
cilderich Am: 27.11.2017 19:30:16 Gelesen: 127339# 428 @  
Michael Mallien [#427]

Ist er auch.

Gruß cilderich
 
Heinrich3 Am: 17.12.2017 11:49:07 Gelesen: 123208# 429 @  
Hallo,

der Beleg hat gelitten, auch durch das Entfernen des Verschlußstreifens oben. Der Brief ging am 15. Nov. 1943 vom Ort Maria Teresa im argentinischen Teilstaat Santa Fe nach England. wo er vom Zensor Nr. 5247 kontrolliert wurde. Rückseitig nur der obere Teil des Verschlußstreifens mit dem Aufdruck P.C.90 OPERNED BY



Schönen Advent wünscht
Heinrich
 
Fips002 Am: 19.12.2017 20:18:06 Gelesen: 123019# 430 @  
Von mir zwei Briefe der britischen Zensur.



Brief von Camden, New Jersey, 3.September 1947, nach Kiel 12.9.1947. Die Postzensur wurde in der Zensur Stelle Bonn durchgeführt. Ab Dezember 1946 kam ein Stempeltyp zum Einsatz mit der Inschrift "BRITISH CENSOR SHIP/GERMANY In der Mitte eine Krone, darunter Prüfernummer.

Die Briefe wurden bei den englischen Prüfstellen nur links geöffnet und mit Verschlusszettel oder Streifen verschlossen. In Bonn wurden noch Restbestände aus dem Kriege verwendet. Es kamen 30 Varianten mit verschiedenen Druckvermerken zum Einsatz.



Brief von Düsseldorf 10.11.1947 nach Princeton, New Jersey. In der Zensurstelle in Bonn wurden Verschlussstreifen verwendet, die unter einer Krone, den Aufdruck "OPENED BY/EXAMINER/darunter Prüfnummer" haben. Die Nummern kommen mit einstelliger Zahl mit drei Nullen davor bis über 9800 vor. Auch diese Verschlussstreifen wurden in der britischen Besatzungszone aufgebraucht.

Gruß Dieter
 
volkimal Am: 27.01.2018 19:44:37 Gelesen: 105834# 431 @  
Hallo zusammen,

heute ein Brief, bei dem ich nicht sagen kann, ob er zu diesem Thema passt. Für meine Kalendersamlung hatte ich ein paar Belege in Pakistan gekauft. Heute kam dieser Brief bei mir an.





Der Brief war rechts geöffnet und nicht wieder verschlossen. Der eingelegte Inhalt konnte aber dennoch nicht herausfallen, denn man hatte oben rechts den abgebildeten Zettel mit zwei Heftklammern angeheftet. Den Inhalt des Briefes sowie meine gekauften Belege hat man dadurch gleich mit angeklammert.

Auf dem Zettel steht "MCB Bank limited / Circle office Lahore-West". Ich habe keine Ahnung weshalb der Brief geöffnet wurde. Nach dem Zoll sieht der Zettel nicht aus. War es eine private Kontrolle? Ich kann es nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 28.02.2018 20:14:10 Gelesen: 96879# 432 @  
Überrollerbrief von Ulm 19.4.1945 nach Füssen/Lech, Zustellung am 19.12.1945. Der Brief erhielt in der Zensurstelle Eßlingen den Prüferstempel mit der Nr. 15416. Am 7. September 1945 wurde die Postzensur in Eßlingen von der amerikanischen Militärregierung eingeführt. Diese Briefprüfstelle in Eßlingen für Württemberg-Nordbaden wurde am 25. April 1947 geschlossen. Die Arbeiten übernahm die Hauptzensurstelle Offenbach.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 04.03.2018 11:54:49 Gelesen: 96464# 433 @  
Brief aus Karachi/Indien vom Februar 1947 nach Frankfurt/Main. Der Brief erhielt in der Zensurstelle Offenbach den Prüferstempel 20314 von einem deutschen Angestellten. Die Oberaufsicht blieb in den Händen der Amerikaner. Der Brief wurde links und rechts geöffnet und erhielt zwei Prüferstempel mit unterschiedlichen Nummern. Der Brief wurde von einem Oberprüfer (meist Angehörige der amerikanischen Armee) kontrolliert, welcher die Arbeit der deutschen Prüfer überwachte. Von den Prüfern wurden die Briefe immer links geöffnet und vom Oberprüfer immer rechts. Der auf der rechten Seite abgeschlagene Stempel mit der Nummer 20865 gehört dem Oberprüfer. Briefe mit dem Prüferstempeln im Nummernkreis 20000 bis über 21500 wurden mit dem Verschlussstreifen OPENED BY/MIL: CEN.-CIVIL MAIL versehen.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 17.03.2018 19:52:39 Gelesen: 94843# 434 @  
Brief aus Buchen/Odw. 23.6.1947 nach Wilton/USA,23.8.1947. Von dort weitergeleitet nach Princeton/New Jersey. Der Brief erhielt in der Zensurstelle Offenbach (Main) den Durchlaufstempel. Dieser Durchlaufstemepl ist der letzte der Dienststelle. Verwendet wurde dieser Stempel von März bis August 1947, fast nur auf Auslandspost.



Gruß Dieter
 
Mondorff Am: 17.03.2018 20:28:01 Gelesen: 94835# 435 @  
Zensurbeleg Frankreich nach Luxemburg 1942:



Brief mit Maschinenstempel PARIS VII vom 8. Januar 1942 nach LUXEMBURG-HOLLERICH mit rotviolettem Zensurstempel Geprüft / Oberkommando der Wehrmacht e (Frankfurt am Main) mit Verschluss-Streifen Geöffnet ...

Ohne Ankunftstempel zugestellt.

Im Werbeeinsatz des Stempels wird zu Spenden für das Nationale Winterhilfswerk aufgerufen.

Schönen Gruß
DiDi
 
volkimal Am: 18.03.2018 10:36:31 Gelesen: 94793# 436 @  
Hallo zusammen,

heute einmal drei Belege aus Kopenhagen nach Deutschland:



Postkarte vom Februar 1942 von Ursel Alander an Frau A. Alander nach Coesfeld, weitergeschickt nach Billerbeck. Die Karte durchlief die Auslandsbriefprüfstelle Hamburg (Buchstabe "f" im Handprüfstempel). Violetter Prüferstempel "B II".



Ursel Alander ist inzwischen selbst in Deutschland. Karte vom 12.08.1943 von einer Bekannten an Ursel Alander in Coesfeld. Die Karte trägt einen Handdurchlaufstempel "A b" der Auslandsbriefprüfstelle Berlin.



Luftpostbrief aus Kopenhagen an Ursel Alander nach Berlin und von dort mit einer zusätzlich aufgeklebten 12 Pfg. Marke nach Coesfeld weitergeschickt. Auch dieser Brief trägt einen Handdurchlaufstempel "A b" der Auslandsbriefprüfstelle Berlin. Ich gehe aber davon aus, dass diese Briefmarke gar nicht erforderlich war.
Durch dem roten Vermerk "Sammelwert Deutsch und Dänisch zusammen nicht zerschneiden" wurde der Sammlerwert allerdings stark herabgesetzt.

Die beiden ersten Karten tragen einen OMK-Stempel. Hier die Information von der Seite der Forschungsgemeinschaft Nordische Staaten zu diesen Stempeln:

(Kopenhagen, Dänemark) Stempel des "Omkarteringspostkontoret" (= Umkartierungs- bzw. Umsortierungspostamt). Der Begriff wurde aus der Zeit, in der noch jeder Brief in eine Liste eingetragen wurde übernommen, als am 1. Mai 1918 in Kopenhagen das Omkarteringspostkontor eröffnet wurde. Dort kam alle Post von außerhalb und von Kopenhagen zusammen und wurde neu sortiert. Post ohne Ortstagesstempel erhielt den Abschlag eines Hand- bzw. Maschinenstempels mit dem Zusatz "OMK." und einer unten rechts angebrachten Unterscheidungsummer (dän. = "sidenummer") zwischen 1 und 36. Die Abteilung "OMK II" (römisch 2) bearbeitete Wertpakete. Am 15.11.1979 erfolgte die Umbenennung in "Københavns Postterminal" und am 1.3.1992 in "Københavns Postcenter".

Quelle: http://nordische-staaten.de/index.html?http://nordische-staaten.de/info/glossar_ix.html?http%3A//nordische-staaten.de/info/glossar.php

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 05.04.2018 18:11:02 Gelesen: 92158# 437 @  
Feldpostkarte aus Warschau 17.9.1917 nach Kiel mit Kastenstempel Geprüft Überwachungsstelle Posen.



Gruß Dieter
 
Lutwinus Am: 24.04.2018 19:33:04 Gelesen: 89392# 438 @  
Hallo liebe Sammlerfreunde,

der gezeigte Beleg an einen Gefängnisinsassen weist zwar m. E. keinen Postamtlichen Zensurstempel auf, aber den einer Gefängnisbehörde (Hamburg) aus dem Jahre 1953:



Wohl eine disziplinarische Maßnahme von "Mutti und Papa", denn die Vorderseite der Karte macht wohl etwas wehmütig hinter "Schwedischen Gardinen".



Liebe Grüße Jörg
 
GSFreak Am: 11.05.2018 23:30:06 Gelesen: 87250# 439 @  
Hier eine AK vom 16.07. 1952 von Genua (freigemacht mit Italien Mi.-Nr. 818) nach Wien mit einem Stempel der Alliierten Zensurstelle Z.1 (Prüfer-Nummer 264).



Aus einer 1 Euro-"Wühlkiste" auf der Briefmarkenmesse 2018 in Essen.

Gruß Ulrich
 
Totalo-Flauti Am: 12.05.2018 08:48:47 Gelesen: 87189# 440 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auf einer Mi P 299 eines belgischen Zwangsarbeiters vom 25.4.1944 aus Leipzig ist ein roter Maschinenbandstempel mit dem Kürzel "A.c." verwendet worden. Ich denke das dieses Stempelgerät von der Zensur benutzt wurde. Kann mir jemand im Forum näheres zu diesem Stempel sagen? Für die Hilfe möchte ich mich recht herzlich bedanken.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
hajo22 Am: 12.05.2018 14:50:00 Gelesen: 87132# 441 @  
@ Totalo-Flauti [#440]

Durchlaufzensurstempel der Zensurstelle Köln.

hajo22
 
Fips002 Am: 16.05.2018 19:26:17 Gelesen: 86578# 442 @  
Ganzsachen Postkarte Landespost in Belgien P1 mit Stempel Militärische Überwachungsstelle, Geprüft, Brüssel.

Poststempel von Brüssel ..,.. 1915 nach Dresden.



Postkarte von Antwerpen 30.12.1915 nach Barmen mit Stempel Militärische Überwachungsstelle, Antwerpen, Freigegeben.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 10.06.2018 10:54:46 Gelesen: 76600# 443 @  
Brief mit 2x Mi.Nr.86II aus Mülhausen (Elsass), 16.2.1918 nach Steckborn/Schweiz.

Violetter Rahmenstempel: Mülhausen (Els) P.K. (, (Postkontrolle) Geprüft zu befördern.

Auf der Rückseite 2 Vignetten mit Stempel: Postüberwachungsstelle Mülhausen (Els)





Dieter
 
Fips002 Am: 23.10.2018 21:07:19 Gelesen: 52126# 444 @  
Brief von Zürich, 22. April 1943, nach Lübeck.

Der Brief wurde in der Auslandsbriefprüfstelle München geprüft und links mit dem Verschlussstreifen versehen und erhielt verschiedene Prüfstempel.

Der Verschlussstreifen mit dem Kennbuchstaben "d" wurde regelmäßig von September 1941 bis Oktober 1944 verwendet. Von Februar 1940 erhielten die Postsachen von der Prüfstelle Prüferstempel in Form eines Rechteckstempel mit drei- oder vierstelliger Zahl in der Stempelfarbe rot (auf dem Brief die Nr. 5486 und 3340). Diese Prüferstempel wurden nur in der Dienststelle München abgeschlagen.

Weitere Prüferstempel auf dem Brief sind Versalien von A bis Y (hier "E"), sowie Kreisstempel und Rechteckstempel mit 1- oder 2-stelligen Zahlen (hier die Zahlen 23 und 29). Diese Stempel immer in blauer Farbe, die Versalien in roter.

Abgeschlagen wurden diese Stempel meistens in der rechten untere Ecke des Briefstückes. Diese Stempel wurden von Arbeitsgruppen abgeschlagen, die mit Postbeamten, nicht von Prüfern, besetzt waren.



Dieter
 
Fips002 Am: 21.11.2018 19:39:49 Gelesen: 47313# 445 @  
Einschreibbrief von Berlin, 26.04.1940, nach Stahlbad Peiden/Schweiz. Freigemacht wurde der Brief mit der Ausgabe Winterhilfswerk, Ausgabe 27. Oktober 1939, Mi.Nr. 730-738.

Der Brief wurde in der Auslandsbriefprüfstelle Frankfurt/Main geprüft. Auf der Rückseite wurde der Handprüfstempel "Oberkommando der Wehrmacht/Geprüft" abgeschlagen. Verwendet wurde dieser Handstempel von April 1940 bis August 1941. Alle Prüfstücke tragen gleichzeitig mit Bleistift aufgeschriebene Zahlengruppen. Diese stammen von Prüfern, die die Stücke lesen und auswerten, hier die 4-stelligen Zahlen 1018 und 9788.

Die Briefverschlüsse sind immer rückseitig mit dem Verschlussstreifen angebracht. Es kamen 7 unterschiedliche Verschlussstreifen in Banderolenform vor.



Dieter
 
Totalo-Flauti Am: 16.02.2019 10:48:32 Gelesen: 34807# 446 @  
@ hajo22 [#441]

Verspäteten Dank für Deine Hilfe, hajo22!

Liebe Sammlerfreunde,

ein einfacher Brief aus Leipzig in die Schweiz vom 4.11.1943 wurde in der zuständigen Auslandsbriefprüfstelle München (Kb d unter "GEÖFFNET" im Normstempel "OKW GEÖFFNET" siehe auch Beitrag #109) zensiert. Der Brief wurde mit einer Mi.793 frei gemacht.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Franz88 Am: 13.04.2019 19:25:22 Gelesen: 28674# 447 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Luftpostbrief von Santander (Spanien) nach Wohlen (Schweiz). Aufgegeben am 22.6.1944. Meine Frage zu diesem Brief: Weshalb wurde dieser Brief von der deutschen Wehrmacht zensuriert? In welchen Land wurde der Brief geöffnet?

Die Schweiz war doch ein neutrales Land. Auf der Briefrückseite ist ein Stempel " CENSURA GUBERN?????A MADRID" abgeschlagen. Durfte die deutsche Wehrmacht in Spanien Briefe öffnen?

Bitte um eure HILFE.



Liebe Grüße
Franz
 
saintex Am: 14.04.2019 01:02:16 Gelesen: 28619# 448 @  
@ Franz88 [#447]

Hallo Franz,

der in Santander aufgegebene Luftpostbrief wurde zunächst auf dem Landweg nach Madrid befördert, wo er von der spanischen Zensur zensiert wurde und rückseitig den Kastenstempel der spanischen Zensur „Censura Gubernativa Madrid“ sowie den sechseckigen spanischen Luftpoststempel "Correo Aereo Madrid 23. JUN 1944" erhielt (teilweise verdeckt durch den Verschlussstreifen der deutschen Zensur).

Von Madrid aus wurde der Luftpostbrief mit dem täglichen Flug der Lufthansa auf der Spanien-Strecke Madrid-Barcelona-Lyon-Stuttgart nach Berlin befördert (ab Madrid 16:30 Uhr, an Berlin 19.05 Uhr) [1][2], wo der Brief die deutsche Zensur durchlief, wie sich aus dem Unterscheidungsbuchstaben „b“ im roten Zensurstempel und auf dem Verschlussstreifen der deutschen Zensur ergibt.

Nach dem Durchlaufen der deutschen Zensur in Berlin wurde der Brief dann vermutlich per Luftpost auf der Spanien-Strecke der Lufthansa von Berlin zurück nach Stuttgart und von dort weiter mit der schweizerischen Swissair nach Zürich befördert. Von Zürich aus erreichte der Luftpostbrief dann vermutlich seinen Bestimmungsort per Bahn.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Neutralität der Schweiz von den Deutschen hinsichtlich der Postzensur für Postsendungen aus und nach dem neutralen Spanien zunächst respektiert und Postsendungen aus Spanien in die Schweiz und aus der Schweiz nach Spanien, die über Deutschland liefen, waren von der deutschen Zensur ausgenommen. Im weiteren Verlauf des Krieges gaben die Deutschen diese Zurückhaltung dann jedoch auf und unterwarfen ab Juli 1942 auch Postsendungen aus Spanien in die Schweiz der Zensur durch die deutschen Zensurbehörden, was zu massiven Beschwerden der schweizerischen Postkunden bei der schweizerischen Postverwaltung P.T.T.führte.[3]

Der Luftpostbrief ist mit 2 Pts. portogerecht frankiert: Auslandsporto bis 20 gr. 0.75 Pts., Luftpostzuschlag in die Schweiz bis 20gr.1.25 Pts.[4]

Anmerkungen

[1] Luftpostliste vom 03.04.1944, herausgegeben vom Reichspostministerium
[2] Trotz der Landung der Alliierten in der Normandie am D-Day (06.06.1944) setzte die Lufthansa ihre täglichen Flüge auf der Strecke Berlin-Stuttgart-Lyon-Barcelona-Madrid zunächst fort, musste dann jedoch im August 1944 nach der Befreiung Lyon als Zwischenlandeplatz aufgeben.
[3] Vgl. Schreiben des Generaldirektors der schweizerischen P.T.T. an das Eidgenössische Luftamt in Bern vom 06.08.1942, abgedruckt in: Postverkehrsverbindungen Schweiz-Ausland 1939-1945 Dokumentation der Sektion Postverbindungen Generaldirektion der Schweizerischen Post-,Telefon- und Telegrafenbetriebe PTT (Herausg. Consilium Philateliae Helveticae), Band I Bern 1997 Seiten 0380, 0381. Als Beginn der deutschen Postzensur der in die Schweiz adressierten Postsendungen aus Spanien, die über die Spanien-Strecke der Lufthansa befördert wurden, wird im Schreiben des Generaldirektors der schweizerischen P.T.T. der 21.07.1942 angegeben.
[4] Oswald Schier, Manual de la Filatelia Espanola, Band II Madrid 2012 Seiten 649, 658

MfG Wolfgang
 
Franz88 Am: 14.04.2019 15:30:26 Gelesen: 28541# 449 @  
@ saintex [#448]

Hallo Wolfgang,

vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Da habe ich wieder viel dazu gelernt. So macht das Sammeln richtig Spaß. SUPER!

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 20.04.2019 17:22:59 Gelesen: 27978# 450 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Zensurierter Express-Rekobrief. Vom 12.9.1940. Von Zagreb (Jugoslawien) nach Trossingen (DL). Frankatur 18 Dinar.

Rückseitiger Stempel und Verschlusstreifen "Geöffnet Oberkommando der Wehrmacht".

Auf der Briefvorderseite eine rote Nummer 46355 und eine grüne Nummer 6730. Ich vermute, es handelt sich dabei um Zensurnummern.



Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 23.04.2019 16:23:59 Gelesen: 27690# 451 @  
Hallo Sammlerfreunde,

zensurierter Auslandsbrief von Nimes (Frankreich) nach Zürich (Schweiz).

Abgesendet am 15.3.1943. Ankunftsstempel Zürich Hauptbahnhof am 26.3.1943.

Rückseitiger Stempel und Verschlusstreifen "Geöffnet Oberkommando der Wehrmacht".

Ist der rechteckige Stempel auf der Briefvorderseite ein Rekostempel?

Bitte um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
philast Am: 26.04.2019 10:58:14 Gelesen: 27435# 452 @  
Hallo,

anbei ein Brief aus Garstedt bei Hamburg vom 12.09.1939 an einen Passagier/Besatzungsmitglied der MS Monte Olivia nach Santos (Brasilien). Dort laut dem Postankunftsstempel am 30.09.1939 angekommen. Unter dem Zensurverschlusszettel ist noch ein weiterer Zweikreisstempel mit der Inschrift Santos Theodor Wille / 30.09.39, der wahrscheinlich ein Eingangsstempel für die Firmenpost ist.

Interessant an diesem Beleg ist, dass die MS Monte Olivia am 30.8. in Santos angekommen ist und am 14.9. dort wieder ausgelaufen ist und nach Deutschland unter Brechung der britischen Seeblockade zurückgekehrt ist. Der Brief selbst ist am 12.09. abgesendet worden und erstaunlicherweise ohne deutsche Zensurvermerke (Berlin, da die Stelle Hamburg erst später in Betrieb gegangen ist) in Brasilien angekommen ist. Spannend wäre jetzt noch wann/wo der britische Verschlusszettel auf den Brief gekommen ist. Zu vermuten ist, dass der Empfänger wohl nicht mehr in Brasilien war und mit der Monte Olivia wieder zurück nach Deutschland gefahren ist.

Der Brief ist wohl ab dem 30.9. 1939 via England gelaufen und dort der Zensur vorgelegt worden, aber nicht mehr weiter gesendet worden, da weitere Zensurvermerke fehlen.

So würde ich den Weg dieses Beleges rekonstruieren. Weitere/andere Erklärungen sind willkommen.



Grüsse philast

Weiterführende Informationen:

http://www.schiffe-maxim.de/Olivia.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Monte-Klasse_(1924)
https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Wille
https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Uebele
http://www.stadtgeschichtekuenzelsau.de/index_htm_files/Uebele%20Otto.pdf
 
Hornblower Am: 22.08.2019 17:34:56 Gelesen: 16737# 453 @  
Hallo zusammen,

ich hoffe, ich kann die Zensurpostexperten um Hilfe bitten. Dieser Brief - und hier natürlich vor allem die aufgebrachte schwarze Raute - beschäftigt mich derzeit:



Soweit mir bekannt, haben die Briten noch bis Anfang der 1950er Jahre Briefe aus ihrer Zone zensiert. Da der Brief links einen Klebestreifen aufweist, wie er während des Krieges (allerdings mit Hinweis auf den Zensor) üblich war, vermute ich ein solches auch in diesem Fall. Die Raute könnte dann ein Hinweis auf den Zensor sein? Liege ich hier mit meiner Vermutung richtig?

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand bei der Lösung dieses Rätsels helfen könnte.

Beste Grüße
Michael
 
Heinrich3 Am: 06.09.2019 13:58:33 Gelesen: 14909# 454 @  
Hallo,

auch hier ein Zensur-Beleg der Briten, allerdings wo ganz anders. Der Brief ging von Penang in Malaya (heute Malaysia) nach Yokohama in Japan - und wurde am 5.12.1939 zensiert, als der Krieg gerade mal 3 Monate alt war.


 
JohannesM Am: 28.10.2019 21:21:09 Gelesen: 10714# 455 @  
Firmenbrief von einer Destille für ätherische Öle aus Brüssel nach Pirna in Sachsen mit schönem Zensorstempel.



Beste Grüße
Eckhard
 
Henry Am: 04.11.2019 12:05:13 Gelesen: 10067# 456 @  
Ich zeige hier einen Brief, der von Berlin-Charlottwenburg 2 nach Karl-Marx-Stadt am 04.12.1953 befördert wurde. Auf der Rückseite befindet sich ein Ankunftsstempel Karl-Marx-Stadt 1 vom 06.12.53.



Was bedeutet der Nummernstempel 22 konkret?

Ich denke mal, es ist ein Zensurstempel. Ein ähnlicher Stempel wird in [#78] gezeigt, dort als Kontrolleurstempel bezeichnet, aber nur als Vermutung. Ein anderer ähnlicher Stempel wird in [#348] gezeigt, dort als Zustellerstempel bezeichnet.

Wer kann den Zweck des Stempels genau angeben?

fragt
Henry
 
Detlev0405 Am: 04.11.2019 13:15:52 Gelesen: 10056# 457 @  
@ Henry [#456]

Hallo Henry,

ich kann dir zwar nicht sagen was der Nummernstempel bedeutet, möchte deine Theorie von einem Zensurstempel aber ausschließen. Zumindest was die DDR Seite betrifft. Laut § 135 StGB der DDR war die Verletzung des Briefgeheimnisses unter Strafe gestellt. Ergo hat die Abteilung M des MfS alles getan, ihre Tätigkeit im Post Berg aus der BDR und Westberlin so gut wie möglich zu verschleiern. Schon aus diesem Grund wird die tatsächlich vorhandene Postkontrolle nicht noch auf den betroffenen Briefen dokumentiert.

Auch im Postverkehr meiner Mutter seit den 60er Jahren aus der Schweiz, Israel, Bundesrepublik und Westberlin habe ich keine derartigen Zensurvermerke feststellen können, wohl aber manchmal schlecht verschlossene Briefklappen auf der Rückseite.

Wenn Briefe nach der Meinung der Abteilung M unpassend waren, wurden sie einfach eingezogen durch diese Abteilung. Der Empfänger bekam nie eine Benachrichtigung darüber. Bei größeren Postsachen hatte die Abteilung M auch immer die Möglichkeit, die Hauptverwaltung Zoll einzuschalten, um Beschlagnahmen zu "legalisieren" .

Gruß
Detlev
 
GSFreak Am: 12.11.2019 12:31:38 Gelesen: 9306# 458 @  
Hier eine Ganzsache P 952 (Alliierte Besetzung - Gemeinschaftsausgaben), gelaufen 16.12.1946 von GAUTING in das Internierungs- und Arbeitslager Moosburg (an der Isar, rd. 45 km nordöstlich von München) in der Amerikanischen Zone.

Entsprechender Zensurstempel des Lagers (im Anschriftenfeld).



Gruß Ulrich
 
Saguarojo Am: 12.11.2019 13:26:15 Gelesen: 9293# 459 @  
Hier mal was exotisches aus Mexiko aus meiner Kakteen-Motivsammlung.

Zensierter Luftpostbrief vom 20.12.1943 von Mexico City nach Barcelona, Spanien. Zensurverschlussstreifen links aus Zellophan aus den USA mit gestempelter Zuweisungsnummer 6258 der Censorship-Stelle New York der zweiten Zuweisung. Spanischer Zensurverschlussstreifen rechts aus Papier mit Nummer 278. Zensiert nach Ankunft in Barcelona. Auf den Marken ist u.a. die Kakteenart Lemaireocereus dargestellt.



Viele Grüße

Joachim
 
Saguarojo Am: 12.11.2019 18:38:14 Gelesen: 9230# 460 @  
Ein weiterer zweimal zensierter Brief.

Luftpostbrief von Aguascaliente, Mexiko nach Buenos Aires, Argentinien vom 25.7.1944 mit mexikanischem Zensurverschlussstreifen aus Papier (linke Briefseite) mit handgestempelter Zuweisungsnummer 750 (kopfstehend).

Briefrand unten mit US-Zensurverschlussstreifen aus Zellophan mit handgestempelter Zuweisungsnummer 58008 (kopfstehend) aus Balbao, Panama, US-Kanalzone der zweiten Zuweisung.



Viele Grüße

Joachim
 
Regis Am: 16.01.2020 13:03:25 Gelesen: 1648# 461 @  
Gestern erhielt ich 2 US-Belege mit israelischer Zensurierung.





Die Briefe gingen nach Ramallah, Westjordanland und stammen aus 1969 und 1970.

Wer weiss wie lange Post in die Palästinensergebiete zensuriert wurde ? D.h. auch, wurden alle Sendungen geöffnet, oder gab es auch Durchlaufzensur mit Stempel. Hatte solche Belege vorher nie gesehen. Regis
 
Ameise Am: 22.01.2020 13:00:37 Gelesen: 847# 462 @  
Hallo,

dann sind dies sicher auch Zensurstempel oder?



Viele Grüße
Enrico
 
Ameise Am: 23.01.2020 17:15:39 Gelesen: 733# 463 @  
Hallo,

dieser Beleg ging von Großröhrsdorf (7.5.1920) nach Usti n. Labem 1 (Aussig) und dann?



Der Brief wurde ja zuerst nach Dresden, zum Kontrollieren/Zensur befördert:





Warum aber dann die tschechische Frankierung?

Kann jemand den Verlauf des Briefes nachvollziehen?

Danke schon mal.

Viele Grüße
Enrico
 
Detlev0405 Am: 23.01.2020 17:25:01 Gelesen: 731# 464 @  
@ Ameise [#463]

Hallo Enrico,

das ist keine tschechische Frankatur im üblichen Sinne, sondern Portomarken für eine Nachgebühr.

Wenn Du Dir den Adressaten richtig ansiehst, steht dort nur F. Petschek - Aussig. Da kein Rücksendevermerk zu sehen ist, hat die tschechische Post sich wohl die Mühe gemacht und den Adressaten ausfindig gemacht. Das hat sie sich selbstverständlich bezahlen lassen.

Hinzu kommt, dass ab 06.05.1920 ein Brief ins Ausland 80 Pfennige kostete, also der Brief unterfrankiert war. Das war wohl der Hauptgrund für die Portoerhebung vom Empfänger.

Gruß
Detlev
 
Ameise Am: 23.01.2020 17:47:17 Gelesen: 724# 465 @  
Hallo Detlev,

danke für deine Erklärungen.

Deshalb auch die handschriftliche blaue "80" auf der Vorderseite.

Viele Grüße
Enrico
 
Ameise Am: 25.01.2020 21:44:46 Gelesen: 452# 466 @  
Hallo,

hier ein Einschreibbrief von Amsterdam nach Chemnitz, mit Stempel "Postüberwachungsstelle / * Emmerich *" und einen violetten Rechteckstempel "Ch.":



Viele Grüße
Enrico
 
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